Gartenträume · Kompostereien

Kartoffelturm im Auenland

Tja, auch vor den Zwetschgenknödeln steht die Arbeit: Baum pflanzen, warten, ernten … oder so 🙂 Man kann die Zwetschgen natürlich auch kaufen, ebenso wie die Kartoffeln für den Teig. Das tue ich auch normalerweise, denn das Zwetschgenbäumchen ist noch mini (hat dieses Jahr immerhin schon 12 Früchte, die ich aber direkt von Baum genieße) und für Kartoffeln habe ich leider nicht genug Platz und eigentlich auch keine Möglichkeit, die Ernte danach ordentlich zu lagern.

Trotzdem juckt es jedes Jahr in den Fingern und die ein oder andere Kartoffel habe ich schon in die Beete gesetzt. Dieses Jahr hatte ich einen anderen Plan. Ein Kartoffelturm sollte es werden. Hierzu findet man einiges im Netz, aber irgendwie hatte ich keine Lust, auf dieses immer wieder Kümmern und Nachschieben von Erde. Als ich also eine Variante mit einem Drahtgitter sah und dort, wie die Triebe sich seitlich überall durchschoben, dachte ich mir: Das könnte auch anders gehen.

Gesagt getan. Im Baumarkt habe ich mir einen einfachen Steckkomposter aus Holz gekauft, dazu zwei Sack Erde und aus meinen eigenen Vorräten nahm ich einen Haufen halb-fertigen Kompost und verschiedene Kompostmaterialien (etwas Laub vom Vorjahr, Reisig, etc.)

Ich schichtete also immer abwechselnd: Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln, Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln … und die Kartoffeln so, dass sie in der Höhe einer Ritze lagen. Auch in die Mitte kamen jeweils noch Kartoffeln. Da ich noch einige Saatkartoffeln übrig hatte, buddelte ich diese rund um den Turm in den Boden ein. (Ich hatte einige rote Kartoffeln aus der Speisekammer, die schon austrieben und kaufte zwei Säckchen Saatkartoffeln)

Als Standort habe ich eine Stelle im Garten gewählt, die sonst nicht genutzt wird, direkt, an einem kleinen Wäldchen, eine völlig verunkrautete Ecke, in der ich höchstens mal Gartenabfälle zwischenlagere. in Süd-Nord-Ausrichtung, also im nördlichen Ende, aber durchaus mit Sonne.

Da ich in der Kiste keinen Frost mehr erwartet habe, setze ich alles am 19. März auf. Schon zwei Wochen später konnte man die ersten grünen Spitzen sehen.

Tja, das war es dann eigentlich schon. Den Frühling und Sommer über konnte ich beobachten, wie der Turm immer grüner wurde und schließlich fast zwei Meter in die Landschaft wanderte 🙂

An sehr heißen, trockenen Tagen, habe ich ab und an den Gartenschlauch reingelegt und Wasser reinlaufen lassen.

1000e Schnecken tummelten sich allabendlich auf dem Grün, so dass ich oft dachte:  schon als Schneckenfangturm hat sich das Projekt gelohnt 🙂

 

Meine Geduld wurde auf eine sehr harte Probe gesetzt, denn ich wusste, ich muss warten, bis das Kraut verdorrt ist … und es dorrte nicht und dorrte nicht. Anfang August habe ich dann das Wässern komplett eingestellt … warten, warten.

Aber gestern, also fünf Monate später (krass), habe ich beschlossen, dass der Turm geknackt wird 🙂

(Stimmt nicht ganz, vor zwei Wochen hatte ich die Kartoffeln, die ich am Ende rund um den Turm gesteckt hatte, ausgebuddelt. Das waren immerhin schon gut 5kg.)

Wir haben also Latte für Latte den Komposter abgebaut und die Erde zur Seite geschoben. Und da lagen sie dann schön, schichtweise, und ließen sich einsammeln: Kartoffeln, viele viele kleine bis sehr kleine, aber … oh Wunder, ganz unten außen, auch sehr große.

Ergebnis und Fazit 🙂

17kg Kartoffeln (wenig große, viele mittlere, eine Menge Mini) und ein schöner Berg feine Komposterde.

