Gartenküche

Mediterraner Veggi-Muscheltopf

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GGS (Geht ganz schnell)

Zutaten:
4 EL Olivenöl
400 g Räuchertofu (sehr trockener)
3 Schalotten (halbe Ringe)
2 Knoblauchzehen
1 gehäufter EL Kräuter der Provence
1 TL edelsüßes Paprikapulver
1 – 1 ½ TL Chiliflocken
1 geh. TL Honig (oder alternative Süße)
60 g Tomatenmark
2 Dosen Tomatenstücke
Meersalz
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL Gemüsepulver
250 g Nudeln (Muscheln)
1 Dose weiße Bohnen (abgetropft)

(mit feingehackten Kräutern garnieren)

Zubereitung:
Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Den Tofu zerkrümeln und kross anbraten. Etwas Tomatenmark dazugeben und mit anrösten.
Zwiebeln und Knoblauch zugeben und anschwitzen. Kräuter, Paprikapulver, Chiliflocken und Honig zugeben und gut verrühren. Das Tomatenmark dazu, dann die Tomatenstücke samt Saft zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles gut umrühren. 5 Minuten garen.
Knapp 1 l kochendes Wasser angießen, Gemüsebrühepulver einrühren und aufkochen. Die Nudeln zugeben und bei niedriger Hitze abgedeckt (je nach Garzeit der Nudeln) köcheln lassen, zwischendurch umrühren.
Die Bohnen dazugeben und einmal aufkochen. Abschmecken und abgedeckt 1 Minute ziehen lassen.
Den Muscheltopf auf tiefe Teller verteilen. Mit kleingehackten Kräutern garnieren.

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Der Küchengarten im Juli 2015

Der August ist angebrochen. Heiß und trocken. Es war so lange kalt im Frühjahr, die Pflanzen hatten einen schlechten Start. Nun holen sie sehr unterschiedlich auf. Die Zucchinis explodieren regelrecht, ich muss täglich abernten. Das muss man sich mal vorstellen, eine große Zucchini wächst über den Tag heran. Krass oder?

Ansonsten haben sich im Juli die Beete schon ordentlich geleert. Trotz der massiven Schneckenplage habe ich sehr viel Kohlrabi geerntet. Eine Menge haben wir gleich frisch gegessen, als Gemüse, als Salat … den Rest habe ich eingefroren und als „Kohlrabenkraut“ verkocht und eingeweckt.

Mit einem Teil dieses gehobelten Krauts habe ich mich das erste Mal an das Thema „Milchsauer“ herangewagt. Hab es mit Salz verknetet, dann abgedeckt vergären lassen und schließlich eingeweckt. Und siehe da. Sehr sehr lecker.

Auch die Zwiebelernte (und auch Knoblauch) war nicht zu verachten. Ich hatte verschiedene Sorten. Im letzten Herbst hatte ich einen Rest Steckzwiebelchen gesteckt, das war die Haupternte. Ordentlich Brocken. Im Frühjahr dann säte ich Zwiebelchen aus, die ich allerdings zum größten Teil so nach und nach als Frühlingszwiebeln frisch gegessen habe. Und noch im Beet stehen ausgesäte Gemüsezwiebeln.

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Langsam werde ich besser im Zwiebelzöpfe flechten 🙂 Die ersten sind schon trocken und liegen in einem Korb. Die eigenen Zwiebeln sind ordentlich scharf, ich weine beim Kochen immer bitterlich.

Viel Freude macht mir mein Tomatendschungel. Ich schaffe es ja nie, die Tomaten ordentlich auszugeizen. Jedes Jahr bin ich voller guter Vorsätze, und dann wuchern die Biester und wenn dann schon alles voll Blüten oder gar Früchtchen hängt, bringe ich es einfach nicht übers Herz, die Nebentriebe so gnadenlos zu kappen. Aber auch wenn es vielleicht einige Tomaten weniger oder kleiner sind. Ich habe das feste Gefühl, dass es den Pflanzen so besser geht. Das üppige Grün schützt sie meines Erachtens vor zu viel Hitze und Trockenheit und macht die Pflanze stark gegen die olle Braunfäule. Und : toi toi toi, dieses Jahr noch alles gut.

Jetzt fangen sie an zu reifen, die ersten habe ich schon weggenascht. Dieses Jahre habe ich eine Menge unterschiedlicher Sorten. Mal sehen, wie sich hier machen. Ich stelle mal einige vor:

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Fleischtomaten. Sehr schwer und „fleischig“ eben
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„Stupice“ eine alte Sorte aus der ehemaligen CSSR. Macht sich gut, Wächst sehr üppig. Eine gute „Allrounder“ Salattomate
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Honduras: eine Bauerntomate aus Südamerika. Spannende Fruchtform. Aber ich habe das Gefühl, sie tut sich etwas schwer bei mir. Eine Pflanze kümmert etwas und obwohl sie sehr wüchsig ist, habe ich den Eindruck, sie fühlt sich nicht recht wohl.
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Eine braune Tomate, deren Samen ich aus einer gekauften Bio-Tomate genommen habe. Bin sehr begeistert. Die Pflanze wächst kraftvoll und üppig. Man muss sie kaum geizen. Die Früchte sind schlicht prachtvoll. Bin gespannt auf die reife Frucht und ihren Geschmack!
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Baumtomate. Vor Jahren einmal eine Pflanze auf einem Markt gekauft und seitdem wächst sie unbeirrt gen Himmel 🙂 Eine Pflanze, die so wuchert, dass sie der Braunfäule einfach davon wächst. Meist habe ich im Herbst noch Kiloweise grüne Früchte, die ich nicht reif bekomme, aber das macht nichts. Zum Kochen schmecken die Nachgereiften bis Weihnachten

Das sind lange nicht alle. Weiter habe ich kleine gelbe Birnchen-Tomaten (Danke, Anne), eine Roma von Sabine, die sich sehr gut macht, meine hier schon öfter erwähnte „Scratchy“, eine Sorte, die sich jährlich verändert und wie eine Wundertüte immer neue Überraschungen birgt. Dieses Jahr unglaublich kräftige Pflanzen, die Geize kann ich gar nicht mit den Fingern knipsen, so stark sind die Triebe und vor allem wachsen die Triebe „siamesisch“, kleben also aneinander, so dass die Pflanze noch stärker wird. Die Früchte sind meist mittelgroß und sehr gesund.

