Gartenküche · Schätze Konservieren

Süße Leckereien – Sauerkirschen (Saft und Marmelade)

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass für mich nach den Erdbeeren erst mal Schluss ist mit Marmelade. Aber ich habe nicht an nette Gartennachbarn gedacht und so bekam ich gestern das Angebot, mir zwei Eimer Sauerkirschen zu pflücken. Konnte ich natürlich nicht nein sagen 😀

Da ich selbst keinen Kirschbaum habe, ist mein Haushalt  nicht mit Kirsch-Entstein-Hilfsmitteln ausgestattet, weshalb ich erst einmal ratlos war, was ich nun mit den sehr reifen und saftigen Kirschen machen soll. Aber wenn die Not am Größten ist … mein Gatte hatte gleich den passenden Rat zur Hand und hat mir den weltbesten Kirschenentsteiner gebaut. Dazu brauchte es lediglich: Eine Haarnadel (fand sich in den Tiefen der Küchenschublade) und eine Flasche Cabernet Sauvignon von 2003 … okay, ein anderer Wein hätte es auch getan, oder nicht ganz, denn unser Winzer hat mittlerweile auf Schraubverschlüsse umgestellt und wir brauchten doch den Korken.

Sieht simpel aus, ist es auch, aber definitiv tauglich. Den Korken richtig in der Faust, kann man den Kern wunderbar „rauslöffeln“. Ich habe gestern Abend dennoch eine gute Stunde gesessen, bis ich die beiden Eimer entkernt hatte. Und danach noch eine halbe Stunde, um sowohl die Küche, als auch mich zu reinigen 😉 Was für eine Sauerei! Insgesamt blieben  3,5kg Früchte und ein guter Liter Saft. Da ich davon ausging, dass in den Früchten noch weitaus genug Saft für die Marmelade ist, habe ich den Saft abgeschüttet,  mit 100g Zucker gesüßt und eingekocht. Mhm, ich mag Kirschsaft sehr gerne. Dazu habe ich den Saft einfach kurz aufgekocht, dabei abgeschäumt, über Nacht stehen lassen, nochmal den „Propfen“ entfernt und den jetzt klaren Saft in Flaschen gefüllt und 15min. bei 80°C eingeweckt.

Die 3,5 kg Früchte habe ich mit 1,5kg braunem Rohrzucker über Nacht ziehen lassen und heute früh dann in ein Sieb umgefüllt, um den Zuckersaft zu gewinnen. Diesen habe ich dann als Läuterzucker gekocht, also einreduziert und dabei immer abgeschäumt. Da Sauerkirschen extrem wenig Eigenpektin haben, habe ich noch einmal 500g Zucker mit einem Päckchen Pektin vermischt und unter die Früchte gemischt. Die Früchte kamen dann in den Läuterzucker und nun wurde gekocht und gekocht und gekocht. Dauerte echt verflixt lange, bis die Kirschen beschlossen nun zu gelieren. Nach ca. 10min. habe ich ein kleines Glas Lemonensaft dazugegeben, wegen der Säure, damit das fruchteigene Pektin besser aufgespalten wird.

Immer wieder Gelierprobe, bis ich ENDLICH das Gefühl hatte, es bildet sich ein Häutchen. Naja, ich bin nicht so sehr der Marmeladenesser, ich mag das Fruchtmus mehr, um mir selbst meine Joghurts und Quarks anrühren zu können. Und dazu muss es ja nicht schnittfest sein. Und meiner Erfahrung nach dickt es auch noch ein wenig nach.

Also in die Gläser gefüllt und fertig. Ach … schmecken tut es ausgezeichnet. Unglaublich intensiv und die Farbe ist der Hammer. Immerhin sechzehn Gläser. Mnjami.

Aber wenn ich mir den (wirklich nicht sehr großen!) Kirschbaum der Nachbarin, der immer noch prall vollhängt, obwohl sowohl sie, als auch ich schon gepflückt haben … dann bin ich mir sicher: KEIN Kirschbaum im Garten. Nein. Nein.

Nachtrag:

Heute Abend ein Glas geöffnet. Die Marmelade ist nicht wirklich fest geworden, auf dem Brot dürfte es ein Balanceakt werden 😉

Habe zum Geschmackstest Quark und Joghurt vermischt und die Kirschkonfitüre eingerührt. Und was will ich sagen. PRIMA. Kommt zehnmal besser als gekaufter Kirschjoghurt- oder quark. Viel intensiver im Geschmack und sehr viel mehr „echte“ Kirschen zwischen den Zähnen. Also für mich optimal. Eben keine Konfitüre sondern Kirschmus … oder so 😀

 

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Gelee aus Jochelbeeren

Hier noch der Nachtrag zur Beerenzeit. Der vermutlich letzte für dieses Jahr, die Jochel- und Johannisbeeren sind abgeerntet und die noch anstehenden Brombeeren landen sicherlich direkt und ohne Umwege im Magen 😀

Aus der – jedes Jahr sehr reichhaltigen – Jochelernte habe ich in diesem Jahr ein Gelee hergestellt. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn der Geschmack hat mich überzeugt.

Da Jochelbeeren (ähnliche wie die Johannis) einen sehr hohen Eigenanteil an Pektin haben, habe ich das Gelee nur mit Zucker 1:2 eingekocht.

Für den Saft wurden die Beeren lediglich kurz angekocht, kamen dann in den „Saftsack“, den ich im letzten Jahr in Schweden entdeckt und erworben habe. Feine Sache. Simpel und unkompliziert. Nachdem der Saft abgetropft war, mit dem Zucker aufkochen, etwas Lemonensaft und ein Schwupps Obstler dazu und bis zum Gelierpunkt kochen, abfüllen, fertig. Ein sehr leckeres und säuerliches Gelee.

