Gartenträume · Gartenzwerge & grüne Läuse

Der Küchengarten im Juni

Zur Gartenküche gehört ja im besten Falle auch ein Küchengarten. Wer schon länger in meinem Blog unterwegs ist weiß, dass ich bis zum letzten Jahr einen kleinen Schrebergarten hatte, der (leider) nicht gar so viel abgeworfen hat. Viel zu mager war der Boden und konnte — trotz vielfältigen Bemühens — nur zum Teil reaktiviert werden.

In diese Zeit fielen auch meine ersten TerraPreta-Experimente, die jedoch durch verschiedene private Ereignisse (neuer Job etc.) etwas ins Hintertreffen gerieten. Die Experimente habe ich jetzt wieder aufgenommen, aber davon einmal in einem gesonderten Beitrag.

Seit letztem Jahr nun bin ich Landlady eis wunderschönen Eckchens Land, mein „Auenland“, übernommen in einem ziemlich verwilderten Zustand. Der letzte Sommer und Herbst war demnach bestimmt von eher gröberen Arbeiten und auch in diesem Jahr ist neben meinen kleinen Gemüsebeeten der Kampf gegen die grüne Hölle angesagt 🙂

Ein richtiger Gemüsegarten wird es hier nie werden, das wäre schade und würde dem eher wilden Charakter und der Anlage des Grundstücks völlig zuwiderlaufen. Ich werde also immer versuchen müssen, eine Balance zwischen kleinen Biotopen, natürlicher Wildheit und dem gärtnerischen Nutzen zu halten. Das ist mir jedoch auch ein Anliegen, denn auf jeden Fall soll die Artenvielfalt hier erhalten werden und möglichst noch zunehmen!

Das Grundstück selbst ist wie ein großes Dreieck, das das Haus umschließt.

Derzeit haben wir drei grobe „Einteilungen“ vorgenommen … unsere „Obstwiese“ (hier mähen wir nur „Mahdähnlich“ und lassen immer wieder Wiesenstücke stehen), ein kleiner Bereich auf dem auch der Pfirsichbaum und eine neu gepflanzte, kleine Zwetschge stehen, dazu ein „Waldrändchen“ zum Nachbargrundstück mit Eiben, Lebensbäumen, Fichten und anderem Gehölz. An einem weiteren Zaun (Hecke) stehen als Unter- und Randbepflanzung meine Johannisbeeren. Derzeit im „Wuchs“: zwei Schwarze, Ableger von zwei Weißen, eine Jochelbeere, ein rotes Hochstämmchen. Weiter gibt es hier schon zwei Blaubeerbüsche, Brombeeren, ein Arionabusch. Viele Walderdbeeren waren schon auf dem Gelände, die meisten an der Spitze des Geländes beim Haselnussbaum, aber auch hier bei den Beeren. Die werde ich weiter hegen und pflegen, sind sehr sehr lecker. Die auf dem ganzen Gelände wuchernden Himbeeren, die ich zum Teil stehen ließ, sind eine große Enttäuschung. Außer Blattmasse und Stacheln produzieren sie nichts. Die werden im Herbst völlig gerodet und ich lege eine Reihe „echter“ Himbeeren“ an.

Am Schuppen haben wir im letzten Herbst den Wein (Muskat bleu) zum Naschen gepflanzt. Bin gespannt, wie er sich entwickelt.  Er hat dieses Jahr schon geblüht und setzt ein paar fürchte an. Und an der Außenhecke steht nun der Holunder. Der darf natürlich in keinem Garten fehlen, finde ich.

Im vorderen Teil des Gartens (Südseite) habe ich im Herbst drei Beete angelegt: eines davon rechteckig, an drei Seiten niedrig umzäunt von einem locker geflochtenen Weidenzaun (Korkenzierherweide, die im letzten Herbst komplett geschnitten werden musste).

Ursprünglich war in der Mitte des Grundstücks ein großes Rondell, dass mit Pflastersteinen eingezäunt war. Davon war noch ein Drittel etwa stabil (die Steine angemauert), der Rest verschwunden oder bröselig. Da die Steine als Schutthaufen noch da waren, habe ich mit tatkräftiger Unterstützung den Kreis wieder vollendet. Eine schöne alte Heckenrose und ein Hartholzriegel an einem Ende des „Gemüse-Rondells“ ließ ich stehen. Die Rose beschattet nun die Kartoffeln und ich habe den Eindruck, die mögen das.

Zuletzt habe ich an der sonnigen Seite der Hecke noch ein großes Rechteck vorbereitet. Hier sollen zukünftig meine Tomaten stehen (als Hauptbeet), Tomaten lieben ja bekanntlich sich selbst am meisten, von daher hoffe ich, dass der Platz gut gewählt ist. Natürlich werden im gesamten Gelände zusätzlich die übrigen Tomatenpflanzen gesetzt. zum Wegwerfen immer zu schade und sie sollen ja bekanntlich die Mücken im Schach halten. Da gibt es dann immer was zu Naschen beim Lustwandeln 🙂 (Ich LIEBE Tomaten)

Zwischen diesen Beeten, hat mir Monsieur (auch weil mir der Platz ausging und er mein Gejammer nicht mehr hören konnte) noch drei Holzrahmen gebaut, die ich flexibel aufstellen und mit Erde/halbgaren Kompost befüllt habe. Hier sollten Kürbisse oder Zucchini wachsen.

Ich schreibe „sollten“, denn da haben mir die Schnecken einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Insgesamt sind vier große Kürbipsflanzen und eine Zucchini in Schneckenmägen gelandet. In einem Kasten hat sich eine Zucchini durchgesetzt, der andere steht eher leer. Der große Kasten ist mein Anzuchtbeet, das hat sich gut bewährt für Blumen, Kohlrabi, Lauch et. Und jetzt, wo es langsam leer wird, kommen noch Salatsetzlinge rein (nur die Härtesten überleben).