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Mein Tomatendschungel im Zaunbeet 🙂

Auch im Rundbeet habe ich einige Tomatensetzlinge unterbringen müssen,  eine weitere „Braune“, dann noch Salattomaten und unbenamte, eigentlich „Kümmerlinge“ die ich einfach überall im Garten ausgesetzt habe.

Auch das Rundbeet und das Weidenzaunbeet lichten sich ein wenig. Eine erste Runde Rote Beete ist abgeerntet und verarbeitet. Die Zuckererbsen abgegessen. Die Saubohnen hatten leider, trotzdem ich sie schon Ende Januar gesteckt hatte, schlimme schwarze Läuse. Der Butterkohl ist bislang eine Enttäuschung, zumindest für mich. Die Schnecken stehen auf die leckeren Blätter und lassen mir kaum etwas übrig.

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Rundbeet-Ausschnitt mit Schwarzwurzeln, Haferwurzeln, Sellerie und Rote Beete
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Rundbeet-Ausschnitt mit rotem Rosenkohl, Zucchini, einigen Tomaten, dahinter Peperoni, Chili und türkischer Aubergine.
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Abgeerntetes Weidenzaunbeet mit Sellerie, Salat, Gurken, Rote Beete, letzte Kohlrabi und Gemüsezwiebel. Vorne angesät: Späte Möhren.

Eine große Enttäuschung waren meine schönen Paprika, Peperoni und Chilis. Ich hatte Unmengen angesät und großgepäppelt und die elenden Nacktschnecken haben sie fast komplett niedergemacht. Ebenso wie meine Kürbisse und die Melone. Schade, aber nicht zu ändern. Da muss ich mir für das nächste Jahr andere Strategien überlegen.

Ein ähnlich komplizierter Kampf war der um die Bohnen. Ich liebe Bohnen. Die Schnecken auch. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Bohnen ich gesteckt und wieder gesteckt und vorgezogen habe. Und immer wieder war alles abgefressen oder kam gar nicht erst, weil es so lange so kühl war.

Aber ein wenig konnte ich das Schneckenpack mit der schieren Menge austricksen und so beernte ich jetzt einige Buschbohnen, zwei Stangen und mein „Schamanenbeet“ (umrandet mit Bohnenkraut), das spät noch an einer Stelle entstanden ist, an der wir eine dürre Zuckerhutfichte wegnehmen mussten.

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Es ist zwar nicht der Rede wert und reicht gerade einmal zum frisch essen, aber immerhin … BOHNEN 🙂 Yeah.

Ansonsten? Nun ja, die Brombeerernte hat begonnen und unser im letzten Herbst gepflanzte Wein hat tatsächlich drei (wenn auch etwas gagelige) Henkel mit Trauben 🙂 Tapferes kleines Kerlchen.

Meine beiden Blaubeerbüsche, die ich aus dem alten Garten umgezogen habe, machen mir auch große Freude. Sonnenwarme Blaubeeren direkt in den Mund. So lecker. Hier möchte ich die Reihe noch erweitern. Passt gut in meinen Beerengarten.

Auch ein Herbstprojekt wird es, die wilden Himbeeren aus dem Garten zu schaffen, sie tragen leider überhaupt gar nichts. Ich möchte jedoch die wild wuchernden Himbeerinseln weiterhin so haben und versuche das mit Kultur-Herbsthimbeeren. Mal sehen, ob das was wird.

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Auf der Terrasse wachsen kleine Pflanzen von Brokkoli, Erfurter Zwerg (Blumenkohl), Steckrüben und Wintersalat. Vermutlich schon zu spät, aber ich wollte es einfach nicht versuchen. wer weiß, nach dem langen kalten Frühling kommt vielleicht ein langer milder Herbst. Sie kommen auf das jetzt fast abgeerntete Kartoffelbeet und in das leere Zwiebel-Möhrenbeet.

Ganz vergessen habe ich meine vielen Reihen mit Lauch. In meinem Frühbeetkasten habe ich eine Reihe angesät und immer wenn Lücken in den Beeten entstanden, wurden neue Setzlinge ausgebracht. Wenn die alle werden, dann weiß ich, was es den Winter über geben wird 😉 Gut, dass wir alle den Lauch sehr gerne mögen.

Im hinteren Kastenbeet wächst der Neuseeländer Spinat von Sabine. Den will ich aber noch nicht beernten, der soll sich dort aussäen und mir im Frühjahr als Setzlingkasten dienen. Dann kann ich die Pflanzen dahin setzen, wo ich möchte.

So, genug für heute. Alles kann man doch nicht erzählen. Hatte ich hier eigentlich schon erwähnt, dass im letzten Garteneck, beim Haselnussbusch einfach so, mitten auf dem Nichts, grüner Spargel gewachsen ist? Verrückt oder? Ich habe die vier Pflänzchen nun auswachsen lassen und einen kleinen Zaun gezogen, damit ich weiß, wo sie sind. Im Herbst möchte ich versuchen, den Spargel großflächig auszustechen und in ein eigenes Beet zu versetzen. Projekte 🙂 Ich liebe Projekte. Monsieur nicht so sehr. Aber hilft mir trotzdem immer. Der Gute.

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Der Küchengarten im Juni

Zur Gartenküche gehört ja im besten Falle auch ein Küchengarten. Wer schon länger in meinem Blog unterwegs ist weiß, dass ich bis zum letzten Jahr einen kleinen Schrebergarten hatte, der (leider) nicht gar so viel abgeworfen hat. Viel zu mager war der Boden und konnte — trotz vielfältigen Bemühens — nur zum Teil reaktiviert werden.

In diese Zeit fielen auch meine ersten TerraPreta-Experimente, die jedoch durch verschiedene private Ereignisse (neuer Job etc.) etwas ins Hintertreffen gerieten. Die Experimente habe ich jetzt wieder aufgenommen, aber davon einmal in einem gesonderten Beitrag.

Seit letztem Jahr nun bin ich Landlady eis wunderschönen Eckchens Land, mein „Auenland“, übernommen in einem ziemlich verwilderten Zustand. Der letzte Sommer und Herbst war demnach bestimmt von eher gröberen Arbeiten und auch in diesem Jahr ist neben meinen kleinen Gemüsebeeten der Kampf gegen die grüne Hölle angesagt 🙂

Ein richtiger Gemüsegarten wird es hier nie werden, das wäre schade und würde dem eher wilden Charakter und der Anlage des Grundstücks völlig zuwiderlaufen. Ich werde also immer versuchen müssen, eine Balance zwischen kleinen Biotopen, natürlicher Wildheit und dem gärtnerischen Nutzen zu halten. Das ist mir jedoch auch ein Anliegen, denn auf jeden Fall soll die Artenvielfalt hier erhalten werden und möglichst noch zunehmen!