Weniger Ertrag als ich erhofft hatte, aber dafür dass ich  keine Arbeit hatte … prima.

Im nächsten Jahr werde ich wieder einen aufsetzen. Allerdings in den Schichten nur an den Rändern entlang und lediglich oben auch in der Mitte. Die Pflanzen kamen aus der Mitte nicht in die Höhe, da war also auch kein Ertrag. Ich überlege auch, ob ich aus dem Komposter zwei halb so hohe Türme setze mit jeweils zwei Etagen, ich denke, der Ertrag wäre dadurch sogar noch höher.

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Kompostereien

Kompoststampfen und Schwarzes Gold : Terra Preta again

Vor einigen Jahren habe ich das erste Mal von der „TerraPreta“ gehört. Dem Schwarzen Gold, Heilsbringer aus dem Amazonas  …oder so. Auch wenn sicherlich nicht alles Gold, was da glänzt so schwarz ist wie die Biokohle, die man dazu braucht, fasziniert hat mich diese Schwarzerde dennoch. Damals habe ich mit kleinen Balkonexperimenten begonnen und einen Komposter im Schrebergarten mit gutem Erfolg befüllt.

Die Versuche liegen nun schon drei Jahre zurück. Ich kann mich aber erinnern, dass tatsächlich ein ungemein „lebendiges“ Wurmgewimmel im Komposter war. Danach musste ich die Experimente einstellen, ich hatte einfach keine Zeit. Immerhin brachte ich brav immer mein Komposteimerchen von Zuhause mit in mein kleines Gärtchen.

Jetzt mit dem Auenland war die Kompostsammlerei (also die in der Stadtwohnung) plötzlich zum Erliegen gekommen und alle guten Abfälle wanderte in die Biotonne im Hof. Die Strecke ist einfach länger und da wir meist das ganze Wochenedne rausfahren, ist das Auto auch immer gut beladen, mit Katze, Essen, sonstigen Dingen. Da hatten wir keine Lust, auch noch den stinkenden Komposteimer mitzunehmen. Oder besser: Monsieur verweigerte schlicht den Transport 😉

Das TerraPreta ließ mich aber nicht los. Im Auenland begann ich mit einem neuen Experiment. Eine große Tonne, die ich mit Deckel gut abschließen kann, wurde mit Grünmasse bestückt, mit etwas Sauerkrautsaft „geimpft“, dazwischen immer etwas Kohlenstaub und feste gestampft. Über die Wochen füllte sich das Fass langsam. Die Idee: Eine Art Milchsäuregärung wird in Gang gebracht, die Kohle „lädt“ sich mit den Mikroorganismen, die sich anaerob entwickeln, auf. Ähnlich wie beim Sauerkraut.

Gleichzeitig habe ich für die Küchenkompostlösung zwei „Bokashi-Eimer“ angeschafft, die Idee ist die Gleiche: Ich sammle alles Organische, mische immer Kohle dazwischen, ordentlich stampfen, ab und an die Flüssigkeit ablassen. Ist der Eimer voll, kommt er mit ins Auenland, gärt dort noch ein wenig, bis der zweite Eimer gefüllt ist. Die vergorenen Abfälle kommen in den großen Kompost und werden dort vererdet. So der Plan.

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Mein erster Bokshi-Eimer ist noch nicht voll. Da passt erstaunlich viel rein. Der Eimer hat übrigens den Härtetest (40°C draußen) in der Küche gut überstanden. Wenn ich neue Abfälle reinmache, dann riecht es beim Öffnen etwas säuerlich, aber nicht eklig und keine Fliegenschwärme mehr, wie beim Komposteimer und keine Maden und kein Schimmel … na, ihr wisst, wovon ich rede?

