Gartenküche

Linsen und Schbätzle :-) nach Monsieur und Madame

Heute herbschtelt es so richtig. Wenn auch eher neblig und feucht, denn golden, wie man es sich gerne wünscht. Und kommt dazu noch eine Schnupfennase und ein dicker Kopf, ja, dann wird es Zeit für Seelenkost. Zum Beispiel … Zeit für Linsen und noch mehr Zeit für Linsen mit Spätzle. Hach so lange schon nicht gegessen. Naja, war ja auch schon lang nicht Herbst 🙂

Also nicht lang rumfabulieren, ran an den Speck … oder besser Räuchertofu.

 

Zutaten:

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Linsentopf

1 P. Räuchertofu

2 große Zwiebeln

1 gr. Möhre

4-5 mittlere Kartoffeln

ca. 10 Essiggurken (ich hab Chili-Scharfe genommen)

1 Glas Tomatensugo

2 Dosen Linsen

Olivenöl, Süßer und scharfer Paprika, Sojasoße, Salz, Pfeffer,

Zubereitung:

Den Tofu klein würfeln und in Olivenöl knusprig anrösten. Während des Röstens, scharfen Paprika (aufpassen!), süßen Paprika und einen Schluck Sojasoße dazugeben. Weiterrösten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Evtl. etwas neues Öl dazu, die gehackten Zwiebeln rein und mit reduzierter Hitze weiter andünsten. Möhre, Kartoffeln und Essiggurken würfeln und unterrühren, mit dem Tomatensugo ablöschen. Dann noch die Linsen rein (man kann natürlich auch den Tag vorher getrocknete Linsen einweichen und in Gemüsebrühe vorkochen) und das Ganze bei milder Hitze köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Herd ausdrehen und die Linsen schön durchziehen lassen. Am besten schon am Vortag oder einige Stunden vor dem Essen zubereiten, dann schmeckt es um so besser.

Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und ordentlich süßem Paprika abschmecken, evtl. noch etwas Essig aus dem Gurkenglas dazu, wegen der Säure.

Variante: Die Spätzle schmecken in einer „orientalischen Variante“ mit ordentlich frisch gemörsertem Cumin abgeschmeckt auch sehr gut. Tipp einer syrischen Freundin. Dann aber die Essiggurken weglassen. Ich fand die schwäbisch-syrische Völkerfreundschaft mit syrischen Linsen und Schbätzle immer weltrekordverdächtig 🙂 Danke Wafa.

Spätzle:

Spätzleteig herstellen. Meine Faustregel ist: Pro Person drei Eßl. Mehl. In einer Tasse 2 Eßl. Sojamehl mit Öl anrühren, 1 Tl. Backin dazu, kräftig durchmischen und in den Teig geben. Mit Salz und Kurkuma (wegen der Farbe) würzen. Mit Sojamilch und Mineralwasser einen zähen Spätzleteig rühren und schlagen, bis er Blasen wirft. Ruhen lassen.

Die Spätzle in kochendes Wasser pressen, schaben … whatever, wallend aufkochen, abgießen/abschrecken  und zu den Linsen reichen.

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Bon Appetit.

 

 

 

 

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Beefsteaki mit Bratkartoffeln und Tomatensalat

Der Sommer will einfach nicht kommen. Draußen ist es kühl und wolkig, man mag nicht glauben, dass morgen schon der Juni beginnt. Irgendwie das Wetter für etwas Deftiges. Heute Abend soll es Bratkartoffeln geben, die kann ich eigentlich immer essen. Mit Salat, vorzugsweise mit Tomatensalat und viel Petersilie und Zwiebeln. Hm. Aber heute soll es mehr sein. Mein 90jähriges Schwiemütterchen kommt zu Besuch und hat nach der langen Autofahrt sicher Hunger.

Also habe ich mir mal wieder Frikadellen vorgenommen, immer wieder gerne , immer wieder auf der Suche nach DER Mischung.

Also:

Für die Bratkartoffeln wurden schon gestern Abend die Pellkartoffeln abgekocht. Mehr braucht man dazu nicht sagen, oder? Schälen, schneiden, anbraten, Zwiebeln dazu, ordentlich süßer Paprika, Salz, Pfeffer.

Beefsteaki: (Achtung, das wird ne ganze Menge (für ne Fußballmannschaft mindestens 😉 ), ich esse die gerne noch kalt, also u.U. halbieren)

100g schwarze Belugalinsen

100g Kamut-Weizen

50g gelbe Linsen

50g Bulgur

3 Zwiebeln

3 Zehen Knoblauch

zwei alte Semmeln in Wasser eingeweicht

Öl zum Anbraten

Salz, Pfeffer, süßer Paprika, Muskatnuss, Majoran, Tomatenmark, Hefeflocken, Gemüsebrühe, 1/4l Sojamilch

(Kann natürlich auch eine andere Mischung sein, z.B. Grünkern, andere Linsen …)

Das Getreide und die Linsen grob schroten.