Das Grundstück selbst ist wie ein großes Dreieck, das das Haus umschließt.

Derzeit haben wir drei grobe „Einteilungen“ vorgenommen … unsere „Obstwiese“ (hier mähen wir nur „Mahdähnlich“ und lassen immer wieder Wiesenstücke stehen), ein kleiner Bereich auf dem auch der Pfirsichbaum und eine neu gepflanzte, kleine Zwetschge stehen, dazu ein „Waldrändchen“ zum Nachbargrundstück mit Eiben, Lebensbäumen, Fichten und anderem Gehölz. An einem weiteren Zaun (Hecke) stehen als Unter- und Randbepflanzung meine Johannisbeeren. Derzeit im „Wuchs“: zwei Schwarze, Ableger von zwei Weißen, eine Jochelbeere, ein rotes Hochstämmchen. Weiter gibt es hier schon zwei Blaubeerbüsche, Brombeeren, ein Arionabusch. Viele Walderdbeeren waren schon auf dem Gelände, die meisten an der Spitze des Geländes beim Haselnussbaum, aber auch hier bei den Beeren. Die werde ich weiter hegen und pflegen, sind sehr sehr lecker. Die auf dem ganzen Gelände wuchernden Himbeeren, die ich zum Teil stehen ließ, sind eine große Enttäuschung. Außer Blattmasse und Stacheln produzieren sie nichts. Die werden im Herbst völlig gerodet und ich lege eine Reihe „echter“ Himbeeren“ an.

Am Schuppen haben wir im letzten Herbst den Wein (Muskat bleu) zum Naschen gepflanzt. Bin gespannt, wie er sich entwickelt.  Er hat dieses Jahr schon geblüht und setzt ein paar fürchte an. Und an der Außenhecke steht nun der Holunder. Der darf natürlich in keinem Garten fehlen, finde ich.

Im vorderen Teil des Gartens (Südseite) habe ich im Herbst drei Beete angelegt: eines davon rechteckig, an drei Seiten niedrig umzäunt von einem locker geflochtenen Weidenzaun (Korkenzierherweide, die im letzten Herbst komplett geschnitten werden musste).

Ursprünglich war in der Mitte des Grundstücks ein großes Rondell, dass mit Pflastersteinen eingezäunt war. Davon war noch ein Drittel etwa stabil (die Steine angemauert), der Rest verschwunden oder bröselig. Da die Steine als Schutthaufen noch da waren, habe ich mit tatkräftiger Unterstützung den Kreis wieder vollendet. Eine schöne alte Heckenrose und ein Hartholzriegel an einem Ende des „Gemüse-Rondells“ ließ ich stehen. Die Rose beschattet nun die Kartoffeln und ich habe den Eindruck, die mögen das.

Zuletzt habe ich an der sonnigen Seite der Hecke noch ein großes Rechteck vorbereitet. Hier sollen zukünftig meine Tomaten stehen (als Hauptbeet), Tomaten lieben ja bekanntlich sich selbst am meisten, von daher hoffe ich, dass der Platz gut gewählt ist. Natürlich werden im gesamten Gelände zusätzlich die übrigen Tomatenpflanzen gesetzt. zum Wegwerfen immer zu schade und sie sollen ja bekanntlich die Mücken im Schach halten. Da gibt es dann immer was zu Naschen beim Lustwandeln 🙂 (Ich LIEBE Tomaten)

Zwischen diesen Beeten, hat mir Monsieur (auch weil mir der Platz ausging und er mein Gejammer nicht mehr hören konnte) noch drei Holzrahmen gebaut, die ich flexibel aufstellen und mit Erde/halbgaren Kompost befüllt habe. Hier sollten Kürbisse oder Zucchini wachsen.

Ich schreibe „sollten“, denn da haben mir die Schnecken einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Insgesamt sind vier große Kürbipsflanzen und eine Zucchini in Schneckenmägen gelandet. In einem Kasten hat sich eine Zucchini durchgesetzt, der andere steht eher leer. Der große Kasten ist mein Anzuchtbeet, das hat sich gut bewährt für Blumen, Kohlrabi, Lauch et. Und jetzt, wo es langsam leer wird, kommen noch Salatsetzlinge rein (nur die Härtesten überleben).

Was also wächst nun im Küchengarten im Juni?

Beginnen wir mit dem Weidenbeet:

Hier hatte ich schon im Herbst Zwiebeln und Knoblauch gesteckt und im Januar Dicke Bohnen gelegt. Später kamen dann nach und nach Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Zuckererbsen, Schnittsellerie, Knollensellerie, Butterkohl, Rote Beete, Salate, und jetzt noch eine Salatgurke. Das Beet wird nun langsam schon wieder leer und in die Lücken kommen nach und nach der Lauch und es sollen späte Möhren nachgesät werden. Es sind natürlich immer nur kleine Mengen von allem. Da ich nur an den Wochenende hier bin, möchte ich möglichst alles frisch verarbeiten und gleich aufessen.

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Eine klare Struktur hat das nicht und Fruchtwechsel wie im Lehrbuch beschrieben werde ich wohl nie hinbekommen. Das hat schlicht den einen Grund: immer wenn Lücken entstehen, sei es durch Schneckenfraß oder eigenen Fraß 😉 packe ich rein, was gerade da ist, passt, ausgesät werden kann. Dadurch werden die Beete eher chaotisch und von allem alles. Naja, auch eine Form von Mischkultur, nö?

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Blick auf das Weidenbeet. Vorne mein Gurkengestell. dahinter im Hintergrund, das Rundbeet.

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In diesem Beet hatte ich bislang eigentlich die wenigsten Misserfolge. Lediglich die Dicken Bohnen waren eher ein Totalausfall. Erst sind die Schnecken über die zarten Blätter hergefallen, dann kamen die schwarzen Läuse. Obwohl ich sie so zeitig gelegt hatte.

Das Rundbeet habe ich mit einem Trampelpfad in vier Beete geteilt. In das eine Viertel kamen fünf Reihen Kartoffeln.

