Gartenträume

Kleiner Gartenrundgang 7. Mai

Endlich endlich einmal zwei Tage wärmer und tatsächlich Sonne. Bis jetzt hatte ich kaum das Gefühl, dass der Frühling richtig in die Puschen kommt. Dennoch hat sich im Garten einiges getan. Es war einfach bislang nicht so offensichtlich.

Naja, wenn ich mir meine Tomatenwinzlinge so ansehe, die kümmern einfach weiter vor sich hin. Ob das noch was wird? Ich stell mich schon darauf ein, dass ich dieses Jahr Pflanzen kaufen muss, wenn ich Tomaten möchte … und die möchte ich!

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Was mich allerdings so richtig freut, ist folgendes Bild. Erkennt ihr, was das für Pflanzen sind?

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Genau. Pastinaken. Ich hatte noch NIE Pastinaken, obgleich ich schon gefühlt hunderte Samentütchen ausgestreut habe. Klappt einfach nicht, ebenso nicht wie Möhren, Wurzelpetersilie … und wenn ihr euch nun fragt, woher die tollen Pflanzen kommen, dann sag ich nur eins: Gartencenter. Als ich vor zwei Wochen oder so einkaufen war, sah ich die Pflänzchen, neben Möhren. Ich hab laut gelacht, da ich die Stimme meiner Oma im Ohr hatte: „Möhren kann man nicht vorziehen“. Bin zweimal dran vorbeigelaufen und dann dachte ich mir. Was solls, auch nicht teurer als die nicht funktionierenden Samenpäkchen. Und siehe da …es geht! Sie haben sogar direkt nach dem Pflanzen die Nachtfröste überstanden. Und was hab ich wohl jetzt in diesem speziellen Töpfchen (lange schmale Einbuchtungen für die Würzelchen) am Fenster stehen? Wollja, Möhren. Wollen doch mal sehen, Oma.

Auch der gekaufte Salat macht sich prima, allerdings konnte ich gestren auch schon den eigen ausgesäten Eissalat vereinzeln.

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Ab nächster Woche kann geerntet werden, denke ich. Dazwischen wachsen Rucola, und Erdbeeren blühen, in der Mitte sind die ersten Kohlrabi (sehr gelitten haben sie unter den miesen Schnecken). Butterkohl und Blumenkohl hatte ich hier auch vorgesät, in den Kästen ist es doch etwas geschützter. Die sind heute rausgekommen. Als „Rücken“ an den Holzbeeten habe ich Reisig als Windschutz gesteckt, hier kommen die Erbsen hoch.

Immerhin hat der verlangsamte Frühling auch Vorteile. Ich freu mich immer noch an meinen beiden (einzigen) Tulpen. Diese samtige Farbe ist einfach nur schön. Und in diesem Jahr scheinen auch langsam meine Guerilla-Techniken von Erfolg gekrönt zu sein: An allen Ecken wagen sich Blümchen raus (z.B. oben die Vergissmeinichte, daneben meine „Minz-Wiese“), anderes ist schon in den Startlöchern. So die Pfingstrosen, die in der letzten Woche sicher einen halben Meter zugelegt haben (und Knospen sind auch schon da).

Gestern haben wir die Wiese das erste Mal gemäht. Wie immer bleibt ein Stück als „Biotop“ stehen, die Insekten freuts und mein Auge auch. Das Silberblatt blüht, ich bin jedes Jahr gespannt, ob auch neben den pinkfarbenen wieder die selteneren weißen Blüten auftauchen. Aber schön sind sie beide. Nicht so gut zu sehen sind auf den beiden Bildchen oben rechts sind ein paar meiner Rosen: zum einen mein Rambler, der nun endlich in die Puschen kommt und das Rosen-Lavendel-Beet. Einige Lavendel haben den letzten Winter unter dem Frost gelitten, aber ich denke, die Lücken füllen sich wieder. Auf eine andere Rose (Marie-Curie) freu ich mich ganz besonders. Sie sieht so gesund und üppig aus und hat so zugelegt, eine wirkliche Freude. Auch die Ableger von Sabine Pecoraro-Schneider (Gallica und nocch so was chch) haben ordentlich zugelegt, Rosen scheints hier zu gefallen.

