Gartenküche · Schätze Konservieren

Ofensugo … mal anders

Eigentlich habe ich nach einem schönen Rezept für Apfelmus gesucht. Und auch gefunden, samt einem sehr ansprechenden Blog, aus dem ich am liebsten gleich anfangen würde nachzukochen, nachzukochen, nachzukochen 🙂

Tolle Rezepte, tolle Texte und noch tollere Bilder. Vermutlich kennt ihr alle diesen Hammerblog grain de sel – salzkorn schon, ich kam heute aus dem Lesen und Stöbern  gar nicht hinaus. (Tipp an LandGlück: Schau dir dringend einmal die Pilzrezepte beim Salzkorn an!!)

Ich las also von diesem leckeren Apfelmus im Römertopf, arbeitete mich dann vor zur Tomatensoße im Ofen, erinnerte mich, dass auch LandGlück ähnliches berichtete (sorry, Heike, finde dein Sugo-Rezept nicht mehr) und beschloss, das eine mit dem anderen zu verbinden. Sugo ist immer eine sehr individuelle Sache. DAS Rezept kann es deshalb nicht geben. Man nimmt das, was man da hat und wodurch man sich gerade inspiriert fühlt. Bei mir heute eine schlichte Soße, ohne großen Schnickschnack.

Aha, dachte ich: Römertopf. Hat irgendwie ebenso eine Geschichte, wie Waschnuss. Nur eine Generation früher. Muss irgendwie mal der Hit gewesen sein, ich habe den meinen aus dem Haushalt meiner Mutter geerbt, kann mich aber nicht erinnern, dass es in meiner Kindheit jemals ein Gericht daraus gab. Ich gestehe, auch ich habe ihn nur ein- zweimal benutzt, dann landete er wieder in den Tiefen des Küchenschranks. Passte also doppelt.

Das Apfelmusrezept werde ich 100pro demnächst ausprobieren, aber heute schien es mir naheliegender, die 2kg nachgereifter Tomaten, die ich aus den Kartons ausgesammelt hatte, zu verarbeiten.

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Wie man sehen kann, habe ich auch einen Teil „sanftrote“ bzw. „kaum-noch-grüne“ dazu genommen, dachte, es könne einen ähnlich leckeren Effekt geben, wie beim Chutney. Allerdings habe ich auf die knüppelgrünen verzichtet, von wegen der bösen Gifte 😉

Dann habe ich zusammengesucht, was ich an Kräutern und Gewürzen reinhaben wollte, es passte schön, dass ich diese Woche die beiden Basilikumtöpfe reingenommen habe, diese habe ich hierfür komplett abgeerntet.

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In einem Glasschälchen habe ich das „Gold“ der Küche vorbereitet, eine Mischung aus Olivenöl, Balsamico, Agavensüße (oder Honig) und dort die gepressten Knoblauchzehen dazu gegeben.

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Der Rest war simpel: Tomaten halbieren, in den Römertopf schichten, dazwischen die Zwiebelstücke, Peperoni, Chilis und Gewürze geben, pro Schicht immer eine kleine Prise Salz. Obenauf die abgeriebene Zitrone.

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Am Ende das „Gold“ drübergießen, Deckel drauf und bei 160° C in den Backofen (Ober- und Unterhitze).

Die erste Stunde habe ich den Deckel draufgelassen, dann mal nachgesehen. Es schmurgelte fein, war aber bis oben hin flüssig. Also kam der Deckel nun runter und weiter ging es, noch zwei Stunden.

Danach wurde die Pampe (Heike 🙂 ) durch ein Sieb gestrichen. Ich besitze zwar eine Lotte, „streiche“ aber lieber, das geht viel schneller und ist nicht so eine Sauerei.  An dieser Stelle habe ich das erste Mal gekostet. Und was soll ich sagen. Wow, wow, wow..

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Ich war mir nicht wirklich sicher, ob sich der doch sehr hohe Energieaufwand lohnen würde, im Vergleich zu meinem sonst im Topf gekochten Sugo. Aber: Wow.

