Gartenträume

Kleiner Gartenrundgang 7. Mai

Endlich endlich einmal zwei Tage wärmer und tatsächlich Sonne. Bis jetzt hatte ich kaum das Gefühl, dass der Frühling richtig in die Puschen kommt. Dennoch hat sich im Garten einiges getan. Es war einfach bislang nicht so offensichtlich.

Naja, wenn ich mir meine Tomatenwinzlinge so ansehe, die kümmern einfach weiter vor sich hin. Ob das noch was wird? Ich stell mich schon darauf ein, dass ich dieses Jahr Pflanzen kaufen muss, wenn ich Tomaten möchte … und die möchte ich!

IMG_1827

Was mich allerdings so richtig freut, ist folgendes Bild. Erkennt ihr, was das für Pflanzen sind?

IMG_1829

Genau. Pastinaken. Ich hatte noch NIE Pastinaken, obgleich ich schon gefühlt hunderte Samentütchen ausgestreut habe. Klappt einfach nicht, ebenso nicht wie Möhren, Wurzelpetersilie … und wenn ihr euch nun fragt, woher die tollen Pflanzen kommen, dann sag ich nur eins: Gartencenter. Als ich vor zwei Wochen oder so einkaufen war, sah ich die Pflänzchen, neben Möhren. Ich hab laut gelacht, da ich die Stimme meiner Oma im Ohr hatte: „Möhren kann man nicht vorziehen“. Bin zweimal dran vorbeigelaufen und dann dachte ich mir. Was solls, auch nicht teurer als die nicht funktionierenden Samenpäkchen. Und siehe da …es geht! Sie haben sogar direkt nach dem Pflanzen die Nachtfröste überstanden. Und was hab ich wohl jetzt in diesem speziellen Töpfchen (lange schmale Einbuchtungen für die Würzelchen) am Fenster stehen? Wollja, Möhren. Wollen doch mal sehen, Oma.

Auch der gekaufte Salat macht sich prima, allerdings konnte ich gestren auch schon den eigen ausgesäten Eissalat vereinzeln.

IMG_1828

Ab nächster Woche kann geerntet werden, denke ich. Dazwischen wachsen Rucola, und Erdbeeren blühen, in der Mitte sind die ersten Kohlrabi (sehr gelitten haben sie unter den miesen Schnecken). Butterkohl und Blumenkohl hatte ich hier auch vorgesät, in den Kästen ist es doch etwas geschützter. Die sind heute rausgekommen. Als „Rücken“ an den Holzbeeten habe ich Reisig als Windschutz gesteckt, hier kommen die Erbsen hoch.

Immerhin hat der verlangsamte Frühling auch Vorteile. Ich freu mich immer noch an meinen beiden (einzigen) Tulpen. Diese samtige Farbe ist einfach nur schön. Und in diesem Jahr scheinen auch langsam meine Guerilla-Techniken von Erfolg gekrönt zu sein: An allen Ecken wagen sich Blümchen raus (z.B. oben die Vergissmeinichte, daneben meine „Minz-Wiese“), anderes ist schon in den Startlöchern. So die Pfingstrosen, die in der letzten Woche sicher einen halben Meter zugelegt haben (und Knospen sind auch schon da).

Gestern haben wir die Wiese das erste Mal gemäht. Wie immer bleibt ein Stück als „Biotop“ stehen, die Insekten freuts und mein Auge auch. Das Silberblatt blüht, ich bin jedes Jahr gespannt, ob auch neben den pinkfarbenen wieder die selteneren weißen Blüten auftauchen. Aber schön sind sie beide. Nicht so gut zu sehen sind auf den beiden Bildchen oben rechts sind ein paar meiner Rosen: zum einen mein Rambler, der nun endlich in die Puschen kommt und das Rosen-Lavendel-Beet. Einige Lavendel haben den letzten Winter unter dem Frost gelitten, aber ich denke, die Lücken füllen sich wieder. Auf eine andere Rose (Marie-Curie) freu ich mich ganz besonders. Sie sieht so gesund und üppig aus und hat so zugelegt, eine wirkliche Freude. Auch die Ableger von Sabine Pecoraro-Schneider (Gallica und nocch so was chch) haben ordentlich zugelegt, Rosen scheints hier zu gefallen.

Last but noch least, ein weiteres Sammelsurium:

Die neuen Himbeeren am alten Holzbiotop (beim Eimer), der Kartoffelturm und die roten Johannisbeeren. Und mein liebes Apfelbäumchen (Alkmene) soll den Rundgang abschließen. Bin so gespannt, ob wir dieses Jahr die ersten Äpfel bekommen.

IMG_1836

Advertisements
Über den Gartenzaun gelugt · Gartenträume

Kitchengarden im Mai 2017

Ok ok, die Überschrift ist ein wenig zu voreilig. Noch ist es April. Noch. Gerade noch. Irgendwie scheint mir in diesem Jahr der Frühling sehr verzögert. Nur so wenige warme Tage bislang, ansonsten kalt und kälter. Ungemütliches, wechselhaftes Wetter. Immerhin hatten wir hier Glück im Unglück. Da es insgesamt noch nicht so warm war, hinkte hier als ein wenig hinterher und so waren die letzten Nachtfröste nicht ganz so verheerend. Ob die Aprikose das überstanden hat, das weiß ich noch nicht, auch der Pfirsich stand in voller Blüte, als es so kalt war, aber immerhin der kleine Apfelbaum, der ist erst an diesem Wochenende richtig aufgegangen. Und so schön blüht er, der Kleine.

DSCF0579.jpg

Auch die anderen „Beeren“ erfreuen mein Herz. Überhaupt merke ich von Jahr zu Jahr, das ich mehr Lust auf Beeren bekomme. Mittlerweile gibt es vier Himbeerbüsche (Sommer- und Herbsthimbeeren), Johannisbeeren in schwarz, rot und weiß, eine Aronia, eine sibirische Blaubeere, Blaubeeren, Brombeeren, Walderdbeeren und seit letztem Jahr hier und da in Schalen und Kästen, Erdbeerbüsche zum Naschen (falls die Schnecken was übersehen) und natürlich meinen Wein, der sich vom Schuppen zum Haus hangelt.

Die Beete sind noch recht kahl. Außer den im Herbst gesteckten Zwiebeln, ein wenig Lauch vom Vorjahr, recken sich höchstens noch die ersten Kräuter (Schnittlauch, Peterle, Liebstöckel, Oregano, Majoran, Knoblauchkraut, etc.), und (immerhin) die Erbsen spitzeln aus der Erde. Auch der Kartoffelturm zeigt, dass es in ihm „arbeitet“. In den Kastenbeeten, hatte ich Kohlrabipflänzchen gepflanzt … den Frost haben sie überstanden, aber sehen sehr „rippig“ aus, da die ersten Schnecken gnadenlos über die zarten Blätter hergefallen sind. Umso erstaunlicher, dass die Salatköpfe noch unangetastet sind.