Aber zurück ins Auenland: Heute war die große Tonne fällig. Die Gärung läuft nun seit ca. drei-vier Wochen. Da ich Platz brauchte, wo ich das „Kraut“ vererden kann, hatte ich kurz überlegt, eine Grube auszuheben. Angesichts  der Temperaturen und des staubtrockenen Bodens, war ich jedoch eher lustlos, dieses erprobet zu beginnen. Eine andere Idee musste her: Einer meiner Komposter ist mittlerweile so zusammengesackt, dass er nur noch halb voll war. Also habe ich diesen leergeschippt, halbgaren Kompostmulch an den Rosenkohl und die Tomaten gegeben und dann meine „Ingredienzien“ rangefahren. Besser gesagt, mein Laborassistent Monsieur hat angefahren, denn die Tonne war so schwer, ich hätte sie gar nicht auf die Schubkarre bekommen.

Neben dem (nun leeren) Kompost packte ich also einen Haufen frischen Häcksel, das grobe Überbleibsel des gelernten Komposters, den Sack Kohlenstaub (BioChar) und meine Tonne.

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Ich war verblüfft: Obwohl die Tonne nun Wochen in der sengenden Hitze stand, stank der Inhalt wirklich überhaupt nicht. Es roch mild sauer, der Grünschnitt war „Sauerkrautählich“ in der Konsistenz. Auf dem gepressten Rasenschnitt war der weiße Mikroorganismus-Boden, ganz, wie in der Literatur beschrieben.

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Nun habe ich also Schicht um Schicht aus der Tonne, dem frischen Häcksel, halb kompostiertem und immer eine feine Schicht Kohlenstaub aufeinandergeschichtet und am Schluss etwas gepresst. Eh voila. Und nun muss ich geduldig warten.

Im Kompost, den ich leer gemacht habe, war übrigens kein einziger Wurm zu sehen und auch fast keine Tierchen. Zu heiß vielleicht? Mal sehen, ob das nun anders wird. Durch die Lektüre und die Beschäftigung mit dem Thema wurde mir übrigens sehr deutlich, welch ein „Schatz“ und Segen ein Stück Erde für uns Menschen ist. Wenn ich dann mitbekomme, wie wir damit umgehen, dann bekomme ich das kalte Grausen. Umso mehr fühle ich mich in der Pflicht, verantwortungsvoll mit dem Fleckchen Erde umzugehen, für das ich mich entschieden habe. „Grundbesitz als Verpflichtung“ oder so 🙂

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Es geht wieder los :-)

Eigentlich unglaublich, so etwas Mitte April zu schreiben, aber Tatsache: JETZT (erst) geht es wieder los im Garten. War es am Sonntag schon warm und mild, heute war dann richtig frühsommerlich. Naja, der Frühling wird wohl ausfallen in diesem Jahr.

Es ist alles etwas durcheinander. Die Tulpenpracht, auf die ich mich seit Herbst so freue, ist derweil eine Tulpenspitzenpracht, gerade einmal eine winzige Narzisse blüht schon. Dafür kommt aber schon einiges andere, die Apfelblüten sind kurz vor dem Platzen, auch die Johannisbeeren und die Jochelbeeren sind bald da. Ich bange noch ein wenig um meine im Herbst gepflanzten Bäumchen, zwar bin ich mir sicher, dass kleine Triebe zu sehen sind, aber entweder es geht wahnsinnig langsam, oder die Aprikose hat doch noch was abbekommen, in diesem zweiten fiesen Frost so spät im Jahr. Die Birne scheint aber zu kommen. Hoffentlich.

Heute allerdings war großer Tag 🙂

Ausheben des Schwarzen Goldes … ihr erinnert euch an meine Terra Preta Versuche im letzten Jahr? Ich war natürlich ungemein neugierig, ob das was geworden ist. Und was soll ich sagen: Keine Ahnung, ob man das Ergebnis nun Terra Preta nennen kann oder nicht, was man es auf jeden Fall nennen konnte war: Unglaublich toller Kompost. Feinkrümelig, dunkel, sehr gleichmäßige Rotte. Da wo noch groberes Material übrig war, extrem viel „Leben“, ganze Knäuel von roten Kompostwürmern, insgesamt schien mir die Erde sehr „lebendig“. Toll. Leider, leider nur viel zu wenig 😦

Vermutlich hätte ich nun, um wirklich testen zu können, ein Beet dick damit bestreuen sollen, aber ich habe es nicht über das Herz gebracht und so bekamen immerhin zwei große Beete eine dünne Schicht. Ich würde ja doch keinen wirklichen Vergleich haben, denn es ist ja immer von Jahr zu Jahr verschieden. Mal wächst was besser, mal schlechter. Aber sicher ist, dass ich mir wieder feine Kohle bestelle und sie schichtweise in meinen Kompost einarbeite. Die „Gare“ kommt dann denke ich von alleine. Dazu immer mal wieder etwas Zucker und/oder Milchsäurebakterien, dann wird das schon: Terra Scratchy 🙂

Das Foto, das ich gemacht habe, ist relativ umspektakulär, Erde eben 🙂 brauche ich hier nicht zu posten.

