Gartenküche

Brombeer-Domino-Kuchen mit Haferflockenkrokant

Langsam ebbt sie ab, die Brombeerflut. Der Vorratsschrank biegt sich unter den lasten von Saft, Gelee, Marmelade …
Heute hat sich kurzfristig Kaffeebesuch angesagt, und irgendwie dachte ich: einmal frische Beeren zum Kuchen verarbeiten wär doch auch mal was. Rezepte rumgelesen, mich inspirieren lassen und folgendes „kreiert“. Sieht richtig toll aus und schmeckt (trotz der Kernchen, die ich normalerweise nicht mag, aber das Krokant ist ja auch knusprig)
Zutaten:
Für den Teig:
  1. Heller Teig
250g Mehl (me: Dinkelmehl)
4 Tl Backpulver
120g Zucker
Zitronenabrieb nach Geschmack
250ml Hafermilch
6 Eßl. Öl (me: Rapskernöl)
  1. Schokoteig
250g Mehl (me: Dinkelmehl)
4 Tl Backpulver
1 Päckchen Schoko-Puddingpulver
120g Zucker
Zitronenabrieb nach Geschmack
250ml Hafermilch
6 Eßl. Öl (me: Rapskernöl)
Nacheinander in einer 26er Springform die Böden backen. 180°C ca. 30min. Dazu die Zutaten mit einem Rührgerät zusammenrühren, die Backform etwas ausfetten (me: etwas Öl und verpinseln)
Beide Böden auskühlen lassen.
Füllung:
Ca. 500g Brombeeren (me: frische vom Strauch, es gehen sicher auch TK-Beeren)
Zucker (je nach Süßegrad der Beeren)
Die Brombeeren waschen und verlesen. In einer Schüssel einzuckern und anziehen lassen. In einem Topf zum Kochen bringen, köcheln lassen, ohne dass die Beeren ganz zerfallen. In einem Haarsieb gut abtropfen lassen. Den Saft zurück in den Topf geben und einkochen lassen, bis er Geleeartig wird.
Haferflocken-Krokant:
2-3 Handvoll Haferflocken in eine Pfanne und vorsichtig erhitzen. Ca. 4-5 Eßl. Braunen Zucker dazu geben, rühren, bis der Zucker zu karamellisieren beginnt. Dann Herd ausschalten und 3 Eßl. Margarine zugeben. Immer gut rühren.
Zusammenbauen
Den ausgekühlten hellen Boden auf den Rücken drehen, so dass die glatte Seite nach oben schaut. Mit einem scharfen Küchenmesser einen Kreis einschneiden, dabei ca. 0,5cm Rand lassen dann erneut Kreis schneiden (weiter nach innen) und den Ring rausheben. Dann mit einem Messer vorsichtig einen Deckel ausschneiden, so dass eine gleichmäßige Vertiefung mit Rand entsteht. (Den Deckel gleich auffuttern).
Die abgetropften Brombeeren in die Vertiefung füllen, den Schokodeckel aufsetzen. (Mir ist er etwas zerbrochen, da habe ich ihn mit Deckelteig vom hellen Boden etwas geflickt 🙂 ) Mit dem eingekochten Saft mit einem Backpinsel den Kuchen „lackieren“ und das Krokant aufstreuen. Kaltstellen.
Advertisements
Gartenküche