In das zweite Viertel habe ich die Rundung außen mit Schwarzwurzeln angesät und eine Kante mit Haferwurzeln. Die sind richtig gut angegangen und ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Hatte ich beides noch nicht. Das dritte Viertel sollte mit Paprika, Peperoni und Chili bepflanzt werden, aber da waren die Schnecken vor. Einige der Pflanzen haben zwar überlebt, aber an eine große Ernte denke ich nicht. Zwischen Paprika und Kartoffeln gibt es jeweils eine Randbepflanzung. Einmal eine schöne Reihe Buschbohnen (vier Anläufe), und an den Kartoffeln wunderschöne, große (rote) Rosenkohlpflanzen. Die hatte ich in Unwissenheit schon viel zu früh zusammen mit dem Kohlrabi am Fensterbrett angesät und hoffe, dass er dennoch was wird.

Die Kartoffeln werden nun schon gelb und lahm, mir kribbelt es in den Fingern nachzusehen 🙂

Das letzte Viertel blieb lange leer. Hier sollte Platz für die Zucchini bleiben. Aus Erfahrung weiß ich, wie riesig diese Pflanzen werden können. Und jetzt legt sie auch los. Als Rand zum Paprikabeet kamen noch einige Tomatenpflanzen, die nicht mehr ins Tomatenbeet gepasst haben.

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Das Rundbeet-Viertel mit: Haferwurzel (innen), Schwarzwurzel (außen) und verschiedenen Gemüsen im Innenbereich (Sellerie, Lauch, Rote Beete. Kohlrabi, Buschbohnen)
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Die Zucchini legt los
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Blick auf das Rundbeet. Links hinten die Kartoffeln, rechts hinten Buschbohnen, Paprika, Chili, Peperoni. Vorne Zucchini und Tomaten
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.

Bleibt noch da große Tomatenbeet und daneben die Bohnenstangen. Endlich endlich ranken hier einige Pflanzen nach oben, ich weiß nicht mehr, wie viele Versuche und Tonnen von Bohnen ich gelegt habe. Die, die jetzt wachsen, waren ein dritter Versuch in einer Extrakiste und dann als Pflanzen umgesetzt. Ich sag nur: Schnecken!

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Meine Bohnen. Keine Ahnung, was für eine Sorte. Ich habe so oft nachlegen müssen, dass ich den Überblick verloren habe. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall genügend Pflanzen vorziehen.
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Über die Tomaten freue ich mich sehr. Die Pflanzen waren durch den kühlen Frühsommer sehr spintig und legen jetzt mit Wucht los. Ich habe: Honduras-Bauerntomaten, Stupide (alte Sorte aus der CSSR), Braune Tomaten (selbst entnommen), Buschtomate, Romatomare (geschenkte Samen), Scratchys (eigene, seit Jahren genommene, sehr Braunfäuletolerante Sorte) Matina (schöne Salattomate) und Baumtomate. Und kleine gelbe und …

Als letztes kleines Beet stelle ich noch mein Kräuterbeetchen vor, das ich direkt am Haus an der Terrasse angelegt habe. Dazu kommen noch einige Kräuter in Töpfchen. Die überleben derzeit aber nur schwer, da niemand sie während der Woche gießt.

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Etwas Schnittsellerie, Petersilie, Griechischer Bergtee, Rosmarin, Majoran, Oregano, Estragon (weg, Schnecken), Schnittlauch, Zitronenmelisse. Blumen, Lavendel. In den Töpfchen: Koriander, verschiedenes Basilikum, Bohnenkraut (zum Auspflanzen), Chilis.
Gartenküche

Stramme Vera

Immer wieder werde ich – wenn jemand mitbekommt, dass ich mich vegan ernähre – mit großen Augen gefragt, was ich denn so esse jeden Tag. Offensichtlich ist es für manche Menschen schwer, sich ein Leben ohne Wurst, Käse, Fleisch und Milchprodukte vorzustellen. Ich kann es durchaus nachvollziehen: auch nach vielen vielen Jahren Vegetarierin war ich vor ein paar Jahren noch felsenfest der Meinung, dass ich ohne Käse zB. nicht könnte.

Also werde ich jetzt ab und an nicht nur „kulinarische Besonderheiten“ hier bloggen, sondern ganz einfache Kost … Scratchys Alltagsfood eben.

Allerdings ist so ein Futter-Tag bei mir vermutlich auch anders, als bei manchen anderen. Ich esse nämlich nur zweimal. Nicht aus Überzeugung oder so, sondern einfach weil ich morgens nichts in mich hineinbekomme außer Kaffe 😉 Damit fällt Frühstück (außer am Wochenende, aber da als „Spätstück“) aus.

Für das Mittagessen nehme ich von zu Hause meinen „Futtersack“ mit auf Arbeit. Dazu schmiere ich mir täglich einen „Doppeldecker“, also Stulle mit einem Aufstrich oder auch mal vegane Vurst, was ich halt so dahabe. Dazu gibt es eine Möhre, eine halbe Paprika oder auch mal Kohlrabi, denn ich knabbere gerne zu meinem Brot. Als Nachtisch eine Hand voll Paranüsse oder auch mal Studentenfutter, eine Banane und meist einen Apfel. Damit komme ich prima über den Tag. Essen (Kantine oder so) gehe ich nie. Es schmeckt mir dort nicht.

Am Abend koche ich mir dann meist etwas (aber auch nicht immer). Im Sommer gibt es häufig Salat im Winter auch mal Suppe. Wenn ich faul bin Brot 🙂

Es gibt Tage (wie heute), da habe ich Lust auf ein „Schmäckerle“, mag aber nicht recht kochen, vor allem, wenn ich wie heute, alleine esse.

Früher hätte ich mir dann vielleicht einen strammen Max gemacht (als Vegetarierin immer nur mit Käse und Ei) … also nenne ich das hier mal „Stramme Vera“ hihi.

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Zutaten:

2 Hände voll Champignons vierteln

1 Schalotte in feine Streifen

1/4 Paprika in Streifen

2 Tomaten würfeln

1 Avocado (zerdrücken, mit Salz, Pfeffer und Hefeflocken würzen)

1 Tl. veganes Zwiebelschmelz zum Anbraten

Petersilie hacken

Salz, Pfeffer

Zubereitung:

In einer Pfanne das Schmelz erhitzen und die Pilze schön anbraten, bis sie eine braune Kruste bekommen. Zwiebeln dazugeben, kurz mit durchschwenken. Mit Salz und Pfeffer würzen.

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Paprika und Tomaten dazugeben, durchschwenken, Herdplatte ausmachen. Die Avocadocreme in Klecksen verteilen, mit Petersilie bestreuen, einige Minuten nachziehen lassen.

Toast rösten und dazu essen oder als Sandwich servieren.