Unglaublich intensiv und würzig, ich habe keinen Krümel Würze nachjustiert. Natürlich ist es nicht leuchtend rot. Schließlich sind nciht nur grüne Tomaten mit drin, sondern auch eine Menge Basilikum und dunkler Balsamico. Aber, es ist, so wie es ist, perfekt. Für eine Pizzasoße müsste ich es noch eine Weile weiter einreduzieren, aber da ich es zusammen mit der Schärfe geschmacklich sehr intensiv fand, habe ich beschlossen, es genau so zu lassen, wie es ist.

Ein Töpfchen voll wurde gleich zur Seite gestellt, das gibt es heute Abend mit Nudeln. Ein weiteres Glas bekommt G., der sich eben einen Riesentopf Gulasch bereitet und dabei versucht, der Katze Herr zu werden, die völlig am Ausflippen ist (kein Wunder im fast völlig vegetarischen Haushalt #chch). Das dritte große Glas stelle ich in den Kühlschrank und verkoch es diese Woche. Lohnt nicht, einzumachen.

Fazit: Experiment gelungen. Wird wieder so gemacht. Dank an meine „Musen“ „Salzkörnchen“ und „LandGlück“.

Zutaten:

2kg Tomaten (alle Reifegrade, verschiedene Sorten: Cocktail und Marktomaten)

3 Zwiebeln, 8 Chilis/Peperoni, 4 Knobizehen, Pfefferkörner (ca. 15), Piment (ca. 5), Nelken (ca. 5), zwei Lorbeerblätter, abgeriebene Schale von Zitrone, Kräuter der Provence, Salz.

Olivenöl (ca. 5 Eßl., Balsamico (ca. 3 Eßl.), Agavensüße (ca. 2 Eßl.)

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Süße Leckereien – Sauerkirschen (Saft und Marmelade)

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass für mich nach den Erdbeeren erst mal Schluss ist mit Marmelade. Aber ich habe nicht an nette Gartennachbarn gedacht und so bekam ich gestern das Angebot, mir zwei Eimer Sauerkirschen zu pflücken. Konnte ich natürlich nicht nein sagen 😀

Da ich selbst keinen Kirschbaum habe, ist mein Haushalt  nicht mit Kirsch-Entstein-Hilfsmitteln ausgestattet, weshalb ich erst einmal ratlos war, was ich nun mit den sehr reifen und saftigen Kirschen machen soll. Aber wenn die Not am Größten ist … mein Gatte hatte gleich den passenden Rat zur Hand und hat mir den weltbesten Kirschenentsteiner gebaut. Dazu brauchte es lediglich: Eine Haarnadel (fand sich in den Tiefen der Küchenschublade) und eine Flasche Cabernet Sauvignon von 2003 … okay, ein anderer Wein hätte es auch getan, oder nicht ganz, denn unser Winzer hat mittlerweile auf Schraubverschlüsse umgestellt und wir brauchten doch den Korken.

Sieht simpel aus, ist es auch, aber definitiv tauglich. Den Korken richtig in der Faust, kann man den Kern wunderbar „rauslöffeln“. Ich habe gestern Abend dennoch eine gute Stunde gesessen, bis ich die beiden Eimer entkernt hatte. Und danach noch eine halbe Stunde, um sowohl die Küche, als auch mich zu reinigen 😉 Was für eine Sauerei! Insgesamt blieben  3,5kg Früchte und ein guter Liter Saft. Da ich davon ausging, dass in den Früchten noch weitaus genug Saft für die Marmelade ist, habe ich den Saft abgeschüttet,  mit 100g Zucker gesüßt und eingekocht. Mhm, ich mag Kirschsaft sehr gerne. Dazu habe ich den Saft einfach kurz aufgekocht, dabei abgeschäumt, über Nacht stehen lassen, nochmal den „Propfen“ entfernt und den jetzt klaren Saft in Flaschen gefüllt und 15min. bei 80°C eingeweckt.

Die 3,5 kg Früchte habe ich mit 1,5kg braunem Rohrzucker über Nacht ziehen lassen und heute früh dann in ein Sieb umgefüllt, um den Zuckersaft zu gewinnen. Diesen habe ich dann als Läuterzucker gekocht, also einreduziert und dabei immer abgeschäumt. Da Sauerkirschen extrem wenig Eigenpektin haben, habe ich noch einmal 500g Zucker mit einem Päckchen Pektin vermischt und unter die Früchte gemischt. Die Früchte kamen dann in den Läuterzucker und nun wurde gekocht und gekocht und gekocht. Dauerte echt verflixt lange, bis die Kirschen beschlossen nun zu gelieren. Nach ca. 10min. habe ich ein kleines Glas Lemonensaft dazugegeben, wegen der Säure, damit das fruchteigene Pektin besser aufgespalten wird.