Eine zweite Aktion in diesem Jahr ist es, etwas Struktur in den doch ein bissele langweiligen Garten zu bekommen. Ja ich gebe zu, ich selbst bin da nicht so fantasievoll, bin eher der praktische Daumen, der Gemüse ernten möchte. Dieses Jahr habe ich Unterstützung und so wird viel Wert auf Blumen und Kräuter gelegt. Wir haben auch schon zwei kleine Naturzäune angelegt und jetzt bin ich doch begeistert. Sieht toll aus, oder?  Und noch ist nichts gewachsen!

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Ich bin sehr gespannt, wie sich die Bilder in den nächsten Wochen verändern werden. Außen herum wachsen nun Minze und Melissen, innen verschiedene andere Kräuter, Thymian, Rosmarin, weiß-nicht-was, und natürlich Basilisken …äh, Basiliken, Basilikums? … und natürlich  Blumen (auch essbare). Wir werden sehen 🙂

Auf meiner „praktischen“ Seite des Gartens habe ich zwischen die Frühlingszwiebelchen (die ich im Herbst gesteckt habe und die nicht recht wachsen wollen), Möhren und Rote Beete ausgesät. Witzigerweise hat der Stangensellerie, den ich nicht mehr geerntet habe (weil er auch keine Stangen hatte, nur Grün), überlebt und wächst kräftig nach.

Ansonsten habe ich die Beete vorbereitet. Vor vier Wochen habe ich ja die Saubohnen gesteckt (eigentlich schon sehr spät), aber dann kam die Kälte again … und nun ist hier auch alles durcheinander. Habe mal eine der Bohnenkerne ausgebuddelt, die fangen gerade mal an zu keimen. HEY, die sollen fertig sein, wenn dann die Tomaten, Paprika und der andere Kram raus kann. Himmel. Das wird doch nix mehr 😦 Da wird es eng auf den Beeten. Wo ich dieses Jahr gleich zwei große Beete vollgeknallt habe.

Aber genug geschimpft. Lässt sich ja nicht ändern. Und überhaupt. Es ist soooooo schön wieder draußen zu sein, den Rücken zu spüren. Heute waren die ersten Zitronenfalter zu sehen und auch schon andere Schmetterlinge. Riesenhummelm mit Vorderradantrieb #brrrrrrr …. Bienen,  und natürlich die liebestollen Vögel. Ach, meine hysterischen Brandmäuse nicht zu vergessen, die sind einigermaßen empört, weil ich ihnen ihre Wohnung auseinander genommen habe #Kompost.

Sorry, Mäuse 🙂

Kompostereien

Würmer mit Migrationshintergrund und Tomatendiät?

Nun ist er also da, der Herbst. Obwohl es nochmal unglaublich schöne und warme, goldene Tage gab, wird es nun schrittweise kühler, nässer, nebliger.

Am Wochenende habe ich den herrlichen Sonnenschein ausgenutzt und meinen Tomatendschungel kleingeknipst. Denn da ich in diesem Jahr endlich einmal keine Braunfäule im Garten hatte, kann ich nun ein neues Kompost-Experiment starten.

Wie man immer wieder lesen kann, sind Tomaten Narzisse in Reinform, wenn man das so sagen kann. Oder lieben nun mal ihren eigenen Mist. Wenn man denn welchen hat! Und dieses Jahr habe ich … bzw. habe das Tomatengrün: so viel, dass ein Schnellkomposter damit randvoll wurde.