Last but noch least, ein weiteres Sammelsurium:

Die neuen Himbeeren am alten Holzbiotop (beim Eimer), der Kartoffelturm und die roten Johannisbeeren. Und mein liebes Apfelbäumchen (Alkmene) soll den Rundgang abschließen. Bin so gespannt, ob wir dieses Jahr die ersten Äpfel bekommen.

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Über den Gartenzaun gelugt · Gartenträume

Kitchengarden im Mai 2017

Ok ok, die Überschrift ist ein wenig zu voreilig. Noch ist es April. Noch. Gerade noch. Irgendwie scheint mir in diesem Jahr der Frühling sehr verzögert. Nur so wenige warme Tage bislang, ansonsten kalt und kälter. Ungemütliches, wechselhaftes Wetter. Immerhin hatten wir hier Glück im Unglück. Da es insgesamt noch nicht so warm war, hinkte hier als ein wenig hinterher und so waren die letzten Nachtfröste nicht ganz so verheerend. Ob die Aprikose das überstanden hat, das weiß ich noch nicht, auch der Pfirsich stand in voller Blüte, als es so kalt war, aber immerhin der kleine Apfelbaum, der ist erst an diesem Wochenende richtig aufgegangen. Und so schön blüht er, der Kleine.

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Auch die anderen „Beeren“ erfreuen mein Herz. Überhaupt merke ich von Jahr zu Jahr, das ich mehr Lust auf Beeren bekomme. Mittlerweile gibt es vier Himbeerbüsche (Sommer- und Herbsthimbeeren), Johannisbeeren in schwarz, rot und weiß, eine Aronia, eine sibirische Blaubeere, Blaubeeren, Brombeeren, Walderdbeeren und seit letztem Jahr hier und da in Schalen und Kästen, Erdbeerbüsche zum Naschen (falls die Schnecken was übersehen) und natürlich meinen Wein, der sich vom Schuppen zum Haus hangelt.

Die Beete sind noch recht kahl. Außer den im Herbst gesteckten Zwiebeln, ein wenig Lauch vom Vorjahr, recken sich höchstens noch die ersten Kräuter (Schnittlauch, Peterle, Liebstöckel, Oregano, Majoran, Knoblauchkraut, etc.), und (immerhin) die Erbsen spitzeln aus der Erde. Auch der Kartoffelturm zeigt, dass es in ihm „arbeitet“. In den Kastenbeeten, hatte ich Kohlrabipflänzchen gepflanzt … den Frost haben sie überstanden, aber sehen sehr „rippig“ aus, da die ersten Schnecken gnadenlos über die zarten Blätter hergefallen sind. Umso erstaunlicher, dass die Salatköpfe noch unangetastet sind.

Im Moment freue ich mich über jedes grüne Blatt, und jede Blüte. Viel Farbe gibt es noch nicht im Auenland. Immerhin blühen im Gras (noch nicht geschnitten) Löwenzahn, Vergissmeinnichte, die Silbertaler in weiß und pink, die Mahonie blüht, aber es wird schon: die Akeleien sind überall am Start, der Goldmohn kommt auch, ebenso wie die Bauernnelken und vermutlich auch die versamten Cosmeen. Nur noch ein wenig Geduld.  Und falls Madame Wuff, dieser Mäusefänger vor dem Herrn mal noch lernt, ihre dicken Pfoten aus dem Kräuterbeet zu lassen, dann wird auch das wieder üppiger aussehen. 🙂

Aber was solls: Da ich neben viel Arbeit auch noch „Rücken“ habe, wird es in diesem Jahr vermutlich sowieso die „Rückkehr ins Biotop“ bedeuten, wer weiß, vielleicht wird mir das Auenland den Wildwuchs danken …

 

Was mir allerdings wirklich etwas Sorgen macht (und auch Madame Wuff schaut sehr besorgt), sind die angesäten Tomaten. Die sehen in diesem Jahr wirklich mehr als erbärmlich aus. Wenn ich mir vorstelle, dass es schon Jahre gab, in denen ich auf die Eisheiligen „gepfiffen“ habe und die Pflanzen schon Anfang Mai rausgesetzt habe … du liebe Güte, die kleinen Pupser würden keine zwei Tage überleben. 😦DSCF0562.jpg

Aber: Alles wird gut. Bestimmt.

