Gartenküche · Schätze Konservieren

Eins zwei drei, kleine Rexerei … rex rex

Heute war der große Tag. Der Einmachtopf wurde eingeweiht. In Ermangelung an größeren Mengen Einkochgut erst einmal ganz bescheidene und sicher schrecklich energiefressende Testportionen. Ich hatte noch einen Rest Zuckererbsen und da ich in dem Büchlein von 1917 ein Rezept für solche gefunden habe, dachte ich: okay, ist einen Versuch wert. Allzuviel verspreche ich mir nicht davon, hier hat sich sicher mein gemüseknackiger Geschmack etwas gewandelt in den letzten hundert Jahren. Das merke ich schon an den Vorlieben der mütterlichen Generation, die  Gemüse nun einmal gerne totgekocht zubereiten. Jeder wie er mag.

Doch versuchen wollte ich es. Und wenn schon denn schon. In der Anleitung stand: Zuckerlösung drübergeben. Eigentlich hätte ich da lieber zu klarem Wasser, oder wenn schon etwas Salzwasser gegriffen. Aber bitte. Zuckererbsen in Zuckerlösung. Rein in die Gläser und 50min bei 98°. Und hier sind sie also. Die aller-aller-allerersten Gläser aus dem neuen Gerät. Irgendwie sieht es lecker aus. Bin sehr gespannt. Geschmacksprobe folgt.

Hier noch das Original-Rezept von 1917 (Rex-Kochbuch zur Haushalt-Conservierung von Obst, Gemüse, Kompott …, Bad Homburg, 1917)

Zuckererbsen:

Nachdem die Fäden von den Hülsen abgezogen, werden die Hülsen sauber gewaschen, alsdann ohne vorgebrüht zu werden in Rex-Gläser gelegt, mit einer Zuckerlösung von 150 Gramm Zucker auf 1 Liter Wasser übergossen und 50 Minuten bei 100 Grad sterilisiert.

Naja, ich habe ca. die Hälfte des angegebenen Zuckers genommen, da mir das sonst etwas zu süß schien.

EIn großer Einwecktopf und zwei kleine Gläschen mit Zuckererbsen. Ich höre schon das Gelächter der werten Anwesenden. Ja, dachte ich mir auch. Also ein zweites Projekt in ANgriff genommen. In Ermangelung von Gemüse endlich der Kuchen im Glas 😀 Auf den spekuliere ich schon sooo lange.

Ich habe mir den Marmorkuchen ausgewählt. Im Prinzip ein einfacher Rührteig. Die Weckgläser wurden mit flüssiger Butter ausgepinselt, dann mit Semmelbröseln abgebröselt. Vom schwarz-weiß-Teig jeweils das Glas halb voll befüllt, Gummiringe und Deckel drauf, Metallklammer und ab in den Topf.

Zuerst langsam auf 80° hochheizen, dann auf 90° erhöhen und 1,5 Stunden einkochen. Ich habe mal reingelugt, der Teig geht 😀

Jetzt heißt es warten. Im Gegensatz zu den Erbsen, die man nach Ende der Zeit gleich rausnehmen muss, damit sie nicht zu weich werden, bleiben die Gläser hier so lange im Topf, bis alles abgekühlt ist, damit der Kuchen nicht zusammenfällt. Ich bin ja sooo gespannt.

Und jaaaaaa 😀

Darf ich vorstellen? Marmorkuchen … im … Glas

Nachtrag und Bericht:

Gestern am 10. Juli war es soweit. Ein Kuchenglas kam mit in den Garten und  wurde zum Nachmittagstee geöffnet. Pffft machte der Gummi und der Kuchen rutschte brav, ohne zu kleben aus dem Glas. In runde Scheiben geschnitten sah er ziemlich lecker aus … und schmeckte auch lecker.

Etwas anders als aus dem „Rohr“, ziemlich saftig, aber wunderbar durchgebacken und definitiv eine Alternative zu gekauftem Kuchen. Ich denke, so ein, zwei Gläser im Gartenhaus, dann bin ich gut gerüstet für evtl. Kuchenhunger oder Besuch 😉

Das Schöne fand ich: Da ich 3/4l-Gläser gewählt habe, ist der Kuchen gerade geeignet, von zwei Personen aufgegessen zu werden.

Und so sah das aus :

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Kunterbunter Restegratin

Immer wieder stoße ich auf Verwunderung, angesichts meiner vegetarischen Essgewohnheiten. Gar nicht mal wegen der „Sache“ an sich, nein, oftmals ist die Reaktion: „Was isst du denn da?“ oder „Ich wüsste gar nicht, was ich immer kochen sollte.“

Wenn ich mich dann noch „oute“, dass ich kein großer Freund von Tofu und anderen aufbereiteten Lebensmitteln (vegetarisch hin- oder her) bin, also auch selten Veggie-Würstchen, Pasten oder sonstige Fertigfood zu mir nehme, ist das Erstaunen noch größer.