Im Moment freue ich mich über jedes grüne Blatt, und jede Blüte. Viel Farbe gibt es noch nicht im Auenland. Immerhin blühen im Gras (noch nicht geschnitten) Löwenzahn, Vergissmeinnichte, die Silbertaler in weiß und pink, die Mahonie blüht, aber es wird schon: die Akeleien sind überall am Start, der Goldmohn kommt auch, ebenso wie die Bauernnelken und vermutlich auch die versamten Cosmeen. Nur noch ein wenig Geduld.  Und falls Madame Wuff, dieser Mäusefänger vor dem Herrn mal noch lernt, ihre dicken Pfoten aus dem Kräuterbeet zu lassen, dann wird auch das wieder üppiger aussehen. 🙂

Aber was solls: Da ich neben viel Arbeit auch noch „Rücken“ habe, wird es in diesem Jahr vermutlich sowieso die „Rückkehr ins Biotop“ bedeuten, wer weiß, vielleicht wird mir das Auenland den Wildwuchs danken …

 

Was mir allerdings wirklich etwas Sorgen macht (und auch Madame Wuff schaut sehr besorgt), sind die angesäten Tomaten. Die sehen in diesem Jahr wirklich mehr als erbärmlich aus. Wenn ich mir vorstelle, dass es schon Jahre gab, in denen ich auf die Eisheiligen „gepfiffen“ habe und die Pflanzen schon Anfang Mai rausgesetzt habe … du liebe Güte, die kleinen Pupser würden keine zwei Tage überleben. 😦DSCF0562.jpg

Aber: Alles wird gut. Bestimmt.

In diesem Sinne: rutscht gut rein in den Mai, schwingt das Tanzbein oder euch auf den Hexenbesen.

DSCF0577.jpg

Gartenträume

Summer in the Shire 2016

Der Sommer, der dieses Jahr nicht so richtig in die Puschen kommen wollte, steht nun in mitten seiner ganzen üppigen Pracht. Der sanfte warme Wind ist voller Düfte: Lavendel, Salbei, Majoran … Minze und Basilikum. Süßer Obstduft von Brombeeren und ersten Falläpfeln. Am blauen Himmel (am Morgen mit abnehmendem Erntemond) rufen die Raubvögel ihre Klagegesänge.

Auch wenn der reifende Holunder und die rot werdenden Hagebutten das Ende des Sommers ahnen lassen … noch ist es nicht so weit und noch nehmen wir die ganz Fülle des Jahres in uns auf. Mensch wie Tier.

Kraft und Sonne tanken.

Das Gartenjahr war aus meiner Sicht (trotz einiger Einbußen) erfolgreich. Ich hatte mir für dieses Jahr vorgenommen zu versuchen, so anzubauen, dass wir möglichst viel frisch verbrauchen können, um nicht so viel einmachen zu müssen. und tatsächlich ist es in diesem Jahr etwas entspannter. Kann aber auch daran liegen, dass der Pfirsichbaum dieses Jahr (nach zwei übermäßigen Jahren) Pause macht, so dass die Früchte in einer überschaubaren (und frisch verzehrbaren) Menge heranreifen. Letztes Jahr dagegen musste ich schauen, wie ich ca. 30kg Pfirsich verarbeitet bekomme.

Ok, dafür sind die Brombeeren dieses Jahr exorbitant … ich habe endlos viel Saft und Sirup eingemacht, Gelee und jetzt mit den Resten gibt es noch Chutney und Brombeereessig/Balsam.

Auch die Bohnen waren/sind in diesem Jahr ein Gedicht. Sie lieben dieses feuchtwarme Wetter.

Über die Paprika brauchen wir nicht weiter reden. Viel zu kühl war denen im Frühjahr. Ich hatte sie zu früh auf den Balkon zum Abhärten, wusste nicht, dass die Planzen auf Kühle mit Wachstumstop reagieren. So sind es kleine Wadenbeißer geblieben und die drei Früchte stützen ihre Nasen auf dem Boden ab. Aber macht ja nichts.

Die Tomaten freuen mich. Vor zwei Wochen sah es aus, als würde die Braunfäule  wieder einmal alles kurz vor der Ernte vernichten, aber da ich immer weniger  ausgeize und die Pflanzen fast alle mehrtriebig wuchern lasse, hatten sie genug (gesunde) Grünmasse, so dass ich nur konsequent braune Blätter und faule Früchte entfernt habe und jetzt sieht alles schon nicht mehr so schlimm aus. Wie man oben auf dem Bild sehen kann, hat sich meine „Haustomate“ (Scratchy), wieder einmal tapfer geschlagen und zeigt der Braunfäule eine lange Nase.

Was allerdings noch ansteht, ist das große Beet mit Roten und Gelben Beeten. Die sind dieses Jahr enorm gut gewachsen und ich müsste langsam mit der Ernte beginnen. Aber nicht jetzt in den angesagten drei (über)heißen Tagen.

Der Winterlauch steht prächtig und immerhin zwei meiner Kohlpflanzen sehen aus, als ob es was zu ernten gäbe. Brokkoli und Blumenkohl waren dieses Jahr leider ein Totalausfall (Schnecken, weiße Fliegen, Raupen)

Aber jetzt kommt erst einmal für einige Tage der Hochsommer zurück mit angesagten Temperaturen über 30°

Da halte ich es mit dem Hund: Lass mir morgens die Sonne auf den Pelz brennen und verschlafe den Rest des Tages im Schatten.

Gartenträume · Kompostereien

Kartoffelturm im Auenland

Tja, auch vor den Zwetschgenknödeln steht die Arbeit: Baum pflanzen, warten, ernten … oder so 🙂 Man kann die Zwetschgen natürlich auch kaufen, ebenso wie die Kartoffeln für den Teig. Das tue ich auch normalerweise, denn das Zwetschgenbäumchen ist noch mini (hat dieses Jahr immerhin schon 12 Früchte, die ich aber direkt von Baum genieße) und für Kartoffeln habe ich leider nicht genug Platz und eigentlich auch keine Möglichkeit, die Ernte danach ordentlich zu lagern.

Trotzdem juckt es jedes Jahr in den Fingern und die ein oder andere Kartoffel habe ich schon in die Beete gesetzt. Dieses Jahr hatte ich einen anderen Plan. Ein Kartoffelturm sollte es werden. Hierzu findet man einiges im Netz, aber irgendwie hatte ich keine Lust, auf dieses immer wieder Kümmern und Nachschieben von Erde. Als ich also eine Variante mit einem Drahtgitter sah und dort, wie die Triebe sich seitlich überall durchschoben, dachte ich mir: Das könnte auch anders gehen.

Gesagt getan. Im Baumarkt habe ich mir einen einfachen Steckkomposter aus Holz gekauft, dazu zwei Sack Erde und aus meinen eigenen Vorräten nahm ich einen Haufen halb-fertigen Kompost und verschiedene Kompostmaterialien (etwas Laub vom Vorjahr, Reisig, etc.)

Ich schichtete also immer abwechselnd: Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln, Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln … und die Kartoffeln so, dass sie in der Höhe einer Ritze lagen. Auch in die Mitte kamen jeweils noch Kartoffeln. Da ich noch einige Saatkartoffeln übrig hatte, buddelte ich diese rund um den Turm in den Boden ein. (Ich hatte einige rote Kartoffeln aus der Speisekammer, die schon austrieben und kaufte zwei Säckchen Saatkartoffeln)

Als Standort habe ich eine Stelle im Garten gewählt, die sonst nicht genutzt wird, direkt, an einem kleinen Wäldchen, eine völlig verunkrautete Ecke, in der ich höchstens mal Gartenabfälle zwischenlagere. in Süd-Nord-Ausrichtung, also im nördlichen Ende, aber durchaus mit Sonne.

Da ich in der Kiste keinen Frost mehr erwartet habe, setze ich alles am 19. März auf. Schon zwei Wochen später konnte man die ersten grünen Spitzen sehen.

