Gartenküche

Kürbis süß-sauer eingelegt

(Rezept aus einem Brief, gefunden in einem alten Buch)
Süß eingemachten  Kürbiß.
Die Kürbisse werden geschält; von den Kernden gereinigt, und in messerrückend starke Schnitze geschnitten. Darauf übergieß man sie mit guten Essig, darien sie einige Stunden liegen bleiben. Der Essig wird alsdann abgegoßen und mit Zucker, (auf den Liter 1 Pfund) & Zimmdrinde und einige Nelken gut gekocht. Wenn dieser Saft eine halbe Stunde gekocht hat, tut man die Kürbißschnitze hinein und läßt sie darin ankochen, dann werden sie herausgenommen und in ein Sieb zum abtropfen gebracht. Den Saft aber läßt man aber noch etwas kochen und gießt ihn darnach über die Kürbisse. Nach zwei Tagen gießt //
man den Saft wieder ab, und läßt ihn noch einmal ein wenig aufkochen, läßt ihn dann aber erkalten, ehe man ihn wieder über die Kürbisse gießt. In gut verschlossenen Gefäßen aufbewahrt sie sich sehr gut und bilden eine feine delikate und pikande Zuspeiße zu Rindsbraten u.s.w.
Der gekochte Saft muß das erste mal siedend darüber gegoßen werden, das zweitemal kalt. Lina Herrmann. Ebersbach.
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Gartenküche

Kürbis-Gnocci mit Steinpilzsoße

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Herbstzeit ist Kürbiszeit. Auch wenn traditionell in Deutschland die Kürbismanie noch nicht ganz so ausufert wie in anderen Ländern, so steigt der Konsum der gelben Früchte doch exponentiell mit der Zunahme … oder besser Übernahme anderer Traditionen. Und heute sind sie wieder auf Tour, die kleinen Geister, die vehement Süßigkeiten einfordern. Ich schlechter Mensch habe mal wieder vergessen, welche einzukaufen, weshalb ich … ich gestehe es … schnell die Klingel ausgestellt habe.

Seit zwei Wochen liegt auch in meiner Speisekammer ein kleiner Hokkaido und irgendwie war mir heute mal wieder nach: richtig lecker kochen.

Und ganz schnell bin ich auch auf ein Rezept gestoßen, das mich sofort angesprungen hat. Ehrlich gesagt nicht, wegen best-gnocci-ever, denn eigentlich, also so ganz eigentlich mochte ich Gnocci noch nie. Irgendwie waren sie nicht meins, vor allem die etwas glibschige Konsistenz … wenn ihr wisst, was ich meine. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb. Und was soll ich sagen: Es war lecker, SEHR lecker sogar. Ob sie nun the-best-ever waren weiß ich zwar nun nicht, (weil es ja meine ersten waren) … aber ganz ganz toll und sicher nicht die letzten.

Ich sage es gleich dazu: Ich musste doch einiges am ursprünglichen Rezept abändern (also es lohnt sich auf alle Fälle dort mal reinzusehen, vor allem auch, weil das ein ganz toller Blog ist!). Nicht nur, weil ich die Gnocci veganisiert habe (das wäre das geringste Problem gewesen), aber zu meinem großen Schrecken, waren meine gut in Glas oder Dose verschlossenen Vorräte an Hartweizengrieß und Sojamehl „bewohnt“. Verdammte Motten, muss ich wohl mit eingekauft haben … so dass ich auf Kartoffelstärke, Weichweizengrieß und Kichererbsenmehl ausweichen musste. Und frische Steinpilze hatte ich natürlich gar keine da. Aber … getrocknete und die waren auch arg lecker.

Zutaten:

Gnocci

Ein kleiner Kürbis (bei mir: 500 g geputzt)
40 g Grieß
40 g Kartoffelstärke
2 Eßl. Hefeflocken
Muskatnuss
Salz
Pfeffer

Soße
10g getrocknete Steinpilze
200g Kirschtomaten, confiert
Thymian
1 Knoblauchzehen
1 Schalotte, geschält, in Ringe geschnitten
Olivenöl
Einweichwasser von den Steinpilzen
2 TL Tomatenmark