In diesem Sinne: rutscht gut rein in den Mai, schwingt das Tanzbein oder euch auf den Hexenbesen.

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Gartenträume · Gartenzwerge & grüne Läuse · Kompostereien

Im Auenland

„Der Spätnachmittag war heiter und friedlich. Rot und golden leuchteten die Blumen: Löwenmaul und Sonnenblumen, und allenthalben rankte sich Kapuzinerkresse über die grasbedeckten Wände und lugte in die runden Fenster hinein. ‚Prächtig schaut dein Garten aus‘, sagte Gandalf. ‚Ja‘, antwortete Bilbo. ‚Ich hänge wirklich sehr an ihm und an dem ganzen lieben alten Auenland. Aber ich glaube, ich brauche Ferien.'“ (S. 40, Tolkien. Der Herr der Ringe I.)

DSCF9677 Ich brauche zwar keine Ferien VOM Auenland sondern könnte eher weiter Urlaub IM Auenland verbringen, aber dennoch:  Was für ein Sommer 2015. Nachdem das Frühjahr so kalt und feucht startete, legte die wochenlange Hitze und Trockenheit die Pflanzen fast völlig lahm. Im Auenland bin ich noch einigermaßen gut davongekommen, der Boden speichert sehr gut die Feuchtigkeit, aber in anderen Teilen Deutschlands war die Dürre katastrophal. Dennoch war es ein Segen, als letzte Woche endlich der große Regen kam. Drei Tage lang … zarter landregen, eine Wohltat. Man konnte förmlich hören, wie der Garten laut durchatmete.

Dennoch, der Schaden ist da. Auch wenn nun alles wieder grün und saftig ist, man merkt erst jetzt, wie lange viele der Pflanzen regelrecht „innegehalten“ haben und nun wieder zu wachsen beginnen. Nur … ob sie die versäumten Wochen aufholen können? Mir ist ein wenig bange um die vielen grünen Tomaten. Kann gut sein, dass ich die nicht mehr reif bekomme. Heute schon musste ich drei sehr große Pflanzen rausnehmen, das die Braunfäule schon am Stamm zu sehen war. Alle Pflanzen der in diesem Jahr zum ersten Mal ausprobierten Sorte: „Stupice“ hat es getroffen. Ein Jammer. Ich habe die Pflanzen im gesamten rausgezogen und „koppheister“ an die Hauswand gelehnt.

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Mit ein wenig Glück reifen noch ein paar der Früchte, bevor sie „braun“ werden. Nun hoffe ich nur, dass die anderen Pflanzen nicht schon angesteckt sind. Ich erinnere mich mit Grauen an meinen ersten Gartensommer vor sechs Jahren, als ich innerhalb weniger Tage, die gesamte Ernte verlor.

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Was mich riesig freut ist, dass mein letzter Bohnenversuch in diesem Jahr (mein kleines „Schamanenbeet“) so gut wächst. Ich habe hier schon gut 2 kg Bohnen geerntet und es geht jetzt erst richtig los. Ich muss nur bibbern, dass die Schnüre halten. Das ist ein ordentliches Gewicht. Nun gab es schon einige Male Bohnensalat, den ich sehr liebe und zwei große Portionen sind eingefroren.