Tja, das war es dann eigentlich schon. Den Frühling und Sommer über konnte ich beobachten, wie der Turm immer grüner wurde und schließlich fast zwei Meter in die Landschaft wanderte 🙂

An sehr heißen, trockenen Tagen, habe ich ab und an den Gartenschlauch reingelegt und Wasser reinlaufen lassen.

1000e Schnecken tummelten sich allabendlich auf dem Grün, so dass ich oft dachte:  schon als Schneckenfangturm hat sich das Projekt gelohnt 🙂

 

Meine Geduld wurde auf eine sehr harte Probe gesetzt, denn ich wusste, ich muss warten, bis das Kraut verdorrt ist … und es dorrte nicht und dorrte nicht. Anfang August habe ich dann das Wässern komplett eingestellt … warten, warten.

Aber gestern, also fünf Monate später (krass), habe ich beschlossen, dass der Turm geknackt wird 🙂

(Stimmt nicht ganz, vor zwei Wochen hatte ich die Kartoffeln, die ich am Ende rund um den Turm gesteckt hatte, ausgebuddelt. Das waren immerhin schon gut 5kg.)

Wir haben also Latte für Latte den Komposter abgebaut und die Erde zur Seite geschoben. Und da lagen sie dann schön, schichtweise, und ließen sich einsammeln: Kartoffeln, viele viele kleine bis sehr kleine, aber … oh Wunder, ganz unten außen, auch sehr große.

Ergebnis und Fazit 🙂

17kg Kartoffeln (wenig große, viele mittlere, eine Menge Mini) und ein schöner Berg feine Komposterde.

Weniger Ertrag als ich erhofft hatte, aber dafür dass ich  keine Arbeit hatte … prima.

Im nächsten Jahr werde ich wieder einen aufsetzen. Allerdings in den Schichten nur an den Rändern entlang und lediglich oben auch in der Mitte. Die Pflanzen kamen aus der Mitte nicht in die Höhe, da war also auch kein Ertrag. Ich überlege auch, ob ich aus dem Komposter zwei halb so hohe Türme setze mit jeweils zwei Etagen, ich denke, der Ertrag wäre dadurch sogar noch höher.

IMG_3108.jpg

 

Gartenträume

Im Märzen die Scratchy im Acker rumkratzt ….

Ja, es geht wieder los. Langsam aber sichtbar. Der Frühling kommt. Und vor der Verarbeitung in der veganen Küche steht der Anbau im eigenen Garten. Die Beete müssen vorbereitet, Pflanzen vorgezogen oder direkt im Freiland ausgebracht werden.

Also heute wieder einmal zur Abwechslung kein Rezept sondern ein Blick über den Gartenzaun. Also über meinen Gartenzaun 🙂

Im letzten Jahr habe ich meine Terra Preta-Experimente wieder aufgenommen, und meinen Grasschnitt zusammen mit Pflanzenkohle jeweils in einer Tonne vorfermentiert, bevor die Masse in den Kompost kam. Im Herbst dann wurde der halbverrottete Kompost direkt auf die abgeernteten Beete ausgebracht und als „Zudecke“ noch mit dem letzten Grasschnitt im Jahr zugedeckt. Mollig weich und warm sah das aus 🙂

Über den Winter hatte sich diese Masse etwas verklebt und es begann auch schon zu „grünen“ und zu moosen. Ich war skeptisch. Als ich jedoch gestern mit einer Harke die Beete aufgelockert habe war ich verblüfft über den wunderbaren humushaltigen Boden, der sich locker und feinkrümelig unter meiner Harke auftat.

DSCF9781
Aufgedecktes Winterbeet (Tomatenbeet)

Fein duftend und mit Regenwürmern bevölkert. Kein mühsames Hacken oder „brutales“ Umgraben. Das Tomatenbeet darf so grob bleiben, da dort die Pflanzen direkt rauskommen werden, sobald die Eisheiligen durch sind. Lediglich die Beete, in denen ich aussäen möchte, werde ich noch mit dem Rechen von den groben Bestandteilen freirecheln.

Das andere Beet, das ich nicht so behandeln konnte, da noch Wintergemüse draufstand, sieht deutlich anders, „karger“ aus.

Weidenbeet mit restlichem Wintergemüse
Weidenbeet mit restlichem Wintergemüse

Aber das macht nichts. Hier wird auch eine Schicht Kompost aufgebracht, allerdings schön fein und durchgesiebt und untergeharkt, so dass ich direkt aussäen kann.

Auch wenn es noch trüb und kalt ist, der Rundgang zeigt, die Natur steht in den Startlöchern. Ein zwei Tage Sonne und die Knospen werden platzen. Und ach … ich freu mich so: Die am 2. Januar!!! gesteckten „Test-„Saubohnen, die ich sehr tief (8-10cm) in die Erde gepackt hatte, spitzeln alle.

Saubohnen. Gesteckt am 2. Januar 16
Saubohnen. Gesteckt am 2. Januar 16

 

Bald kommen wieder die furchtbaren Entscheidungen, welche Pflanzen wann in den Garten kommen und auf was ich (meist aus Platzgründen) verzichten muss.

Kartoffeln zum Beispiel. ABER … hier will ich mal versuchen, in die Höhe zu pflanzen (Kartoffelturm). Ich werden berichten 😉 Bis dahin warte ich am neuen improvisierten Bänkchen auf die ersten Sonnenstrahlen.

DSCF9792

Gartenträume · Gartenzwerge & grüne Läuse · Kompostereien

Im Auenland

„Der Spätnachmittag war heiter und friedlich. Rot und golden leuchteten die Blumen: Löwenmaul und Sonnenblumen, und allenthalben rankte sich Kapuzinerkresse über die grasbedeckten Wände und lugte in die runden Fenster hinein. ‚Prächtig schaut dein Garten aus‘, sagte Gandalf. ‚Ja‘, antwortete Bilbo. ‚Ich hänge wirklich sehr an ihm und an dem ganzen lieben alten Auenland. Aber ich glaube, ich brauche Ferien.'“ (S. 40, Tolkien. Der Herr der Ringe I.)

DSCF9677 Ich brauche zwar keine Ferien VOM Auenland sondern könnte eher weiter Urlaub IM Auenland verbringen, aber dennoch:  Was für ein Sommer 2015. Nachdem das Frühjahr so kalt und feucht startete, legte die wochenlange Hitze und Trockenheit die Pflanzen fast völlig lahm. Im Auenland bin ich noch einigermaßen gut davongekommen, der Boden speichert sehr gut die Feuchtigkeit, aber in anderen Teilen Deutschlands war die Dürre katastrophal. Dennoch war es ein Segen, als letzte Woche endlich der große Regen kam. Drei Tage lang … zarter landregen, eine Wohltat. Man konnte förmlich hören, wie der Garten laut durchatmete.

Dennoch, der Schaden ist da. Auch wenn nun alles wieder grün und saftig ist, man merkt erst jetzt, wie lange viele der Pflanzen regelrecht „innegehalten“ haben und nun wieder zu wachsen beginnen. Nur … ob sie die versäumten Wochen aufholen können? Mir ist ein wenig bange um die vielen grünen Tomaten. Kann gut sein, dass ich die nicht mehr reif bekomme. Heute schon musste ich drei sehr große Pflanzen rausnehmen, das die Braunfäule schon am Stamm zu sehen war. Alle Pflanzen der in diesem Jahr zum ersten Mal ausprobierten Sorte: „Stupice“ hat es getroffen. Ein Jammer. Ich habe die Pflanzen im gesamten rausgezogen und „koppheister“ an die Hauswand gelehnt.