Dazu habe ich aber auch noch ca. 10kg grüne Tomaten. Und die werden alle – schön in Pappkartons gelagert – in den Keller gebracht, da reifen sie schön langsam vor sich hin und so gibt es noch etliche Wochen Tomaten. Nicht mehr ganz so lecker, wie sonnengerötet, aber immerhin: Auch nicht schlechter als die, aus dem Geschäft.

Aber zurück zum Kompost. Oder zum Mist. Dem Narzissenmist …äh, werdenden Tomatemkompost. Ich möchte also einen Kompost aus reinem Tomatengrün, für die Tomaten im nächsten Jahr ansetzen. Also alles kleingeschnibbelt und rein in den Komposter. Jetzt war ich mir unsicher, ob das was wird, ist immerhin nur Grünmasse. Also habe ich überlegt, ein paar meiner Super-Duper-Kompostwürmer aus dem Terra-Prata-Experiment einfach zu migrieren. Von einer Tonne in die andere. Hehe! Nicht gleich Amnesty für Würmer anrufen … ich habe sie gefragt. Sie haben nicht abgelehnt 😉

Also kurz im Komposter gegraben und voila, dieses Mal sogar mit Beweisfoto 😀

Damit sie sich auch wohl fühlen den Winter über, werde ich ihnen nächste Woche noch eine Sammeltonne mit Küchenabfällen, Eierkartons etc. oben drauf packen, dann eine Erdschicht drüber und wohl bekomms, bei der Tomatendiät. Ich freue mich auf das Ergebnis, den Frühling und auf die nächsten Tomatenexperimente.

Kompostereien

Eilmeldung: Der Wurm ist drin!!

6.10.12

Haha … heute eine (für mich!) Wahnsinns-Entdeckung! Habe mal schnell mit der Forke durch den Kompost gegraben und bin fast aus den Socken gerutscht!

HUNDERTE von roten Kompostwürmern … in Blumenkohl-großen-Knäueln wimmelte es. WOW. Hatte ich so noch nicht. Meine Bemühungen scheinen also Früchte zu tragen.

Schade, dass ich keinen Fotoapparat mithatte heute. Bin ganz aus dem Häuschen #lach.

Gartenzwerge & grüne Läuse

Ein letzter Septembertag

Heute war ein wunderbarer sonniger Tag, wenn auch der nahende Herbst nicht mehr zu leugnen ist. Es wird schon langsam bunt. Im Garten ist nicht mehr viel zu tun. In einigen Wochen noch die neuen Obstbäumchen pflanzen, ansonsten gibt es nur noch die letzten Tomaten zu ernten und eine Portion Mangold dürfte es noch werden.

Nein, stimmt nicht ganz! Immerhin reifen noch zwei Butternut-Kürbisse vor sich hin und drei Zuckerhut-Salatköpfe.

Ich habe dieses Jahr überlegt, ob ich die Sonnenblumenkerne einmal für mich nutzen sollte, aber es war heute ein so große Freude, den kecken Meisen beim „Ernten“ zuzusehen, dass ich die Sonnenblumen wie im jedem Jahr als Winterfutter für die Vögel stehen lasse. Nur von meiner Mammut-Sonnenblume (über 3m hoch) nehme ich noch ein paar Samen für nächstes Jahr ab.

Jetzt ist sie bald vorbei, die Gartenzeit. Bin ein wenig traurig, aber es ist auch gut, da ich jetzt so viel anderes zu tun habe. Das gibt doch wieder Raum für mehr „Freizeit“. Ich denke, in den nächsten Wochen werde ich so nach und nach die Beete winterfest machen, sprich, den festen Boden nochmal aufkratzen, die schlimmste „Spontanvegetation“ entfernen, hier und da noch ein paar Blumenzwiebeln stecken. Heute habe ich schon einen Schwung Tulpen und Narzissen eingebuddelt.

Da ich in diesem Jahr das erste Mal von der Braunfäule verschont geblieben bin, möchte ich endlich den Versuch wagen, einen kleinen Extra-Kompost anzusetzen, nur mit Tomatenkraut und ein wenig Erde. Ich habe gelesen, dass die Tomaten ihren eigenen Kompost besonders gerne mögen. Bin gespannt.

