Gartenküche

Fleckerl aus Kartoffelteig mit Salat

Es gibt Gerichte, die kann man immer wieder kochen. Es gibt Gerichte, die sind von Natur aus dies-und-das. „Fleckerl“ sind so ein Gericht. Mein 90jähriges Schwiemütterchen und das 94jährige Tantchen konnten sich nie einig werden, ob die nun mit oder ohne Ei gemacht werden. Beides ist möglich. Aus meiner vegetarischen Zeit stammt noch das „Schwiemütterchen-Rezept“ mit Ei,  das ich hier 2012 in Kombination mit Kohlrabikraut vorgestellt habe. Für Fleckerln braucht man nur Kartoffeln, am besten mehlige, etwas Mehl (ein Ei oder eben auch nicht), Salz, Pfeffer, Muskat und zum Anbraten Öl. Ein perfektes Rezept für meine Ernte am Wochenende. image Vor allem, weil ich in meinem Entzücken über meine allerersten Kartoffeln, ganz vergessen hatte, dass ich sowohl mehlige als auch feste Kartoffeln gelegt hatte. Beim Abkochen war das nicht so gut, die Hälfte ist auseinandergefallen. Kein Kartoffelsalat also … sondern Kartoffelteig war angesagt. Und zwar in der“schon-immer-veganen“ Variante vom Tantchen, nämlich mit ohne Ei. Für mich gab es die heute zusammen mit Salat, der Monsieur hat sich die Fleckerln mit Zwiebeln und Ei angebraten. Eben alles möglich. 🙂 imageimage Fleckerln: Abgekochte Pellkartoffeln (am besten mehlige und am besten vom Vortag) Mehl Salz, Pfeffer, Muskat Die Kartoffeln pellen und auf der groben Käsereibe reiben. Kräftig würzen, solange Mehl unterarbeiten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Schnell arbeiten. Pfanne mit Öl erhitzen. Den Teig halbfingerdick ausrollen und Flecken abstechen oder „ausradeln“. Im Öl langsam ausbraten, bis die Flecken gleichmäßig braun und knusprig sind. Noch warm zum Salat servieren.

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Gartenküche

Bunter Salat mit warmen Gemüse und gebackenen Tofuwürfeln, dazu „Soja-schlegel“ :-)

 

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Wer meine Rezepte ab und an mitliest weiß, dass ich eher selten vegane Fertigprodukte konsumiere und meist „traditionell“ vegan koche und mich dabei in der Hauptsache auf Gemüse stütze.

Wenn Mademoiselle zu Besuch ist, gibt es allerdings vielfach „Kochorgien“ bei denen wir lustvoll immer mal wieder all das ausprobieren, was der vegane Markt neuerdings auch anzubieten hat 🙂

Und nein, ich muss es zwar nicht unbedingt haben, aber ich finde auch nicht „pervers“ oder „abartig“, wenn pflanzliche Produkte in Schnitzelform oder als „vegane Hühnerschlegel“ verkauft werden. Argumente wie: wer das vermisst, soll doch Huhn oder Schwein essen, ziehen nicht bei mir. Es ist nicht an mir zu „urteilen“ warum jemand auf Fleisch verzichten möchte, OBWOHL er es vielleicht gerne essen würde und deshalb nach „Ersatzgeschmack“ oder -produkt giert. Warum bitte nicht? Ist das denn verwerflich? Oder gar verwerflicher als Tier zu essen?

Lange Rede: Heute brachte Mademoiselle „vegane Hähnchenschenkel“ vom Markt mit, weshalb heute im Hause Scratchy opulent getafelt wurde, mit Salat, warmen Antipasti und „Quietschkäse“ drauf, dazu gab es die veganen Keulchen.

