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Salzkartoffeln mit Kohlrabigemüse und Frikadellen

Eigentlich mag ich keine Vorsätze zum neuen Jahr und eigentlich nehme ich mir auch nichts vor. Wenn ich etwas möchte dann setze ich das um, ob Jahresanfang oder Jahresende. Basta.

Aber ich denke schon seit längerem über Müll und Müllvermeidung nach. Die Berichte über zunehmende Meeresverschmutzung durch feinste Plastikpartikel erschrecken mich. Glauben wir Menschen wirklich, dass das Meer unendlich ist in seiner Aufnahmefähigkeit? Aber trotz meiner Gedanken, meiner Bemühungen, der Mülleimer ist nach einem Einkauf häufig genug proppenvoll. Leider auch ein Ergebnis des Bio-Einkaufs und vor allem auch des veganen Essens. Alles ist umverpackt, eingeschweißt, in Folien und Tüten.

Ok. Zumindest bei Obst und Gemüse bin ich sehr konsequent und kaufe nicht im Supermarkt sondern im kleinen Geschäft, wo ich die Waren lose in meinen Korb packe oder schon gebrauchte Papiertüten wiederbefallen kann.

Aber die veganen „fast-food“-Teilchen (Burger, Steaks, Bratstückchen …), die ich natürlich auch gerne mag, sind immer eingeschweißt, da gibt es keine Alternative … außer:

Selbermachen. Also habe ich mir doch etwas vorgenommen für dieses Jahr … Finger weg vom Fast-Food  …  oder eben nur noch ausnahmsweise.

Also musste ich für das Abendessen heute … gestern beginnen:

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Für die Frikadellen Bohnen einweichen. 12 Stunden vorher. Ich habe mich für Azuki-Bohnen entschieden. (2 Tassen)

Zutaten:

Frikadellen:

Azuki-Bohnen (2 Tassen, 12 Stunden eingeweicht, 50 min. Kochzeit)

1 große Zwiebel, fein gehackt

3 Knobizehen ausgepresst, 2 Eßl. Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Paprika, Cayennepfeffer

2 geh. Eßl. Sojamehl angerührt mit 2 Eßl. Rapskernöl.

1 Tasse Haferflocken (evtl. etwas mehr, je nach Bedarf)

1/2 Tasse Kichererbsenmehl

Alle Zutaten zusammenwischen, kräftig durchkneten, den Teig eine Stunde durchziehen lassen. Die Frikadellen mit feuchten Händen formen und in heißem Öl ausbacken.

Kohlrabigemüse in weißer Soße:

2 Kohlrabi schälen und stifteln. Stifte im Sieb dämpfen. Sie sollten noch Biss haben.

In einem Topf etwas Magazine schmelzen und mit etwas Wasser und Sojamilch eine leichte Mehlschwitze herstellen. Mit Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Muskat und Hefeflocken abschmecken. Zum Schluss die Kohlrabistifte dazugeben.

Salzkartoffeln:

Kartoffeln schälen und der Länge nach vierteln. In Salzwasser weichkochen.

Petersilie feinhacken und dazu reichen.

Alles nicht schwierig, für Anfänger vielleicht etwas kniffelig alles gemeinsam auf den Punkt fertig zu bekommen. Aber gut zum Vorbereiten.

 

 

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Gartenträume · Gartenzwerge & grüne Läuse

Der Küchengarten im Juni

Zur Gartenküche gehört ja im besten Falle auch ein Küchengarten. Wer schon länger in meinem Blog unterwegs ist weiß, dass ich bis zum letzten Jahr einen kleinen Schrebergarten hatte, der (leider) nicht gar so viel abgeworfen hat. Viel zu mager war der Boden und konnte — trotz vielfältigen Bemühens — nur zum Teil reaktiviert werden.

In diese Zeit fielen auch meine ersten TerraPreta-Experimente, die jedoch durch verschiedene private Ereignisse (neuer Job etc.) etwas ins Hintertreffen gerieten. Die Experimente habe ich jetzt wieder aufgenommen, aber davon einmal in einem gesonderten Beitrag.