IMG_2462

Mit ein wenig Glück reifen noch ein paar der Früchte, bevor sie „braun“ werden. Nun hoffe ich nur, dass die anderen Pflanzen nicht schon angesteckt sind. Ich erinnere mich mit Grauen an meinen ersten Gartensommer vor sechs Jahren, als ich innerhalb weniger Tage, die gesamte Ernte verlor.

DSCF9627 DSCF9628DSCF9629

DSCF9613

Was mich riesig freut ist, dass mein letzter Bohnenversuch in diesem Jahr (mein kleines „Schamanenbeet“) so gut wächst. Ich habe hier schon gut 2 kg Bohnen geerntet und es geht jetzt erst richtig los. Ich muss nur bibbern, dass die Schnüre halten. Das ist ein ordentliches Gewicht. Nun gab es schon einige Male Bohnensalat, den ich sehr liebe und zwei große Portionen sind eingefroren.

DSCF9656

Mehr als mir lieb ist werfen dieses Jahr die Zucchini ab. Gerade vor einigen Tagen gab es die „Sommerloch-Meldung“ über die „giftigen“ Gartenfrüchte, ausgelöst durch den Tod eines älteren Herrn, der offensichtlich eine ordentliche Portion Zucchiniauflauf gegessen hat, in dem zuviel vom Cucurbitacin enthalten war. Er hatte die Bitterstoffe beim Essen ignoriert. Tragisch. Viel tragischer meiner Meinung nach aber das, was die Presse daraus macht. Wenn man mit jedem Giftpilz so ein Aufheben machen würde. Ich will nicht wissen, wie viele Menschen nun aus Angst vor giftigem Gartengemüse nur noch Tiefkühlkost kaufen oder auf Dosen zurückgreifen. Nun, ich werde meine Zucchini weiter essen, allerdings wohl im nächsten Jahr eine Anbaupause machen. Allerhöchstens wieder so eine gelbe Zucchini. Sehr schmackhaft und lange nicht so üppig im Wuchs. Wäre genau ausreichend, ohne diese „Schwemme“ der grünen Frucht.

DSCF9652 DSCF9643DSCF9651 DSCF9648

Meine anderen Früchte sind entweder nun schon geerntet, aufgegessen oder verarbeitet. Mit großem Erstaunen haben wir festgestellt, dass wir in den letzten drei Wochen die gesamte Zwiebelernte (und das waren nicht wenige), bis auf ein paar wenige aufgegessen haben. Wir brauchen aber auch viele. Täglich sicher zwei bis drei. Auch die Kartoffeln, die Möhren und fast aller Salat sind aufgefuttert. Heute habe ich noch einmal Kohlrabi mitgenommen, und ein letzter Versuch von späten Möhren und Salat wachsen ran. Bald kann ich wohl die ersten Schwarzwurzeln und Haferwurzeln kosten. Bin sehr gespannt.

DSCF9645 DSCF9646

Was ist sonst noch in den Beeten?

Sellerie, eine Menge Lauch, Schnittsellerie, Butterkohl und Rote Beete. Der Rosenkohl wird vermutlich nichts, aber macht nichts. Enttäuscht bin ich von den kleinen Auberginen „Turkish delight“ … sehen bildschön aus und sind gallenbitter (nein, das ist ein anderer Stoff …) Ich habe nun nochmal welche abgemacht und versuche es mit kräftig salzen. Aber ich vermute fast, dass das hier nichts hilft. Schade drum.

DSCF9640 DSCF9647 DSCF9649IMG_2442IMG_2443IMG_2449

Die Beerenfrüchte sind fast alle durch, nur die Brombeeren und die Aronia stehen noch aus. Und natürlich die letzten Blaubeeren.

Unsere erste Weinlese steht noch an 😉

UND … last but not least: Die Pfirsiche.

Wir waren leider zu sachte und haben viel zu wenig Fruchtansätze ausgebrochen. Nun hängen die Zweige so rappelvoll, dass uns heute ein ganzer Ast (trotz Stütze) abgebrochen ist 😦

Nun haben wir einen Korb voller Früchte herausgebrochen. Hoffentlich noch nicht zu spät. Es ist so unschön, einem Baum die Früchte abzubrechen …

DSCF9659 DSCF9666 DSCF9668 DSCF9672 DSCF9617

Was mir auch große Freude macht, sind meine Kräuter, mein Lavendel, meine Blumen. Und … nicht lachen: mein Kompost.

Die letzten Tage roch ich wie ein Mistkäfer, ich habe meine „Bokashi-Versuche“, meine „Terra Preta“ umgesetzt. Es ist wirklich erstaunlich. Zum Vergleich hatte ich einen ganz normalen Thermokomposter. Dort entwickelte sich der Kompost eher so, wie ich es bislang kannte … ein wenig „mistig“ und klumpig.

IMG_2454 IMG_2455 IMG_2457

Der Kompost mit dem vorfermentierten Abfällen rottet völlig anders. Riecht anders, fühlt sich anders an. Nun, ich bin gespannt, wie sich der Kompost im nächsten Jahr macht, wenn er auf die Beete kommt.

DSCF9649 DSCF9653 DSCF9654 DSCF9655 DSCF9678

DSCF9644 DSCF9641

So, nun aber Feierabend für heute. Stühle hochklappen und gehabt euch wohl. Bleibt mir und dem Auenland geneigt 🙂

DSCF9676

Gartenträume · Gartenzwerge & grüne Läuse

Der Küchengarten im Juli 2015

Der August ist angebrochen. Heiß und trocken. Es war so lange kalt im Frühjahr, die Pflanzen hatten einen schlechten Start. Nun holen sie sehr unterschiedlich auf. Die Zucchinis explodieren regelrecht, ich muss täglich abernten. Das muss man sich mal vorstellen, eine große Zucchini wächst über den Tag heran. Krass oder?

Ansonsten haben sich im Juli die Beete schon ordentlich geleert. Trotz der massiven Schneckenplage habe ich sehr viel Kohlrabi geerntet. Eine Menge haben wir gleich frisch gegessen, als Gemüse, als Salat … den Rest habe ich eingefroren und als „Kohlrabenkraut“ verkocht und eingeweckt.

Mit einem Teil dieses gehobelten Krauts habe ich mich das erste Mal an das Thema „Milchsauer“ herangewagt. Hab es mit Salz verknetet, dann abgedeckt vergären lassen und schließlich eingeweckt. Und siehe da. Sehr sehr lecker.

Auch die Zwiebelernte (und auch Knoblauch) war nicht zu verachten. Ich hatte verschiedene Sorten. Im letzten Herbst hatte ich einen Rest Steckzwiebelchen gesteckt, das war die Haupternte. Ordentlich Brocken. Im Frühjahr dann säte ich Zwiebelchen aus, die ich allerdings zum größten Teil so nach und nach als Frühlingszwiebeln frisch gegessen habe. Und noch im Beet stehen ausgesäte Gemüsezwiebeln.

DSCF9516 DSCF9515

Langsam werde ich besser im Zwiebelzöpfe flechten 🙂 Die ersten sind schon trocken und liegen in einem Korb. Die eigenen Zwiebeln sind ordentlich scharf, ich weine beim Kochen immer bitterlich.

Viel Freude macht mir mein Tomatendschungel. Ich schaffe es ja nie, die Tomaten ordentlich auszugeizen. Jedes Jahr bin ich voller guter Vorsätze, und dann wuchern die Biester und wenn dann schon alles voll Blüten oder gar Früchtchen hängt, bringe ich es einfach nicht übers Herz, die Nebentriebe so gnadenlos zu kappen. Aber auch wenn es vielleicht einige Tomaten weniger oder kleiner sind. Ich habe das feste Gefühl, dass es den Pflanzen so besser geht. Das üppige Grün schützt sie meines Erachtens vor zu viel Hitze und Trockenheit und macht die Pflanze stark gegen die olle Braunfäule. Und : toi toi toi, dieses Jahr noch alles gut.