Brombeer-Linzer-Schnitten

Dieser Sommer hat es wirklich in sich. Sonne seit April … Lass mich nicht lügen, seit Ostern ein kräftiger Regen. Was sind wir glücklich, dass das Auenland so fruchtbar ist und durch eine tiefe Lehmschicht das (recht hohe) Grundwasser sehr gut hält. Was bedeutet … ein Segen im Garten.
Kein Licht ohne Schatten. Der Segen macht auch eine Menge Arbeit, vor allem, wenn man wie ich, nicht willens oder in der Lage ist, diesen Segen verkommen zu lassen.
In Brombeeren könnte ich derweil baden. Wir schreiben mit und sind gerade mal bei 7kg angelangt, ein Ende ist allerdings noch nicht in Sicht. Also gibt es Saft und Saft und Saft und Gelee und Mus uns Marmelade. Die Gläser und Flaschen sind auch schon langsam alle (wehe Monsieur nennt mich nochmal Gläser-Messie!). Was ich mache, wenn die nächste Großernte (Holunderbeeren) kommt, das weiß der Himmel.
Als die letzte Marmelade auf dem Herd brodelte und ich Kuchen für einen Sonntagsbesuch brauchte, kam mir spontan die Idee, mal Richtung Linzer zu backen. Experimento 🙂 Und siehe da. Schmeckt. Und schmeckte auch noch nach einer Woche. Also nicht nur was zu Weihnachten. Alternativ kann man natürlich auch Johannisbeer- oder Himbeergelee/Marmelade verarbeiten.
Zutaten für ein Blech
  • 400g Dinkelmehl
  • 400g Brauner Zucker
  • 2 Pck. Bourbon-Vanillezucker
  • 1 Teelöffel Zimtpulver
  • 2 Msp. Nelken, gemahlen
  • 400g gemahlene Mandeln
  • 400g Margarine
  • ca. 500g Brombeermus (alternativ: Johannis oder anderes kräftiges Gelee/Mus)
  • Etwas Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
Aus Mehl, Zucker, Vanille, Zimt, Nelkenpulver, Mandeln und Margarine einen Teig kneten. 30 Minuten an einem kühlen Ort ruhen lassen.
Backblech gründlich fetten oder mit Backpapier auslegen. Etwa 3/4 des Teigs für den Boden und den Rand im Blech ausrollen
Das Gelee/Mus mit etwas Wasser glatt rühren und auf dem Teigboden verteilen. (Gut Messerrückendick)
Aus dem Restteig Gitter schneiden/legen oder Motive ausstechen und belegen
Bei 180° Umluft ca. 30-40min backen
Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben. Schmeckt am Besten, wenn er etwas durchzieht.
IMG_3849
Ich gebe zu, an der Deko kann man noch arbeiten 😉

Gartenküche

Back again im kitchen-garden

Hallo again! Keine Ahnung, ob jemand mich vermisst hat … vermiest hatte mir die Datenschutzgrundverordnung etliche Monate die Freude am Bloggen. Ich war völlig überfordert von all dem, was ich wohl nun soll, nicht verstehe, nicht weiß, aber muss …  Aber nun müsste alles gefixt sein.

So überfordert war ich, dass ich irgendwann genervt die Seite einfach stumm geschalten habe. Der Frühling ging dann in diesem Jahr nahtlos in einen (sehr trockenen) Sommer über, mit dem Effekt, dass mein kitchen garden derzeit quasi aus allen Nähten platzt. Noch nie hatte ich so früh schon so eine Diversität im Garten. Anfang Juli und ich kann wählen zwischen: ersten Tomaten, Paprika, Bohnen, Rote, gelbe und geringelte Beete, Lauch, Kohlrabi, Gurken, Zucchini … etc .etc. Alles gleichzeitig! Wahnsinn.

Nach der langen Blog-Flaute allerdings muss ich mich erstmal wieder rantasten.

Deshalb die Idee, ganz bescheiden beginnen mit: Kräuter in meinem Garten

IMG_4705

Ein Projekt für dieses  Jahr war, meine Kräuterauswahl etwas breiter aufzustellen.

Bei einem meiner Beete war die Umrandung (aus geflochtener Weide) endgültig weggebröselt. Statt eines neuen Zauns habe ich nun das Beet mit Kräutern eingerahmt. Nun wachsen im kitchen garden: Rosmarin, Basilikum, Oregano, Majoran, Thymian, Zitronenthymian, Goldoregano, Currykraut, Schnittlauch und Petersilie, Zitronenverbene, Salbei … am anderen Ende dann Liebstöckel und überall verteilt in den Beeten: Bohnenkraut, Dill und Borretsch. Im Lavendelgarten noch verschiedene Minzen und Melisse.