Das schmeckt auch prima ohne die Avocado, die kam heute mit dabei, weil sie reif war und weg musste 🙂

Gartenküche · Schätze Konservieren

Ofensugo … mal anders

Eigentlich habe ich nach einem schönen Rezept für Apfelmus gesucht. Und auch gefunden, samt einem sehr ansprechenden Blog, aus dem ich am liebsten gleich anfangen würde nachzukochen, nachzukochen, nachzukochen 🙂

Tolle Rezepte, tolle Texte und noch tollere Bilder. Vermutlich kennt ihr alle diesen Hammerblog grain de sel – salzkorn schon, ich kam heute aus dem Lesen und Stöbern  gar nicht hinaus. (Tipp an LandGlück: Schau dir dringend einmal die Pilzrezepte beim Salzkorn an!!)

Ich las also von diesem leckeren Apfelmus im Römertopf, arbeitete mich dann vor zur Tomatensoße im Ofen, erinnerte mich, dass auch LandGlück ähnliches berichtete (sorry, Heike, finde dein Sugo-Rezept nicht mehr) und beschloss, das eine mit dem anderen zu verbinden. Sugo ist immer eine sehr individuelle Sache. DAS Rezept kann es deshalb nicht geben. Man nimmt das, was man da hat und wodurch man sich gerade inspiriert fühlt. Bei mir heute eine schlichte Soße, ohne großen Schnickschnack.

Aha, dachte ich: Römertopf. Hat irgendwie ebenso eine Geschichte, wie Waschnuss. Nur eine Generation früher. Muss irgendwie mal der Hit gewesen sein, ich habe den meinen aus dem Haushalt meiner Mutter geerbt, kann mich aber nicht erinnern, dass es in meiner Kindheit jemals ein Gericht daraus gab. Ich gestehe, auch ich habe ihn nur ein- zweimal benutzt, dann landete er wieder in den Tiefen des Küchenschranks. Passte also doppelt.

Das Apfelmusrezept werde ich 100pro demnächst ausprobieren, aber heute schien es mir naheliegender, die 2kg nachgereifter Tomaten, die ich aus den Kartons ausgesammelt hatte, zu verarbeiten.

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Wie man sehen kann, habe ich auch einen Teil „sanftrote“ bzw. „kaum-noch-grüne“ dazu genommen, dachte, es könne einen ähnlich leckeren Effekt geben, wie beim Chutney. Allerdings habe ich auf die knüppelgrünen verzichtet, von wegen der bösen Gifte 😉

Dann habe ich zusammengesucht, was ich an Kräutern und Gewürzen reinhaben wollte, es passte schön, dass ich diese Woche die beiden Basilikumtöpfe reingenommen habe, diese habe ich hierfür komplett abgeerntet.

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In einem Glasschälchen habe ich das „Gold“ der Küche vorbereitet, eine Mischung aus Olivenöl, Balsamico, Agavensüße (oder Honig) und dort die gepressten Knoblauchzehen dazu gegeben.

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Der Rest war simpel: Tomaten halbieren, in den Römertopf schichten, dazwischen die Zwiebelstücke, Peperoni, Chilis und Gewürze geben, pro Schicht immer eine kleine Prise Salz. Obenauf die abgeriebene Zitrone.

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Am Ende das „Gold“ drübergießen, Deckel drauf und bei 160° C in den Backofen (Ober- und Unterhitze).

Die erste Stunde habe ich den Deckel draufgelassen, dann mal nachgesehen. Es schmurgelte fein, war aber bis oben hin flüssig. Also kam der Deckel nun runter und weiter ging es, noch zwei Stunden.

Danach wurde die Pampe (Heike 🙂 ) durch ein Sieb gestrichen. Ich besitze zwar eine Lotte, „streiche“ aber lieber, das geht viel schneller und ist nicht so eine Sauerei.  An dieser Stelle habe ich das erste Mal gekostet. Und was soll ich sagen. Wow, wow, wow..

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Ich war mir nicht wirklich sicher, ob sich der doch sehr hohe Energieaufwand lohnen würde, im Vergleich zu meinem sonst im Topf gekochten Sugo. Aber: Wow.

Unglaublich intensiv und würzig, ich habe keinen Krümel Würze nachjustiert. Natürlich ist es nicht leuchtend rot. Schließlich sind nciht nur grüne Tomaten mit drin, sondern auch eine Menge Basilikum und dunkler Balsamico. Aber, es ist, so wie es ist, perfekt. Für eine Pizzasoße müsste ich es noch eine Weile weiter einreduzieren, aber da ich es zusammen mit der Schärfe geschmacklich sehr intensiv fand, habe ich beschlossen, es genau so zu lassen, wie es ist.

Ein Töpfchen voll wurde gleich zur Seite gestellt, das gibt es heute Abend mit Nudeln. Ein weiteres Glas bekommt G., der sich eben einen Riesentopf Gulasch bereitet und dabei versucht, der Katze Herr zu werden, die völlig am Ausflippen ist (kein Wunder im fast völlig vegetarischen Haushalt #chch). Das dritte große Glas stelle ich in den Kühlschrank und verkoch es diese Woche. Lohnt nicht, einzumachen.

Fazit: Experiment gelungen. Wird wieder so gemacht. Dank an meine „Musen“ „Salzkörnchen“ und „LandGlück“.

Zutaten:

2kg Tomaten (alle Reifegrade, verschiedene Sorten: Cocktail und Marktomaten)

3 Zwiebeln, 8 Chilis/Peperoni, 4 Knobizehen, Pfefferkörner (ca. 15), Piment (ca. 5), Nelken (ca. 5), zwei Lorbeerblätter, abgeriebene Schale von Zitrone, Kräuter der Provence, Salz.

Olivenöl (ca. 5 Eßl., Balsamico (ca. 3 Eßl.), Agavensüße (ca. 2 Eßl.)

Gartenküche

Aprikosen-Ingwer-Chutney

Gestern kam ich endlich dazu, mich um die (fast) letzten abgeernteten Früchte aus dem Garten zu kümmern. Auf dem Balkon stand noch ein großer Eimer voll Äpfel, im kühlen Gästezimmer stehen drei Obstkisten gut gefüllt mit ca. 10kg grünen Tomaten (zum Teil schon „rosefarben“) und in der Speisekammer eine kleinere Kiste mit schon nachgereiften roten Tomaten.

Als erstes habe ich mir die Äpfel vorgenommen. Leider ist der Baum kränklich, so dass ich die Früchte nicht frisch lagern kann. Sie gammeln sehr schnell. Also saß ich einige Stunden und schnippelte. Nebenher „ging“ ein Hefeteig, denn ein Apfelkuchen stand natürlich mit auf dem Plan.