Immer wieder Gelierprobe, bis ich ENDLICH das Gefühl hatte, es bildet sich ein Häutchen. Naja, ich bin nicht so sehr der Marmeladenesser, ich mag das Fruchtmus mehr, um mir selbst meine Joghurts und Quarks anrühren zu können. Und dazu muss es ja nicht schnittfest sein. Und meiner Erfahrung nach dickt es auch noch ein wenig nach.

Also in die Gläser gefüllt und fertig. Ach … schmecken tut es ausgezeichnet. Unglaublich intensiv und die Farbe ist der Hammer. Immerhin sechzehn Gläser. Mnjami.

Aber wenn ich mir den (wirklich nicht sehr großen!) Kirschbaum der Nachbarin, der immer noch prall vollhängt, obwohl sowohl sie, als auch ich schon gepflückt haben … dann bin ich mir sicher: KEIN Kirschbaum im Garten. Nein. Nein.

Nachtrag:

Heute Abend ein Glas geöffnet. Die Marmelade ist nicht wirklich fest geworden, auf dem Brot dürfte es ein Balanceakt werden 😉

Habe zum Geschmackstest Quark und Joghurt vermischt und die Kirschkonfitüre eingerührt. Und was will ich sagen. PRIMA. Kommt zehnmal besser als gekaufter Kirschjoghurt- oder quark. Viel intensiver im Geschmack und sehr viel mehr „echte“ Kirschen zwischen den Zähnen. Also für mich optimal. Eben keine Konfitüre sondern Kirschmus … oder so 😀

 

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Vom Saftsack bis zum „Rex“

Haha, es ist soweit 🙂

Ich habe mich dafür entschieden, mir ein neues Gerät anzuschaffen. Heute mal eines, auf dem nicht ein Apfel sondern eine fette Erdbeere prangt 😉 Ein „Einkochautomat“. Die letzten zwei Jahre habe ich zwar schon mit einem großen Topf und Pi-mal-Daumen auf dem Herd rumexperiementiert, aber irgendwie nervte das doch ziemlich und sonderlich energiesparend war die Methode sicherlich auch nicht, da immer nur drei bis vier Gläser, je nach Größe in den Topf passten.

Einen klassischen Einmachtopf – so einen mit Thermometer – gibt es zwar noch im Keller der Schwiemu, aber ich bezweifle ein wenig, dass dieser Topf sich so gut auf der Ceran-Fläche macht (davon abgesehen, ist meine Platte nun ja nicht so groß).

Also ich in den nächsten Haushaltswarenladen und bestellt (eine Bestellung im Internet hätte mir zwar den Transport gespart, wäre aber nicht billiger gewesen!!) … und schließlich muss der Einzelhandel ja auch leben. Vor allem, weil ich diese kleinen Traditionsgeschäfte fernab aller Ketten unendlich liebe.

Nach zwei Tagen war er schon abholbereit, mit Spanngummis auf den Gepäckträger vom Fahrrad getüddelt und los ging es. Okay, nur bis zur nächsten Ecke, ich hatte mich nicht getraut zu arg zu „spannen“, hatte Schiss, dass mir die Haken um die Ohren fliegen. Und trotzdem ich nur geschoben habe, rutschte der ganze Kram dann … aber sag mir noch einer, die Menschen wären nicht mehr hilfsbereit. Gleich waren ein junger Mann und seine Freundin zur Stelle, legten sofort hilfreich Hand an … und der junge Mann ließ es sich nicht nehmen, das ganze so sicher zu „verspannen“, dass ich danach sogar nach Hause radeln konnte. Dankeschön nochmals 😀

Tatam … hier ist er also


Simples Teil eigentlich. Ehrlich gesagt, war ich fast etwas enttäuscht, ich wusste nicht, dass das ganze Ding aus Plastik ist. Dachte, das wäre Email. Naja. Kann mir irgendwann ja mal die Luxus-Variante aus Edelstahl leisten … wenn ich groß bin.

Aber ich denke, für meine Zwecke reicht das völlig aus.