Jetzt fangen sie an zu reifen, die ersten habe ich schon weggenascht. Dieses Jahre habe ich eine Menge unterschiedlicher Sorten. Mal sehen, wie sich hier machen. Ich stelle mal einige vor:

DSCF9457
Fleischtomaten. Sehr schwer und „fleischig“ eben
DSCF9452
„Stupice“ eine alte Sorte aus der ehemaligen CSSR. Macht sich gut, Wächst sehr üppig. Eine gute „Allrounder“ Salattomate
DSCF9459
Honduras: eine Bauerntomate aus Südamerika. Spannende Fruchtform. Aber ich habe das Gefühl, sie tut sich etwas schwer bei mir. Eine Pflanze kümmert etwas und obwohl sie sehr wüchsig ist, habe ich den Eindruck, sie fühlt sich nicht recht wohl.
DSCF9465
Eine braune Tomate, deren Samen ich aus einer gekauften Bio-Tomate genommen habe. Bin sehr begeistert. Die Pflanze wächst kraftvoll und üppig. Man muss sie kaum geizen. Die Früchte sind schlicht prachtvoll. Bin gespannt auf die reife Frucht und ihren Geschmack!
DSCF9453
Baumtomate. Vor Jahren einmal eine Pflanze auf einem Markt gekauft und seitdem wächst sie unbeirrt gen Himmel 🙂 Eine Pflanze, die so wuchert, dass sie der Braunfäule einfach davon wächst. Meist habe ich im Herbst noch Kiloweise grüne Früchte, die ich nicht reif bekomme, aber das macht nichts. Zum Kochen schmecken die Nachgereiften bis Weihnachten

Das sind lange nicht alle. Weiter habe ich kleine gelbe Birnchen-Tomaten (Danke, Anne), eine Roma von Sabine, die sich sehr gut macht, meine hier schon öfter erwähnte „Scratchy“, eine Sorte, die sich jährlich verändert und wie eine Wundertüte immer neue Überraschungen birgt. Dieses Jahr unglaublich kräftige Pflanzen, die Geize kann ich gar nicht mit den Fingern knipsen, so stark sind die Triebe und vor allem wachsen die Triebe „siamesisch“, kleben also aneinander, so dass die Pflanze noch stärker wird. Die Früchte sind meist mittelgroß und sehr gesund.

DSCF9490
Mein Tomatendschungel im Zaunbeet 🙂

Auch im Rundbeet habe ich einige Tomatensetzlinge unterbringen müssen,  eine weitere „Braune“, dann noch Salattomaten und unbenamte, eigentlich „Kümmerlinge“ die ich einfach überall im Garten ausgesetzt habe.

Auch das Rundbeet und das Weidenzaunbeet lichten sich ein wenig. Eine erste Runde Rote Beete ist abgeerntet und verarbeitet. Die Zuckererbsen abgegessen. Die Saubohnen hatten leider, trotzdem ich sie schon Ende Januar gesteckt hatte, schlimme schwarze Läuse. Der Butterkohl ist bislang eine Enttäuschung, zumindest für mich. Die Schnecken stehen auf die leckeren Blätter und lassen mir kaum etwas übrig.

DSCF9488
Rundbeet-Ausschnitt mit Schwarzwurzeln, Haferwurzeln, Sellerie und Rote Beete
DSCF9469
Rundbeet-Ausschnitt mit rotem Rosenkohl, Zucchini, einigen Tomaten, dahinter Peperoni, Chili und türkischer Aubergine.
DSCF9472
Abgeerntetes Weidenzaunbeet mit Sellerie, Salat, Gurken, Rote Beete, letzte Kohlrabi und Gemüsezwiebel. Vorne angesät: Späte Möhren.

Eine große Enttäuschung waren meine schönen Paprika, Peperoni und Chilis. Ich hatte Unmengen angesät und großgepäppelt und die elenden Nacktschnecken haben sie fast komplett niedergemacht. Ebenso wie meine Kürbisse und die Melone. Schade, aber nicht zu ändern. Da muss ich mir für das nächste Jahr andere Strategien überlegen.

Ein ähnlich komplizierter Kampf war der um die Bohnen. Ich liebe Bohnen. Die Schnecken auch. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Bohnen ich gesteckt und wieder gesteckt und vorgezogen habe. Und immer wieder war alles abgefressen oder kam gar nicht erst, weil es so lange so kühl war.

Aber ein wenig konnte ich das Schneckenpack mit der schieren Menge austricksen und so beernte ich jetzt einige Buschbohnen, zwei Stangen und mein „Schamanenbeet“ (umrandet mit Bohnenkraut), das spät noch an einer Stelle entstanden ist, an der wir eine dürre Zuckerhutfichte wegnehmen mussten.

DSCF9493 DSCF9485

Es ist zwar nicht der Rede wert und reicht gerade einmal zum frisch essen, aber immerhin … BOHNEN 🙂 Yeah.

Ansonsten? Nun ja, die Brombeerernte hat begonnen und unser im letzten Herbst gepflanzte Wein hat tatsächlich drei (wenn auch etwas gagelige) Henkel mit Trauben 🙂 Tapferes kleines Kerlchen.

Meine beiden Blaubeerbüsche, die ich aus dem alten Garten umgezogen habe, machen mir auch große Freude. Sonnenwarme Blaubeeren direkt in den Mund. So lecker. Hier möchte ich die Reihe noch erweitern. Passt gut in meinen Beerengarten.

Auch ein Herbstprojekt wird es, die wilden Himbeeren aus dem Garten zu schaffen, sie tragen leider überhaupt gar nichts. Ich möchte jedoch die wild wuchernden Himbeerinseln weiterhin so haben und versuche das mit Kultur-Herbsthimbeeren. Mal sehen, ob das was wird.

DSCF9475 DSCF9480

Auf der Terrasse wachsen kleine Pflanzen von Brokkoli, Erfurter Zwerg (Blumenkohl), Steckrüben und Wintersalat. Vermutlich schon zu spät, aber ich wollte es einfach nicht versuchen. wer weiß, nach dem langen kalten Frühling kommt vielleicht ein langer milder Herbst. Sie kommen auf das jetzt fast abgeerntete Kartoffelbeet und in das leere Zwiebel-Möhrenbeet.

Ganz vergessen habe ich meine vielen Reihen mit Lauch. In meinem Frühbeetkasten habe ich eine Reihe angesät und immer wenn Lücken in den Beeten entstanden, wurden neue Setzlinge ausgebracht. Wenn die alle werden, dann weiß ich, was es den Winter über geben wird 😉 Gut, dass wir alle den Lauch sehr gerne mögen.

Im hinteren Kastenbeet wächst der Neuseeländer Spinat von Sabine. Den will ich aber noch nicht beernten, der soll sich dort aussäen und mir im Frühjahr als Setzlingkasten dienen. Dann kann ich die Pflanzen dahin setzen, wo ich möchte.