Neben meinen kulinarischen Ansprüchen, wollte ich mit den Kräutern auch den Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und sonstigem Gebrauche eine Freude bereiten. Und diese Rechnung ist voll aufgegangen. Die Insekten sind regelrecht besoffen, wenn sie sich in den blühenden Kräutern tummeln. (Ich beernte vieles „hälftig“, eine Hälfte darf blühen)

Da ich von Petersilie einfach nicht genug bekommen kann und diese Prinzessen beim mir einfach immer zicken und nicht wachsen wollen, wenn ich sie ansäe, habe ich dieses Jahr etwas Neues versucht: Im Gartencenter habe ich einen Kasten Setzlinge (Petersilienwurzeln) gekauft und vorsichtig ausgepflanzt (ist schon Trick, die feinen Würzelchen zu versenken, ohne sie zu knicken). Und siehe da: Das Kraut wuchert, ich kann büschelweise ernten, immer hier und da einen Zweig, ohne die Pflanze am Wachstum zu hindern. Und wer weiß, vielleicht habe ich im Herbst dazu die leckeren Wurzeln. Genial. Das Kraut ist zwar etwas härter und kräftiger als z.B. von Blattpeterle … aber so lecker.

Was aber mache ich mit all den Kräutern?

Regelmäßig beernte ich die „Südländer“ und trockne sie für „Kräuter der Provence“. Daneben friere ich unterschiedliche Geschmacksrichtungen ein: Schnittlauch pur, Petersilie pur … aber vor allem auch meine Quer-durch-alle-Sorten-Mischungen, die ich vor allem in den Salaten liebe. In diese kommt dann zu den oben genannten Gartenkräutern immer auch noch ein Hauch  Pfefferminze dazu. Extrem lecker auch für Kräuterbutter oder Kräutersoßen.

Als erfrischendes Sommerdessert zu empfehlen:

Eine reife Wassermelone stückeln.

Pfefferminze fein schneiden und mit Rohrzucker etwas mörsern. Minzzucker über die Melone geben. Bon appetit

 

 

 

Gartenküche · Weihnachtsbäckerei

Dreckbatzerl

Draußen ist es grau und nass und nass und grau. Einer dieser Tage, an denen es der Seele wohl tut, wenn es in der Stube warm ist und fein duftet. Da passt es gut, das schöne Rezept vom Salzkörnchen auszuprobieren. Ich habe nur wenige Anpassungen vorgenommen, also nur Butter und Ei ersetzt bzw. ausgetauscht.  Bei ihr heißen die Plätzchen Schoko-Schnee-Kugeln. Dazu habe ich aber wenig Assoziationen, ich nenne sie mal „Dreckbatzerl“ 😉 Weil … ganz so schön gleichmäßig wie beim Salzkörnchen sind die meinen nicht geworden. Aber sie schmecken sehr lecker. Unglaublich schokoladig, ein wenig knusprig außen und zart und mürbe innen:

82B3109C-0B54-4BE5-AC41-5F4A268E38B9

Zutaten:

100g Schokolade (50% Kakao)
50g Margarine
1 Eßl. Sojamehl in Rapsöl angerührt
60g Rohrohrzucker
100g Dinkelmehl
1 EL  Kakaopulver
1/4 TL Backpulver
Salz
1 Eßl. Lebkuchengewürz
1 EL Kirschwasser
Puderzucker zum Wälzen
Zubereitung:
Die Schokolade  mit der Margarine im Töpfchen schmelzen. Etwas abkühlen lassen. In einer Schüssel Mehl, Kakao, Backpulver, Gewürze und Obstler vermischen.  Soja-Rapscreme und Zucker zugeben und die Schokoladen-Margarine unterrühren. Zeig kennen und schon kleinere Rollen formen. Teig kühlstellen.
Backofen auf 170 Grad vorheizen.
Puderzucker in eine kleine Schüssel oder Müslischale sieben. Kleine Scheiben von den Rollen abschneiden und zu Kugeln formen. Ordentlich dick im Puderzucker wälzen und auf das Backblech setzen. Ca. 10-12 Minuten backen.
Gartenküche

Brombeer-Variationen

Das das Gartenjahr bislang nicht das „best-ever“ ist, ich denke, die Litanei kann ich mir jetzt sparen. Die Sonne sehe ich nur flüchtig im Vorbeihuschen. Ansonsten: Regen, Regen, Regen. Naja, das Auenland hat zumindest eines dadurch üppig: Wasser. Anderen wieder fehlt genau das. Aber was hilft’s: Die Erdbeeren schimmeln, die Tomaten kämpfen mit der Braunfäule (ich mit den Tränen). Die Schnecken fressen ab, was übrig bleibt. Ne, schön ist anders.