Warum um Himmels Willen, willst du „einwecken“ wie in Omas Zeiten? Jaaa, das wurde ich schon öfter gefragt. Dafür gibt es mehrere Argumente.

1. Ich habe einen Garten

2. Ich habe nur eine winzige Tiefkühltruhe und möchte auch keine weitere, denn Tiefkühlkost ist AUCH ein großer Energiefresser, das Gefriergut braucht das ganze Jahr über Strom. Für das Eingemachte braucht es einmal die Energie, danach steht das Glas dann als Vorrat im Regal und die Gläser werden wiederverwendet.

3. Ich kann mir prima auch selbst einige Vorräte anlegen mit „Fertigfood“, manche Sachen schmecken ausgezeichnet. Damit kann es dann auch mal schnell gehen und ich weiß genau was drin ist.

4. Ich kann meine Vorräte auch verschenken, weitergeben (ist mit Tiefkühlkost manchmal etwas schwierig)

5. Eingeweckt wird in Glas, das ist mir sympathischer als die Beutel und Gefäße aus Plastik im Tiefkühler

6. Es macht Spaß

Vor gar nicht langer Zeit habe ich einen Bericht im TV gesehen (leider nur die Hälfte, weil danach ein Fußballspiel lief), in dem es um Konservierungsstoffe und -methoden, bzw. um Zusatzstoffe ging. Und es ist erschreckend, was da zum Teil alles im Essen landet. Dabei wurde mir bewusst, welch großer Fortschritt die Entwicklung des „Einweckens“ für die Privathaushalte doch war und welch Verlust es, auch kulturell bedeutet, wenn die Menschen nicht nur verlernen, Nahrung überhaupt zuzubereiten (zu kochen etc.) … sondern auch sie sich über einen längeren Zeitraum nutzbar zu machen. Die Debatten um „Mindehaltbarkeitsdaten“ zeigen es ja sehr deutlich, wie viele Menschen  kein eigenes Gespür oder Wissen mehr haben, um zu entscheiden, ob etwas noch genießbar ist oder nicht.

Jetzt bin ich schon ganz hibbelig, dass endlich etwas anfällt, was ich einmachen kann 🙂

Im letzten Jahr waren es hauptsächlich ein paar Gläser Rote Beete, fertig zubereitetes Kohlrabikraut, und diverse Chutneys (die man aber prinzipiell eigentlich wie Marmelade einfach heiß einfüllen und zuschrauben könnte), Apfelkompott und Apfelmus (war eine Apfelschwemme) und eingekochtes Sugo (Tomatensoße). Auch das Sugo … eigentlich nicht nötig, es einzukochen, heiß abfüllen reicht meistens.

Jetzt mit meinem schicken Gerät, will ich aber auch ein wenig experimentieren.

Was habe ich vor?

Ich selbst bin ja Vegetarierin, aber der Gefährte nicht. Wenn es kalt ist, mag er sehr gerne einmal Hühnerbrühe mit Reis oder auch eine kräftige Rinderbrühe mit Einlage. Da würde es sich sicherlich lohnen, ein Hinkel-Vieh abzukochen und dann die Brühe mit dem Fleisch einwecken. So müsste er nicht immer gleich drei Tage lang dran essen und könnte sich spontan mal was „Fleischiges“ machen 😉

Auch andere Fertigeintöpfe will ich ausprobieren, ich werde die nächste Zeit beruflich sehr eingespannt sein, da bin ich sicher froh, mal schnell etwas warm zu machen.

Brotaufstriche selbst machen und in Gläschen einwecken.

Wer weiß, vielleicht versuche ich sogar mal Kuchen im Glas … alleine die Vorstellung finde ich faszinierend 😀

Rezepte und Zeiten findet man erfahrungsgemäß problemlos im Internet. Ich mag aber auch Bücher. Auch alte Bücher … und konnte mir nicht verkneifen, mir gleich noch ein passendes Rezeptebuch der Firma Rex (früher nannte man das auch „einrexen“) anzuschaffen. Aus dem Jahr 1917 … aber die Erstauflage war 1910, von daher sind die Rezepte noch nicht kriegsreduziert (bzw. mit Surrogaten ersetzt) in den Zutaten. Da habe ich auf charmante Art die Basics beieinander.