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Süße Leckereien – es ist Beerenzeit

Beerenzeit … Einkochzeit … Marmeladenzeit.

Naja, eigentlich nicht der Rede wert. Aber der Vollständigkeit halber, schließlich gehört es ja zum Gartenjahr dazu.  Für mich ist diese Einmachphase in diesem Jahr etwas bescheidener, denn mein sehr alter und üppiger Strauch mit Schwarzen Johannisbeeren ist mir im letzten Jahr leider mitten durchgebrochen und der späte Frost in diesem Jahr hat ihm den Rest gegeben. Glücklicherweise hatte ich (als hätte ich es geahnt) im letzten Jahr Stecklinge gezogen. Die haben dieses Jahr auch tatsächlich schon getragen … allerdings lag die Ausbeute bei einem bescheidenen Schälchen, dass mir zu allem Übel auch noch auf den Weg gekullert ist 😦

Die Jochelbeeren allerdings tragen wie immer sehr üppig (dabei mag ich die nicht mal besonders). Da uns die Marmelade von diesen Beeren (das ist übrigens eine Kreuzung aus Schwarzen Johannisbeeren und Stachelbeeren, mancherorts auch Jostabeere genannt) auch nicht sonderlich überzeugt, habe ich dieses Jahr einmal einen Likör angesetzt. Den gibt es so tatsächlich auch zu kaufen, hat aber einen derart unanständigen Namen, dass man sich nur wundern kann 😉

Nun „reift“ also in Flaschen mit Hochprozentigem nicht nur ein Pfefferminz-Experiment … sondern auch ein Jochel-Likörchen heran. Hierzu mehr in drei Wochen …

Der Jochelstrauch hängt allerdings immer noch voll. Ich überlege, ob ich noch einen Sirup machen soll oder vielleicht einmal ein Gelee versuche. Vielleicht schmeckt das besser, als das Mus. Und in ein paar Wochen gibt es dann schon die ersten Brombeeren. Allerdings wohl auch noch bescheidene Mengen, da ich die Pflanze erst im Herbst gesetzt habe. Oh … und natürlich nicht zu vergessen. Ich bin seit Frühjahr auch noch stolze Besitzerin eines Ariona-Strauchs und habe schon mindestens 5 Beeren entdeckt, die heranreifen 😉

Zählt der Goji-Busch auch zu den Beeren? Ja, vermutlich schon. Aber dort sieht es eher noch etwas mau aus. Der will nicht so recht. Schmecken tun mir die Früchte allerdings eh nicht sonderlich, aber wo sie doch soooo gesund sind.

Mein Obstbüdchen nebenan hat große Spankörbe voller Erdbeeren im Angebot. Mhm … ich konnte nicht widerstehen. Sehr leckere Früchte. Und da ich mir meinen eigenen Fruchtjoghurt meist selbst anrühre, mache ich mir dafür meine Marmeladen selbst. Und so frische Erdbeermarmelade ist schon … Hammer.

Gestern gab es schon vier Gläser mit pürierten Früchten, das passt gut für Joghurt und Quark. Da ich diese fertigen Gelierhilfen nicht mag, rühre ich mir meinen „Gelierzucker“ selbst an. Dazu kaufe ich mir reines Apfelpektin und vermische das mit meinem Rohrzucker. Dazu kommt dann später (im Kochvorgang) etwas Lemonensaft. Das wird dann nicht so ganz „schnittfest“ aber ich mag solche „Fruchtsülzen“ eh nicht so gerne. Johannisbeeren oder Äpfel brauchen keinen Zusatz, nur Zucker, weil sie selbst genug Pektin haben.

Heute will ich noch ein paar Gläschen Marmelade kochen – mit Stückchen. Da ich kein Pektin mehr im Haus habe, wird es nach altem Oma-Rezept gekocht, also nur mit Zucker und Lemonensaft.

Dazu habe ich die Früchte schon geputzt und geviertelt und in einen Teil des Zuckers eingelegt. Wenn es gut durchgezogen ist, lass ich es abtropfen und koch den Saft mit dem Restzucker ein wenig ein. Dazu dann die Früchte und so lange weiter kochen, bis es geliert. Kurz vor Schluss dann noch den Lemonensaft mitkochen.Und fertig.

 

Nachtrag: Die Methode „Oma“ hat erstaunlich gut funktioniert. Was mich erstaunt hat ist, dass die Farbe sehr viel intensiver ist, als in der Variante mit dem Pektin (trotz der längeren Kocherei). Bin mal gespannt, wie sich das geschmacklich unterscheidet. Erst mal abkühlen lassen.

Zweiter Nachtrag: Geschmacksprobe. Die Variante Nr. 2 also nach „Oma-Art“, schmeckt EINDEUTIG besser. Unglaublich fruchtig und intensiv. Obwohl sie so viel länger gekocht hat. Am Zucker kann es nicht liegen, ich denke der war ungefähr gleich. Hätte ich nicht gedacht. Vielleicht werden durch das Einkochen die Aromen erst richtig freigesetzt? Übrigens hat es SO gut geliert, dass es mir fast zu fest ist.  Aber es sind ja nur drei Gläser. Die sind sicher schnell weg, bevor es zu fest wird.

Heute Abend habe ich übrigens noch schnell die Jochelbeeren zu einem Gelee verarbeitet. Sehr lecker. Säuerlich, aber nicht so herb wie Schwarze Johannisbeere, aber kräftiger als Rote Johannisbeere. Toll. Jetzt weiß ich endlich, was ich mit den Beeren machen kann. Für dieses Gelee finden sich sicherlich immer Abnehmer 😀