Aber wie auch schon im letzen Jahr, wachsen die Brombeeren … üppig, üppiger, am üppigsten. Hier hab ich wohl den „Bogen“ raus, wie schneiden muss und auch das festtüddeln am alten Rose-Bogen. Vielleicht auch einfach Glück. Auf jeden Fall: Blüten, Früchte ohne Ende. 20kg dürfte nicht gelogen sein.

IMG_1112

Die müssen erst mal verarbeitet werden. Mein Platz an Tiefkühlmöglichkeiten ist begrenzt, davon abgesehen, halte ich nicht so viel davon, wegen der ständigen Energiekosten übers Jahr. Also wie in jedem Jahr die Überlegungen: Was machen wir mit den Früchten? Es gibt noch etwas, was ich nicht so gerne mag: Kernchen in der Marmelade und Verschwendung von Lebensmitteln. Wie das zusammenpasst? Naja, so:

  1. Runde: Saft machen … es bleibt übrig, eine Menge Frucht. Viel zu schade zum wegwerfen. Also
  2. Runde: Marmelade, bzw. Fruchtmus (ohne Kernchen)
  3. Brombeermark
  4. Nur Marmelade ist auch nicht der Brüller (sooo viel essen wir nicht davon) … also : Chutney
  5. Brombeeressig
  6. „Fruchtleder“ (steht noch an)
  7. Brombeeren dörren (steht noch an)

IMG_4044

Brombeersaft:

Letztes Jahr haben wir hauptsächlich Sirup hergestellt. Dieses Jahr wollte ich einmal Saft versuchen. Da ich eine kleine Presse habe (eigentlich für Tofu), versuchte ich die „Kaltpressung“. Was für eine Schweinerei. Ich sag euch. Ne, das war wohl nichts. Außerdem frage ich mich: Wo ist geschmacklich der Unterschied, wenn ich den Saft dann eh einkoche?

Also eine halb-kalte Methode:

Die Brombeeren werden frisch in einer großen Schüssel mit einer Kelle ordentlich „zermatscht“. Dann kommen sie über nacht in den „Saftsack“ zum Abtropfen (alternativ geht natürlich auch die Oma-Methode mit Hocker auf den Kopf drehen und Tuch antüddeln …)

Am nächsten Tag siebe ich den Saft nochmal durch ein sehr feinmaschiges Sieb. Gesüßt wird nach Fruchtsüße und Geschmack. Bei mir ca. 50-70g Zucker pro Liter. Da der Brombeersaft pur als Trinksaft zu „dick“ ist, wird er mit (abgekochten, abgekühltem) Wasser verdünnt. Auf einen Liter puren Saft, ca. 3/4l Wasser.

Ich erhitze den Saft vorsichtig auf ca. 80° C (nicht kochen). Dabei schöpfe ich den Schaum schön ab. Dann in Bügelflaschen füllen (was mussten wir viel Bier trinken chch) und bei 90°C 40 min einwecken.

Das war also die erste Runde:

Aus dem Fruchtbrei kann man nun verschiedene Leckereien herstellen:

Brombeeressig:

In eine große Flasche (ich nehme eine braune Glas-Milchflasche) fülle ich Frucht und einen feinen Weißweinessig. Das ganze bleibt ca. 14 Tage stehen, dann abseihen und den Essig umfüllen. Sehr sehr lecker. (Achtung: Auch hier kann der Fruchtbrei noch verwendet werden, z.B. als Fruchtmark für das Chutney, oder in kleinerer Menge durchaus auch in die Marmelade!)

Weiter wird der abgetropfte Fruchtbrei  durch ein Haarsieb gestrichen (wegen der Körner 😉 ). Mit dem dann entstandenen Fruchtmark lässt sich ganz herrliche Marmelade herstellen oder auch ein scharf-würziges Chutney:

Hier mein Rezept:

Brombeer-Chutney

500g Brombeermark

2 Äpfel (klein gewürfelt)

1 große Zwiebel (klein gewürfelt)

2-3 Knobizehen gepresst

20g Ingwer (klein gewürfelt)

100g brauner Zucker

100ml Brombeeressig (oder einen anderen)

bei Bedarf etwas Saft (z.B. Brombeersaft 😉 )

Salz (ca. 1 Tl), Pfeffer, Cheyennepfeffer, Chiliflocken, 4-5- Pimentkörner, 2 Lorbeerblätter, ein Stück Zimtstange, 2 Nelken

Alles zusammen aufkochen lassen. Ca. 10-15 min köcheln lassen, abschmecken (Verhältnis Schärfe/Süße) und noch heiß in Gläser füllen. Davor die groben Gewürze wieder raussammeln.