Seit letztem Jahr nun bin ich Landlady eis wunderschönen Eckchens Land, mein „Auenland“, übernommen in einem ziemlich verwilderten Zustand. Der letzte Sommer und Herbst war demnach bestimmt von eher gröberen Arbeiten und auch in diesem Jahr ist neben meinen kleinen Gemüsebeeten der Kampf gegen die grüne Hölle angesagt 🙂

Ein richtiger Gemüsegarten wird es hier nie werden, das wäre schade und würde dem eher wilden Charakter und der Anlage des Grundstücks völlig zuwiderlaufen. Ich werde also immer versuchen müssen, eine Balance zwischen kleinen Biotopen, natürlicher Wildheit und dem gärtnerischen Nutzen zu halten. Das ist mir jedoch auch ein Anliegen, denn auf jeden Fall soll die Artenvielfalt hier erhalten werden und möglichst noch zunehmen!

Das Grundstück selbst ist wie ein großes Dreieck, das das Haus umschließt.

Derzeit haben wir drei grobe „Einteilungen“ vorgenommen … unsere „Obstwiese“ (hier mähen wir nur „Mahdähnlich“ und lassen immer wieder Wiesenstücke stehen), ein kleiner Bereich auf dem auch der Pfirsichbaum und eine neu gepflanzte, kleine Zwetschge stehen, dazu ein „Waldrändchen“ zum Nachbargrundstück mit Eiben, Lebensbäumen, Fichten und anderem Gehölz. An einem weiteren Zaun (Hecke) stehen als Unter- und Randbepflanzung meine Johannisbeeren. Derzeit im „Wuchs“: zwei Schwarze, Ableger von zwei Weißen, eine Jochelbeere, ein rotes Hochstämmchen. Weiter gibt es hier schon zwei Blaubeerbüsche, Brombeeren, ein Arionabusch. Viele Walderdbeeren waren schon auf dem Gelände, die meisten an der Spitze des Geländes beim Haselnussbaum, aber auch hier bei den Beeren. Die werde ich weiter hegen und pflegen, sind sehr sehr lecker. Die auf dem ganzen Gelände wuchernden Himbeeren, die ich zum Teil stehen ließ, sind eine große Enttäuschung. Außer Blattmasse und Stacheln produzieren sie nichts. Die werden im Herbst völlig gerodet und ich lege eine Reihe „echter“ Himbeeren“ an.

Am Schuppen haben wir im letzten Herbst den Wein (Muskat bleu) zum Naschen gepflanzt. Bin gespannt, wie er sich entwickelt.  Er hat dieses Jahr schon geblüht und setzt ein paar fürchte an. Und an der Außenhecke steht nun der Holunder. Der darf natürlich in keinem Garten fehlen, finde ich.

Im vorderen Teil des Gartens (Südseite) habe ich im Herbst drei Beete angelegt: eines davon rechteckig, an drei Seiten niedrig umzäunt von einem locker geflochtenen Weidenzaun (Korkenzierherweide, die im letzten Herbst komplett geschnitten werden musste).

Ursprünglich war in der Mitte des Grundstücks ein großes Rondell, dass mit Pflastersteinen eingezäunt war. Davon war noch ein Drittel etwa stabil (die Steine angemauert), der Rest verschwunden oder bröselig. Da die Steine als Schutthaufen noch da waren, habe ich mit tatkräftiger Unterstützung den Kreis wieder vollendet. Eine schöne alte Heckenrose und ein Hartholzriegel an einem Ende des „Gemüse-Rondells“ ließ ich stehen. Die Rose beschattet nun die Kartoffeln und ich habe den Eindruck, die mögen das.

