Gartenküche

Aprikosen-Ingwer-Chutney

Gestern kam ich endlich dazu, mich um die (fast) letzten abgeernteten Früchte aus dem Garten zu kümmern. Auf dem Balkon stand noch ein großer Eimer voll Äpfel, im kühlen Gästezimmer stehen drei Obstkisten gut gefüllt mit ca. 10kg grünen Tomaten (zum Teil schon „rosefarben“) und in der Speisekammer eine kleinere Kiste mit schon nachgereiften roten Tomaten.

Als erstes habe ich mir die Äpfel vorgenommen. Leider ist der Baum kränklich, so dass ich die Früchte nicht frisch lagern kann. Sie gammeln sehr schnell. Also saß ich einige Stunden und schnippelte. Nebenher „ging“ ein Hefeteig, denn ein Apfelkuchen stand natürlich mit auf dem Plan.

Weiter wollte ich einige Gläser Apfelschnitze einkochen. Ich esse zwar nicht so gerne Kompott, aber es ist genial, wenn man im Winter schnell ein Glas aufmachen kann. Einfach abtropfen, auf den Kuchen packen und zack ist der „Blitzkuchen“ fertig.

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Nun hatte ich trotz Kuchen und gefüllten Einweckgläsern immer noch ordentlich Schnitze übrig. Ich beschloss deshalb, noch eine ordentliche Portion Chutney zu kochen. Ich esse Chutney sehr gerne auf Brot, aber auch zu Reis mit Gemüse oder auch zu einem Curry dazu.

Mit dem Wissen um die 10kg grüne Tomaten im Gästezimmer, wollte ich ein Chutney ausprobieren, das grüne Tomaten beinhaltet. Okay, nennt mich einen Feigling, aber ich habe seit Kindesbeinen gelernt: Finger weg von den grünen Tomten, die sind giftig! Spätestens seit „Fried Green Tomatoes“ wissen wir zwar, dass Amerikaner durchaus grüne Tomaten verspeisen und auch die vielen Rezepte für Marmeladen, Relieshs oder eben  Chutneys sind sicher nicht alle von lebensmüden oder mörderischen Köchinnen kreiert worden.

Nachdem ich mich in die Feinheiten der „Giftzusammenhänge“ eingelesen hatte, beschloss ich dennoch diejenigen „Grünen“ zu nehmen, die schon eine Hauch Reife zeigen, denn da ist der Solaningehalt schon deutlich verringert. Da ich nach einer Rezeptsuche mal wieder nicht „das Rezept“ gefunden hatte bzw. nicht alle Zutaten im Haus hatte, habe ich mal wieder mein Prinzip „aus drei mach eins“ angewandt und zusätzlich gleich meine eigenen „Anpassungen“ mitnotiert. Das mache ich immer so, denn falls es schmeckt, habe ich immer gleich das neue fertige Rezept parat. Wenn ich Rezepte lese, stellt sich ein imaginärer Geschmacksnerv im Kopf immer vor, wie das Ergebnis wohl ist, weshalb ich selten streng nach Rezept koche. Vielleicht ein Fehler?

Aber es schmeckt 😀 Sehr sogar. Deshalb also hier, druckfrisch aus der Scratchypresse bzw. „eben-noch-im-Glas-jetzt-schon-auf-dem-Brot“. (Chutney schmeckt erst richtig gut, wenn es einige Tage durchgezogen ist, aber ein Glas gleich als Versucherli zu öffnen, ist natürlich ein „Muss“)

Tomaten-Apfel-Aprokosen-Ingwer-Chutney

Schwierigkeitsgrad: etwas zeitaufwändig, aber sehr einfach zuzubereiten

Geschmack: Süß-fruchtig-scharf

1,5kg  Tomaten (rote, grün(liche), was eben so da ist)

(ca. 5 grüne/noch unreife Tomaten und ca. 5 rote Tomaten für später beiseite legen, längst vierteln, entkernen und in kleine Würfelchen schneiden))