Meine Terra-Preta-Experimente laufen ja auch noch. Der Komposthaufen rottet ordentlich vor sich hin. Allerdings habe ich meine Küchenabfälle immer neu dazu gegeben, so dass ich das nächste Jahr abwarten muss, um das Ergebnis zu begutachten. Was ich jetzt schon sagen kann: Es ist verflixt wenig #lach. So schnell ist der Haufen noch nie in sich zusammengesackt. Ein gutes Zeichen? Wir werden sehen.

Zum Septemberabschluss gibt es noch ein paar Bildchen. Letzte Impressionen aus dem Garten 😀

 

 

Kompostereien

Der Kompost in meinem Garten

Noch kann ich natürlich keine Ergebnisse herzeigen, was die Kompostereien und die Versuche mit der Terra preta betrifft. Aber einen kleinen Zwischenbericht wollte ich doch mal wieder bringen.

Mittlerweile ist es schon ganz normale Routine geworden, dass ich meine Küchenabfälle auf dem Balkon sammle und schon beim Sammeln mit der Holzkohle vermische.

(Nochmal kurze Zusammenfassung: Ich mische die Küchenabfälle mit Lagen von Holzkohle, manchmal etwas Pappe, auch mal Urgestein). Durch den dichten Verschluss der Eimer beginnt eine (einigermaßen) anaerobe Gärung, ohne Schimmel und kaum Geruch. Ab und an, wenn der Deckel sich sehr wölbt, lass ich etwas „Gas“ ab)

Die dicht verschließenden Eimerchen haben sich als absolut praktikabel erwiesen, denn weder gibt es eine Geruchsbelästigung, noch die üblichen Wolken von Fruchtfliegen. Die letzte Woche hatte ich keine Gelegenheit (Auto), um die Eimer in den Garten zu transportieren, so dass ich ein Rekordlager auf dem Balkon hatte. Lediglich der letzte Eimer, ein „normaler“ grüner Kompostbehälter, der Luftlöcher und einen normalen Deckel hat, war ein „Problemeimer“ mit dem üblichen Gammel und den Fliegen. Ansonsten prima, trotz der schwülen Hitze und der prallen Sonne, die den ganzen Tag auf den Balkon knallt.

Heute also den Kofferraum vollgepackt und alles in den Garten gefahren. Der Gefährte hat zwar etwas gemault (Bin doch kein Mistkarren) – aber was mut mut … schließlich war es nicht meine Schuld, dass es so lange gedauert hat 😉 Hat aber wirklich nicht gerochen. Okay, der grüne schon ein wenig. Aber nur ein wenig.

Im Garten habe ich diese dicke vorgegorene Schicht dann auf meine Gartenabfälle gepackt und darauf dann die Unmengen an Spontanvegetation, die ich nach den zwei Regentagen heute geerntet habe #seufz … oder sagen wir mal, ein Bruchteil davon.

Und so sah das aus:

Ich bin wirklich gespannt wie ein Flitzebogen, wie sich das machen wird.

Nachtrag: 22.7.

Gestern einmal ein wenig in den Kompost hineingegraben. Sehr aktiv! Meines Erachtens geht die Rotte sehr viel schneller voran als sonst. Er ist auch schon sehr gut zusammengesackt, hat eine optimale Feuchte (na, bei dem Wetter aber auch nicht verwunderlich) und wirkt ausgesprochen „lebendig“.

 

 

Kompostereien

WW – Wurmwunder :-D

Vor ziemlich genau 20 Tagen habe ich darüber geschrieben, dass ich im Garten einen der Komposter fertig geschichtet hatte und zusätzlich mit einer Hefe-Zuckerlösung geimpft. Hier ist er nochmal, fotografiert am 6. Juni 2012.

Gestern nun (am 24. Juni) wollte ich den Kompost umschichten und vor allem meine Balkoneimer mit den vorfermentierten Abfällen dazwischen schichten. Auch hatte ich schon etwas Rasenschnitt und andere grobere Abfälle aus dem Garten vorbereitet.