[Zwischenbemerkung vorab: Ich will hier keine Produkte bewerben, deshalb nur aus der Zutatenliste der Schlegel: Sojafasern, Weizeneiweiß, Sojasoße, Gewürze, Sojablätterteig, Zuckerrohr. Also nix „unnatürliches“. Geschmacks-Fazit: ich war fasziniert. Fand die Ähnlichkeit (vor allem vom „Mundgefühl“, was die knusprige Haut betraf frappierend, aber durchaus lecker und würde es wieder kaufen. Nicht, weil ich „Hähnchen“ vermissen würde, sondern weil Geschmack, Beißkonsistenz und „Mundgefühl“ mich überzeugt haben. Der „Knochen“ aus Zuckerrohr war lustig, für mich eher ein gschmackiger „Haltestiel“. Mademoiselle fand es nicht so lecker und würde es nicht mehr kaufen.]

Zubereitung:

Marinade für die Soja-Schlegel:

1 Eßl. Honig

4 Eßl. Sojasoße

1 Eßl. Worchestersoße

2 Eßl Balsamico

1 Eßl. Tomatenmark

3 Eßl. Limettensaft

Tabasco, Räuchersalz, Paprika (süß und scharf), 2 Tl. Thymian, 2 Knobizehen

Alles verrühren und mit Olivenöl anfüllen.

Die Schlegel in der Marinade einlegen (eine Stunde)

In der Zwischenzeit Salat vorbereiten:

1 Salat putzen (bei uns: Kopfsalat und Romasalat)

1 Paprika, 2 Tomaten, ca. 10 Oliven schneiden, 1 Bund Petersilie hacken

Für die warmen Anteile des Salats:

ca. 8 Champignons in Scheiben schneiden

1 Zwiebel in Ringe schneiden

ein halben Fenchel stückeln

eine kleine Zucchini scheibeln

Dressing:

Saft einer Zitrone

1/2 Tl. Honig

1/2 Tl. Harissa

1 Schluck Balsamico.-Reduktion (oder cremigen Balsamico)

Salz, Pfeffer, Olivenöl

Alle Zutaten in einem Schraubglas gut durchschütteln

 

Vorbereitung „Backkäse“:

1 Naturtofu in Würfel schneiden (ich habe die Würfel in die Restmarinade der Schenkel eingelegt, die mittlerweile schon im Ofen waren. Das kam gut)

Panade vorbereiten:

3 Eßl. Kartoffelstärke mischen mit: Saft einer halben Zitrone, Hefeflocken und süßer Sojasoße.

Die Würfel in der Panade wälzen und in etwas heißem Öl ausbacken. Warm zur Seite stellen und als Top auf den Salat geben.

 

Zubereitung Soja-Schlegel:

Backofen auf 220°C vorheizen. Die veganen Schlegel in eine feuerfeste Form geben und mit Marinade bestreichen. Zuerst im Backofen erhitzen, kurz vor de Servieren auf die Grillstufe umschalten. Achtung, dass sie nicht verbrennen. Zwischendurch mal wenden.

Salat mit dem warmen Gemüse, der Rohkost, und dem Dressing vermischen. Gebackenen Backtofu oben auf geben. Dazu die Soja-Schlegel reichen.

Wer mag gibt noch Grillsoße oder Ketchup dazu.

 

Holla die Waldfee, das war ein lecker Mahl!!

Was haltet ihr von solchen „Fleischersatz“-Produkten. Habt ihr das schon mal versucht?

 

 

 

 

 

Gartenküche

Pralles Frühlingsfutter (vegan)

Draußen ist einigermaßen kühl und klamm, ABER es ist Frühling. Die Vögel torkeln im Liebestaumel durch das neue Grün, der Kuckuck  huhut schon am frühen Morgen, das Unkraut sprießt 😉 und meinen Astral-Leib giert es nach nährenden und vitalisierendem Futter. Nein, im Ernst. Jetzt, wo es endlich wieder einigermaßen gut gefüllte Regale mit erstem frischen Gemüse gibt (ich rede von möglichst regionalem und allerhöchstens europäischen Zeug 😉 ) kann ich kaum an mich halten und schwelge in höchsten Genüssen. Natürlich lasse ich euch gerne daran teilhaben, wobei das gestrige Abendessen tatsächlich etwas aufwändiger war, als üblich. Hier schon mal der Appetizer … sieht das nicht lecker aus?