Weiter wollte ich einige Gläser Apfelschnitze einkochen. Ich esse zwar nicht so gerne Kompott, aber es ist genial, wenn man im Winter schnell ein Glas aufmachen kann. Einfach abtropfen, auf den Kuchen packen und zack ist der „Blitzkuchen“ fertig.

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Nun hatte ich trotz Kuchen und gefüllten Einweckgläsern immer noch ordentlich Schnitze übrig. Ich beschloss deshalb, noch eine ordentliche Portion Chutney zu kochen. Ich esse Chutney sehr gerne auf Brot, aber auch zu Reis mit Gemüse oder auch zu einem Curry dazu.

Mit dem Wissen um die 10kg grüne Tomaten im Gästezimmer, wollte ich ein Chutney ausprobieren, das grüne Tomaten beinhaltet. Okay, nennt mich einen Feigling, aber ich habe seit Kindesbeinen gelernt: Finger weg von den grünen Tomten, die sind giftig! Spätestens seit „Fried Green Tomatoes“ wissen wir zwar, dass Amerikaner durchaus grüne Tomaten verspeisen und auch die vielen Rezepte für Marmeladen, Relieshs oder eben  Chutneys sind sicher nicht alle von lebensmüden oder mörderischen Köchinnen kreiert worden.

Nachdem ich mich in die Feinheiten der „Giftzusammenhänge“ eingelesen hatte, beschloss ich dennoch diejenigen „Grünen“ zu nehmen, die schon eine Hauch Reife zeigen, denn da ist der Solaningehalt schon deutlich verringert. Da ich nach einer Rezeptsuche mal wieder nicht „das Rezept“ gefunden hatte bzw. nicht alle Zutaten im Haus hatte, habe ich mal wieder mein Prinzip „aus drei mach eins“ angewandt und zusätzlich gleich meine eigenen „Anpassungen“ mitnotiert. Das mache ich immer so, denn falls es schmeckt, habe ich immer gleich das neue fertige Rezept parat. Wenn ich Rezepte lese, stellt sich ein imaginärer Geschmacksnerv im Kopf immer vor, wie das Ergebnis wohl ist, weshalb ich selten streng nach Rezept koche. Vielleicht ein Fehler?

Aber es schmeckt 😀 Sehr sogar. Deshalb also hier, druckfrisch aus der Scratchypresse bzw. „eben-noch-im-Glas-jetzt-schon-auf-dem-Brot“. (Chutney schmeckt erst richtig gut, wenn es einige Tage durchgezogen ist, aber ein Glas gleich als Versucherli zu öffnen, ist natürlich ein „Muss“)

Tomaten-Apfel-Aprokosen-Ingwer-Chutney

Schwierigkeitsgrad: etwas zeitaufwändig, aber sehr einfach zuzubereiten

Geschmack: Süß-fruchtig-scharf

1,5kg  Tomaten (rote, grün(liche), was eben so da ist)

(ca. 5 grüne/noch unreife Tomaten und ca. 5 rote Tomaten für später beiseite legen, längst vierteln, entkernen und in kleine Würfelchen schneiden))

500g kleingeschnittene/gewürfelte Apfelstückchen

2 Schalotten

4 Knobizehen

250g getrocknete Aprikosen (klein würfeln)

1 Knolle Ingwer (klein würfeln)

1 Eßl. Salz

2 Chilischoten, Chilipulver

Ceyennepfeffer, 15 Pfefferkörner, 5 Pimentkörner, 10 Nelken

600 ml Essig (ich habe Apfelessig genommen)

300g brauner Zucker (in den zu Rate gezogenen Rezepten stand immer 500-700g Zucker, ich habe 500 genommen und fand es schrecklich süß. Habe mit weiteren Tomaten versucht, es zu entsüßen, ist dann auch ganz okay geworden, allerdings etwas auf Kosten des vorherigen  sehr „runden“ Geschmacks. Deshalb für mich definitiv das nächste Mal lieber sehr viel weniger Zucker, nachsüßen im Kochvorgang geht immer)

Zubereitung:

Die 1,5kg Tomaten grob vierteln, mit der Hälfte des Essigs und grob gehacktem Knobi, Zwiebeln, den Gewürzen (außer dem Ingwer!), ca. eine Stunde einköcheln lassen. Danach die Pampe durch ein Sieb streichen. Die so gewonnene Grundmasse wieder in den gereinigten Topf geben und nun die kleingewürfelten Äpfel, Resttomaten, Aprikosen und den Ingwer dazugeben. Zucker und Rest Essig dazu und wieder einköcheln, (ca. eine weitere Stunde), bis die Masse schön dicklich ist. Schärfe und Salzgehalt abschmecken, heiß in Gläser füllen und zuschrauben wie Marmelade. Ich koche sie anschließend immer noch 30min. bei 80°C ein, da ich große Mengen zubereite und sie gerne noch länger haltbar haben möchte. Muss aber nicht sein.

Und so sieht das dann aus. Den Geschmack kann ich leider nicht vorführen. Er ist gut als fruchtig-süß-scharf zu bezeichnen. Es wurden 12 kleinere /mittlere Gläser.

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So, und nun erstmal frühstücken, danach muss ich heute noch mal in die Küche, der übrig gebliebene Hefeteig muss noch verarbeitet werden, da hatte ich gestern keine Lust mehr. Ich werde schwedische Zimtschnecken (Kanelbullar) draus machen 😀

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Gartenträume

… der Lenz ist da!

Auch wenn es insgesamt gesehen immer noch viel zu kühl ist, es ist Frühling. Endlich. Der Garten tut sich insgesamt noch etwas schwer, die Pflanzen sind weitaus kleiner und später, als in den Vorjahren. Die Pfingstrosen sind immer noch geschlossen, als wenn sie versuchen würden, die karge Sonnenwärme so eng wie möglich in die feste Kugel einzuschließen und zu ummanteln.

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Dennoch war ich schon recht fleißig und habe  Erbsen,  Bohnen, Kohlrabi, Möhren, Rote Beete und mittlerweile auch Tomaten, Zucchini und Paprika in die Erde gebracht. Wie schon in einem anderen Beitrag angedeutet, in diesem Jahr in trautem Beisammensein mit den Saubohnen,  die gerade einmal mit dem Blühen beginnen. ABER … es scheint doch etwas dran zu sein, dass Saubohnen und schwarze Läuse mit dem Zeitpunkt der Saat zusammenhängen. In diesem Jahr nämlich sind die Pflanzen (bislang … toi toi toi) noch nicht völlig verlaust. Das ist mir noch nie gelungen. Zur Erinnerung, ich habe die Saat Anfang März rausgebracht, danach wurde es nochmal richtig kalt. Es hat dann ewig gedauert, bis die Samen endlich zu keimen begannen. Sie sind auch nicht sehr hoch geworden, blühen aber wunderschön und vor allem dicht! Ich bin gespannt, vielleicht wird es dieses Jahr einmal eine Saubohnenernte, die sich lohnt?