„Ist das nicht schrecklich zeitaufwändig und eintönig?“ … werde ich dann gefragt. Ich kann immer wieder nur betonen: „Nö, gar nicht.“
Es gibt so viel leckeres Gemüse, es gibt, Reis, Kartoffeln, Nudeln. Und da ich normalerweise immer volle Gemüsefächer im Kühlschrank habe, ist auch mein Aufwand beim Einkaufen sicherlich nicht höher, als bei anderen.

Ok. Das Kochen muss einem schon Spaß machen. Was nun aber wieder nichts mit der Entscheidung Fleisch oder kein Fleisch zu tun hat.

Und für alle „mit ohne Ideen“, werde ich jetzt ab und an eines meiner Resteverwertungs-Rezepte hier posten (meist natürlich zumindest zum Teil an die Gartenernte gebunden).

Habe heute auch auf die Uhr gesehen. Vorbereitung: Knappe 30min.  Plus die Zeit im Ofen. Aber die kann man ja anderweitig nutzen. Zum Bloggen oder so.

Zutaten: (Für zwei hungrige Esser) … Gemüseauswahl so, wie der Kühlschrank oder der Garten gerade hergibt. In diesem Fall:

2 Hände voll frische Champignons

1 halbe Zucchini

1 rote Paprika

2 Frühlingszwiebeln

2 kleine Zwiebeln (in Achtel geschnitten)

4 Hände voll Zuckererbsen

2 Knobizehen

1 große Tomate

Salz, schwarzer Pfeffer, etwas Kräuter der Provence

etwas geriebener würziger Käse

6 kleine Rest-Pellkartoffeln

Olivenöl

Zubereitung:

Das Gemüse schnippeln und in einer kleinen Pfanne mit etwas Olivenöl  andünsten (ich beginne immer mit den Pilzen, dann Zwiebeln und den Rest dazu. Ganz zum Schluss die Tomaten, damit es vorher nicht zu nass wird)

Knobi-Zehen pressen und dazu, mit Salz, Pfeffer, Kräutern würzen.

In eine Auflaufform etwas Olivenöl geben, die geschnippelten kalten Kartoffeln hineingeben, die Gemüsemischung darüberschichten, Käse drauf und ab in den Ofen.

Das Gemüse schmeckt mir übrigens auch sehr gut zu Basmatireis. Dann natürlich ohne Käse 😀

Guten Appetit : -)

Gartenzwerge & grüne Läuse · Kompostereien

Zuckererbsen für jedermann

Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.
(aus: Heinrich Heine:  Deutschland – ein Wintermärchen

Heute, endlich wieder in den Garten. Seit Freitag bin ich am Jammern … über meine eigene Dämlichkeit, weil ich mir ziemlich mies in den Finger gesäbelt habe und über den so heiß ersehnten Regen, der nun aber gar nicht wieder aufhören will. Wo ich doch endlich mit meinen Kompost-Experimenten beginnen wollte.

Okay, der Finger ist noch nicht ganz wie er sein soll, aber wozu gibt es Gummihandschuhe. Also, schnell die Komposteimerchen vom Balkon geholt,  meine Gartentasche  mit einigen geheimen Ingredienzien und sonstigen Notwendigkeiten bestückt und los. Ist nicht weit zum Garten, aber heute (wegen des Wetters) mal mit dem Auto. War eine gute Entscheidung, denn ich konnte lediglich im 20 Minuten-Takt was machen, immer wieder unterbrochen von teils kräftigen Schauern.

Als erstes stand die Ernte an. Mhm … eine meiner Lieblingsbeschäftigungen und ich bin recht stolz, denn immerhin haben wir erst den sechsten Juni. Ein Schälchen voller Erdbeeren, erstaunlich, trotz des Regens, große und schöne Früchte, kein Schneckenfraß. Macht Spaß, vor allem, weil bei mir die Erdbeeren eher zufällig wachsen. Ich lasse sie wuchern, wie sie wollen. Witzig, unter dem Apfelbaum wachsen sie besonders gut und haben die größten und süßesten Früchte.

So als nächstes die Zuckererbsen. Dieses Jahr habe ich einen Versuch gemacht und die Erbsen in einer Viererreihe gesteckt. Und was will ich sagen … sie stehen wie eine Eins und sie tragen unglaublich viel. Letzte Woche schon ein Eimerchen voll und heute zwei Eimerchen. Auweh … nun muss ich Platz in der Tiefkühltruhe schaffen.