Gartenküche

Holler-Boller-Hollerblüte

In jeden Garten gehört ein Holunderstrauch. Das wussten schon die Altvorderen, er galt als Lebensbaum,  aushacken oder gar Verstümmeln des Buschs war mit Unglück oder gar Tod verbunden. In ihm wohnen die guten Hausgeister, eine wohltuende Vorstellung. Als ich das Auenland übernommen habe, war klar: Holunder  muss her. Die ersten Versuche misslangen, aus Platzgründen wollte ich ihn vor die Hecke pflanzen, dachte aber nicht an den guten Bauern, der den breiten Grünstreifen netterweise mitpflegt … und schwupps war er abgemäht.

Als das kleine Buschlein da noch stand (mit Schild), hörte ich (hinter der Hecke) einen Spaziergänger „ablesen“, was da wächst und dann (leicht spöttisch) zu seiner Frau sagen: Sowas kauft man doch nicht. Nun denn, ich kaufte doch noch mal einen, der nun im Garten neben meinem Komposter wächst, leider eher in die Breite als in die Höhe. Aber siehe da: aus der Ligusterhecke am anderen Ende des Gartens heraus verströmte beim Schneiden ein vertrauter Geruch, weshalb ich die letzten zwei Jahre den Trieb stehen ließ. Und ein schöner Holunder wächst nun auch aus der Hecke heraus. Und tatam, dieses Jahr die erste (kleine) Ernte. Alles will ich natürlich nicht abnehmen, außerdem, ein paar Fläschlein Beerensaft ist auch nicht zu verachten.

Aus den ca. 20 Dolden sollte Hollerblütensirup entstehen. Nach langem Rezeptewälzen habe ich mich für die „Tiroler-Variante“ entschieden. In Tirol habe ich das erfrischende Getränk ursprünglich kennengelernt. Der Unterschied zur „skandinavischen Variante“ schein darin zu liegen, dass man die Dolden nur 24 Std. im kalten Wasser ansetzt, während man den skandinavischen Ansatz fünf Tage stehen lässt. (Das ist bei mir auch schon zweimal schiefgegangen und geschimmelt). Aber es scheint hier auch tausende Rezepte zu geben. Hier alsomdas 1001te von mir.

Rezept Holunderblütensirup:

Ca. 20 Holunderdolden (in voller Blüte) vorsichtig ernten. Auf einem Tuch sachte abklopfen (wegen der Bewohner) und möglichst die grünen Stängel dicht an den Blüten abknipsen.

In 2l Wasser mit zwei Scheiben Zitrone einlegen, mit einem Tuch abdecken und 24Std. stehen lassen.

Blüten absieben, 1kg feinen weißen Zucker zugeben und ca. 10min. köcheln lassen. Abschaumen. Den Saft von drei-vier Zitronen dazugeben, nochmal aufkochen, heiß in Flaschen füllen.

IMG_3712

Gartenträume

Kleiner Gartenrundgang 7. Mai

Endlich endlich einmal zwei Tage wärmer und tatsächlich Sonne. Bis jetzt hatte ich kaum das Gefühl, dass der Frühling richtig in die Puschen kommt. Dennoch hat sich im Garten einiges getan. Es war einfach bislang nicht so offensichtlich.

Naja, wenn ich mir meine Tomatenwinzlinge so ansehe, die kümmern einfach weiter vor sich hin. Ob das noch was wird? Ich stell mich schon darauf ein, dass ich dieses Jahr Pflanzen kaufen muss, wenn ich Tomaten möchte … und die möchte ich!

IMG_1827

Was mich allerdings so richtig freut, ist folgendes Bild. Erkennt ihr, was das für Pflanzen sind?