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Damit die Tomaten nicht gar so an den Füßen frieren, habe ich sie dick mit dem ersten Rasenschnitt eingepackt. Und sie scheinen es mir zu danken, zumindest sind die verpackten schon deutlich größer, als die restlichen Pflanzen, die ich noch kreuz und quer im Garten verteilt habe (wie immer hatte ich zu viele und brachte es nicht übers Herz, sie zu „entsorgen“). Das gute Wachstum könnte natürlich auch am Narzissmus meiner Tomätchen liegen, denn schließlich dürfen sie jetzt schon das vierte Jahr in Folge auf dem  gleichen Beet wachsen. Sie lieben es offensichtlich wirklich sehr, diese selbstverliebten Popanzen 🙂

Heute war ein kühler, wenn auch sonniger Tag. Der Wind streichelte sachte durch die Bäume und ich wurde ständig von kleinen „Propellern“ beregnet, Ahornähnliche Samen eines großen Baums an meiner Gartengrenze. So sehr ich diesen Baum an sich liebe, auch die Propellergeräusche mag … fluche ich doch jedes Jahr über seine massenhaften Abwürfe. Denn jeder zweite Propeller nistet sich ein, bildet einen Sämling, der … wenn er nicht schon in Daumengröße gezogen wird, ganz bald Wurzeln entwickelt, die es zu einer wahren Quälerei machen, ihn zu entfernen. Außerdem ist der große Baumkerl daran schuld, dass ein Teil meines Gartens wohl auf ewig „Wüste Gobi“ bleiben wird, denn die Wurzeln des Baumes ziehen sich weit unter dem Gartenzaun hindurch und entziehen der Erde Kraft und Wasser. Ich überlege schon länger, hier schlicht nur noch mit Töpfen oder einem Hochbeet zu arbeiten. Zu frustrierend, das ganze Mühen, das ohne Erfolg bleibt.

Von meinen im Herbst gepflanzten zwei kleinen Bäumchen (Birne und Aprikose) hat leider nur die Birne Fortschritte gemacht. Die Aprikose scheint mir, hat sich schon in der Kinderstube mit der Monilia angesteckt eine fiese Krankheit, die auch meinem alten, so üppig tragenden Aprikosenbaum im letzten Jahr den Rest gegeben hat. Vermutlich war es einfach unsinnig, es hier wieder mit einer Aprikose zu versuchen. Aber ich war so traurig über den Verlust 😦

Auch der winzige Zwetschgenbaum ist jetzt … im dritten Jahr …wunderschön anzusehen. Dieses Jahr hatte er nur wenige Blüten, dafür ordentlich an Laub zugelegt. Muss wohl auch mal sein. Ich mag den kleinen Kerl. Auch wenn er wohl immer „Bückware“ bleiben wird, hat mir doch erst nach einem Jahr die Gärtnerin verraten, dass es ein „Pixie“ ist, also ein gewollter Zwergenwuchs! Hey, so klein sollte er nicht sein! Aber seine Früchte sind groß und schmackhaft.

Wie man sehen kann, liegt der Zauber noch im Verborgenen, um so mehr freue ich mich über die erste Margeritenfracht … habe ich schon erwähnt, dass Margeriten zu meinen Lieblingsgartenblumen gehören? Wohl auch so ein Rest Kindheit 🙂

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Und dann hatte ich noch einen ganz besonderen Gast … pst, leise, nicht verscheuchen. Mit großen staunenden Leuchtaugen schaute er in die Welt, ein wenig zitternd angesichts der Weite und Kühle. Ich habe ihm Glück gewünscht und ein kleines Lebewohl zugewinkt, als er weiterzog.

Ist sie nicht wunder-wunderschön, die liebe Libelle?

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Gartenküche

Pralles Frühlingsfutter (vegan)

Draußen ist einigermaßen kühl und klamm, ABER es ist Frühling. Die Vögel torkeln im Liebestaumel durch das neue Grün, der Kuckuck  huhut schon am frühen Morgen, das Unkraut sprießt 😉 und meinen Astral-Leib giert es nach nährenden und vitalisierendem Futter. Nein, im Ernst. Jetzt, wo es endlich wieder einigermaßen gut gefüllte Regale mit erstem frischen Gemüse gibt (ich rede von möglichst regionalem und allerhöchstens europäischen Zeug 😉 ) kann ich kaum an mich halten und schwelge in höchsten Genüssen. Natürlich lasse ich euch gerne daran teilhaben, wobei das gestrige Abendessen tatsächlich etwas aufwändiger war, als üblich. Hier schon mal der Appetizer … sieht das nicht lecker aus?

Frühlingssalate mit warmen Champignons-Auberginen-Topping, dazu Riesenbohnen in Tomaten-Rosmarin-Dress und Veggi-Tuna-Creme auf frischem Ciabatta.

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Zum Salat selbst brauche ich nicht viel schreiben, meine ich. Verschiedene Sorten Blattsalate, ganz nach Geschmack und Verfügbarkeit. Dazu kamen bei mir frische Radieschen, etwas roter Paprika, Tomaten, Frühlingszwiebel, Gurke.

Frische Kräuter hacken und auf den Salat streuen (frisches Knoblauchgrün, Zwiebelchen, Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Minze … alles was der Garten derzeit eben so hergibt)

Oben auf den Salat gab es zusätzlich eine Handvoll gerösteter Sonnenblumenkerne und gerösteter Hanfsaat sowie eine Handvoll Alfa-Alfa-Sprossen und Mungobohnen-Sprossen.

Salatdressing:

In ein Schraubglas geben:

Olivenöl, Balsamico-Essig, einen Spritzer Agavensirup (oder andere Süße), eine ausgepresste Zehe Knoblauch, Salz, Pfeffer. Zuschrauben, kräftig schütteln. Fertig.

Für das Champignon-Auberginen Topping:

Frische Champignons in etwas Olivenöl anbraten, eine ausgepresste Knobi-Zehe dazu, gewürfelte Auberginen beigeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken, zur Seite stellen.

