Gartenzwerge & grüne Läuse

Kühler Juli

Nach einer anstrengende Woche war ich endlich wieder einmal im Garten. Obwohl der Juli wirklich viel zu kalt und zu nass ist derweil, war es für mich in diesem Fall ein Glück, denn so ist mir wenigstens nichts vertrocknet. Alles (auch die Spontanvegetation) ist gut gewachsen, der Tomatendschungel eher gewuchert (die Pflanzen sind sicher schon an die 1, 60 m hoch)  und alles hängt voller Früchte, jetzt fehlt nur noch ein wenig Wärme. Ich bibbere schon und beäuge jedes braune Blättlein argwöhnisch, weil ich Angst habe, dass die Braunfäule wieder alles vernichtet.

Die Buschbohnen sind jetzt in der letzten Blühphase, denke ich. Gestern noch einen Eimer abgenommen, in einer Woche ist dann vermutlich der Rest durch und ich kann sie rausnehmen. Die Stangenbohnen blühen schon kräftig, da wird es also fast nahtlos weiter gehen mit der Ernte.

Gurken, Kürbisse und Zucchini sind immer noch nicht der Hit in diesem Jahr. Wenn ich an meine Monster-Zucchini-Pflanze im letzten Jahr denke, dann ist das eher sehr kümmerlich. Aber ich will nicht jammern, so habe ich wenigstens keine Not, sie gleich zu verarbeiten … sprich zu essen. Die Gurkenernte war immerhin so, dass ich ein großes Glas russische Einlegegurken ansetzen konnte.  Sie schmecken wirklich lecker.

Die armen Kohlraben aber, die haben es echt nicht leicht, in diesem Jahr. Zuerst die weißen Fliegen, dann die Kohlweißlinge (Raupen) und jetzt fallen die Schnecken über die Blätter her. Vermute ich zumindest, denn so löchrig wie die Blätter aussehen – ein Jammer. Ich habe zwar immer schön brav Tomatenkraut-Jauche angesetzt und die Blätter begossen, aber bei dem vielen Regen ist das auch irgendwie witzlos. Da müssen sie jetzt durch.

Über meine Brombeeren freue ich mich riesig. Ich habe das kleine Pflänzchen (dornenlose) erst im letzten Herbst gesetzt und es wächst und wuchert, dass es eine Freude ist. gestern gab es schon eine erste Hand voll Beeren. Sehr lecker und aromatisch. Die Pflanze hat sicher vier Meter zugelegt, jetzt muss ich mich mal schlau machen, ob ich die einfach wild wuchern lasse oder ob ich die schneiden muss. Auch die Arionabeere ist gut angewachsen, eine kleine Hand voller Früchte wird es sicher geben.

Last, but not least blüht tatsächlich auch noch was anderes, als nur die Ringelblumen (die natürlich auch) – im späten Frühjahr gab es im Gartencenter einiges an reduzierten Knollen und Wurzeln und siehe da, es ist was angegangen. Wo ich doch gar kein Händchen habe mit dem Blumen 😉

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Gartenzwerge & grüne Läuse

Juligarten – Wassergarten

Samstag, 14.7.

Es regnet. Seit Tagen und ein Ende noch nicht in Sicht. Langsam mache ich mir Gedanken, ob mir bei diesen Wassermengen nicht die Pflanzen unter der Wurzel wegfaulen werden. In meinen trübsten Phantasien sehe ich auch schon die Braunfäule an die Tomaten anschleichen, wie Zombies an die hilflosen Opfer #seufz.

Wenn der Himmel heute die Schleusen einmal kurz schließt, will ich mal schnell nach dem Rechten sehen und vor allem die Buschbohnen abnehmen. Matsch und Regen hin oder her.

Zum Glück hat es etwas aufgehört, so konnte ich ca. 3kg Bohnen abnehmen und noch vier Kohlrabi. Sie platzen schon teilweise in der Nässe auf, einen Kohlrabi musste ich wegwerfen, er hat schon heftig in dem Riss gefault.

Die Tomaten sind gen Himmel gewuchert, noch scheint ihnen das Wetter zu behagen.Ich war endlos mit Anbinden und Ausgeizen beschäftigt. Ich bin völlig fasziniert über meinen Tomatendschungel. Eigentlich hatte ich im letzten Jahr Samen von Tomaten genommen, die recht stabil gegen die Braunfäule waren, eher kleine Cocktailtomaten. Was hier aber wächst, ist mir eher unbekannt. große, zum Teil extrem kräftige Pflanzen mit sehr langen Fruchtständen. An einer sind sicher zehn Tomaten. Ich bin gespannt, was da rauskommt. Sehr. Meine Mischkultur aus Tomaten, Ringelblumen, Basilikum, Dill und was da sonst noch wuchert, scheint im Übrigen allen Beteiligten gut zu behagen … wenn ich so über den Gartenzaun schiele, dann kann ich mit Stolz feststellen … meine sind die Größten und Schönsten (derweil) 🙂

Aber es ist auch herrlich, wie üppig die Ringelblumen wuchern. Ich mag sie einfach.