Zuletzt habe ich an der sonnigen Seite der Hecke noch ein großes Rechteck vorbereitet. Hier sollen zukünftig meine Tomaten stehen (als Hauptbeet), Tomaten lieben ja bekanntlich sich selbst am meisten, von daher hoffe ich, dass der Platz gut gewählt ist. Natürlich werden im gesamten Gelände zusätzlich die übrigen Tomatenpflanzen gesetzt. zum Wegwerfen immer zu schade und sie sollen ja bekanntlich die Mücken im Schach halten. Da gibt es dann immer was zu Naschen beim Lustwandeln 🙂 (Ich LIEBE Tomaten)

Zwischen diesen Beeten, hat mir Monsieur (auch weil mir der Platz ausging und er mein Gejammer nicht mehr hören konnte) noch drei Holzrahmen gebaut, die ich flexibel aufstellen und mit Erde/halbgaren Kompost befüllt habe. Hier sollten Kürbisse oder Zucchini wachsen.

Ich schreibe „sollten“, denn da haben mir die Schnecken einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Insgesamt sind vier große Kürbipsflanzen und eine Zucchini in Schneckenmägen gelandet. In einem Kasten hat sich eine Zucchini durchgesetzt, der andere steht eher leer. Der große Kasten ist mein Anzuchtbeet, das hat sich gut bewährt für Blumen, Kohlrabi, Lauch et. Und jetzt, wo es langsam leer wird, kommen noch Salatsetzlinge rein (nur die Härtesten überleben).

Was also wächst nun im Küchengarten im Juni?

Beginnen wir mit dem Weidenbeet:

Hier hatte ich schon im Herbst Zwiebeln und Knoblauch gesteckt und im Januar Dicke Bohnen gelegt. Später kamen dann nach und nach Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Zuckererbsen, Schnittsellerie, Knollensellerie, Butterkohl, Rote Beete, Salate, und jetzt noch eine Salatgurke. Das Beet wird nun langsam schon wieder leer und in die Lücken kommen nach und nach der Lauch und es sollen späte Möhren nachgesät werden. Es sind natürlich immer nur kleine Mengen von allem. Da ich nur an den Wochenende hier bin, möchte ich möglichst alles frisch verarbeiten und gleich aufessen.

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Eine klare Struktur hat das nicht und Fruchtwechsel wie im Lehrbuch beschrieben werde ich wohl nie hinbekommen. Das hat schlicht den einen Grund: immer wenn Lücken entstehen, sei es durch Schneckenfraß oder eigenen Fraß 😉 packe ich rein, was gerade da ist, passt, ausgesät werden kann. Dadurch werden die Beete eher chaotisch und von allem alles. Naja, auch eine Form von Mischkultur, nö?

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Blick auf das Weidenbeet. Vorne mein Gurkengestell. dahinter im Hintergrund, das Rundbeet.

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In diesem Beet hatte ich bislang eigentlich die wenigsten Misserfolge. Lediglich die Dicken Bohnen waren eher ein Totalausfall. Erst sind die Schnecken über die zarten Blätter hergefallen, dann kamen die schwarzen Läuse. Obwohl ich sie so zeitig gelegt hatte.

Das Rundbeet habe ich mit einem Trampelpfad in vier Beete geteilt. In das eine Viertel kamen fünf Reihen Kartoffeln.

In das zweite Viertel habe ich die Rundung außen mit Schwarzwurzeln angesät und eine Kante mit Haferwurzeln. Die sind richtig gut angegangen und ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Hatte ich beides noch nicht. Das dritte Viertel sollte mit Paprika, Peperoni und Chili bepflanzt werden, aber da waren die Schnecken vor. Einige der Pflanzen haben zwar überlebt, aber an eine große Ernte denke ich nicht. Zwischen Paprika und Kartoffeln gibt es jeweils eine Randbepflanzung. Einmal eine schöne Reihe Buschbohnen (vier Anläufe), und an den Kartoffeln wunderschöne, große (rote) Rosenkohlpflanzen. Die hatte ich in Unwissenheit schon viel zu früh zusammen mit dem Kohlrabi am Fensterbrett angesät und hoffe, dass er dennoch was wird.