Riesenbohnen an 😉 Tomaten-Rosmarin-Creme … oder so

Die Riesenbohnen hatte ich schon abgekocht (von einem anderen Essen), im Kühlschrank stehen. Also schnell in Olivenöl angeschwenkt, etwas Tomatenmark und ein Löffel scharfe Tomatensoße dazu, frisches Rosmarin und Kräuter der Provence kurz mit anrösten, und mit einem winzigen Schluck Weißwein abgelöscht einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Beiseite stellen.

So, und nun noch mein absolutes Highlight (ich könnte mich drin wälzen) …

Veganer „Tuna-Aufstrich„.

In der Herstellung sehr einfach, hält auch gut im Kühlschrank (wie lange, kann ich allerdings nicht sagen, da immer ziemlich schnell alle).

Zutaten:

Für die Paste:

1 kl. Dose Kichererbsen (oder äquivalent selbst eingeweichte und gekochte. Ich mache meist eine größere Menge fertig und friere dann Portionen ein), 2 Eßl. Hefeflocken, 1 Tl. Noripulver (oder andere feine Algen), 2 Eßl. dunkle, kräftige Sojasoße, Pfeffer :

Die Kichererbsen und die Gewürze mit einem Stabmixer schön cremig rühren, bei Bedarf noch pfeffern oder salzen (aber aufpassen, Hefeflocken, Soja und Algen sind eigentlich salzig genug)

1/2 (kleines Glas) eingelegte Artischocken (oder Artischockenherzen), in Stückchen schneiden. 1 kleine Zwiebel oder Schalotte in feine halbe Ringe schneiden.

Vegane Majo zubereiten, und alles miteinander verrühren.

Für die vegane Majo:

100g weißen Tofu (oder Seidentofu), 1 Eßl. Essig, Salz, Pfeffer, Olivenöl. Alle Zutaten mit einem Stabmixer cremig rühren. Abschmecken.

Fertigen Aufstrich in Gläser füllen, im Kühlschrank sicher eine Woche (ausprobiert) haltbar.

Da die einzelnen Zutaten (Kichererbsen, Riesenbohnen …) schon vorbereitet waren, hat sich die Zubereitungszeit auf ca. eine halbe Stunde beschränkt. Die Putzerei (Salat und Gemüse) hat man ja immer. Aber es war ja schließlich auch ein nicht alltägliches, besonderes und absolut leckeres Essen.

 

Gartenträume

Der Garten im September (Rückschau und Träume)

Noch sind die Tage warm bis sehr warm. Dennoch ist es nicht zu leugnen, das Jahr marschiert auf den Herbst zu. Mit großen Schritten. Die Nächte werden kühler, es wird früher dunkel, der Spätsommer kippt in den Frühherbst hinein. Ich selbst liebe diese Zeit sehr. Die klare, kühle Luft der Morgenstunden, die goldenen Spät-Nachmittage und vor allem auch die in sich ruhende Fülle der Natur. Auch hier merkt man nun, dass die Zeit langsamer voranschreitet. Und vor allem natürlich auch im Garten. Das Gras will nicht mehr so oft gemäht werden, die Blumen welken langsam ab, die Farben werden kräftiger, … ja erdiger (Astern, Sonnenblumen, etc.)

Zeit schon ein kleines Resümee zu ziehen?

Das diesjährige Gartenjahr war (für mich) ein sehr gemischtes. Im Frühjahr war ein so guter Start, die Zuckererbsen haben mich fast überschwemmt. Aber dann war wieder aller „zu“ … zu kalt, zu trocken, zu nass, zu warm … Durch den milden Winter waren die Pflanzen zusätzlich gefordert, denn Myriaden von Ungeziefer ist über sie hergefallen 😉 So zumindest kam mir es vor, wenn ich wieder einmal ergebnislos versucht habe, die Läuse auf den Lupinen, die weißen-Motten-Gelege oder die Schmetterlingseier auf den Kohlrabiblättern auch nur annähernd in den Griff zu bekommen. Ich habe vieles versucht: Spritzmittel aus Tomatenkraut, Schmierseife, absammeln, abreiben, … rausreißen und abschneiden.

Hat alles nicht viel geholfen, (außer Letzterem). Bei den Kohlraben gab es viel an Totalverlusten, auch die Apfelernte in diesem Jahr ging gegen Null. Jeder Apfel war „angebohrt“ und faulte quasi schon am Baum weg.

Immerhin hat mich die Zwetschgenernte des neu gesetzten Winzlings mehr als entschädigt: wunderschöne Früchte, mindestens 2 kg auf dem kleinen Zwerg. (Praktisch zu ernten, nur das „Bücken“ war anstrengend #lach). Bin gespannt, ob das Bäumchen im nächsten Jahr etwas wächst, dieses Jahr hat er kaum an Höhe gewonnen. Über meine tolle Tomatenernte habe ich ja andernorts schon geschrieben, die Ernte läuft immer noch auf Hochtouren. Ist schon witzig manchmal. Im letzten Jahr so schlimme Ausfälle durch die Braunfäule und in diesem Jahr (trotz zum Teil heftiger Regenzeiten) nichts davon. Man muss es wohl wirklich immer nehmen, wie es eben kommt. Und sich dann an dem freuen, was die Natur einem schenkt. In diesem Jahr eben VIELE Erbsen, dafür wenig Bohnen, kaum Zucchini, Kürbis oder Gurken, entschädigt aber von Tonnen an Tomaten #lach. Was solls. Zu essen gibt es immer was. Und heimlich bin ich schon wieder am Planen für das nächste Jahr.

Immerhin habe ich schon etliches an Saatgut gehortet, vor allem meine Tomatenzucht liegt mir am Herzen. (Vielleicht sollte ich dem Thema mal einen eigenen Beitrag gönnen).

Jetzt aber stehen erste „Herbstarbeiten“ an. Ein alter Baum muss ausgegraben werden und zwei neue Bäumchen gepflanzt. Um den alten Burschen ist es mir leid. Das war ein sehr alter Aprikosenbaum, der immer unglaubliche Mengen an leckeren Früchten gebracht hat. Leider hatte er der Monillia und dem letzten Frost im Frühjahr nichts mehr entgegenzusetzen. Nun soll an die Stelle ein Birnbaum, aber ich überlege schon hin- und her, wo ich nicht doch noch eine Aprikose unterbringen kann. Außerdem würde ich gerne noch einen Holunder an den Zaun pflanzen. Gehört einfach in jeden Garten. Böse Geister abwehren und so.