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Mehr als mir lieb ist werfen dieses Jahr die Zucchini ab. Gerade vor einigen Tagen gab es die „Sommerloch-Meldung“ über die „giftigen“ Gartenfrüchte, ausgelöst durch den Tod eines älteren Herrn, der offensichtlich eine ordentliche Portion Zucchiniauflauf gegessen hat, in dem zuviel vom Cucurbitacin enthalten war. Er hatte die Bitterstoffe beim Essen ignoriert. Tragisch. Viel tragischer meiner Meinung nach aber das, was die Presse daraus macht. Wenn man mit jedem Giftpilz so ein Aufheben machen würde. Ich will nicht wissen, wie viele Menschen nun aus Angst vor giftigem Gartengemüse nur noch Tiefkühlkost kaufen oder auf Dosen zurückgreifen. Nun, ich werde meine Zucchini weiter essen, allerdings wohl im nächsten Jahr eine Anbaupause machen. Allerhöchstens wieder so eine gelbe Zucchini. Sehr schmackhaft und lange nicht so üppig im Wuchs. Wäre genau ausreichend, ohne diese „Schwemme“ der grünen Frucht.

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Meine anderen Früchte sind entweder nun schon geerntet, aufgegessen oder verarbeitet. Mit großem Erstaunen haben wir festgestellt, dass wir in den letzten drei Wochen die gesamte Zwiebelernte (und das waren nicht wenige), bis auf ein paar wenige aufgegessen haben. Wir brauchen aber auch viele. Täglich sicher zwei bis drei. Auch die Kartoffeln, die Möhren und fast aller Salat sind aufgefuttert. Heute habe ich noch einmal Kohlrabi mitgenommen, und ein letzter Versuch von späten Möhren und Salat wachsen ran. Bald kann ich wohl die ersten Schwarzwurzeln und Haferwurzeln kosten. Bin sehr gespannt.

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Was ist sonst noch in den Beeten?

Sellerie, eine Menge Lauch, Schnittsellerie, Butterkohl und Rote Beete. Der Rosenkohl wird vermutlich nichts, aber macht nichts. Enttäuscht bin ich von den kleinen Auberginen „Turkish delight“ … sehen bildschön aus und sind gallenbitter (nein, das ist ein anderer Stoff …) Ich habe nun nochmal welche abgemacht und versuche es mit kräftig salzen. Aber ich vermute fast, dass das hier nichts hilft. Schade drum.

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Die Beerenfrüchte sind fast alle durch, nur die Brombeeren und die Aronia stehen noch aus. Und natürlich die letzten Blaubeeren.

Unsere erste Weinlese steht noch an 😉

UND … last but not least: Die Pfirsiche.

Wir waren leider zu sachte und haben viel zu wenig Fruchtansätze ausgebrochen. Nun hängen die Zweige so rappelvoll, dass uns heute ein ganzer Ast (trotz Stütze) abgebrochen ist 😦

Nun haben wir einen Korb voller Früchte herausgebrochen. Hoffentlich noch nicht zu spät. Es ist so unschön, einem Baum die Früchte abzubrechen …

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Was mir auch große Freude macht, sind meine Kräuter, mein Lavendel, meine Blumen. Und … nicht lachen: mein Kompost.

Die letzten Tage roch ich wie ein Mistkäfer, ich habe meine „Bokashi-Versuche“, meine „Terra Preta“ umgesetzt. Es ist wirklich erstaunlich. Zum Vergleich hatte ich einen ganz normalen Thermokomposter. Dort entwickelte sich der Kompost eher so, wie ich es bislang kannte … ein wenig „mistig“ und klumpig.

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Der Kompost mit dem vorfermentierten Abfällen rottet völlig anders. Riecht anders, fühlt sich anders an. Nun, ich bin gespannt, wie sich der Kompost im nächsten Jahr macht, wenn er auf die Beete kommt.

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So, nun aber Feierabend für heute. Stühle hochklappen und gehabt euch wohl. Bleibt mir und dem Auenland geneigt 🙂

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Gartenträume · Gartenzwerge & grüne Läuse

Der Küchengarten im Juli 2015

Der August ist angebrochen. Heiß und trocken. Es war so lange kalt im Frühjahr, die Pflanzen hatten einen schlechten Start. Nun holen sie sehr unterschiedlich auf. Die Zucchinis explodieren regelrecht, ich muss täglich abernten. Das muss man sich mal vorstellen, eine große Zucchini wächst über den Tag heran. Krass oder?