Frühlingssalate mit warmen Champignons-Auberginen-Topping, dazu Riesenbohnen in Tomaten-Rosmarin-Dress und Veggi-Tuna-Creme auf frischem Ciabatta.

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Zum Salat selbst brauche ich nicht viel schreiben, meine ich. Verschiedene Sorten Blattsalate, ganz nach Geschmack und Verfügbarkeit. Dazu kamen bei mir frische Radieschen, etwas roter Paprika, Tomaten, Frühlingszwiebel, Gurke.

Frische Kräuter hacken und auf den Salat streuen (frisches Knoblauchgrün, Zwiebelchen, Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Minze … alles was der Garten derzeit eben so hergibt)

Oben auf den Salat gab es zusätzlich eine Handvoll gerösteter Sonnenblumenkerne und gerösteter Hanfsaat sowie eine Handvoll Alfa-Alfa-Sprossen und Mungobohnen-Sprossen.

Salatdressing:

In ein Schraubglas geben:

Olivenöl, Balsamico-Essig, einen Spritzer Agavensirup (oder andere Süße), eine ausgepresste Zehe Knoblauch, Salz, Pfeffer. Zuschrauben, kräftig schütteln. Fertig.

Für das Champignon-Auberginen Topping:

Frische Champignons in etwas Olivenöl anbraten, eine ausgepresste Knobi-Zehe dazu, gewürfelte Auberginen beigeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken, zur Seite stellen.

Riesenbohnen an 😉 Tomaten-Rosmarin-Creme … oder so

Die Riesenbohnen hatte ich schon abgekocht (von einem anderen Essen), im Kühlschrank stehen. Also schnell in Olivenöl angeschwenkt, etwas Tomatenmark und ein Löffel scharfe Tomatensoße dazu, frisches Rosmarin und Kräuter der Provence kurz mit anrösten, und mit einem winzigen Schluck Weißwein abgelöscht einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Beiseite stellen.

So, und nun noch mein absolutes Highlight (ich könnte mich drin wälzen) …

Veganer „Tuna-Aufstrich„.

In der Herstellung sehr einfach, hält auch gut im Kühlschrank (wie lange, kann ich allerdings nicht sagen, da immer ziemlich schnell alle).

Zutaten:

Für die Paste:

1 kl. Dose Kichererbsen (oder äquivalent selbst eingeweichte und gekochte. Ich mache meist eine größere Menge fertig und friere dann Portionen ein), 2 Eßl. Hefeflocken, 1 Tl. Noripulver (oder andere feine Algen), 2 Eßl. dunkle, kräftige Sojasoße, Pfeffer :

Die Kichererbsen und die Gewürze mit einem Stabmixer schön cremig rühren, bei Bedarf noch pfeffern oder salzen (aber aufpassen, Hefeflocken, Soja und Algen sind eigentlich salzig genug)

1/2 (kleines Glas) eingelegte Artischocken (oder Artischockenherzen), in Stückchen schneiden. 1 kleine Zwiebel oder Schalotte in feine halbe Ringe schneiden.

Vegane Majo zubereiten, und alles miteinander verrühren.

Für die vegane Majo:

100g weißen Tofu (oder Seidentofu), 1 Eßl. Essig, Salz, Pfeffer, Olivenöl. Alle Zutaten mit einem Stabmixer cremig rühren. Abschmecken.

Fertigen Aufstrich in Gläser füllen, im Kühlschrank sicher eine Woche (ausprobiert) haltbar.

Da die einzelnen Zutaten (Kichererbsen, Riesenbohnen …) schon vorbereitet waren, hat sich die Zubereitungszeit auf ca. eine halbe Stunde beschränkt. Die Putzerei (Salat und Gemüse) hat man ja immer. Aber es war ja schließlich auch ein nicht alltägliches, besonderes und absolut leckeres Essen.