500g kleingeschnittene/gewürfelte Apfelstückchen

2 Schalotten

4 Knobizehen

250g getrocknete Aprikosen (klein würfeln)

1 Knolle Ingwer (klein würfeln)

1 Eßl. Salz

2 Chilischoten, Chilipulver

Ceyennepfeffer, 15 Pfefferkörner, 5 Pimentkörner, 10 Nelken

600 ml Essig (ich habe Apfelessig genommen)

300g brauner Zucker (in den zu Rate gezogenen Rezepten stand immer 500-700g Zucker, ich habe 500 genommen und fand es schrecklich süß. Habe mit weiteren Tomaten versucht, es zu entsüßen, ist dann auch ganz okay geworden, allerdings etwas auf Kosten des vorherigen  sehr „runden“ Geschmacks. Deshalb für mich definitiv das nächste Mal lieber sehr viel weniger Zucker, nachsüßen im Kochvorgang geht immer)

Zubereitung:

Die 1,5kg Tomaten grob vierteln, mit der Hälfte des Essigs und grob gehacktem Knobi, Zwiebeln, den Gewürzen (außer dem Ingwer!), ca. eine Stunde einköcheln lassen. Danach die Pampe durch ein Sieb streichen. Die so gewonnene Grundmasse wieder in den gereinigten Topf geben und nun die kleingewürfelten Äpfel, Resttomaten, Aprikosen und den Ingwer dazugeben. Zucker und Rest Essig dazu und wieder einköcheln, (ca. eine weitere Stunde), bis die Masse schön dicklich ist. Schärfe und Salzgehalt abschmecken, heiß in Gläser füllen und zuschrauben wie Marmelade. Ich koche sie anschließend immer noch 30min. bei 80°C ein, da ich große Mengen zubereite und sie gerne noch länger haltbar haben möchte. Muss aber nicht sein.

Und so sieht das dann aus. Den Geschmack kann ich leider nicht vorführen. Er ist gut als fruchtig-süß-scharf zu bezeichnen. Es wurden 12 kleinere /mittlere Gläser.

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So, und nun erstmal frühstücken, danach muss ich heute noch mal in die Küche, der übrig gebliebene Hefeteig muss noch verarbeitet werden, da hatte ich gestern keine Lust mehr. Ich werde schwedische Zimtschnecken (Kanelbullar) draus machen 😀

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Schätze Konservieren

Linsenpaste „Hausmacher“ (vegan)

Rezepte für Brotaufstriche gibt es sicherlich tonnenweise. Persönlich esse ich eine (gekaufte) Champignonpaste ausgesprochen gerne (werde ich auch mal nachkochen). Mein Problem ist meist, dass die Rezepte en mini sich nicht lohnen, en gros habe ich das Problem, dass mir die Paste, bevor sie verdirbt, definitiv aus dem Hals raushängt.

Meine Einfriermöglichkeiten beschränken sich auf drei kleine Schubladen, also auch keine Lösung. Das Zeug einzuwecken habe ich mich bislang nicht recht getraut. Weiß auch nicht warum. Angst davor, die Familie zu vergiften? 😉 Aber einmal ist immer das erste Mal (nicht das Vergiften, das einmachen!!) und so habe ich gestern eine Linsenpaste hergestellt … in der Art „Hausmacher“ also „Lewwerwurschtartig“ … nein, nicht weil ich Leberwurst vermissen würde (sonst würde ich es ja essen) sondern, weil ich den deftigen Geschmack vom herben Rosmarin und Majoran ab und an gerne mag … dazu ein Essiggürkchen mnjam.