Ansonsten haben sich im Juli die Beete schon ordentlich geleert. Trotz der massiven Schneckenplage habe ich sehr viel Kohlrabi geerntet. Eine Menge haben wir gleich frisch gegessen, als Gemüse, als Salat … den Rest habe ich eingefroren und als „Kohlrabenkraut“ verkocht und eingeweckt.

Mit einem Teil dieses gehobelten Krauts habe ich mich das erste Mal an das Thema „Milchsauer“ herangewagt. Hab es mit Salz verknetet, dann abgedeckt vergären lassen und schließlich eingeweckt. Und siehe da. Sehr sehr lecker.

Auch die Zwiebelernte (und auch Knoblauch) war nicht zu verachten. Ich hatte verschiedene Sorten. Im letzten Herbst hatte ich einen Rest Steckzwiebelchen gesteckt, das war die Haupternte. Ordentlich Brocken. Im Frühjahr dann säte ich Zwiebelchen aus, die ich allerdings zum größten Teil so nach und nach als Frühlingszwiebeln frisch gegessen habe. Und noch im Beet stehen ausgesäte Gemüsezwiebeln.

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Langsam werde ich besser im Zwiebelzöpfe flechten 🙂 Die ersten sind schon trocken und liegen in einem Korb. Die eigenen Zwiebeln sind ordentlich scharf, ich weine beim Kochen immer bitterlich.

Viel Freude macht mir mein Tomatendschungel. Ich schaffe es ja nie, die Tomaten ordentlich auszugeizen. Jedes Jahr bin ich voller guter Vorsätze, und dann wuchern die Biester und wenn dann schon alles voll Blüten oder gar Früchtchen hängt, bringe ich es einfach nicht übers Herz, die Nebentriebe so gnadenlos zu kappen. Aber auch wenn es vielleicht einige Tomaten weniger oder kleiner sind. Ich habe das feste Gefühl, dass es den Pflanzen so besser geht. Das üppige Grün schützt sie meines Erachtens vor zu viel Hitze und Trockenheit und macht die Pflanze stark gegen die olle Braunfäule. Und : toi toi toi, dieses Jahr noch alles gut.

Jetzt fangen sie an zu reifen, die ersten habe ich schon weggenascht. Dieses Jahre habe ich eine Menge unterschiedlicher Sorten. Mal sehen, wie sich hier machen. Ich stelle mal einige vor:

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Fleischtomaten. Sehr schwer und „fleischig“ eben
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„Stupice“ eine alte Sorte aus der ehemaligen CSSR. Macht sich gut, Wächst sehr üppig. Eine gute „Allrounder“ Salattomate
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Honduras: eine Bauerntomate aus Südamerika. Spannende Fruchtform. Aber ich habe das Gefühl, sie tut sich etwas schwer bei mir. Eine Pflanze kümmert etwas und obwohl sie sehr wüchsig ist, habe ich den Eindruck, sie fühlt sich nicht recht wohl.
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Eine braune Tomate, deren Samen ich aus einer gekauften Bio-Tomate genommen habe. Bin sehr begeistert. Die Pflanze wächst kraftvoll und üppig. Man muss sie kaum geizen. Die Früchte sind schlicht prachtvoll. Bin gespannt auf die reife Frucht und ihren Geschmack!
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Baumtomate. Vor Jahren einmal eine Pflanze auf einem Markt gekauft und seitdem wächst sie unbeirrt gen Himmel 🙂 Eine Pflanze, die so wuchert, dass sie der Braunfäule einfach davon wächst. Meist habe ich im Herbst noch Kiloweise grüne Früchte, die ich nicht reif bekomme, aber das macht nichts. Zum Kochen schmecken die Nachgereiften bis Weihnachten

Das sind lange nicht alle. Weiter habe ich kleine gelbe Birnchen-Tomaten (Danke, Anne), eine Roma von Sabine, die sich sehr gut macht, meine hier schon öfter erwähnte „Scratchy“, eine Sorte, die sich jährlich verändert und wie eine Wundertüte immer neue Überraschungen birgt. Dieses Jahr unglaublich kräftige Pflanzen, die Geize kann ich gar nicht mit den Fingern knipsen, so stark sind die Triebe und vor allem wachsen die Triebe „siamesisch“, kleben also aneinander, so dass die Pflanze noch stärker wird. Die Früchte sind meist mittelgroß und sehr gesund.

