Gartenküche

Sugo nach Scratchyart I

Sugo-Rezepte gibt es so viele, wie es Sugokochende Nonnas gibt. Ein „klassisches“ Sugorezept (also nur Tomate eigentlich) liegt noch auf Halde (Danke, Pat!) aber da ich nun auch bald in das Nonna-Alter komme #chch … darf ein Scratchy-Rezept wohl nicht fehlen.
Eigentlich ist es kein klassisches Sugo, sondern eher ein Reste-Was-Weg-Muss-Rezept. Bei mir musste dringend weg (weil ein paar Tage Urlaub): 5kg Tomaten, rote und grüne Paprika, eine Aubergine etc.
Die Tomaten habe ich geviertelt, in einem extra Topf kurz erhitzt, dann mit dem Mixstab püriert, aufkochen lassen und anschließend durch ein Haarsieb gestrichen. Weiter:
In einem weiten Topf eine feingeschnittende Zwiebel anschwitzen, mit einem Esslöffel braunem Zucker karamellisieren. Dann die gewürfelten Paprika- und Auberginenstücke dazu, weiter anschwitzen. Eine Knolle Knoblauch pressen, dazugeben. Mit der durchgestrichenen Tomatenpaste ablöschen. Würzen mit Salz, Pfeffer, Chili, Kräuter nach Geschmack (Basilikum, Oregano, Thymian, etc.). Nach Bedarf noch einen Spritzer Tomatenmark dazugeben. Köcheln lassen, bis das Sugo dicklich wird. Noch heiß in Schraubgläser einfüllen, auf den Kopf drehen und abkühlen lassen. Alternativ noch bei 90° eine halbe Stunde einwecken (Topf oder Backofen).
Ich fand das Ergebnis sehr überzeugend. Auf jeden Fall eine wunderbare Grundsoße, aber auch so schon fix und fertig als Suppe zum Beispiel. Hatte gleich ein Schälchen, dazu etwas Toast. Mnjam.
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Gartenküche · Schätze Konservieren

Gurkenzeit auf Balkonien

In einem anderen Beitrag hab eich ja schon des öfteren geklagt, dass in diesem Jahr meine Gurken nicht so recht wollen. Wo ich doch das erste Mal Einlegegürkchen angebaut habe (weil die Salatgurkensamen nicht angehen wollten 😦 )

Aus Jux habe ich zwei der Pflänzchen in einen Eimer gepackt und auf dem Balkon gelassen, ebenso, wie einen Bonsai-Hokkaido, der einfach nicht recht wachsen wollte. Tja und was will man sagen, meine Haupternte an Einlegegurken wird es wohl in diesem Jahr von Balkonien geben 😀

Ihr glaubt das nicht?

Bitteschön: die erste Ernte und wie man am Blütenstand absehen kann, noch kein Ende in Sicht.

Was ich damit mache, weiß ich noch nicht. Lese mich gerade durch Rezepte: Gurken nach russischer Art und so.

Vorerst probiere ich ein Einlegerezept, für das ich die Gürkchen 24 Stunden in Salz legen muss. Da habe ich Zeit bis morgen, mir die anderen Zutaten aus dem Garten zu holen. (Dill, Zwiebelchen, Knoblauch, Merrettichblätter, Johannisbeerblätter) … Na, man wird sehen. Wenn etwas davon schmeckt, gibt es natürlich ein nachgeschobenes Rezept. Versprochen.

Nachtrag: Die in Salz eingelegten Gürkchen haben am nächsten Tag ziemlich „eigenartig“ ausgesehen. Nicht mehr knackig sondern eher „latschig“, als wenn ein LKW über sie drüber gefahren wäre. Nunja. Laut Rezept kommen sie nun in ein Glas, zusammen mit Knoblauch, Zwiebeln, zwei Nelken, Estragon und Dill. Das Ganze mit Essig auffüllen und ca. vier Wochen ruhen lassen. Mhm. Ich bin sehr skeptisch. Zum einen scheint mir das VIEL zu sauer, zum Anderen: Trotz sauberem Glas kann ich mir nicht vorstellen, dass das gut geht. Bei den russischen Einlegegurken nimmt man ja auch nicht umsonst, kaltes und vorher abgekochtes Wasser.

Aber mit fünf Gürklein ist der Verlust ja nicht so groß, falls es schief geht 😉

[Nachtrag: 22.7. ] . Diese „Gurken-Pickle“ haben tatsächlich nicht geschmeckt. Viel zu salzig. Konnte man nur zum Kochen verwenden.

Ein zweites kleines Glas habe ich dann als russische Gurken eingelegt. Sehr lecker im Würzansatz, aber auch hier noch zu salzig. Jetzt habe ich nochmal eine Menge Rezepte verglichen und das mit dem geringsten Salzanteil als Basis genommen.