Das Rezept ist (wie eigentlich alle Aufstriche) recht simpel. Das ursprüngliche Rezept habe ich irgendwann einmal irgendwo im I-Net abgeschrieben, dann lange in der Schublade vergessen. Dies ist aber eine abgewandelte Form:

Zutaten:

200g Linsen (ich habe braune genommen, wegen der Farbe) über Nacht einweichen

2 große Zwiebeln

1 große Möhre

2 Knobizehen

200g Sonnenblumenkerne

100g Cashwekerne

3 Eßl. Mandelmus

Olivenöl

Abgeriebene Schale einer Lemone (oder Zitrone)

2 Eßl. Süße (z.B. Agavensirup oder auch Apfeldicksaft etc.)

Hefeflocken

2 Eßl. Rosmarin

3 Eßl. Majoran

Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

Nachdem die Linsen eingeweicht sind, diese mit den gewürfelten Zwiebeln, Karotte und Knobi ca. 20 min. kochen (knapp bedeckt, so dass am Ende kaum noch Flüssigkeit übrig ist).

Die Kerne in einer trockenen Pfanne rösten, Rosmarin fein mörsern und Kerne und Rosmarin sehr fein mahlen (klappte mit meinem berühmten Schredder-Aufsatz für den Handmixer einwandfrei). Die etwas abgekühlte Linsenmasse mit dem Mixstab pürieren, dann alle Zutaten zusammenmischen, etwas Olivenöl dazugeben (Menge nach Gefühl, bis die Masse geschmeidig ist).  Kräftig abschmecken.

Et voila, das war es schon. Danach in saubere Gläschen einfüllen, und 90 min. bei 100° Grad einkochen. (Ich hoffe, die Einkochzeit stimmt, da bin ich wohl eher übervorsichtig)

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P.S. Bin noch nicht sicher, ob das meine Lieblingspaste wird. Zum „Hausmacher-Effekt“ nur so viel:

Ich: Du, könntest du bitte die Paste mal abschmecken, ich kann mich nicht mehr erinnern, wie Leberwurst schmeckt. Es geht um die Gewürze!

Er: (nimmt mit der Zunge eine homöopathische Menge vom Löffel, die schiere Panik ist ihm ins Gesicht gemeißelt): Hm … schmeckt nach Linsen.

Ich: Ist ja auch Linsenpaste. Ich meine die Würze.

Er: Noch Salz und Pfeffer.

Ich: Danke. Und? Wie findest du sie?

Er: Mhm. Linsen eben.

Ich wandere zur nächsten (sich vegan ernährenden) Zielperson, denn was kann ein Fleischesser schon vegane Pasten abschmecken.

Ich: Na? Was fehlt, was meinst du? Schmeckt?

Sie: (nimmt eine homöopathische Menge der Paste vom Löffel) : Mhm. Schmeckt nach Linsen ….

Okay. Ich habe ziemlich leckere Linsenpaste gekocht. Das „Hausmacher“ könnt ihr einfach vergessen. Bon Appetit.

P.P.S. Das daneben ist meine diesjährige Knobi-Ernte, die ich feurig eingelegt habe. Bin SEHR gespannt, wie das schmeckt 😀

Gartenküche

Tomatensuppe (auf Vorrat)

Die Tomaten in diesem Jahr entschädigen mich für vieles andere, was das Gartenjahr 2012 nicht so recht gebracht hat. Pro Woche habe ich im Schnitt 6-8kg leckere Früchte. Und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Ich habe mittlerweile Chutney und Sugo eingekocht, aus Mangel an Zutaten wollte  ich mit der letzten Ladung einfach eine simple Tomatensoße machen, herausgekommen ist eine wunderbare Tomatensuppe. Natürlich verrate ich gerne, wie ich die gemacht habe:

Die Tomaten (ca. 6kg) habe ich geviertelt und in einen großen Topf gegeben. Kurz aufkochen, mit einem Pürierstab durchpüriert, nochmals kurz aufgekocht. Danach habe ich alles gründlich durch ein Haarsieb gestrichen, bis nur noch die Kernchen und Schalenreste übrigwaren.

In einem Topf eine große, gehackte Zwiebel in Olivenöl andünsten, mit reichlich zwei Eßl. braunem Zucker karamellisieren und dann eine kleine Knolle gepressten Knoblauch dazugeben. Mit dem durchgestrichenen Tomatenpüree ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Chili abwürzen und dicklich einkochen lassen.