Kürbis entkernen, in Streifen schneiden. Im Ofen bei 200°C Umluft etwa 20 Minuten rösten, gut ausdämpfen lassen. Die ausgedampften Stücke in den Mixer geben, Hefeflocken, Salz, Pfeffer, Muskat dazu und fein pürieren. Grieß und Kartoffelstärke unter den noch warmen, durchgedrückten Kürbisbrei mengen. Teig 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
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Nun die Kirschtomaten vorbereiten. Die Tomaten halbieren und in eine feuerfeste Form/Topf geben. Mit einer gehakten Knoblauchzehe und 2 TL Thymian bestreuen, 1 EL Olivenöl darüber träufeln, salzen, pfeffern und etwas zuckern. Danach 50min im noch warmen Backofen (runter auf 110°C) garen.
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Eigentlich nun den  Gnocchiteig „auf Hartweizendunst zu Rollen von 1 cm Durchmesser ausrollen“. Der Schritt hat bei mir gar nicht funktioniert, der Teig war viel zu weich um ihn überhaupt auch nur anfassen zu können. So habe ich in einen Teller Kichererbsenmehl gegeben und mit zwei Teelöffeln Teilstückchen abgestochen und auf das Mehl plumpsen lassen. Dann vorsichtig etwas gewendet, noch vorsichtiger etwas gerollt und auf ein Brettchen gelegt. Die Gnocchi dann in knapp kochendem Salzwasser pochieren, herausheben, abtropfen lassen.
Soße
Die getrockneten Steinpilze 20 min. in Wasser einweichen.
Für die Zubereitung ausdrücken, in Streifen schneiden, das Einweichwasser nicht wegschütten.
Pilze mit der Schalotte in Olivenöl anbraten. Mit Thymian, Salz und Pfeffer würzen. Mit dem Einweichwasser ablöschen, das Tomatenmark zugeben, einkochen lassen. Die reduzierten Kirschtomaten zufügen. Abschmecken und die die Gnocci kurz durchschwenken.
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Gartenzwerge & grüne Läuse

Der Garten im Juni

Uh, endlich nach einer ziemlich trüben und verregneten Woche, war es gestern schön und einladend im Garten. Wobei ich zuerst am liebsten weggelaufen wäre vor all der Spontanvegetation, die sich erdreistet hat, leise still und heimlich vor sich hinzuwuchern in den Tagen, die ich nicht da war.

Eigentlich hatte ich vor die Erbsen wegzumachen, aber spannenderweise haben die in diesem Jahr nochmal einen riesen Schub gemacht und blühen erneut so schön, dass ich sie weiter stehen lasse.

Diese Entscheidung hat mich allerdings etwas in die Bredouille  gebracht, bin ich doch gestern mit ordentlich Mangold, Rote Beete und den ersten Wintersalat-Setzlingen losgezogen, denen es im Balkonkasten langsam zu eng wurde. Wohin mit dem Zeug.

Der Regen hat den ersten Kohlraben etwas zugesetzt, einige waren schon ein wenig aufgeplatzt. Also, raus damit … und tatam Platz geschaffen. Nun wird es morgen böhmische Küche geben im Hause Scratchy: Fleckerln und Kohlrabenkraut. Mnjam … lecker. Gut, dass ich auch schon eine ordentliche Kümmelernte habe, den braucht es dazu.

Meine Gurkengewächse wollen dieses Jahr nicht recht. So eine mickrige Zucchini hatte ich noch nie, auch die Gurken kümmern ein wenig vor sich hin. Ob ihnen diese Gartenseite nicht behagt? Oder ist es das Wetter? Immerhin hat der Hokkaido gut zugelegt, er fängt schon an zu kriechen und setzt die ersten Blüten an. Der Butternut könnte allerdings etwas besser wachsen, der will auch nicht wirklich. Der wollte aber letztes Jahr auch nicht. Da hatte ich die sensationelle Ernte von einer Frucht. Schmeckte umso besser, das rare Teil 😀

Über die Tomaten freue ich mich riesig, die haben in der letzten Woche sicherlich an die 20cm gemacht. Zwischen die Tomaten habe ich in diesem Jahr Basilikum ausgesät – soll angeblich den Pflanzen gut tun … und siehe da, es sprießt und gedeiht.

Die Stangenbohnen fangen an zu klettern und die Buschbohnen sind in voller Blüte. Sieht gut aus. Meine Saubohnen waren in diesem Jahr leider ziemlich … nunja dürftig. Gestern habe ich die Hand voll geerntet, die die Läuse übrig gelassen haben. Schade, wo ich sie so gerne esse.

Was gibt es noch? Erdbeeren gibt es keine mehr. War wohl zu feucht und zu kalt … oder hat den Schnecken zu gut geschmeckt?

Morgen werde ich die Schwarzen Johannisbeeren abnehmen und auch einen ersten Schwung der Jochelbeeren. Mal sehen, was ich damit anfange. Die Brombeeren wachsen und gedeihen, auf die bin ich gespannt, die Pflanze habe ich im Herbst gesetzt. Stachellose, sollen allerdings nicht ganz so intensiv schmecken, wie „echte“. Mal schauen.

Gestern bin ich vor lauter Hektik nicht dazu gekommen zu fotografieren, aber ich denke, dass ich morgen ein paar Bilder nachreichen werde.

Der Garten im Juni ist fein. Erste Naschereien und diese wunderbare Aussicht auf – mehr 😀