Die Kartoffeln werden nun schon gelb und lahm, mir kribbelt es in den Fingern nachzusehen 🙂

Das letzte Viertel blieb lange leer. Hier sollte Platz für die Zucchini bleiben. Aus Erfahrung weiß ich, wie riesig diese Pflanzen werden können. Und jetzt legt sie auch los. Als Rand zum Paprikabeet kamen noch einige Tomatenpflanzen, die nicht mehr ins Tomatenbeet gepasst haben.

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Das Rundbeet-Viertel mit: Haferwurzel (innen), Schwarzwurzel (außen) und verschiedenen Gemüsen im Innenbereich (Sellerie, Lauch, Rote Beete. Kohlrabi, Buschbohnen)
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Die Zucchini legt los
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Blick auf das Rundbeet. Links hinten die Kartoffeln, rechts hinten Buschbohnen, Paprika, Chili, Peperoni. Vorne Zucchini und Tomaten
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.

Bleibt noch da große Tomatenbeet und daneben die Bohnenstangen. Endlich endlich ranken hier einige Pflanzen nach oben, ich weiß nicht mehr, wie viele Versuche und Tonnen von Bohnen ich gelegt habe. Die, die jetzt wachsen, waren ein dritter Versuch in einer Extrakiste und dann als Pflanzen umgesetzt. Ich sag nur: Schnecken!

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Meine Bohnen. Keine Ahnung, was für eine Sorte. Ich habe so oft nachlegen müssen, dass ich den Überblick verloren habe. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall genügend Pflanzen vorziehen.
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Über die Tomaten freue ich mich sehr. Die Pflanzen waren durch den kühlen Frühsommer sehr spintig und legen jetzt mit Wucht los. Ich habe: Honduras-Bauerntomaten, Stupide (alte Sorte aus der CSSR), Braune Tomaten (selbst entnommen), Buschtomate, Romatomare (geschenkte Samen), Scratchys (eigene, seit Jahren genommene, sehr Braunfäuletolerante Sorte) Matina (schöne Salattomate) und Baumtomate. Und kleine gelbe und …

Als letztes kleines Beet stelle ich noch mein Kräuterbeetchen vor, das ich direkt am Haus an der Terrasse angelegt habe. Dazu kommen noch einige Kräuter in Töpfchen. Die überleben derzeit aber nur schwer, da niemand sie während der Woche gießt.

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Etwas Schnittsellerie, Petersilie, Griechischer Bergtee, Rosmarin, Majoran, Oregano, Estragon (weg, Schnecken), Schnittlauch, Zitronenmelisse. Blumen, Lavendel. In den Töpfchen: Koriander, verschiedenes Basilikum, Bohnenkraut (zum Auspflanzen), Chilis.
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Kohlrabi-Spaghetti mit Tomatensoße, veganen Steaks und knusprigen Champignons

Nach der Süßorgie mit dem Träubleskuchen (übrigens schon an einem Tag der Renner auf meinem Blog, ihr alten Süßschnuten 😉 ) … also nach dem Träubleskuchen gibt es mal wieder was Gemüsiges. Aber so als Nachtrag: der Monsieur hat heute die im Kühlschrank gelagerten Reste gefuttert und meinte, sowohl Konsistenz als auch Geschmack wären ausgezeichnet gewesen. Vielleicht wäre eine sinnvolle Maßnahme gegen das „Aussaften“ gewesen, den Kuchen einfach richtig abkühlen zu lassen vor dem Anschneiden 😉 Aber er war lauwarm halt arg lecker.

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Aber jetzt zum heutigen Abendessen. Gestern habe ich so ungefähr acht Kohlrabi abgeerntet und mit nach Hause genommen. Frisch essen, was geht, verkochen was geht, den Rest einkochen.

Eine gute Gelegenheit, wieder einmal dieses Gemüse-Kurbel-Dingens zu nutzen, ein lustiges Geburtstagsgeschenk vor ein paar Jahren, mit dem man Zucchini oder eben Kohlrabi in lustige lange Nudeln raspeln kann.