IMG_1829

Genau. Pastinaken. Ich hatte noch NIE Pastinaken, obgleich ich schon gefühlt hunderte Samentütchen ausgestreut habe. Klappt einfach nicht, ebenso nicht wie Möhren, Wurzelpetersilie … und wenn ihr euch nun fragt, woher die tollen Pflanzen kommen, dann sag ich nur eins: Gartencenter. Als ich vor zwei Wochen oder so einkaufen war, sah ich die Pflänzchen, neben Möhren. Ich hab laut gelacht, da ich die Stimme meiner Oma im Ohr hatte: „Möhren kann man nicht vorziehen“. Bin zweimal dran vorbeigelaufen und dann dachte ich mir. Was solls, auch nicht teurer als die nicht funktionierenden Samenpäkchen. Und siehe da …es geht! Sie haben sogar direkt nach dem Pflanzen die Nachtfröste überstanden. Und was hab ich wohl jetzt in diesem speziellen Töpfchen (lange schmale Einbuchtungen für die Würzelchen) am Fenster stehen? Wollja, Möhren. Wollen doch mal sehen, Oma.

Auch der gekaufte Salat macht sich prima, allerdings konnte ich gestren auch schon den eigen ausgesäten Eissalat vereinzeln.

IMG_1828

Ab nächster Woche kann geerntet werden, denke ich. Dazwischen wachsen Rucola, und Erdbeeren blühen, in der Mitte sind die ersten Kohlrabi (sehr gelitten haben sie unter den miesen Schnecken). Butterkohl und Blumenkohl hatte ich hier auch vorgesät, in den Kästen ist es doch etwas geschützter. Die sind heute rausgekommen. Als „Rücken“ an den Holzbeeten habe ich Reisig als Windschutz gesteckt, hier kommen die Erbsen hoch.

Immerhin hat der verlangsamte Frühling auch Vorteile. Ich freu mich immer noch an meinen beiden (einzigen) Tulpen. Diese samtige Farbe ist einfach nur schön. Und in diesem Jahr scheinen auch langsam meine Guerilla-Techniken von Erfolg gekrönt zu sein: An allen Ecken wagen sich Blümchen raus (z.B. oben die Vergissmeinichte, daneben meine „Minz-Wiese“), anderes ist schon in den Startlöchern. So die Pfingstrosen, die in der letzten Woche sicher einen halben Meter zugelegt haben (und Knospen sind auch schon da).

Gestern haben wir die Wiese das erste Mal gemäht. Wie immer bleibt ein Stück als „Biotop“ stehen, die Insekten freuts und mein Auge auch. Das Silberblatt blüht, ich bin jedes Jahr gespannt, ob auch neben den pinkfarbenen wieder die selteneren weißen Blüten auftauchen. Aber schön sind sie beide. Nicht so gut zu sehen sind auf den beiden Bildchen oben rechts sind ein paar meiner Rosen: zum einen mein Rambler, der nun endlich in die Puschen kommt und das Rosen-Lavendel-Beet. Einige Lavendel haben den letzten Winter unter dem Frost gelitten, aber ich denke, die Lücken füllen sich wieder. Auf eine andere Rose (Marie-Curie) freu ich mich ganz besonders. Sie sieht so gesund und üppig aus und hat so zugelegt, eine wirkliche Freude. Auch die Ableger von Sabine Pecoraro-Schneider (Gallica und nocch so was chch) haben ordentlich zugelegt, Rosen scheints hier zu gefallen.

Last but noch least, ein weiteres Sammelsurium:

Die neuen Himbeeren am alten Holzbiotop (beim Eimer), der Kartoffelturm und die roten Johannisbeeren. Und mein liebes Apfelbäumchen (Alkmene) soll den Rundgang abschließen. Bin so gespannt, ob wir dieses Jahr die ersten Äpfel bekommen.

IMG_1836

Gartenküche

Rendevouz mit Nuss an Hefe — Nusszupferl-Kuchen

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Hefe liebe 😉 Mein vor einigen Tagen ausprobierte Rezept, ursprünglich Milchbrot Tangzhong, bei mir Zupfbrot ist so der Hammer, dass ich bei jeder Scheibe kauend nachgesonnen habe, dass das sicherlich auch gut mit Nuss käme. Zum Glück gabs noch ein Säckchen Walnüsse, selbst gesammelt natürlich. Die habe ich mit Hilfe vom Monsieur (Madame Wuff hatte anderes zu tun) schnell geknackt.

Der Teig wurde etwas süßer konzipiert (wünschte sich Monsieur, mir hätte auch weniger gereicht).

Und was soll ich sagen … legga. Konnte mich eben nicht beherrschen und habe gleich das noch warme erste Stück vertilgt.