So, genug für heute. Alles kann man doch nicht erzählen. Hatte ich hier eigentlich schon erwähnt, dass im letzten Garteneck, beim Haselnussbusch einfach so, mitten auf dem Nichts, grüner Spargel gewachsen ist? Verrückt oder? Ich habe die vier Pflänzchen nun auswachsen lassen und einen kleinen Zaun gezogen, damit ich weiß, wo sie sind. Im Herbst möchte ich versuchen, den Spargel großflächig auszustechen und in ein eigenes Beet zu versetzen. Projekte 🙂 Ich liebe Projekte. Monsieur nicht so sehr. Aber hilft mir trotzdem immer. Der Gute.

Gartenträume · Gartenzwerge & grüne Läuse

Der Küchengarten im Juni

Zur Gartenküche gehört ja im besten Falle auch ein Küchengarten. Wer schon länger in meinem Blog unterwegs ist weiß, dass ich bis zum letzten Jahr einen kleinen Schrebergarten hatte, der (leider) nicht gar so viel abgeworfen hat. Viel zu mager war der Boden und konnte — trotz vielfältigen Bemühens — nur zum Teil reaktiviert werden.

In diese Zeit fielen auch meine ersten TerraPreta-Experimente, die jedoch durch verschiedene private Ereignisse (neuer Job etc.) etwas ins Hintertreffen gerieten. Die Experimente habe ich jetzt wieder aufgenommen, aber davon einmal in einem gesonderten Beitrag.

Seit letztem Jahr nun bin ich Landlady eis wunderschönen Eckchens Land, mein „Auenland“, übernommen in einem ziemlich verwilderten Zustand. Der letzte Sommer und Herbst war demnach bestimmt von eher gröberen Arbeiten und auch in diesem Jahr ist neben meinen kleinen Gemüsebeeten der Kampf gegen die grüne Hölle angesagt 🙂

Ein richtiger Gemüsegarten wird es hier nie werden, das wäre schade und würde dem eher wilden Charakter und der Anlage des Grundstücks völlig zuwiderlaufen. Ich werde also immer versuchen müssen, eine Balance zwischen kleinen Biotopen, natürlicher Wildheit und dem gärtnerischen Nutzen zu halten. Das ist mir jedoch auch ein Anliegen, denn auf jeden Fall soll die Artenvielfalt hier erhalten werden und möglichst noch zunehmen!

Das Grundstück selbst ist wie ein großes Dreieck, das das Haus umschließt.

Derzeit haben wir drei grobe „Einteilungen“ vorgenommen … unsere „Obstwiese“ (hier mähen wir nur „Mahdähnlich“ und lassen immer wieder Wiesenstücke stehen), ein kleiner Bereich auf dem auch der Pfirsichbaum und eine neu gepflanzte, kleine Zwetschge stehen, dazu ein „Waldrändchen“ zum Nachbargrundstück mit Eiben, Lebensbäumen, Fichten und anderem Gehölz. An einem weiteren Zaun (Hecke) stehen als Unter- und Randbepflanzung meine Johannisbeeren. Derzeit im „Wuchs“: zwei Schwarze, Ableger von zwei Weißen, eine Jochelbeere, ein rotes Hochstämmchen. Weiter gibt es hier schon zwei Blaubeerbüsche, Brombeeren, ein Arionabusch. Viele Walderdbeeren waren schon auf dem Gelände, die meisten an der Spitze des Geländes beim Haselnussbaum, aber auch hier bei den Beeren. Die werde ich weiter hegen und pflegen, sind sehr sehr lecker. Die auf dem ganzen Gelände wuchernden Himbeeren, die ich zum Teil stehen ließ, sind eine große Enttäuschung. Außer Blattmasse und Stacheln produzieren sie nichts. Die werden im Herbst völlig gerodet und ich lege eine Reihe „echter“ Himbeeren“ an.

Am Schuppen haben wir im letzten Herbst den Wein (Muskat bleu) zum Naschen gepflanzt. Bin gespannt, wie er sich entwickelt.  Er hat dieses Jahr schon geblüht und setzt ein paar fürchte an. Und an der Außenhecke steht nun der Holunder. Der darf natürlich in keinem Garten fehlen, finde ich.

Im vorderen Teil des Gartens (Südseite) habe ich im Herbst drei Beete angelegt: eines davon rechteckig, an drei Seiten niedrig umzäunt von einem locker geflochtenen Weidenzaun (Korkenzierherweide, die im letzten Herbst komplett geschnitten werden musste).

Ursprünglich war in der Mitte des Grundstücks ein großes Rondell, dass mit Pflastersteinen eingezäunt war. Davon war noch ein Drittel etwa stabil (die Steine angemauert), der Rest verschwunden oder bröselig. Da die Steine als Schutthaufen noch da waren, habe ich mit tatkräftiger Unterstützung den Kreis wieder vollendet. Eine schöne alte Heckenrose und ein Hartholzriegel an einem Ende des „Gemüse-Rondells“ ließ ich stehen. Die Rose beschattet nun die Kartoffeln und ich habe den Eindruck, die mögen das.

Zuletzt habe ich an der sonnigen Seite der Hecke noch ein großes Rechteck vorbereitet. Hier sollen zukünftig meine Tomaten stehen (als Hauptbeet), Tomaten lieben ja bekanntlich sich selbst am meisten, von daher hoffe ich, dass der Platz gut gewählt ist. Natürlich werden im gesamten Gelände zusätzlich die übrigen Tomatenpflanzen gesetzt. zum Wegwerfen immer zu schade und sie sollen ja bekanntlich die Mücken im Schach halten. Da gibt es dann immer was zu Naschen beim Lustwandeln 🙂 (Ich LIEBE Tomaten)

Zwischen diesen Beeten, hat mir Monsieur (auch weil mir der Platz ausging und er mein Gejammer nicht mehr hören konnte) noch drei Holzrahmen gebaut, die ich flexibel aufstellen und mit Erde/halbgaren Kompost befüllt habe. Hier sollten Kürbisse oder Zucchini wachsen.

Ich schreibe „sollten“, denn da haben mir die Schnecken einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Insgesamt sind vier große Kürbipsflanzen und eine Zucchini in Schneckenmägen gelandet. In einem Kasten hat sich eine Zucchini durchgesetzt, der andere steht eher leer. Der große Kasten ist mein Anzuchtbeet, das hat sich gut bewährt für Blumen, Kohlrabi, Lauch et. Und jetzt, wo es langsam leer wird, kommen noch Salatsetzlinge rein (nur die Härtesten überleben).

Was also wächst nun im Küchengarten im Juni?

Beginnen wir mit dem Weidenbeet:

Hier hatte ich schon im Herbst Zwiebeln und Knoblauch gesteckt und im Januar Dicke Bohnen gelegt. Später kamen dann nach und nach Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Zuckererbsen, Schnittsellerie, Knollensellerie, Butterkohl, Rote Beete, Salate, und jetzt noch eine Salatgurke. Das Beet wird nun langsam schon wieder leer und in die Lücken kommen nach und nach der Lauch und es sollen späte Möhren nachgesät werden. Es sind natürlich immer nur kleine Mengen von allem. Da ich nur an den Wochenende hier bin, möchte ich möglichst alles frisch verarbeiten und gleich aufessen.

image

Eine klare Struktur hat das nicht und Fruchtwechsel wie im Lehrbuch beschrieben werde ich wohl nie hinbekommen. Das hat schlicht den einen Grund: immer wenn Lücken entstehen, sei es durch Schneckenfraß oder eigenen Fraß 😉 packe ich rein, was gerade da ist, passt, ausgesät werden kann. Dadurch werden die Beete eher chaotisch und von allem alles. Naja, auch eine Form von Mischkultur, nö?

DSCF9177
Blick auf das Weidenbeet. Vorne mein Gurkengestell. dahinter im Hintergrund, das Rundbeet.