 

Okay, ich geb’s zu, die Ernte bei den Erbsen hat es etwas länger gedauert, weil ich ständig am Naschen war. Das muss ein Kindheitstrauma von mir sein, ich habe immer noch die Stimme meiner Großmutter im Ohr, die mich stets aus dem Garten verjagt hat. Aus welchen Gründen auch immer fand sie es nicht gut, wenn ich mich durch den Garten gefuttert habe … der Witz war, ich konnte tonnenweise Erbsen, Möhren, Kohlrabi etc. roh verdrücken, gekocht habe ich es gehasst wie die Pest. Mag aber auch am „matschig-kochen“ der Eltern-und-Großeltern-Generation liegen. Ich wusste lange nicht, dass man Kohlrabi auch ohne die berüchtigte weiße Soße essen kann. Naja, und die frischen jungen Erbsen, die waren immer ein ganz besonders begehrtes Leckerli für mich. Könnte ich mich heute noch reinlegen.

Nun zum zweiten Teil meiner Pläne heute:  Kompostexperimente.

Einen Komposter hatte ich letzte Woche schon vollgepackt, so wie immer, mit Schichten von all dem, was nun mal so anfällt. Hier habe ich nur noch eine Hefe-Zucker-Lösung in vier Löcher gefüllt, angeblich wird er dann heißer. Na, schau mer mal, wie ihm das schmeckt.

 

Nun zu meinem eigentlichen Experiment. Dafür habe ich mir extra eine „Oskar-Tonne“ besorgt, denn der Ansatz soll ja 14 Tage ohne Luft fermentieren. Holzkohle hatte ich schon letzte Woche besorgt, die musste ich nun zerkleinern. Dafür habe ich etwas Holzkohle erst in eine Plastiktüte getan, und dann in einen Stoffbeutel und ordentlich gehämmert. Puh … trotz Doppelschicht ziemlich staubige Angelegenheit. Nicht optimal. Da muss ich mir was anderes einfallen lassen. Zuhause war erstmal eine Nasendusche fällig. Und nötig war’s.

Erste Schicht im Eimer: Angefeuchtete und kleingehämmerte Holzkohle. Darauf eine Schicht kleingefetzter Pappe (um die Flüssigkeit aufzunehmen). Darauf eine Schicht meines Küchenabfalls. (Kaffeefilter, Teebeutel, Gemüseabfälle, Eierschalen etc.) und darauf wieder eine Schicht Kohlen. Dazwischen habe ich Trockenhefe gestreut. Als Abschluss eine dünne Schicht Erde und eine Schicht Holzspäne (solche Tierstreu). Dann mit einem Stein beschwert und alles zusammengetreten. Deckel drauf und stehen lassen. Hoffentlich explodiert mir das nicht 😉

 

Na, das war doch ein erfolgreicher Tag, meine ich. Natürlich gab es auch sonst noch einiges zu tun: Die Pfingstrosen sind mal wieder umgekippt, weil die Blüten so schwer sind, Unkraut ließ sich heute besonders gut ziehen. Und ansonsten genoß ich die kleinen Schönheiten eines zwar regnerischen, dennoch wunderschönen Gartens, wie ich meine. Diese Rose zum Beispiel. So eine unglaubliche Farbe, das ist fast nicht zum Einfangen mit der Kamera. Der Stock ist fast ganz erfroren dieses Jahr, aber dieser eine Trieb hat es geschafft. Yeah … bin stolz auf dich.

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen. Schönes und Nützliches. Wild durcheinander, ganz so, wie es eben so ist … in meinem Garten.

Gartenzwerge & grüne Läuse

Von Kohlraben und wilden Schönheiten

Die Kohlraben machen sich gut. Das warme Wetter der letzten Tage hat einen irren Wachstumsschub ausgelöst, allerdings brächte es nun wirklich dringend mal etwas Regen. Irgendwie fehlt immer was.

Auf die Erbsen bin ich dieses Jahr besonders stolz, normalerweise pflanze ich sie nur in einer Zweierreihe, dieses Mal habe ich es mit vier Reihen versucht und sie halten sich wunderbar gegenseitig und wachsen und blühen, dass es eine Pracht ist. Da wird es schon in den nächsten Tagen die ersten Zuckererbsen geben. Lecker.

Doch außer dem Nutzgarten, wollte ich dieses Jahr auch ein wenig die Blumenpracht nach vorne bringen. Ich freue mich immer so, wenn unerwartete Blumen blühen, keine Ahnung, wo die immer herkommen. Dieses Jahr neu die Bartnelken und auch die zarte „Jungfer im Grünen“.  Aber ist doch einfach wunderschön, diese „Natürlichkeit“ 🙂