Sonntag, 15.7.

Heute habe ich das Beet, in dem die Erbsen waren, gehackt und eine zweite Runde Buschbohnen gesteckt. Das feuchte, warme Wetter ist optimal zum Ankeimen. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob sich die Bohnen so gut als Nachkultur für die Erbsen eignen, aber was soll’s. Ich kann es ja mal versuchen. Ansonsten heute „Spontanvegetation“ beseitigt … eimerweise.

Ach, fast vergessen, die Zwetschgen werden lila … ist das nicht schön?

Und mein erster kleiner Hokkaido wird auch schon sehr ansehnlich, wie ich meine.

So, mein Rücken und ich, wir gehen dann geh dann mal schlafen.

P.S. In meinem Komposter wohnen derzeit zwei ziemlich freche Brandmäuse. Die Kohle vom Terra Preta-Experiment scheint sie nicht zu stören. Gatte meinte nur: „Dann bekommen sie wenigstens keinen Durchfall“ 😉

Gartenzwerge & grüne Läuse

Der Garten im Juni

Uh, endlich nach einer ziemlich trüben und verregneten Woche, war es gestern schön und einladend im Garten. Wobei ich zuerst am liebsten weggelaufen wäre vor all der Spontanvegetation, die sich erdreistet hat, leise still und heimlich vor sich hinzuwuchern in den Tagen, die ich nicht da war.

Eigentlich hatte ich vor die Erbsen wegzumachen, aber spannenderweise haben die in diesem Jahr nochmal einen riesen Schub gemacht und blühen erneut so schön, dass ich sie weiter stehen lasse.

Diese Entscheidung hat mich allerdings etwas in die Bredouille  gebracht, bin ich doch gestern mit ordentlich Mangold, Rote Beete und den ersten Wintersalat-Setzlingen losgezogen, denen es im Balkonkasten langsam zu eng wurde. Wohin mit dem Zeug.

Der Regen hat den ersten Kohlraben etwas zugesetzt, einige waren schon ein wenig aufgeplatzt. Also, raus damit … und tatam Platz geschaffen. Nun wird es morgen böhmische Küche geben im Hause Scratchy: Fleckerln und Kohlrabenkraut. Mnjam … lecker. Gut, dass ich auch schon eine ordentliche Kümmelernte habe, den braucht es dazu.

Meine Gurkengewächse wollen dieses Jahr nicht recht. So eine mickrige Zucchini hatte ich noch nie, auch die Gurken kümmern ein wenig vor sich hin. Ob ihnen diese Gartenseite nicht behagt? Oder ist es das Wetter? Immerhin hat der Hokkaido gut zugelegt, er fängt schon an zu kriechen und setzt die ersten Blüten an. Der Butternut könnte allerdings etwas besser wachsen, der will auch nicht wirklich. Der wollte aber letztes Jahr auch nicht. Da hatte ich die sensationelle Ernte von einer Frucht. Schmeckte umso besser, das rare Teil 😀

Über die Tomaten freue ich mich riesig, die haben in der letzten Woche sicherlich an die 20cm gemacht. Zwischen die Tomaten habe ich in diesem Jahr Basilikum ausgesät – soll angeblich den Pflanzen gut tun … und siehe da, es sprießt und gedeiht.

Die Stangenbohnen fangen an zu klettern und die Buschbohnen sind in voller Blüte. Sieht gut aus. Meine Saubohnen waren in diesem Jahr leider ziemlich … nunja dürftig. Gestern habe ich die Hand voll geerntet, die die Läuse übrig gelassen haben. Schade, wo ich sie so gerne esse.

Was gibt es noch? Erdbeeren gibt es keine mehr. War wohl zu feucht und zu kalt … oder hat den Schnecken zu gut geschmeckt?

Morgen werde ich die Schwarzen Johannisbeeren abnehmen und auch einen ersten Schwung der Jochelbeeren. Mal sehen, was ich damit anfange. Die Brombeeren wachsen und gedeihen, auf die bin ich gespannt, die Pflanze habe ich im Herbst gesetzt. Stachellose, sollen allerdings nicht ganz so intensiv schmecken, wie „echte“. Mal schauen.

Gestern bin ich vor lauter Hektik nicht dazu gekommen zu fotografieren, aber ich denke, dass ich morgen ein paar Bilder nachreichen werde.

Der Garten im Juni ist fein. Erste Naschereien und diese wunderbare Aussicht auf – mehr 😀