DSCF9217

In diesem Beet hatte ich bislang eigentlich die wenigsten Misserfolge. Lediglich die Dicken Bohnen waren eher ein Totalausfall. Erst sind die Schnecken über die zarten Blätter hergefallen, dann kamen die schwarzen Läuse. Obwohl ich sie so zeitig gelegt hatte.

Das Rundbeet habe ich mit einem Trampelpfad in vier Beete geteilt. In das eine Viertel kamen fünf Reihen Kartoffeln.

In das zweite Viertel habe ich die Rundung außen mit Schwarzwurzeln angesät und eine Kante mit Haferwurzeln. Die sind richtig gut angegangen und ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Hatte ich beides noch nicht. Das dritte Viertel sollte mit Paprika, Peperoni und Chili bepflanzt werden, aber da waren die Schnecken vor. Einige der Pflanzen haben zwar überlebt, aber an eine große Ernte denke ich nicht. Zwischen Paprika und Kartoffeln gibt es jeweils eine Randbepflanzung. Einmal eine schöne Reihe Buschbohnen (vier Anläufe), und an den Kartoffeln wunderschöne, große (rote) Rosenkohlpflanzen. Die hatte ich in Unwissenheit schon viel zu früh zusammen mit dem Kohlrabi am Fensterbrett angesät und hoffe, dass er dennoch was wird.

Die Kartoffeln werden nun schon gelb und lahm, mir kribbelt es in den Fingern nachzusehen 🙂

Das letzte Viertel blieb lange leer. Hier sollte Platz für die Zucchini bleiben. Aus Erfahrung weiß ich, wie riesig diese Pflanzen werden können. Und jetzt legt sie auch los. Als Rand zum Paprikabeet kamen noch einige Tomatenpflanzen, die nicht mehr ins Tomatenbeet gepasst haben.

DSCF9115
Das Rundbeet-Viertel mit: Haferwurzel (innen), Schwarzwurzel (außen) und verschiedenen Gemüsen im Innenbereich (Sellerie, Lauch, Rote Beete. Kohlrabi, Buschbohnen)
DSCF9220
Die Zucchini legt los
DSCF9179
Blick auf das Rundbeet. Links hinten die Kartoffeln, rechts hinten Buschbohnen, Paprika, Chili, Peperoni. Vorne Zucchini und Tomaten
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.

Bleibt noch da große Tomatenbeet und daneben die Bohnenstangen. Endlich endlich ranken hier einige Pflanzen nach oben, ich weiß nicht mehr, wie viele Versuche und Tonnen von Bohnen ich gelegt habe. Die, die jetzt wachsen, waren ein dritter Versuch in einer Extrakiste und dann als Pflanzen umgesetzt. Ich sag nur: Schnecken!

image
Meine Bohnen. Keine Ahnung, was für eine Sorte. Ich habe so oft nachlegen müssen, dass ich den Überblick verloren habe. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall genügend Pflanzen vorziehen.
image
Über die Tomaten freue ich mich sehr. Die Pflanzen waren durch den kühlen Frühsommer sehr spintig und legen jetzt mit Wucht los. Ich habe: Honduras-Bauerntomaten, Stupide (alte Sorte aus der CSSR), Braune Tomaten (selbst entnommen), Buschtomate, Romatomare (geschenkte Samen), Scratchys (eigene, seit Jahren genommene, sehr Braunfäuletolerante Sorte) Matina (schöne Salattomate) und Baumtomate. Und kleine gelbe und …

Als letztes kleines Beet stelle ich noch mein Kräuterbeetchen vor, das ich direkt am Haus an der Terrasse angelegt habe. Dazu kommen noch einige Kräuter in Töpfchen. Die überleben derzeit aber nur schwer, da niemand sie während der Woche gießt.

image
Etwas Schnittsellerie, Petersilie, Griechischer Bergtee, Rosmarin, Majoran, Oregano, Estragon (weg, Schnecken), Schnittlauch, Zitronenmelisse. Blumen, Lavendel. In den Töpfchen: Koriander, verschiedenes Basilikum, Bohnenkraut (zum Auspflanzen), Chilis.
Gartenträume

Bill-Boo und seine Bande :-)

IMG_0871

Als ich klein war, gab es alle paar Jahre (wie häufig weiß ich nicht mehr, ich meine alle sieben Jahre : Nachtrag: es waren drei Jahre (Danke, Heike!!) ), Schneckensammeljahre. Ich habe das allerdings nur einmal aktiv mitgemacht. Wir Kinder zogen aus und sammelten Weinbergschnecken, soviel wir auch nur ergattern konnten. Als Zwischenlager kamen sie in die kühle Garage, gut aufgehoben, in einem Eimer mit Grünzeug und Glasdeckel. Wenn man genug zusammen hatte, wurden sie zu einer Sammelstelle gebracht, ein kühler niedriger Kellerraum, in dem Holzkisten bis zur Decke gestapelt waren. Diese Kisten faszinierten mich auf ganz besondere Weise, denn aus den Spalten quetschten sich kleine Leiber, zuckten zarte Fühler.

Der Mann, der das kostbare Sammelgut begutachtete, hatte eine Art Gestell, das aus einem dicken Draht bestand auf dem obenauf ein Draht-Ring saß. Auf diesen Ring nun legte er jede einzelne der gesammelten Schnecken. Diejenigen, die durch den Ring fielen, mussten wir wieder aussetzen, die Großen wurden anschließend gewogen. Das war spannend, wie er auf der alten metallenen Waage die Gewichte immer hin und herschob, kleinere und kleinste Einheiten auf die Waagschale legte und wir mit angehaltenem Atem warteten, bis das Zünglein sich ganz ruhig ausgezittert hatte. Wenn ich mich nicht irre, gab es EINE ganze Mark für das Kilo. Unbeschreiblich viel Geld für uns Kinder, ich selbst brachte es immerhin auf 3,20 Mark, das war mehr als drei Monate Taschengeld.

Der Bruder meiner besten Freundin verdiente weit über 20 Mark, aber der war auch schon fast erwachsen. Seltsamerweise kann ich mich nicht erinnern, jemals gefragt zu haben, wozu man Schnecken eigentlich braucht … oder ich habe es vergessen. Ich weiß nur noch, dass ich erst viele viele Jahre später selbst das erste Mal Schnecken gegessen habe … noch heute wundere ich mich, dass die kleinen Knorpel solche Spezialitäten sein sollen. Eigentlich schmeckten dabei immer nur die Kräuterbutter und das Weißbrot.

Aber nicht nur dieses Ereignis prägte meine „Beziehung“ zu Weinbergschnecken. Schon immer mochte ich die kleinen Gesellen, mit denen wir spannende Rennen starteten (ich hatte eine Zeitlang einen echten Geheimtipp am Start!!) die wir als Haustiere hielten, fleißig fütterten und beobachteten. Die uns liebsten durften die Unterarme runtergleiten und immer hatten wir Spaß, ganz zart an die ausgefahrenen Fühler zu tippen und zu beobachten, wie schnell sie diese dann einzogen.

Heute ist die Weinbergschnecke selten geworden und streng geschützt. Die Schnecken, die immer noch im im Restaurant im Schneckenteller landen, kommen aus speziellen Zuchtanlagen und nicht mehr aus der Natur.