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Ich benutze hierfür eine Hand-Mohn-Mühle. Zwiebeln schneiden und im Öl anbraten. Schrot dazugeben, kurz mitrösten. Tomatenmark dazu. Mit der Sojamilch ablöschen. Gewürze und Gemüsebrühe  dazugebe und mit Wasser auffüllen, bis der Brei ca. 1 Fingerbreit mit Wasser bedeckt ist. Verrühren und zum Blubbern bringen, dann bei ganz kleiner Hitze sehr gut ausquellen lassen.

In den fertigen, abgekühlten Brei die ausgedrückten Semmeln reingeben, evtl. etwas Semmelbrösel einarbeiten, zu kleinen Frikadellen formen und in Öl ausbraten.

Zu den Bratkartoffeln reichen, dazu Tomatensalat. Voila Ein perfektes Sonntagsessen 🙂

(Fazit: Die Beefsteaki haben ausgesprochen lecker geschmeckt. Auch das Schwiemütterchen war ganz beeindruckt, wie das alles ohne Fleisch und Ei überhaupt schmecken kann … Werde ich wieder machen.)

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P.S. Sorry, Bild ist ganz unscharf, aber ich habe es zu spät gesehen, da war alles schon aufgegessen 🙂

Gartenküche

Nicht nur für Schäfer: Shepherds Pie

Wenn es draußen ungemütlich wird, ob mit Schnee, Wind, Graupel, Sturm oder einfach nur weil es Herbst oder Winter und früh dunkel ist, da wird mir immer so … so heimelig, so wärmelig, so traut. Das wirkt sich auch auf meinen Appetit auf, mir ist
eher nach was Deftigem, was mich durchwärmt und sättigt. Eines meiner absoluten Lieblingsgerichte ist hierfür ein „Shepherds Pie“ so heiß und bruzzelig, dass man sich mit den ersten Bissen die Gusche verbrennt. Zutaten (für drei Esser … wir schaffen es aber meist auch zu zwein) 😉

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Für den Brei:

1 große Süßkartoffel

4 große mehlige Kartoffeln

Margarine, Pflanzenmilch, Salz, Pfeffer, Muskat

Für die Soße:

1 große Zwiebel

2 große Möhren

1 Dose grüne Linsen (400g Dose) oder am Vortag entsprechende Menge einweichen

1 große Tomate (wenn es noch gibt)

1 Dose geschälte Tomaten

250 ml trockenen Rotwein

Kräuter der Provence, Salz, Pfeffer, Paprika (mild), Cayennepfeffer Olivenöl zum Anbraten

Zum Überbacken: Für die Vegetarier etwas Käse Für die Veganer, je nach Geschmack einfach etwas Hefeflocken, oder Hefeflockenschmelz oder (wers mag) veganen Käse

Zubereitung: Kartoffeln schälen, kleinwürfeln und mit Salzwasser weichkochen. Abgießen, einen dicken Klecks Margarine, eine halbe Tasse Pflanzenmilch dazugeben und mit einem Rührgerät Brei rühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Tipp: Knethaken nehmen, alternativ den klassischen Kartoffelstampfer oder so … Wenn die Kartoffeln aufgesetzt sind: Zwiebel grob würfeln und in Olivenöl andünsten. Möhren schälen, in Zuckerwürfelgroße Stücke schneiden, dazugeben. Tomate grob würfeln, dazugeben. Dose mit Linsen abgießen, dazu, kräftig mit Kräuter der Provence würzen und mit dem Wein ablöschen. Kurz anbrodeln lassen, dann die Dose Tomaten dazugeben, während der Kartoffelkochzeit einköcheln lassen, bis alles dicklich wird. Die Linsen sollen weich sein, die Möhrenstücke noch Biss haben. Mit den Gewürzen kräftig abschmecken. Soße in eine Auflaufform geben, den Kartoffelbrei oben drauf, „Käse“ drauf und nochmal ca. 10min im Backofen (Grill) bei ca. 200 Grad überbacken, bis das „Oben“ knusprig wird.

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Spätsommercurry mit knusprigen Tofu-Würfeln

Es ist nicht mehr zu leugnen, der Sommer hat seinen Zenit überschritten. Die Nächte sind wieder kühler, die fleißigen Spinnen weben ihre glitzernden Altweiberfäden. An solchen Tagen überkommt mich gerne wieder die Lust auf deftigere Zutaten. Zum Beispiel Bohnen-Kartoffel-Topf … oder Linsensuppe.

Heute war mir nach indisch. Meine Speisekammer hatte noch einiges Passendes zu bieten, so dass ich mir einen Einkauf sparen konnte 🙂 Yeah.

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1. Reis aufsetzen

2. Für die Tofuwürfel:

1 Päckchen Naturtofu in Würfel schneiden

In einem Schälchen: 6 Eßl. Hefeflocken, 3 Eßl. Speisestärke, Pfeffer mit etwas Zitronensaft (oder Limonensaft) zu einer zähflüssigen Pampe anrühren.