Fertig.

Ich habe die fertige Suppe in 3/4 l Einmachgläser abgefüllt und dann bei 90°C eine halbe Stunde eingeweckt. Schmeckt wunderbar mit einem Klecks Creme fraiche, frischem Basilikum und etwas Weißbrot dazu.

 

 

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Süße Leckereien – Sauerkirschen (Saft und Marmelade)

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass für mich nach den Erdbeeren erst mal Schluss ist mit Marmelade. Aber ich habe nicht an nette Gartennachbarn gedacht und so bekam ich gestern das Angebot, mir zwei Eimer Sauerkirschen zu pflücken. Konnte ich natürlich nicht nein sagen 😀

Da ich selbst keinen Kirschbaum habe, ist mein Haushalt  nicht mit Kirsch-Entstein-Hilfsmitteln ausgestattet, weshalb ich erst einmal ratlos war, was ich nun mit den sehr reifen und saftigen Kirschen machen soll. Aber wenn die Not am Größten ist … mein Gatte hatte gleich den passenden Rat zur Hand und hat mir den weltbesten Kirschenentsteiner gebaut. Dazu brauchte es lediglich: Eine Haarnadel (fand sich in den Tiefen der Küchenschublade) und eine Flasche Cabernet Sauvignon von 2003 … okay, ein anderer Wein hätte es auch getan, oder nicht ganz, denn unser Winzer hat mittlerweile auf Schraubverschlüsse umgestellt und wir brauchten doch den Korken.

Sieht simpel aus, ist es auch, aber definitiv tauglich. Den Korken richtig in der Faust, kann man den Kern wunderbar „rauslöffeln“. Ich habe gestern Abend dennoch eine gute Stunde gesessen, bis ich die beiden Eimer entkernt hatte. Und danach noch eine halbe Stunde, um sowohl die Küche, als auch mich zu reinigen 😉 Was für eine Sauerei! Insgesamt blieben  3,5kg Früchte und ein guter Liter Saft. Da ich davon ausging, dass in den Früchten noch weitaus genug Saft für die Marmelade ist, habe ich den Saft abgeschüttet,  mit 100g Zucker gesüßt und eingekocht. Mhm, ich mag Kirschsaft sehr gerne. Dazu habe ich den Saft einfach kurz aufgekocht, dabei abgeschäumt, über Nacht stehen lassen, nochmal den „Propfen“ entfernt und den jetzt klaren Saft in Flaschen gefüllt und 15min. bei 80°C eingeweckt.

Die 3,5 kg Früchte habe ich mit 1,5kg braunem Rohrzucker über Nacht ziehen lassen und heute früh dann in ein Sieb umgefüllt, um den Zuckersaft zu gewinnen. Diesen habe ich dann als Läuterzucker gekocht, also einreduziert und dabei immer abgeschäumt. Da Sauerkirschen extrem wenig Eigenpektin haben, habe ich noch einmal 500g Zucker mit einem Päckchen Pektin vermischt und unter die Früchte gemischt. Die Früchte kamen dann in den Läuterzucker und nun wurde gekocht und gekocht und gekocht. Dauerte echt verflixt lange, bis die Kirschen beschlossen nun zu gelieren. Nach ca. 10min. habe ich ein kleines Glas Lemonensaft dazugegeben, wegen der Säure, damit das fruchteigene Pektin besser aufgespalten wird.

Immer wieder Gelierprobe, bis ich ENDLICH das Gefühl hatte, es bildet sich ein Häutchen. Naja, ich bin nicht so sehr der Marmeladenesser, ich mag das Fruchtmus mehr, um mir selbst meine Joghurts und Quarks anrühren zu können. Und dazu muss es ja nicht schnittfest sein. Und meiner Erfahrung nach dickt es auch noch ein wenig nach.

Also in die Gläser gefüllt und fertig. Ach … schmecken tut es ausgezeichnet. Unglaublich intensiv und die Farbe ist der Hammer. Immerhin sechzehn Gläser. Mnjami.