Also nochmal das Rezept (wenngleich es quasi identisch mit dem Zupfbrot ist)

Zutaten:

Vorteig:

25g Mehl, 100g Wasser

Teig:

Vorteig, und 125gr. Pflanzenmilch (ich nehme Sojamilch) und 12g frische Hefe

und 380g Mehl und 100g Zucker, 40g kalte Margarine

etwas Sojamilch zum Bestreichen

Füllung:

120g Walnüsse gehackt, 50g Zucker und 50g Margarine in einem Töpfchen schmelzen.

Zubereitung:

Für den Vorteig: Wasser und Mehl in einem Töpfchen warm machen und mit dem Schneebesen rühren, bis eine cremig/dicke Masse entsteht

Pflanzenmilch erwärmen Zucker verrühren. Hefe in Schüssel krümeln, mit allen anderen Zutaten in einer Rührschüssel zusammengeben und ca. 8-10m kneten (Knethaken). Den Teig abgedeckt ca. eine gute Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig in sechs Portionen teilen, die Batzen jeweils vorsichtig (am besten mit den Handflächen) oval flachdrücken, längs 1/3 einschlagen, dann die Restlänge darüberschlagen. Kurz ruhen lassen, damit der Teig wieder entspannt. Dann von der kurzen Seite her wieder länglich flach drücken. Die Nussmasse auf die Stücke geben und von der kurzen Seite her aufrollen. Die Rollen mit der Naht nach unten in eine gefettete Kastenform setzen und eine weitere Stunde ruhen lassen.

Den Backofen auf 175°C (Ober-Unterhitze) vorheizen. Den Kuchen ca. 35min. ausbacken, nach der Hälfte der Zeit auf Unterhitze umstellen und mit der Sojamilch bestreichen.

Über den Gartenzaun gelugt · Gartenträume

Kitchengarden im Mai 2017

Ok ok, die Überschrift ist ein wenig zu voreilig. Noch ist es April. Noch. Gerade noch. Irgendwie scheint mir in diesem Jahr der Frühling sehr verzögert. Nur so wenige warme Tage bislang, ansonsten kalt und kälter. Ungemütliches, wechselhaftes Wetter. Immerhin hatten wir hier Glück im Unglück. Da es insgesamt noch nicht so warm war, hinkte hier als ein wenig hinterher und so waren die letzten Nachtfröste nicht ganz so verheerend. Ob die Aprikose das überstanden hat, das weiß ich noch nicht, auch der Pfirsich stand in voller Blüte, als es so kalt war, aber immerhin der kleine Apfelbaum, der ist erst an diesem Wochenende richtig aufgegangen. Und so schön blüht er, der Kleine.

DSCF0579.jpg

Auch die anderen „Beeren“ erfreuen mein Herz. Überhaupt merke ich von Jahr zu Jahr, das ich mehr Lust auf Beeren bekomme. Mittlerweile gibt es vier Himbeerbüsche (Sommer- und Herbsthimbeeren), Johannisbeeren in schwarz, rot und weiß, eine Aronia, eine sibirische Blaubeere, Blaubeeren, Brombeeren, Walderdbeeren und seit letztem Jahr hier und da in Schalen und Kästen, Erdbeerbüsche zum Naschen (falls die Schnecken was übersehen) und natürlich meinen Wein, der sich vom Schuppen zum Haus hangelt.

Die Beete sind noch recht kahl. Außer den im Herbst gesteckten Zwiebeln, ein wenig Lauch vom Vorjahr, recken sich höchstens noch die ersten Kräuter (Schnittlauch, Peterle, Liebstöckel, Oregano, Majoran, Knoblauchkraut, etc.), und (immerhin) die Erbsen spitzeln aus der Erde. Auch der Kartoffelturm zeigt, dass es in ihm „arbeitet“. In den Kastenbeeten, hatte ich Kohlrabipflänzchen gepflanzt … den Frost haben sie überstanden, aber sehen sehr „rippig“ aus, da die ersten Schnecken gnadenlos über die zarten Blätter hergefallen sind. Umso erstaunlicher, dass die Salatköpfe noch unangetastet sind.