Dazu wollte ich eine Soße (hatte noch zwei Gläser Sugo) und etwas zum „Beißen“. Ich liebe knusprige Champignons. Derzeit ist Mademoiselle zu Besuch und giert gar sehr nach veganem „Vleisch“, da sie in veganer und monetärer Diaspora lebend gar zu selten die Gelegenheit hat. Da mag man schon mal an Mutterns Kochtöpfen schlemmen 😀

Insegesamt ein superschnelles fast schon fast-food-zu nennendes Schnellgericht, prima geeignet nach einem langen Arbeitstag.

(Ich weiß, das unten stehende Bild kann mal wieder keinen Blumentopf gewinnen, aber ich wollte die „Nudeln“ etwas mehr zur Geltung bringen und dann war plötzlich die Gabel schmutzig und ich hatte Hunger und dann dachte ich: auch egal. So sieht es eben aus bei Scratchy nach dem Kochen 🙂 ) Guten Appetit!

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Zutaten: (Für 2 Personen)

Kohlrabispaghetti

3 Kohlrabi in feine lange Nudelstreifen gehobelt

In einen Topf etwas Wasser und Gemüsebrühe geben, ein Dampfsieb reinstellen, die Gemüsenudeln locker auflegen und weichdampfen.

Tomatensoße: (1 großesGlas)

Fertiges Sugo oder Alternativ gute fertige Tomatensoße wärmen. Zum Schluss eine gute Handvoll frisch gehackte Kräuter unterziehen.

Vegane „Holzfällersteaks“ (2 Stück)

Bratstücke aus der Packung nehmen und cross anbraten

Knusprige Champignons (ca. 5 große Pilze)

Das gesamte Essen ist sehr fettarm und (die Bratstücke ausgenommen) ohne Kohlenhydrate. Da dürfen die Pilze gerne in etwas mehr Fett als gewöhnlich geröstet werden. Ich habe gutes „buttriges“ Rapskernöl erhitzt und die großen Scheiben Champs knusprig angeröstet.

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Kühler Juli

Nach einer anstrengende Woche war ich endlich wieder einmal im Garten. Obwohl der Juli wirklich viel zu kalt und zu nass ist derweil, war es für mich in diesem Fall ein Glück, denn so ist mir wenigstens nichts vertrocknet. Alles (auch die Spontanvegetation) ist gut gewachsen, der Tomatendschungel eher gewuchert (die Pflanzen sind sicher schon an die 1, 60 m hoch)  und alles hängt voller Früchte, jetzt fehlt nur noch ein wenig Wärme. Ich bibbere schon und beäuge jedes braune Blättlein argwöhnisch, weil ich Angst habe, dass die Braunfäule wieder alles vernichtet.

Die Buschbohnen sind jetzt in der letzten Blühphase, denke ich. Gestern noch einen Eimer abgenommen, in einer Woche ist dann vermutlich der Rest durch und ich kann sie rausnehmen. Die Stangenbohnen blühen schon kräftig, da wird es also fast nahtlos weiter gehen mit der Ernte.

Gurken, Kürbisse und Zucchini sind immer noch nicht der Hit in diesem Jahr. Wenn ich an meine Monster-Zucchini-Pflanze im letzten Jahr denke, dann ist das eher sehr kümmerlich. Aber ich will nicht jammern, so habe ich wenigstens keine Not, sie gleich zu verarbeiten … sprich zu essen. Die Gurkenernte war immerhin so, dass ich ein großes Glas russische Einlegegurken ansetzen konnte.  Sie schmecken wirklich lecker.

Die armen Kohlraben aber, die haben es echt nicht leicht, in diesem Jahr. Zuerst die weißen Fliegen, dann die Kohlweißlinge (Raupen) und jetzt fallen die Schnecken über die Blätter her. Vermute ich zumindest, denn so löchrig wie die Blätter aussehen – ein Jammer. Ich habe zwar immer schön brav Tomatenkraut-Jauche angesetzt und die Blätter begossen, aber bei dem vielen Regen ist das auch irgendwie witzlos. Da müssen sie jetzt durch.