Aber wenn ich mir den (wirklich nicht sehr großen!) Kirschbaum der Nachbarin, der immer noch prall vollhängt, obwohl sowohl sie, als auch ich schon gepflückt haben … dann bin ich mir sicher: KEIN Kirschbaum im Garten. Nein. Nein.

Nachtrag:

Heute Abend ein Glas geöffnet. Die Marmelade ist nicht wirklich fest geworden, auf dem Brot dürfte es ein Balanceakt werden 😉

Habe zum Geschmackstest Quark und Joghurt vermischt und die Kirschkonfitüre eingerührt. Und was will ich sagen. PRIMA. Kommt zehnmal besser als gekaufter Kirschjoghurt- oder quark. Viel intensiver im Geschmack und sehr viel mehr „echte“ Kirschen zwischen den Zähnen. Also für mich optimal. Eben keine Konfitüre sondern Kirschmus … oder so 😀

 

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Eins zwei drei, kleine Rexerei … rex rex

Heute war der große Tag. Der Einmachtopf wurde eingeweiht. In Ermangelung an größeren Mengen Einkochgut erst einmal ganz bescheidene und sicher schrecklich energiefressende Testportionen. Ich hatte noch einen Rest Zuckererbsen und da ich in dem Büchlein von 1917 ein Rezept für solche gefunden habe, dachte ich: okay, ist einen Versuch wert. Allzuviel verspreche ich mir nicht davon, hier hat sich sicher mein gemüseknackiger Geschmack etwas gewandelt in den letzten hundert Jahren. Das merke ich schon an den Vorlieben der mütterlichen Generation, die  Gemüse nun einmal gerne totgekocht zubereiten. Jeder wie er mag.

Doch versuchen wollte ich es. Und wenn schon denn schon. In der Anleitung stand: Zuckerlösung drübergeben. Eigentlich hätte ich da lieber zu klarem Wasser, oder wenn schon etwas Salzwasser gegriffen. Aber bitte. Zuckererbsen in Zuckerlösung. Rein in die Gläser und 50min bei 98°. Und hier sind sie also. Die aller-aller-allerersten Gläser aus dem neuen Gerät. Irgendwie sieht es lecker aus. Bin sehr gespannt. Geschmacksprobe folgt.

Hier noch das Original-Rezept von 1917 (Rex-Kochbuch zur Haushalt-Conservierung von Obst, Gemüse, Kompott …, Bad Homburg, 1917)

Zuckererbsen:

Nachdem die Fäden von den Hülsen abgezogen, werden die Hülsen sauber gewaschen, alsdann ohne vorgebrüht zu werden in Rex-Gläser gelegt, mit einer Zuckerlösung von 150 Gramm Zucker auf 1 Liter Wasser übergossen und 50 Minuten bei 100 Grad sterilisiert.

Naja, ich habe ca. die Hälfte des angegebenen Zuckers genommen, da mir das sonst etwas zu süß schien.

EIn großer Einwecktopf und zwei kleine Gläschen mit Zuckererbsen. Ich höre schon das Gelächter der werten Anwesenden. Ja, dachte ich mir auch. Also ein zweites Projekt in ANgriff genommen. In Ermangelung von Gemüse endlich der Kuchen im Glas 😀 Auf den spekuliere ich schon sooo lange.

Ich habe mir den Marmorkuchen ausgewählt. Im Prinzip ein einfacher Rührteig. Die Weckgläser wurden mit flüssiger Butter ausgepinselt, dann mit Semmelbröseln abgebröselt. Vom schwarz-weiß-Teig jeweils das Glas halb voll befüllt, Gummiringe und Deckel drauf, Metallklammer und ab in den Topf.

Zuerst langsam auf 80° hochheizen, dann auf 90° erhöhen und 1,5 Stunden einkochen. Ich habe mal reingelugt, der Teig geht 😀

Jetzt heißt es warten. Im Gegensatz zu den Erbsen, die man nach Ende der Zeit gleich rausnehmen muss, damit sie nicht zu weich werden, bleiben die Gläser hier so lange im Topf, bis alles abgekühlt ist, damit der Kuchen nicht zusammenfällt. Ich bin ja sooo gespannt.