Die Würfel in der Pampe wälzen, in heißem Öl knusprig ausbraten und zur Seite stellen.

3. Spätsommercurry

4 Schalotten grob kleinschneiden, in heißem Öl anbraten

3 große Möhren, grob stifteln, dazu geben

1 Süßkartoffel schälen, stückeln, dazugeben (immer schön umrühren, dass nix anbrennt)

3 Frühkartoffeln in der Schale in dicke Scheiben schneiden, dazu geben,

3 Hände voll, gut gewaschene, halbe, gelbe Linsen dazu (solche, die ca. 12-15 min brauchen, zum weichkochen)

2 Knobizehen, gepresst

Alles weiter gut andünsten, dann 3 Eßl. Tandori-Paste zugeben, mit einem Glas Sugo (bei mir ein Sago mit sehr viel Basilikum, etwas süß-asiatisch abgeschmeckt) ablöschen. Eine Tomatensoße geht sicher auch, alternativ.

EInen kleinen Beutel Kokos-Mark (oder eine kleine Dose) dazugeben … das Ganze köcheln lassen, bis Kartoffeln und Linsen weich sind.

Zusammen mit Reis servieren, die knusprigen Tofuwürfel oben auf geben. Guten Appetit 😀

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Doppel-Beschiss-Bscheißerle :-)

Dass ich liebend gerne alles mögliche in Teig verpacke, das weiß, wer ab und an in meinem Blog liest. Mit Schrecken habe ich allerdings festgestellt, dass das Wareniki-Herrgottsbscheißerle-Rezept auch schon wieder eine ganze Weile her ist. Wenn ich die Bilder sehe, kann ich mir ein mitleidiges Lächeln nicht verkneifen … wie dick der Teig, wie ungeschickt die Handhabe … Mittlerweile hat sich einiges verändert. Mein Speiseplan hat sich von vegetarisch zu vegan gewandelt, und vor allem:  eine Nudelmaschine ist mein eigen! Für manche Gerätschaften im Leben, muss man eben ein gewisses Alter erreichen 🙂

Die Maschine ist auch sehr beziehungsfördernd, denn ganz eifrig nudelt mir der Monsieur hauchdünne Bahnen um Bahnen und nur selten geraten wir in Streit und eigentlich nur deshalb, weil ich immer meine alles besser zu wissen.

Als ich gestern also beim Salzkörnchen (ich erwähnte den Lieblingsblog schon das ein oder andere mal, gell?) dieses wunderbare Rezept entdeckt habe, war klar: DAS will ich auch machen. Passte prima, dass ich für heute sowieso die Pilz-Wareniki geplant hatte.

War mir auch sympathischer, das urschwäbische Händling … allemal besser, als das französische shishi-Zeugs, dass dann doch immer schief geht (grins … nur ein Scherz!)

Also flugs gestern Abend noch Linsen eingeweicht und heute früh abgekocht.

Meine kleinen Varianten im Rezept sind zum Teil dem veganen-Ansatz geschuldet, zum anderen Teil aber fehlende Zutaten. Es war dennoch göttlich 🙂

Teig:

Zutaten:

200g Hartweizengrieß, Salz, Wasser

Alles gut mit dem Handrührer (Teighaken) verrühren, den Teig mindestens zwei Stunden ruhen lassen.

Mit der Nudelmaschine dünne Bahnen ausnudeln.

Füllung:

100g Tellerlinsen
1 Möhre
1 Schalotte
3 Knoblauchzehe
frischer Majoran, etwas Rosmarin, viel Petersilie
Einbrenne:
2 Eßl. Öl
3 TL Mehl
ca. 80-100ml Kochwasser der Linsen
Sherry
Balsamico
Gemüsebrühe-Pulver
Salz, Pfeffer, Muskat

 

Die Linsen habe ich über Nacht in reichlich Wasser eingeweicht. Am nächsten Morgen im Einweichwasser ca. 25 min. weichgekocht abgegossen und zur Seite gestellt (Kochwasser aufheben). Schalotte, Knobi und Möhre im Blender kleinhäckseln und in etwas Olivenöl andünsten. Zur Seite geben.

Etwas Margarine schmelzen und Mehl vorsichtig anbräunen, mit dem Linsenwasser abgießen und glattrühren. Ein Schluck Sherry und Balsamico dazugeben, kräftig mit Gemüsebrühe und den Gewürzen abschmecken und alles mit den Linsen zusammenmischen. Abschmecken und auskühlen lassen.

Auf die Teigbahnen kleine Häufchen setzen, Herrgottsbscheißerle ausradeln und im fast kochenden Wasser ca. 3-4 Minuten ziehen lassen.

Bei uns gab es geschmälzte Zwiebelringe dabei 🙂

P.S. Warum doppelt Beschiss-Bescheißerle?? Ganz einfach. Herrgottsbscheißerle sollen ja das Fleisch im Innern verbergen … ist hier nicht. Wird mal also erwischt, von dem da oben, kann man eine lange Nase drehen  … muss aber mit den Konsequenzen klar kommen 😉