Gartenträume

Kleiner Gartenrundgang 7. Mai

Endlich endlich einmal zwei Tage wärmer und tatsächlich Sonne. Bis jetzt hatte ich kaum das Gefühl, dass der Frühling richtig in die Puschen kommt. Dennoch hat sich im Garten einiges getan. Es war einfach bislang nicht so offensichtlich.

Naja, wenn ich mir meine Tomatenwinzlinge so ansehe, die kümmern einfach weiter vor sich hin. Ob das noch was wird? Ich stell mich schon darauf ein, dass ich dieses Jahr Pflanzen kaufen muss, wenn ich Tomaten möchte … und die möchte ich!

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Was mich allerdings so richtig freut, ist folgendes Bild. Erkennt ihr, was das für Pflanzen sind?

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Genau. Pastinaken. Ich hatte noch NIE Pastinaken, obgleich ich schon gefühlt hunderte Samentütchen ausgestreut habe. Klappt einfach nicht, ebenso nicht wie Möhren, Wurzelpetersilie … und wenn ihr euch nun fragt, woher die tollen Pflanzen kommen, dann sag ich nur eins: Gartencenter. Als ich vor zwei Wochen oder so einkaufen war, sah ich die Pflänzchen, neben Möhren. Ich hab laut gelacht, da ich die Stimme meiner Oma im Ohr hatte: „Möhren kann man nicht vorziehen“. Bin zweimal dran vorbeigelaufen und dann dachte ich mir. Was solls, auch nicht teurer als die nicht funktionierenden Samenpäkchen. Und siehe da …es geht! Sie haben sogar direkt nach dem Pflanzen die Nachtfröste überstanden. Und was hab ich wohl jetzt in diesem speziellen Töpfchen (lange schmale Einbuchtungen für die Würzelchen) am Fenster stehen? Wollja, Möhren. Wollen doch mal sehen, Oma.

Auch der gekaufte Salat macht sich prima, allerdings konnte ich gestren auch schon den eigen ausgesäten Eissalat vereinzeln.

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Ab nächster Woche kann geerntet werden, denke ich. Dazwischen wachsen Rucola, und Erdbeeren blühen, in der Mitte sind die ersten Kohlrabi (sehr gelitten haben sie unter den miesen Schnecken). Butterkohl und Blumenkohl hatte ich hier auch vorgesät, in den Kästen ist es doch etwas geschützter. Die sind heute rausgekommen. Als „Rücken“ an den Holzbeeten habe ich Reisig als Windschutz gesteckt, hier kommen die Erbsen hoch.

Immerhin hat der verlangsamte Frühling auch Vorteile. Ich freu mich immer noch an meinen beiden (einzigen) Tulpen. Diese samtige Farbe ist einfach nur schön. Und in diesem Jahr scheinen auch langsam meine Guerilla-Techniken von Erfolg gekrönt zu sein: An allen Ecken wagen sich Blümchen raus (z.B. oben die Vergissmeinichte, daneben meine „Minz-Wiese“), anderes ist schon in den Startlöchern. So die Pfingstrosen, die in der letzten Woche sicher einen halben Meter zugelegt haben (und Knospen sind auch schon da).

Gestern haben wir die Wiese das erste Mal gemäht. Wie immer bleibt ein Stück als „Biotop“ stehen, die Insekten freuts und mein Auge auch. Das Silberblatt blüht, ich bin jedes Jahr gespannt, ob auch neben den pinkfarbenen wieder die selteneren weißen Blüten auftauchen. Aber schön sind sie beide. Nicht so gut zu sehen sind auf den beiden Bildchen oben rechts sind ein paar meiner Rosen: zum einen mein Rambler, der nun endlich in die Puschen kommt und das Rosen-Lavendel-Beet. Einige Lavendel haben den letzten Winter unter dem Frost gelitten, aber ich denke, die Lücken füllen sich wieder. Auf eine andere Rose (Marie-Curie) freu ich mich ganz besonders. Sie sieht so gesund und üppig aus und hat so zugelegt, eine wirkliche Freude. Auch die Ableger von Sabine Pecoraro-Schneider (Gallica und nocch so was chch) haben ordentlich zugelegt, Rosen scheints hier zu gefallen.