Was also wächst nun im Küchengarten im Juni?

Beginnen wir mit dem Weidenbeet:

Hier hatte ich schon im Herbst Zwiebeln und Knoblauch gesteckt und im Januar Dicke Bohnen gelegt. Später kamen dann nach und nach Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Zuckererbsen, Schnittsellerie, Knollensellerie, Butterkohl, Rote Beete, Salate, und jetzt noch eine Salatgurke. Das Beet wird nun langsam schon wieder leer und in die Lücken kommen nach und nach der Lauch und es sollen späte Möhren nachgesät werden. Es sind natürlich immer nur kleine Mengen von allem. Da ich nur an den Wochenende hier bin, möchte ich möglichst alles frisch verarbeiten und gleich aufessen.

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Eine klare Struktur hat das nicht und Fruchtwechsel wie im Lehrbuch beschrieben werde ich wohl nie hinbekommen. Das hat schlicht den einen Grund: immer wenn Lücken entstehen, sei es durch Schneckenfraß oder eigenen Fraß 😉 packe ich rein, was gerade da ist, passt, ausgesät werden kann. Dadurch werden die Beete eher chaotisch und von allem alles. Naja, auch eine Form von Mischkultur, nö?

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Blick auf das Weidenbeet. Vorne mein Gurkengestell. dahinter im Hintergrund, das Rundbeet.

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In diesem Beet hatte ich bislang eigentlich die wenigsten Misserfolge. Lediglich die Dicken Bohnen waren eher ein Totalausfall. Erst sind die Schnecken über die zarten Blätter hergefallen, dann kamen die schwarzen Läuse. Obwohl ich sie so zeitig gelegt hatte.

Das Rundbeet habe ich mit einem Trampelpfad in vier Beete geteilt. In das eine Viertel kamen fünf Reihen Kartoffeln.

In das zweite Viertel habe ich die Rundung außen mit Schwarzwurzeln angesät und eine Kante mit Haferwurzeln. Die sind richtig gut angegangen und ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Hatte ich beides noch nicht. Das dritte Viertel sollte mit Paprika, Peperoni und Chili bepflanzt werden, aber da waren die Schnecken vor. Einige der Pflanzen haben zwar überlebt, aber an eine große Ernte denke ich nicht. Zwischen Paprika und Kartoffeln gibt es jeweils eine Randbepflanzung. Einmal eine schöne Reihe Buschbohnen (vier Anläufe), und an den Kartoffeln wunderschöne, große (rote) Rosenkohlpflanzen. Die hatte ich in Unwissenheit schon viel zu früh zusammen mit dem Kohlrabi am Fensterbrett angesät und hoffe, dass er dennoch was wird.

Die Kartoffeln werden nun schon gelb und lahm, mir kribbelt es in den Fingern nachzusehen 🙂

Das letzte Viertel blieb lange leer. Hier sollte Platz für die Zucchini bleiben. Aus Erfahrung weiß ich, wie riesig diese Pflanzen werden können. Und jetzt legt sie auch los. Als Rand zum Paprikabeet kamen noch einige Tomatenpflanzen, die nicht mehr ins Tomatenbeet gepasst haben.

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Das Rundbeet-Viertel mit: Haferwurzel (innen), Schwarzwurzel (außen) und verschiedenen Gemüsen im Innenbereich (Sellerie, Lauch, Rote Beete. Kohlrabi, Buschbohnen)
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Die Zucchini legt los
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Blick auf das Rundbeet. Links hinten die Kartoffeln, rechts hinten Buschbohnen, Paprika, Chili, Peperoni. Vorne Zucchini und Tomaten
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.
Eine weiter Zucchini (eine gelbe von Anne) wächst im Kasten. Mühsam vor den Schnecken gerettet, scheint sie jetzt langsam sicher zu sein.

Bleibt noch da große Tomatenbeet und daneben die Bohnenstangen. Endlich endlich ranken hier einige Pflanzen nach oben, ich weiß nicht mehr, wie viele Versuche und Tonnen von Bohnen ich gelegt habe. Die, die jetzt wachsen, waren ein dritter Versuch in einer Extrakiste und dann als Pflanzen umgesetzt. Ich sag nur: Schnecken!

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Meine Bohnen. Keine Ahnung, was für eine Sorte. Ich habe so oft nachlegen müssen, dass ich den Überblick verloren habe. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall genügend Pflanzen vorziehen.
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Über die Tomaten freue ich mich sehr. Die Pflanzen waren durch den kühlen Frühsommer sehr spintig und legen jetzt mit Wucht los. Ich habe: Honduras-Bauerntomaten, Stupide (alte Sorte aus der CSSR), Braune Tomaten (selbst entnommen), Buschtomate, Romatomare (geschenkte Samen), Scratchys (eigene, seit Jahren genommene, sehr Braunfäuletolerante Sorte) Matina (schöne Salattomate) und Baumtomate. Und kleine gelbe und …

Als letztes kleines Beet stelle ich noch mein Kräuterbeetchen vor, das ich direkt am Haus an der Terrasse angelegt habe. Dazu kommen noch einige Kräuter in Töpfchen. Die überleben derzeit aber nur schwer, da niemand sie während der Woche gießt.

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Etwas Schnittsellerie, Petersilie, Griechischer Bergtee, Rosmarin, Majoran, Oregano, Estragon (weg, Schnecken), Schnittlauch, Zitronenmelisse. Blumen, Lavendel. In den Töpfchen: Koriander, verschiedenes Basilikum, Bohnenkraut (zum Auspflanzen), Chilis.
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