Rezept: Russische Einlegegurken

Gurken (gut bürsten, 2-3 Stunden in kaltes Wasser legen, danach die Enden abschneiden und ein paar Mal einstechen)

Meerettichblätter, Estragon, Dill, Dillsamen, Johannisbeer-Blätter (alternativ auch Kirschbaumblätter), Basilikum

Knoblauchzehen, geviertelte Zwiebel

abgekochtes Salzwasser (auf 1 Liter, ein Eßl. Salz)

Die Gurken abwechselnd mit den Kräutern und den anderen Zutaten in ein großes Glas (oder Steinguttopf) schichten, mit dem abgekochten Wasser, in dem das Salz aufgelöst wird, übergießen. Mit einem Tuch zudecken und 3-4 Tage stehen lassen. Dann schmecken sie schon sehr lecker. Nach noch einer Woche (ca.) beginnt die Milchsäuregärung. Dann wird die Flüssigkeit trübe. Ist aber ok so. Der Geschmack verändert sich dadurch natürlich.

Inwieweit man diesen Zustand dann weiter konservieren (sprich einkochen) kann und wie das schmeckt, das habe ich noch nicht versucht. (Soll aber gehen) In diesem Jahr sind es so wenige Gürkchen, dass ich sie lieber gleich wegessen mag.

Ach – und was ich dann in einigen Wochen mit dem Balkon-Hokkaiden mache (die derzeit eine niedliche Murmelgröße haben) DAS überlege ich bis dahin in Ruhe 😉

Gartenküche

Kunterbunter Restegratin

Immer wieder stoße ich auf Verwunderung, angesichts meiner vegetarischen Essgewohnheiten. Gar nicht mal wegen der „Sache“ an sich, nein, oftmals ist die Reaktion: „Was isst du denn da?“ oder „Ich wüsste gar nicht, was ich immer kochen sollte.“

Wenn ich mich dann noch „oute“, dass ich kein großer Freund von Tofu und anderen aufbereiteten Lebensmitteln (vegetarisch hin- oder her) bin, also auch selten Veggie-Würstchen, Pasten oder sonstige Fertigfood zu mir nehme, ist das Erstaunen noch größer.

„Ist das nicht schrecklich zeitaufwändig und eintönig?“ … werde ich dann gefragt. Ich kann immer wieder nur betonen: „Nö, gar nicht.“
Es gibt so viel leckeres Gemüse, es gibt, Reis, Kartoffeln, Nudeln. Und da ich normalerweise immer volle Gemüsefächer im Kühlschrank habe, ist auch mein Aufwand beim Einkaufen sicherlich nicht höher, als bei anderen.

Ok. Das Kochen muss einem schon Spaß machen. Was nun aber wieder nichts mit der Entscheidung Fleisch oder kein Fleisch zu tun hat.

Und für alle „mit ohne Ideen“, werde ich jetzt ab und an eines meiner Resteverwertungs-Rezepte hier posten (meist natürlich zumindest zum Teil an die Gartenernte gebunden).

Habe heute auch auf die Uhr gesehen. Vorbereitung: Knappe 30min.  Plus die Zeit im Ofen. Aber die kann man ja anderweitig nutzen. Zum Bloggen oder so.

Zutaten: (Für zwei hungrige Esser) … Gemüseauswahl so, wie der Kühlschrank oder der Garten gerade hergibt. In diesem Fall:

2 Hände voll frische Champignons

1 halbe Zucchini

1 rote Paprika

2 Frühlingszwiebeln

2 kleine Zwiebeln (in Achtel geschnitten)

4 Hände voll Zuckererbsen

2 Knobizehen

1 große Tomate

Salz, schwarzer Pfeffer, etwas Kräuter der Provence

etwas geriebener würziger Käse

6 kleine Rest-Pellkartoffeln

Olivenöl

Zubereitung:

Das Gemüse schnippeln und in einer kleinen Pfanne mit etwas Olivenöl  andünsten (ich beginne immer mit den Pilzen, dann Zwiebeln und den Rest dazu. Ganz zum Schluss die Tomaten, damit es vorher nicht zu nass wird)

Knobi-Zehen pressen und dazu, mit Salz, Pfeffer, Kräutern würzen.

In eine Auflaufform etwas Olivenöl geben, die geschnippelten kalten Kartoffeln hineingeben, die Gemüsemischung darüberschichten, Käse drauf und ab in den Ofen.

Das Gemüse schmeckt mir übrigens auch sehr gut zu Basmatireis. Dann natürlich ohne Käse 😀

Guten Appetit : -)

Gartenküche

Böhmische Küche: Fleckerln mit Kohlrabenkraut

Ich habe es ja gestern angekündigt. Die ersten Kohlraben wurden geerntet und heute gleich zu einem meiner Lieblingsessen verarbeitet.