Last but noch least, ein weiteres Sammelsurium:

Die neuen Himbeeren am alten Holzbiotop (beim Eimer), der Kartoffelturm und die roten Johannisbeeren. Und mein liebes Apfelbäumchen (Alkmene) soll den Rundgang abschließen. Bin so gespannt, ob wir dieses Jahr die ersten Äpfel bekommen.

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Gartenträume

Summer in the Shire 2016

Der Sommer, der dieses Jahr nicht so richtig in die Puschen kommen wollte, steht nun in mitten seiner ganzen üppigen Pracht. Der sanfte warme Wind ist voller Düfte: Lavendel, Salbei, Majoran … Minze und Basilikum. Süßer Obstduft von Brombeeren und ersten Falläpfeln. Am blauen Himmel (am Morgen mit abnehmendem Erntemond) rufen die Raubvögel ihre Klagegesänge.

Auch wenn der reifende Holunder und die rot werdenden Hagebutten das Ende des Sommers ahnen lassen … noch ist es nicht so weit und noch nehmen wir die ganz Fülle des Jahres in uns auf. Mensch wie Tier.

Kraft und Sonne tanken.

Das Gartenjahr war aus meiner Sicht (trotz einiger Einbußen) erfolgreich. Ich hatte mir für dieses Jahr vorgenommen zu versuchen, so anzubauen, dass wir möglichst viel frisch verbrauchen können, um nicht so viel einmachen zu müssen. und tatsächlich ist es in diesem Jahr etwas entspannter. Kann aber auch daran liegen, dass der Pfirsichbaum dieses Jahr (nach zwei übermäßigen Jahren) Pause macht, so dass die Früchte in einer überschaubaren (und frisch verzehrbaren) Menge heranreifen. Letztes Jahr dagegen musste ich schauen, wie ich ca. 30kg Pfirsich verarbeitet bekomme.

Ok, dafür sind die Brombeeren dieses Jahr exorbitant … ich habe endlos viel Saft und Sirup eingemacht, Gelee und jetzt mit den Resten gibt es noch Chutney und Brombeereessig/Balsam.

Auch die Bohnen waren/sind in diesem Jahr ein Gedicht. Sie lieben dieses feuchtwarme Wetter.

Über die Paprika brauchen wir nicht weiter reden. Viel zu kühl war denen im Frühjahr. Ich hatte sie zu früh auf den Balkon zum Abhärten, wusste nicht, dass die Planzen auf Kühle mit Wachstumstop reagieren. So sind es kleine Wadenbeißer geblieben und die drei Früchte stützen ihre Nasen auf dem Boden ab. Aber macht ja nichts.

Die Tomaten freuen mich. Vor zwei Wochen sah es aus, als würde die Braunfäule  wieder einmal alles kurz vor der Ernte vernichten, aber da ich immer weniger  ausgeize und die Pflanzen fast alle mehrtriebig wuchern lasse, hatten sie genug (gesunde) Grünmasse, so dass ich nur konsequent braune Blätter und faule Früchte entfernt habe und jetzt sieht alles schon nicht mehr so schlimm aus. Wie man oben auf dem Bild sehen kann, hat sich meine „Haustomate“ (Scratchy), wieder einmal tapfer geschlagen und zeigt der Braunfäule eine lange Nase.

Was allerdings noch ansteht, ist das große Beet mit Roten und Gelben Beeten. Die sind dieses Jahr enorm gut gewachsen und ich müsste langsam mit der Ernte beginnen. Aber nicht jetzt in den angesagten drei (über)heißen Tagen.

Der Winterlauch steht prächtig und immerhin zwei meiner Kohlpflanzen sehen aus, als ob es was zu ernten gäbe. Brokkoli und Blumenkohl waren dieses Jahr leider ein Totalausfall (Schnecken, weiße Fliegen, Raupen)

Aber jetzt kommt erst einmal für einige Tage der Hochsommer zurück mit angesagten Temperaturen über 30°

Da halte ich es mit dem Hund: Lass mir morgens die Sonne auf den Pelz brennen und verschlafe den Rest des Tages im Schatten.