Über meine Brombeeren freue ich mich riesig. Ich habe das kleine Pflänzchen (dornenlose) erst im letzten Herbst gesetzt und es wächst und wuchert, dass es eine Freude ist. gestern gab es schon eine erste Hand voll Beeren. Sehr lecker und aromatisch. Die Pflanze hat sicher vier Meter zugelegt, jetzt muss ich mich mal schlau machen, ob ich die einfach wild wuchern lasse oder ob ich die schneiden muss. Auch die Arionabeere ist gut angewachsen, eine kleine Hand voller Früchte wird es sicher geben.

Last, but not least blüht tatsächlich auch noch was anderes, als nur die Ringelblumen (die natürlich auch) – im späten Frühjahr gab es im Gartencenter einiges an reduzierten Knollen und Wurzeln und siehe da, es ist was angegangen. Wo ich doch gar kein Händchen habe mit dem Blumen 😉

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Juligarten – Wassergarten

Samstag, 14.7.

Es regnet. Seit Tagen und ein Ende noch nicht in Sicht. Langsam mache ich mir Gedanken, ob mir bei diesen Wassermengen nicht die Pflanzen unter der Wurzel wegfaulen werden. In meinen trübsten Phantasien sehe ich auch schon die Braunfäule an die Tomaten anschleichen, wie Zombies an die hilflosen Opfer #seufz.

Wenn der Himmel heute die Schleusen einmal kurz schließt, will ich mal schnell nach dem Rechten sehen und vor allem die Buschbohnen abnehmen. Matsch und Regen hin oder her.

Zum Glück hat es etwas aufgehört, so konnte ich ca. 3kg Bohnen abnehmen und noch vier Kohlrabi. Sie platzen schon teilweise in der Nässe auf, einen Kohlrabi musste ich wegwerfen, er hat schon heftig in dem Riss gefault.

Die Tomaten sind gen Himmel gewuchert, noch scheint ihnen das Wetter zu behagen.Ich war endlos mit Anbinden und Ausgeizen beschäftigt. Ich bin völlig fasziniert über meinen Tomatendschungel. Eigentlich hatte ich im letzten Jahr Samen von Tomaten genommen, die recht stabil gegen die Braunfäule waren, eher kleine Cocktailtomaten. Was hier aber wächst, ist mir eher unbekannt. große, zum Teil extrem kräftige Pflanzen mit sehr langen Fruchtständen. An einer sind sicher zehn Tomaten. Ich bin gespannt, was da rauskommt. Sehr. Meine Mischkultur aus Tomaten, Ringelblumen, Basilikum, Dill und was da sonst noch wuchert, scheint im Übrigen allen Beteiligten gut zu behagen … wenn ich so über den Gartenzaun schiele, dann kann ich mit Stolz feststellen … meine sind die Größten und Schönsten (derweil) 🙂

Aber es ist auch herrlich, wie üppig die Ringelblumen wuchern. Ich mag sie einfach.

Sonntag, 15.7.

Heute habe ich das Beet, in dem die Erbsen waren, gehackt und eine zweite Runde Buschbohnen gesteckt. Das feuchte, warme Wetter ist optimal zum Ankeimen. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob sich die Bohnen so gut als Nachkultur für die Erbsen eignen, aber was soll’s. Ich kann es ja mal versuchen. Ansonsten heute „Spontanvegetation“ beseitigt … eimerweise.

Ach, fast vergessen, die Zwetschgen werden lila … ist das nicht schön?

Und mein erster kleiner Hokkaido wird auch schon sehr ansehnlich, wie ich meine.

So, mein Rücken und ich, wir gehen dann geh dann mal schlafen.

