Kompostereien

Würmer mit Migrationshintergrund und Tomatendiät?

Nun ist er also da, der Herbst. Obwohl es nochmal unglaublich schöne und warme, goldene Tage gab, wird es nun schrittweise kühler, nässer, nebliger.

Am Wochenende habe ich den herrlichen Sonnenschein ausgenutzt und meinen Tomatendschungel kleingeknipst. Denn da ich in diesem Jahr endlich einmal keine Braunfäule im Garten hatte, kann ich nun ein neues Kompost-Experiment starten.

Wie man immer wieder lesen kann, sind Tomaten Narzisse in Reinform, wenn man das so sagen kann. Oder lieben nun mal ihren eigenen Mist. Wenn man denn welchen hat! Und dieses Jahr habe ich … bzw. habe das Tomatengrün: so viel, dass ein Schnellkomposter damit randvoll wurde.

Dazu habe ich aber auch noch ca. 10kg grüne Tomaten. Und die werden alle – schön in Pappkartons gelagert – in den Keller gebracht, da reifen sie schön langsam vor sich hin und so gibt es noch etliche Wochen Tomaten. Nicht mehr ganz so lecker, wie sonnengerötet, aber immerhin: Auch nicht schlechter als die, aus dem Geschäft.

Aber zurück zum Kompost. Oder zum Mist. Dem Narzissenmist …äh, werdenden Tomatemkompost. Ich möchte also einen Kompost aus reinem Tomatengrün, für die Tomaten im nächsten Jahr ansetzen. Also alles kleingeschnibbelt und rein in den Komposter. Jetzt war ich mir unsicher, ob das was wird, ist immerhin nur Grünmasse. Also habe ich überlegt, ein paar meiner Super-Duper-Kompostwürmer aus dem Terra-Prata-Experiment einfach zu migrieren. Von einer Tonne in die andere. Hehe! Nicht gleich Amnesty für Würmer anrufen … ich habe sie gefragt. Sie haben nicht abgelehnt 😉

Also kurz im Komposter gegraben und voila, dieses Mal sogar mit Beweisfoto 😀

Damit sie sich auch wohl fühlen den Winter über, werde ich ihnen nächste Woche noch eine Sammeltonne mit Küchenabfällen, Eierkartons etc. oben drauf packen, dann eine Erdschicht drüber und wohl bekomms, bei der Tomatendiät. Ich freue mich auf das Ergebnis, den Frühling und auf die nächsten Tomatenexperimente.

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Gartenzwerge & grüne Läuse

Tomatenträume im August

Endlich Wärme und Sonne. Die Tomaten genießen es.  Wenn ich an die kleinen zarten Fusselchen denke, die noch im April an meinem Fensterbrett standen und mir nun meinen Tomatendschungel so ansehe, der mir längst über den Kopf gewachsen ist, … tja, dann bin ich schon ein wenig stolz.

Bislang scheint die Rechnung auch aufzugehen. Nach meinem Totalverlust (vor zwei Jahren) an die Braunfäule (alles Tomatenpflanzen, die ich auf dem Markt gekauft hatte, habe ich im letzten Jahr verschiedene Samen (über einen Bioversand gekauft) und selbst gezogen. Dazu kamen etliche „Gesammelte“:  vor allem aus dem Italien-Urlaub hatte ich mir verschiedene Samen mitgebracht.

Die italienischen Samen waren im letzten Jahr leider alle ohne Chance (vermutlich sonnenverwöhnte Schnuckis). Herrliche Eiertomaten, hingen dick voll mit Früchten und in einer Woche war dann alles hin. (Braunfäule). Bei den Pflanzen aus dem Bioversand gab es eine schöne (erste) Ernte mit einer einfachen, aber schmackhaften Tomate (Matina), allerdings raffte die Braunfäule sie in der zweiten Fruchtlage dann auch dahin. Einzig eine mittelgroße Tomate, die kräftig wucherte, widerstand, wie durch ein Wunder dem fiesen Angriff, ich knipste zwar auch dort immer wieder Braunfäule ab, aber ließ sie gleichzeitig wuchern und geizte nicht mehr aus. Und hatte eine sehr reiche Ernte, bis in den Oktober hinein. Von einer besonders gesunden Pflanze nahm ich mir Samen. Und diese habe ich in diesem Jahr hauptsächlich ausgesät.

Einen Restsamen der Matina hatte ich auch noch. Und irgendwie ist mir noch eine andere Sorte reingemixt. Keine Ahnung, ob die sich gekreuzt haben oder aufgespalten sind. Es ist eine unglaublich starkwüchsige (katoffelblättrige) Pflanze, also ähnlich der Matina, aber völlig andere Frucht und vor allem unglaubliche lange Fruchtdolden. An einer Dolde an die zwanzig Früchte. Bin völlig begeistert, vor allem, weil sie (bislang) noch sehr gesund und kräftig aussieht.

Auch in diesem Jahr bin ich von der „preußischen“ Methode abgewichen. Ich geize die Pflanzen zwar im Anfang auf einen Haupttrieb aus, aber sobald die Pflanzen groß und kräftig sind, lasse ich sie ziemlich frei wuchern.

Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass die Tomate (im Gegensatz zur landläufigen Meinung) gar nicht so viel pralle Sonne auf den Früchten mag, sondern den Schatten durch das Blattwerk bevorzugt. Keine Ahnung ob das stimmt. Ich habe Spaß an meinem Dschungel und die vielen Früchte, die gesunden Pflanzen zeigen mir, dass meine Pflanzen es auch mögen 😀

Und last but not least … ist das nicht niedlich?

Kleine Tomate, die es kuschelig mag. #quetsch