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Mein Tomatendschungel im Zaunbeet 🙂

Auch im Rundbeet habe ich einige Tomatensetzlinge unterbringen müssen,  eine weitere „Braune“, dann noch Salattomaten und unbenamte, eigentlich „Kümmerlinge“ die ich einfach überall im Garten ausgesetzt habe.

Auch das Rundbeet und das Weidenzaunbeet lichten sich ein wenig. Eine erste Runde Rote Beete ist abgeerntet und verarbeitet. Die Zuckererbsen abgegessen. Die Saubohnen hatten leider, trotzdem ich sie schon Ende Januar gesteckt hatte, schlimme schwarze Läuse. Der Butterkohl ist bislang eine Enttäuschung, zumindest für mich. Die Schnecken stehen auf die leckeren Blätter und lassen mir kaum etwas übrig.

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Rundbeet-Ausschnitt mit Schwarzwurzeln, Haferwurzeln, Sellerie und Rote Beete
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Rundbeet-Ausschnitt mit rotem Rosenkohl, Zucchini, einigen Tomaten, dahinter Peperoni, Chili und türkischer Aubergine.
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Abgeerntetes Weidenzaunbeet mit Sellerie, Salat, Gurken, Rote Beete, letzte Kohlrabi und Gemüsezwiebel. Vorne angesät: Späte Möhren.

Eine große Enttäuschung waren meine schönen Paprika, Peperoni und Chilis. Ich hatte Unmengen angesät und großgepäppelt und die elenden Nacktschnecken haben sie fast komplett niedergemacht. Ebenso wie meine Kürbisse und die Melone. Schade, aber nicht zu ändern. Da muss ich mir für das nächste Jahr andere Strategien überlegen.

Ein ähnlich komplizierter Kampf war der um die Bohnen. Ich liebe Bohnen. Die Schnecken auch. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Bohnen ich gesteckt und wieder gesteckt und vorgezogen habe. Und immer wieder war alles abgefressen oder kam gar nicht erst, weil es so lange so kühl war.

Aber ein wenig konnte ich das Schneckenpack mit der schieren Menge austricksen und so beernte ich jetzt einige Buschbohnen, zwei Stangen und mein „Schamanenbeet“ (umrandet mit Bohnenkraut), das spät noch an einer Stelle entstanden ist, an der wir eine dürre Zuckerhutfichte wegnehmen mussten.

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Es ist zwar nicht der Rede wert und reicht gerade einmal zum frisch essen, aber immerhin … BOHNEN 🙂 Yeah.

Ansonsten? Nun ja, die Brombeerernte hat begonnen und unser im letzten Herbst gepflanzte Wein hat tatsächlich drei (wenn auch etwas gagelige) Henkel mit Trauben 🙂 Tapferes kleines Kerlchen.

Meine beiden Blaubeerbüsche, die ich aus dem alten Garten umgezogen habe, machen mir auch große Freude. Sonnenwarme Blaubeeren direkt in den Mund. So lecker. Hier möchte ich die Reihe noch erweitern. Passt gut in meinen Beerengarten.

Auch ein Herbstprojekt wird es, die wilden Himbeeren aus dem Garten zu schaffen, sie tragen leider überhaupt gar nichts. Ich möchte jedoch die wild wuchernden Himbeerinseln weiterhin so haben und versuche das mit Kultur-Herbsthimbeeren. Mal sehen, ob das was wird.

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Auf der Terrasse wachsen kleine Pflanzen von Brokkoli, Erfurter Zwerg (Blumenkohl), Steckrüben und Wintersalat. Vermutlich schon zu spät, aber ich wollte es einfach nicht versuchen. wer weiß, nach dem langen kalten Frühling kommt vielleicht ein langer milder Herbst. Sie kommen auf das jetzt fast abgeerntete Kartoffelbeet und in das leere Zwiebel-Möhrenbeet.