Und jaaaaaa 😀

Darf ich vorstellen? Marmorkuchen … im … Glas

Nachtrag und Bericht:

Gestern am 10. Juli war es soweit. Ein Kuchenglas kam mit in den Garten und  wurde zum Nachmittagstee geöffnet. Pffft machte der Gummi und der Kuchen rutschte brav, ohne zu kleben aus dem Glas. In runde Scheiben geschnitten sah er ziemlich lecker aus … und schmeckte auch lecker.

Etwas anders als aus dem „Rohr“, ziemlich saftig, aber wunderbar durchgebacken und definitiv eine Alternative zu gekauftem Kuchen. Ich denke, so ein, zwei Gläser im Gartenhaus, dann bin ich gut gerüstet für evtl. Kuchenhunger oder Besuch 😉

Das Schöne fand ich: Da ich 3/4l-Gläser gewählt habe, ist der Kuchen gerade geeignet, von zwei Personen aufgegessen zu werden.

Und so sah das aus :

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Vom Saftsack bis zum „Rex“

Haha, es ist soweit 🙂

Ich habe mich dafür entschieden, mir ein neues Gerät anzuschaffen. Heute mal eines, auf dem nicht ein Apfel sondern eine fette Erdbeere prangt 😉 Ein „Einkochautomat“. Die letzten zwei Jahre habe ich zwar schon mit einem großen Topf und Pi-mal-Daumen auf dem Herd rumexperiementiert, aber irgendwie nervte das doch ziemlich und sonderlich energiesparend war die Methode sicherlich auch nicht, da immer nur drei bis vier Gläser, je nach Größe in den Topf passten.

Einen klassischen Einmachtopf – so einen mit Thermometer – gibt es zwar noch im Keller der Schwiemu, aber ich bezweifle ein wenig, dass dieser Topf sich so gut auf der Ceran-Fläche macht (davon abgesehen, ist meine Platte nun ja nicht so groß).

Also ich in den nächsten Haushaltswarenladen und bestellt (eine Bestellung im Internet hätte mir zwar den Transport gespart, wäre aber nicht billiger gewesen!!) … und schließlich muss der Einzelhandel ja auch leben. Vor allem, weil ich diese kleinen Traditionsgeschäfte fernab aller Ketten unendlich liebe.

Nach zwei Tagen war er schon abholbereit, mit Spanngummis auf den Gepäckträger vom Fahrrad getüddelt und los ging es. Okay, nur bis zur nächsten Ecke, ich hatte mich nicht getraut zu arg zu „spannen“, hatte Schiss, dass mir die Haken um die Ohren fliegen. Und trotzdem ich nur geschoben habe, rutschte der ganze Kram dann … aber sag mir noch einer, die Menschen wären nicht mehr hilfsbereit. Gleich waren ein junger Mann und seine Freundin zur Stelle, legten sofort hilfreich Hand an … und der junge Mann ließ es sich nicht nehmen, das ganze so sicher zu „verspannen“, dass ich danach sogar nach Hause radeln konnte. Dankeschön nochmals 😀

Tatam … hier ist er also


Simples Teil eigentlich. Ehrlich gesagt, war ich fast etwas enttäuscht, ich wusste nicht, dass das ganze Ding aus Plastik ist. Dachte, das wäre Email. Naja. Kann mir irgendwann ja mal die Luxus-Variante aus Edelstahl leisten … wenn ich groß bin.

Aber ich denke, für meine Zwecke reicht das völlig aus.

Warum um Himmels Willen, willst du „einwecken“ wie in Omas Zeiten? Jaaa, das wurde ich schon öfter gefragt. Dafür gibt es mehrere Argumente.