Gartenträume

Der Garten im September (Rückschau und Träume)

Noch sind die Tage warm bis sehr warm. Dennoch ist es nicht zu leugnen, das Jahr marschiert auf den Herbst zu. Mit großen Schritten. Die Nächte werden kühler, es wird früher dunkel, der Spätsommer kippt in den Frühherbst hinein. Ich selbst liebe diese Zeit sehr. Die klare, kühle Luft der Morgenstunden, die goldenen Spät-Nachmittage und vor allem auch die in sich ruhende Fülle der Natur. Auch hier merkt man nun, dass die Zeit langsamer voranschreitet. Und vor allem natürlich auch im Garten. Das Gras will nicht mehr so oft gemäht werden, die Blumen welken langsam ab, die Farben werden kräftiger, … ja erdiger (Astern, Sonnenblumen, etc.)

Zeit schon ein kleines Resümee zu ziehen?

Das diesjährige Gartenjahr war (für mich) ein sehr gemischtes. Im Frühjahr war ein so guter Start, die Zuckererbsen haben mich fast überschwemmt. Aber dann war wieder aller „zu“ … zu kalt, zu trocken, zu nass, zu warm … Durch den milden Winter waren die Pflanzen zusätzlich gefordert, denn Myriaden von Ungeziefer ist über sie hergefallen 😉 So zumindest kam mir es vor, wenn ich wieder einmal ergebnislos versucht habe, die Läuse auf den Lupinen, die weißen-Motten-Gelege oder die Schmetterlingseier auf den Kohlrabiblättern auch nur annähernd in den Griff zu bekommen. Ich habe vieles versucht: Spritzmittel aus Tomatenkraut, Schmierseife, absammeln, abreiben, … rausreißen und abschneiden.

Hat alles nicht viel geholfen, (außer Letzterem). Bei den Kohlraben gab es viel an Totalverlusten, auch die Apfelernte in diesem Jahr ging gegen Null. Jeder Apfel war „angebohrt“ und faulte quasi schon am Baum weg.

Immerhin hat mich die Zwetschgenernte des neu gesetzten Winzlings mehr als entschädigt: wunderschöne Früchte, mindestens 2 kg auf dem kleinen Zwerg. (Praktisch zu ernten, nur das „Bücken“ war anstrengend #lach). Bin gespannt, ob das Bäumchen im nächsten Jahr etwas wächst, dieses Jahr hat er kaum an Höhe gewonnen. Über meine tolle Tomatenernte habe ich ja andernorts schon geschrieben, die Ernte läuft immer noch auf Hochtouren. Ist schon witzig manchmal. Im letzten Jahr so schlimme Ausfälle durch die Braunfäule und in diesem Jahr (trotz zum Teil heftiger Regenzeiten) nichts davon. Man muss es wohl wirklich immer nehmen, wie es eben kommt. Und sich dann an dem freuen, was die Natur einem schenkt. In diesem Jahr eben VIELE Erbsen, dafür wenig Bohnen, kaum Zucchini, Kürbis oder Gurken, entschädigt aber von Tonnen an Tomaten #lach. Was solls. Zu essen gibt es immer was. Und heimlich bin ich schon wieder am Planen für das nächste Jahr.

Immerhin habe ich schon etliches an Saatgut gehortet, vor allem meine Tomatenzucht liegt mir am Herzen. (Vielleicht sollte ich dem Thema mal einen eigenen Beitrag gönnen).

Jetzt aber stehen erste „Herbstarbeiten“ an. Ein alter Baum muss ausgegraben werden und zwei neue Bäumchen gepflanzt. Um den alten Burschen ist es mir leid. Das war ein sehr alter Aprikosenbaum, der immer unglaubliche Mengen an leckeren Früchten gebracht hat. Leider hatte er der Monillia und dem letzten Frost im Frühjahr nichts mehr entgegenzusetzen. Nun soll an die Stelle ein Birnbaum, aber ich überlege schon hin- und her, wo ich nicht doch noch eine Aprikose unterbringen kann. Außerdem würde ich gerne noch einen Holunder an den Zaun pflanzen. Gehört einfach in jeden Garten. Böse Geister abwehren und so.