P.S. In meinem Komposter wohnen derzeit zwei ziemlich freche Brandmäuse. Die Kohle vom Terra Preta-Experiment scheint sie nicht zu stören. Gatte meinte nur: „Dann bekommen sie wenigstens keinen Durchfall“ 😉

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Böhmische Küche: Fleckerln mit Kohlrabenkraut

Ich habe es ja gestern angekündigt. Die ersten Kohlraben wurden geerntet und heute gleich zu einem meiner Lieblingsessen verarbeitet.

Fleckerln mit Kohlrabenkraut

Fleckerln:

  • Pellkartoffeln vom Vortag (für zwei gute Esser mindestens vier oder fünf mittelgroße Kartoffeln)
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Mehl
  • Öl zum Ausbraten

Kartoffeln schälen und durch eine Kartoffelpresse quälen. (Alternativ fein reiben). Das Ei dazugeben, salzen, pfeffern, etwas Muskat dazu, dann mit Mehl schnell zu einem Kartoffelteig verarbeiten. Je mehligkochender die Kartoffeln sind umso besser klappt das. Aber mit ein wenig Übung geht es mit allen Kartoffeln. Den Teig auf einem bemehlten Untergrund ausrollen und kleine Quadrate schneiden (Fleckerln). In heißem Öl ausbraten.

Kohlrabenkraut:

  • Kohlrabi (für einen mittelgroßen Topf ca. 3-4 Kohlraben, kleinere)
  • 1 Zwiebel
  • Öl
  • Etwas Zucker
  • Etwas Essig
  • Kümmel
  • Salz, Pfeffer
  • etwas Mehl zum Abstäuben

Kohlrabi schälen und grob raspeln (Raspel wie grobe Käsereibe).  Zwiebel in Öl andünsten, mit etwas Zucker karamellisieren. Gehobeltes Kraut dazu, mit etwas Wasser ablöschen. Kümmel, Salz und Pfeffer nach Geschmack, einen Schluck Essig (ich nehme Apfelessig) dazu. Kraut sachte weichdünsten.Wenn das Kraut weich ist, mit etwas Mehl abstäuben, um die restliche Flüssigkeit ein wenig anzubinden.

Das Kohlrabenkraut lässt sich übrigens ganz wunderbar als „Fertiggericht“ nach dem Kochen noch einwecken (40 Min. bei ca. 80°). Schmeckt ausgezeichnet und ist damit ein schnelles Essen. Auch Einfrieren ist gut möglich.

Für mich als Vegetarierin ist das Essen damit fertig. In der „klassischen“ Variante gehört auch noch etwas „Bratelfetten“ dazu, also ein Stück gut durchwachsenes Schweinefleisch, das in einer Kasserolle mit vielen, ganz fein gehackten Zwiebeln so lange geschmort wird, bis das Fleisch schön weich und die Zwiebeln verkocht sind.  Jeder bekommt dann ein kleines Stück Fleisch mit auf den Teller und über das Kraut und die Fleckerln wird ein wenig vom Bratenfett (also der Fleischsoße) gegeben.

Guten Appetit 😀

Gartenzwerge & grüne Läuse

Von Kohlraben und wilden Schönheiten

Die Kohlraben machen sich gut. Das warme Wetter der letzten Tage hat einen irren Wachstumsschub ausgelöst, allerdings brächte es nun wirklich dringend mal etwas Regen. Irgendwie fehlt immer was.

Auf die Erbsen bin ich dieses Jahr besonders stolz, normalerweise pflanze ich sie nur in einer Zweierreihe, dieses Mal habe ich es mit vier Reihen versucht und sie halten sich wunderbar gegenseitig und wachsen und blühen, dass es eine Pracht ist. Da wird es schon in den nächsten Tagen die ersten Zuckererbsen geben. Lecker.

Doch außer dem Nutzgarten, wollte ich dieses Jahr auch ein wenig die Blumenpracht nach vorne bringen. Ich freue mich immer so, wenn unerwartete Blumen blühen, keine Ahnung, wo die immer herkommen. Dieses Jahr neu die Bartnelken und auch die zarte „Jungfer im Grünen“.  Aber ist doch einfach wunderschön, diese „Natürlichkeit“ 🙂