1. Ich habe einen Garten

2. Ich habe nur eine winzige Tiefkühltruhe und möchte auch keine weitere, denn Tiefkühlkost ist AUCH ein großer Energiefresser, das Gefriergut braucht das ganze Jahr über Strom. Für das Eingemachte braucht es einmal die Energie, danach steht das Glas dann als Vorrat im Regal und die Gläser werden wiederverwendet.

3. Ich kann mir prima auch selbst einige Vorräte anlegen mit „Fertigfood“, manche Sachen schmecken ausgezeichnet. Damit kann es dann auch mal schnell gehen und ich weiß genau was drin ist.

4. Ich kann meine Vorräte auch verschenken, weitergeben (ist mit Tiefkühlkost manchmal etwas schwierig)

5. Eingeweckt wird in Glas, das ist mir sympathischer als die Beutel und Gefäße aus Plastik im Tiefkühler

6. Es macht Spaß

Vor gar nicht langer Zeit habe ich einen Bericht im TV gesehen (leider nur die Hälfte, weil danach ein Fußballspiel lief), in dem es um Konservierungsstoffe und -methoden, bzw. um Zusatzstoffe ging. Und es ist erschreckend, was da zum Teil alles im Essen landet. Dabei wurde mir bewusst, welch großer Fortschritt die Entwicklung des „Einweckens“ für die Privathaushalte doch war und welch Verlust es, auch kulturell bedeutet, wenn die Menschen nicht nur verlernen, Nahrung überhaupt zuzubereiten (zu kochen etc.) … sondern auch sie sich über einen längeren Zeitraum nutzbar zu machen. Die Debatten um „Mindehaltbarkeitsdaten“ zeigen es ja sehr deutlich, wie viele Menschen  kein eigenes Gespür oder Wissen mehr haben, um zu entscheiden, ob etwas noch genießbar ist oder nicht.

Jetzt bin ich schon ganz hibbelig, dass endlich etwas anfällt, was ich einmachen kann 🙂

Im letzten Jahr waren es hauptsächlich ein paar Gläser Rote Beete, fertig zubereitetes Kohlrabikraut, und diverse Chutneys (die man aber prinzipiell eigentlich wie Marmelade einfach heiß einfüllen und zuschrauben könnte), Apfelkompott und Apfelmus (war eine Apfelschwemme) und eingekochtes Sugo (Tomatensoße). Auch das Sugo … eigentlich nicht nötig, es einzukochen, heiß abfüllen reicht meistens.

Jetzt mit meinem schicken Gerät, will ich aber auch ein wenig experimentieren.

Was habe ich vor?

Ich selbst bin ja Vegetarierin, aber der Gefährte nicht. Wenn es kalt ist, mag er sehr gerne einmal Hühnerbrühe mit Reis oder auch eine kräftige Rinderbrühe mit Einlage. Da würde es sich sicherlich lohnen, ein Hinkel-Vieh abzukochen und dann die Brühe mit dem Fleisch einwecken. So müsste er nicht immer gleich drei Tage lang dran essen und könnte sich spontan mal was „Fleischiges“ machen 😉

Auch andere Fertigeintöpfe will ich ausprobieren, ich werde die nächste Zeit beruflich sehr eingespannt sein, da bin ich sicher froh, mal schnell etwas warm zu machen.

Brotaufstriche selbst machen und in Gläschen einwecken.

Wer weiß, vielleicht versuche ich sogar mal Kuchen im Glas … alleine die Vorstellung finde ich faszinierend 😀

Rezepte und Zeiten findet man erfahrungsgemäß problemlos im Internet. Ich mag aber auch Bücher. Auch alte Bücher … und konnte mir nicht verkneifen, mir gleich noch ein passendes Rezeptebuch der Firma Rex (früher nannte man das auch „einrexen“) anzuschaffen. Aus dem Jahr 1917 … aber die Erstauflage war 1910, von daher sind die Rezepte noch nicht kriegsreduziert (bzw. mit Surrogaten ersetzt) in den Zutaten. Da habe ich auf charmante Art die Basics beieinander.