Zu meinem Entzücken und wirklichem Erstaunen – schließlich ist es erst knapp drei Wochen her, dass ich diesen Komposter voll gemacht habe, war richtig was los in der Kiste 😀

In der oberen Schicht ein unglaubliches Gewimmel an Kellerasseln, Tausendfüßlern und anderem Krabbelzeugs … die groben Teile kaum noch zu erkennen, eine wunderbare Rotte. Als ich das Grobzeugs abgetragen und umgeschichtet hatte, wurde mein Staunen noch größer, denn die Schichten in der Mitte: prima Erde, fix und fertig … das packte ich sofort auf meine Zucchini und Gurken, die in diesem Jahr eh etwas „schwächeln“. Ich habe gelesen, dass die sehr gerne solchen frischen Kompost mögen. Schauen wir mal, ob das stimmt.

An was lag es nun wohl? Dem Wetter? Dem recht gleichmäßigen feucht-warmen Klima – oder hat vielleicht doch die Hefe-Zucker-Lösung den nötigen Impuls gegeben?

Ach. Meine kleinen Lagen an zerfetzter Pappe hat tatsächlich wohl eine „magische“ Anziehungskraft auf die roten Kompostwürmer. So viele hatte ich noch nie 🙂 Wohl bekomms sag ich da nur und: Herzlich Willkommen 😀

Und so sah es in der Mitte aus. Wie gesagt. Drei Wochen!!

Kompostereien

Ende Balkon-Phase

Nach nun 10 Tagen intensiver Balkonrotte in voller Hitze, heute der Tag der Tage: Graböffnung 😉

Ich bin baff erstaunt, wie wenig das Ganze riecht. Nur ein ganz milder „gammeliger“, nein, eher säuerlicher Geruch. Oben, die Erde, die ich als Abschluss der Schichten aufgebracht hatte, sieht völlig unverändert aus. Kein Schimmel nichts.

So, nun „Ummmm-rühren“ 😀

Lecker. Es stinkt aber tatsächlich nicht sonderlich. Allerdings hat sich da auch nicht wirklich viel getan. Die Gemüsereste etc. sehen fast unverändert bzw. gut konserviert aus. Ob die Holzkohle nun mit Mikroorganismen „geladen“ ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Einen positiven Nebeneffekt hat das Ganze aber allemal. Ich sammle ja den Kompost für den Garten (der nicht direkt am Haus ist) auf dem Balkon und nehme ihn meist einmal die Woche mit. Das ist im Sommer schon manchmal etwas „geruchsintensiv“. In Zukunft befülle ich meine Eimer einfach nun immer nach dem „Preta-Prinzip“. Einfach zwischendurch ein, zwei Schöpfer der feinen Holzkohle auf die Abfälle, bissele Pappe oder auch mal eine Prise Urgesteinsmehl – Voila.

Die Geruchsbindung ist prima und Viechzeugs habe ich auch noch nicht an den Eimern gesehen. Jetzt kommt das „Experiment“ in den großen Kompost. Da kann ich nun leider nicht mehr so genau beobachten. Allerdings möchte ich bald eine „Wurmprobe“ machen, da war ich nämlich mit meinen bisherigen Kompostversuchen noch nicht 100% zufrieden.

Fazit: Ob ich der terra-preta näher gekommen bin … keine Ahnung. Eine super Lösung für den Balkon-Kompost ist es allemal. Keine Stinkereien mehr 😀

Nachtrag: 3. Juli 2012: Mittlerweile ist es schon Routine, meine kleinen Komposteimer nach obiger Methode zu schichten. Damit habe ich eine wunderbare Methode, die Küchenabfälle für den Garten prima auf dem Balkon sammeln zu können, ganz ohne Geruchsbelästigung und vor allem schon für die Terra Preta vorgemischt und vorgegärt. Denn es arbeitet beid er Wärme schön n den Eimern, die Deckel sind immer gut gewölbt, so dass ich ab und an die Gase ablasse. Aber es schimmelt nicht, was mir aus „schimeltechnischer Hygiene“ auch nicht unwichtig ist. Im Garten kippe ich die Eimer dann einfach zwischen die Schichten der Gartenabfälle. Auf das erste Endergebnis in einigen Wochen bin ich sehr gespannt 🙂