Fleckerln mit Kohlrabenkraut

Fleckerln:

  • Pellkartoffeln vom Vortag (für zwei gute Esser mindestens vier oder fünf mittelgroße Kartoffeln)
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Mehl
  • Öl zum Ausbraten

Kartoffeln schälen und durch eine Kartoffelpresse quälen. (Alternativ fein reiben). Das Ei dazugeben, salzen, pfeffern, etwas Muskat dazu, dann mit Mehl schnell zu einem Kartoffelteig verarbeiten. Je mehligkochender die Kartoffeln sind umso besser klappt das. Aber mit ein wenig Übung geht es mit allen Kartoffeln. Den Teig auf einem bemehlten Untergrund ausrollen und kleine Quadrate schneiden (Fleckerln). In heißem Öl ausbraten.

Kohlrabenkraut:

  • Kohlrabi (für einen mittelgroßen Topf ca. 3-4 Kohlraben, kleinere)
  • 1 Zwiebel
  • Öl
  • Etwas Zucker
  • Etwas Essig
  • Kümmel
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Mehl zum Abstäuben

Kohlrabi schälen und grob raspeln (Raspel wie grobe Käsereibe).  Zwiebel in Öl andünsten, mit etwas Zucker karamellisieren. Gehobeltes Kraut dazu, mit etwas Wasser ablöschen. Kümmel, Salz und Pfeffer nach Geschmack, einen Schluck Essig (ich nehme Apfelessig) dazu. Kraut sachte weichdünsten.Wenn das Kraut weich ist, mit etwas Mehl abstäuben, um die restliche Flüssigkeit ein wenig anzubinden.

Das Kohlrabenkraut lässt sich übrigens ganz wunderbar als „Fertiggericht“ nach dem Kochen noch einwecken (40 Min. bei ca. 80°). Schmeckt ausgezeichnet und ist damit ein schnelles Essen. Auch Einfrieren ist gut möglich.

Für mich als Vegetarierin ist das Essen damit fertig. In der „klassischen“ Variante gehört auch noch etwas „Bratelfetten“ dazu, also ein Stück gut durchwachsenes Schweinefleisch, das in einer Kasserolle mit vielen, ganz fein gehackten Zwiebeln so lange geschmort wird, bis das Fleisch schön weich und die Zwiebeln verkocht sind.  Jeder bekommt dann ein kleines Stück Fleisch mit auf den Teller und über das Kraut und die Fleckerln wird ein wenig vom Bratenfett (also der Fleischsoße) gegeben.

Guten Appetit 😀

Gartenküche

(Sau-)Bohnen-Kartoffelsalat

Mein Garten ist mir Erholung und Freude. Ich liebe es, zu beobachten, auszuprobieren, anzupflanzen … und natürlich zu ernten.

Die Ernte soll natürlich im besten Falle verspeist werden. Manches mache ich ein und interviewe dafür immer wieder mein Tantchen und auch das Schwiegermütterchen. Die haben schließlich zusammen über 170 Jahre Lebenserfahrung … und das will was heißen 🙂

Auch hier probiere ich aus. Manches misslingt, manches gelingt nicht gleich beim ersten Mal, manches versuche ich auch kein zweites Mal.

Aber immer wieder kommen tolle Sachen dabei raus. Und die will ich mal versuchen hier festzuhalten. So peu a peu soll damit meine eigene kleine Gartenküche entstehen, mit Rezepten quer durch (mein) Gartenbeet – und natürlich durch das Gartenjahr.

Heute beginne ich mit etwas ganz Kleinem, gestern Abend aus Hunger „erfunden“:

Meine diesjährige Saubohnenernte war ja mehr als bescheiden. Lediglich eine kleine Portion haben mir die verflixten Läuse übriggelassen. Was tun damit? Ich beschloss sie kurz zu blanchieren und dann einzufrieren, um sie dann als Beigabe für ein Mischgemüse zu verwenden. Nun hatte ich aber ziemlichen Hunger gestern Abend. Und die frisch blanchierten Bohnenkerne dufteten ziemlich lecker 🙂

Im Kühlschrank gab es noch kalte Pellkartoffeln … also schwuppdich eine Kartoffel fein geschnitten, die warmen Bohnenkerne drüber, etwas Olivenöl, Salz und ordentlich Pfeffer.  UND … was soll ich sagen. Saulecker, der Saubohnen-Kartoffel-Salat ala Scratchy.

Könnte ich mir prima auch noch mit einigen Würfeln Schafskäse drin vorstellen. Ein wunderbarer Sommersalat. Deshalb gleich mal „verfeinern“:

Warmer (Sau-)Bohnen-Kartoffelsalat

Zutaten:

Pellkartoffeln (neue Kartoffeln)

Milchig-grüne Kerne von Saubohnen (Alternativ: milchig-grüne-Bohnenkerne)

Olivenöl

Salz, Pfeffer schwarz

(evtl. Schafskäse in Würfel geschnitten)

Zubereitung:

Kartoffeln abkochen

Bohnen palen und blanchieren, bis sie bissfest „durch“ sind.

Die noch warmen Kartoffeln in feine Scheiben schneiden, Bohnenkerne untermischen, Schafskäse dazugeben, etwas Olivenöl darüber geben.

Salzen und ordentlich pfeffern

Kurz durchziehen lassen, noch warm essen.