Meine Beziehung zu den Schnecken (also den Weinbergschnecken!) ist immer noch eine besondere. Ich glaube z.B. fest daran, dass die Weinbergschnecken mir helfen, die doofen Nacktschnecken im Zaum zu halten, auch wenn das offensichtlich wissenschaftlich nicht belegt ist. Aus diesem Grund habe ich die letzten vier Jahre in meinem kleinen Schrebergarten meine Schneckenbande gehegt und gepflegt. Und habe tatsächlich (im Gegensatz zu den Gartennachbarn) kaum noch Probleme mit Nacktschnecken.

Jetzt wo ich den Garten abgebe, weil ich ein anderes Grundstück habe, war klar, MEINE Schnecken müssen mit. Im neuen Garten gibt es nur die doofen nakischen … und von denen mehr als genug. Außerdem habe ich Angst, dass die Nachfolger in meinem alten Garten mit Schneckenkorn oder Schlimmeren, MEINEN Schnecken ein Leid antun. Also: Naturschutz hin oder her … mein Schutz besteht aus der Zwangsumsiedelung 😉 Zum Glück war es heute ziemlich nass, so dass ich zumindest sechs meiner Bande gefunden habe.

Damit ich sie eventuell im neuen Grundstück einmal wiedersehe (und vor allem wieder erkenne!!), habe ich meine Bande durchnummeriert 😉

Denn schließlich können die Kerlchen (sind zweigeschlechtlich, so dass ich mit Kerlchen sowohl sie als auch ihn meine 😉 ) ganz schön alt werden: In freier Natur kann sie ein Alter von acht Jahren erreichen, bei guter Pflege (die sie ja bei mir haben!) ist eine Lebenserwartung von 20 Jahren nicht selten.

Apropos: Die Zwangsumsiedelung war keinesfalls einfach, denn Monsieur hat sich zuerst strikt geweigert, Schnecken in seinem Auto zu transportieren 😀

Er lamentierte endlos, aber letztendlich nahm er uns doch mit, der Gute … samt dem Aronia-Busch, den zwei Heidelbeersträuchern, einer Schwarzen Johannisbeere und drei Lavendelbüschen und …. #hust.

Im neuen Domizil angekommen, wurde die Bande also zuerst vermessen, gekennzeichnet und dann in einem schönen feuchten Gebüsch ausgesetzt. Welcome home meine kleine Bande 🙂 Auf ein baldiges Wiedersehen!!

Gartenträume

Saudicke Saubohnen :-)

Der Wettergott ist eindeutig gegen mich. Heute schien nämlich die Sonne, allerdings genau in DER Zeit, in der ich noch arbeiten musste. Rechtzeitig zum Feierabend zogen schwarze Wolken auf und ich schaffte es gerade noch trockenen Fußes in das Gartenhaus. Naja, positiv denken, dachte ich und trank erstmal  gemütlich einen ordentlichen Kaffee. Tut ja auch gut nach dem Tagwerk am Schreibtisch. Der „Schnürlregen“ ließ dann tatsächlich nach, so dass ich mich an die Saubohnenernte machen konnte. Der helle Wahnsinn! Es hörte gar nicht auf, und oh Wunder, im dichten Saubohnengestrüpp kamen nach und nach auch meine Tomatenpflanzen wieder zum Vorschein.

Ihr erinnert euch. Der ursprüngliche Plan war: Im Februar die Saubohnen pflanzen, so dass Sie bald nachdem die Tomaten rausgepflanzt sind, also so spätestens Anfang Juni abgeerntet werden können. Aber wie sagte Brecht so schön: „Ja, mach nur einen Plan sei nur ein großes Licht und mach dann noch ’nen zweiten Plan gehn tun sie beide nicht …“

Immer wieder stand ich vor der Überlegung: Opfere ich die Saubohnen für die Tomaten? Aber ich habe es dann doch nicht übers Herz gebracht. Und jetzt, so bei Licht besehen, die Pflanzen sind etwas „zarter“ als die vom Nachbarn, aber nicht wesentlich kleiner. Ich bin also zuversichtlich, dass sie alles nachholen, was sie so im Schatten der Saubohnen vielleicht eingebüßt haben. Allerdings habe ich die Bohnen wirklich alle tief abgeschnitten und die kleinen Schoten dadurch „geopfert“. Ich hatte aber auch wirklich genug:

IMG_0433IMG_0449

Weiß noch gar nicht, wie ich die alle in meine winzige Tiefkühltruhe bekomme. Aber ich denke, eingeweckt kommen die nicht gut. Und wie ihr seht, ein Schälchen Erdbeeren hat mir das Schneckenpack auch noch übergelassen 🙂

Um auf den Plan zurückzukommen, ein kleiner Teil hat ja wenigstens doch funktioniert. Ich habe ja vorhin geschrieben, dass ich die Bohnenpflanzen nur abgeschnitten habe und nicht ausgerissen. Und das mit gutem Grund:

Letztens habe ich gelesen, dass es ein alter Indianertrick ist, neben jede Tomatenpflanze einen toten Fisch einzugraben. Nun bin ich zum einen Vegetarier und zum anderen … naja, ich weiß nicht, ob ich wirklich tote Fische im Garten möchte. Vorstellen kann ich mir es aber schon, dass da vielleicht gute Nährstoffe beim Gammeln entstehen. So ähnlich ist der Effekt mit den Saubohnen. Die machen nämlich, was manche Pflanzen prima können: Sie sammelt Stickstoff in kleinen Wurzelknöllchen und deshalb lasse ich die Wurzeln drin, so haben die Tomaten gleich lecker Futter (ganz vegan) 😉

Hier, eine kleine Wurzel (ist nur ein Handyfoto, aber ich denke, man kann sehen, was ich meine). Na, dan guten Appetit Tomatis …

IMG_0434

Nachdem dann endlich alle Regenschauer an mir vorübergezogen waren, das Tomatenbeet entunkrautet und aufgehäckelt war … kam zur Belohnung mein Highlight der Woche:

DER NEUE GARTENHÄCKSLER

Yeah. Ratzfatz ausgepackt, eine alte Schwedenhaus-blaue-Gewebestofftasche druntergeschnallt und gleich mal die Saubohnenpflanzenteile durchgejagt. Habe ich schon erwähnt? 170 Dezibel … Hach, klasse. Das Teil schafft was weg. Ich wär nicht Scratchy, wenn ich nicht übermütig geworden wäre. Das ging so gut. das war so ein tolles Ergebnis, dass ich die Schalen gleich hinterhergestopft habe. #seufz … eigentlich liegt es auf der Hand: Ein Häcksler ist KEIN perpetuum mobile … was oben reingeht, muss auch unten wieder raus. Hätte ich mir denken können, hätte ich merken können, HÄTTE ich reagieren können. Habe ich aber nicht, und es kam was kommen musste. Nix ging mehr.

Aus die Maus. Stille im Garten. Das Vogelpack jubilierte. Es half nichts, ich musste das Gerät auseinanderbauen. Memo an mich selbst: Dicke-Bohnen-Schalen durch den Häcksler gedreht, ergeben dickes Dickebohnenmus. Nass. Matsch und breiig. Elende Sauerei. Zum Glück war das funkelnagelneue Häckslerteil nicht hin sondern nur grün. Matschegrün. Nach einer Grundreinigung war ich grün, das Gerät nass, …Beweisfotos konnte ich leider nicht machen, ich war zu klebrig. Nunja, ich kürze ab. Nach einer Trockenphase ging es zum Glück wieder, so dass ich den Rest des gesammelten Zeugs auch noch schreddern konnte. Klasse, klasse klasse. Das wird toller Kompost ich bin mir sicher. So und jetzt duschen. Ist nötig 🙂

IMG_0447

IMG_0448