Ganz vergessen habe ich meine vielen Reihen mit Lauch. In meinem Frühbeetkasten habe ich eine Reihe angesät und immer wenn Lücken in den Beeten entstanden, wurden neue Setzlinge ausgebracht. Wenn die alle werden, dann weiß ich, was es den Winter über geben wird 😉 Gut, dass wir alle den Lauch sehr gerne mögen.

Im hinteren Kastenbeet wächst der Neuseeländer Spinat von Sabine. Den will ich aber noch nicht beernten, der soll sich dort aussäen und mir im Frühjahr als Setzlingkasten dienen. Dann kann ich die Pflanzen dahin setzen, wo ich möchte.

So, genug für heute. Alles kann man doch nicht erzählen. Hatte ich hier eigentlich schon erwähnt, dass im letzten Garteneck, beim Haselnussbusch einfach so, mitten auf dem Nichts, grüner Spargel gewachsen ist? Verrückt oder? Ich habe die vier Pflänzchen nun auswachsen lassen und einen kleinen Zaun gezogen, damit ich weiß, wo sie sind. Im Herbst möchte ich versuchen, den Spargel großflächig auszustechen und in ein eigenes Beet zu versetzen. Projekte 🙂 Ich liebe Projekte. Monsieur nicht so sehr. Aber hilft mir trotzdem immer. Der Gute.

Gartenküche

(Sau-)Bohnen-Kartoffelsalat

Mein Garten ist mir Erholung und Freude. Ich liebe es, zu beobachten, auszuprobieren, anzupflanzen … und natürlich zu ernten.

Die Ernte soll natürlich im besten Falle verspeist werden. Manches mache ich ein und interviewe dafür immer wieder mein Tantchen und auch das Schwiegermütterchen. Die haben schließlich zusammen über 170 Jahre Lebenserfahrung … und das will was heißen 🙂

Auch hier probiere ich aus. Manches misslingt, manches gelingt nicht gleich beim ersten Mal, manches versuche ich auch kein zweites Mal.

Aber immer wieder kommen tolle Sachen dabei raus. Und die will ich mal versuchen hier festzuhalten. So peu a peu soll damit meine eigene kleine Gartenküche entstehen, mit Rezepten quer durch (mein) Gartenbeet – und natürlich durch das Gartenjahr.

Heute beginne ich mit etwas ganz Kleinem, gestern Abend aus Hunger „erfunden“:

Meine diesjährige Saubohnenernte war ja mehr als bescheiden. Lediglich eine kleine Portion haben mir die verflixten Läuse übriggelassen. Was tun damit? Ich beschloss sie kurz zu blanchieren und dann einzufrieren, um sie dann als Beigabe für ein Mischgemüse zu verwenden. Nun hatte ich aber ziemlichen Hunger gestern Abend. Und die frisch blanchierten Bohnenkerne dufteten ziemlich lecker 🙂

Im Kühlschrank gab es noch kalte Pellkartoffeln … also schwuppdich eine Kartoffel fein geschnitten, die warmen Bohnenkerne drüber, etwas Olivenöl, Salz und ordentlich Pfeffer.  UND … was soll ich sagen. Saulecker, der Saubohnen-Kartoffel-Salat ala Scratchy.

Könnte ich mir prima auch noch mit einigen Würfeln Schafskäse drin vorstellen. Ein wunderbarer Sommersalat. Deshalb gleich mal „verfeinern“:

Warmer (Sau-)Bohnen-Kartoffelsalat

Zutaten:

Pellkartoffeln (neue Kartoffeln)

Milchig-grüne Kerne von Saubohnen (Alternativ: milchig-grüne-Bohnenkerne)

Olivenöl

Salz, Pfeffer schwarz

(evtl. Schafskäse in Würfel geschnitten)

Zubereitung:

Kartoffeln abkochen

Bohnen palen und blanchieren, bis sie bissfest „durch“ sind.

Die noch warmen Kartoffeln in feine Scheiben schneiden, Bohnenkerne untermischen, Schafskäse dazugeben, etwas Olivenöl darüber geben.

Salzen und ordentlich pfeffern

Kurz durchziehen lassen, noch warm essen.