Im Moment freue ich mich über jedes grüne Blatt, und jede Blüte. Viel Farbe gibt es noch nicht im Auenland. Immerhin blühen im Gras (noch nicht geschnitten) Löwenzahn, Vergissmeinnichte, die Silbertaler in weiß und pink, die Mahonie blüht, aber es wird schon: die Akeleien sind überall am Start, der Goldmohn kommt auch, ebenso wie die Bauernnelken und vermutlich auch die versamten Cosmeen. Nur noch ein wenig Geduld.  Und falls Madame Wuff, dieser Mäusefänger vor dem Herrn mal noch lernt, ihre dicken Pfoten aus dem Kräuterbeet zu lassen, dann wird auch das wieder üppiger aussehen. 🙂

Aber was solls: Da ich neben viel Arbeit auch noch „Rücken“ habe, wird es in diesem Jahr vermutlich sowieso die „Rückkehr ins Biotop“ bedeuten, wer weiß, vielleicht wird mir das Auenland den Wildwuchs danken …

 

Was mir allerdings wirklich etwas Sorgen macht (und auch Madame Wuff schaut sehr besorgt), sind die angesäten Tomaten. Die sehen in diesem Jahr wirklich mehr als erbärmlich aus. Wenn ich mir vorstelle, dass es schon Jahre gab, in denen ich auf die Eisheiligen „gepfiffen“ habe und die Pflanzen schon Anfang Mai rausgesetzt habe … du liebe Güte, die kleinen Pupser würden keine zwei Tage überleben. 😦DSCF0562.jpg

Aber: Alles wird gut. Bestimmt.

In diesem Sinne: rutscht gut rein in den Mai, schwingt das Tanzbein oder euch auf den Hexenbesen.

DSCF0577.jpg

Gartenküche

Tanz in den Mai – Zupfbrot

Vermutlich brauche ich es nicht einmal mehr zu erwähnen, es dürfte bekannt sein, wie sehr ich Hefeteig (und alles, was man damit machen kann) liebe. Man glaubt kaum, dass Hefe sich in so vielen unterschiedlichen Varianten zubereiten lässt. Gerade kürzlich erst, habe ich mit dem Brioche und den „Briorschlerln“ zu Ostern gelernt, dass es sogar ganz ohne Vorteig bzw. ganz ohne „Gehen“ geht. Das Zauberwort war hier … Wasserschale beim Backen. Das Rühren, Kneten und Falten hat für mich immer etwas von meditativem Tanz 🙂 Also könnte man es einen „Tanz in den Mai“ nennen.

Trotz der vielen vielen Hefeteigrezepte, löst das Lesen einer Variante, die ich noch nicht kenne, nach wie vor aus: MUSS ich versuchen. Und eine asiatische Version von Hefeteig? (wobei ich keine Ahnung habe, wie es zu diesem Namen kommt). Das hat meine Aufmerksamkeit doppelt erregt. Vor allem, da ich immer noch auf der Suche nach „dem“ ultimativen Rezept bin, durch das ich als Ergebnis ein Hefestück habe, das sich weich und zupfig „reißen“ lässt.  Es war also gleich klar, dass ich das  Milchbrot Tangzhong  vom Salzkörnchen ausprobieren möchte. Und da bei mir ohne Milch (und ohne Ei) brauchte es eben noch einen neuen Namen 🙂 Ich nenne es schlicht mal Zupfbrot. Und es kommt meiner Vorstellung sehr sehr nahe!

Zutaten:

Vorteig:

25g Mehl, 100g Wasser

Teig:

Vorteig,

125gr. Pflanzenmilch (ich nehme Sojamilch)

12g frische Hefe

350g Mehl

70g Zucker, da ich ein „süßes“ Brot möchte (ich nehme Rohrzucker und einen Teil Vollrohr), etwas Vanillepulver

1 Pr. Salz

40g kalte Margarine

etwas Sojamilch zum Bestreichen

Zubereitung:

Für den Vorteig: Wasser und Mehl in einem Töpfchen warm machen und mit dem Schneebesen rühren, bis eine cremig/dicke Masse entsteht

Pflanzenmilch erwärmen mit Hefe und Zucker verrühren.

Nun alle Zutaten in einer Rührschüssel zusammengeben und ca. 8-10m kneten (Knethaken). Den Teig abgedeckt ca. eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig in sechs Portionen teilen, die Batzen jeweils vorsichtig (am besten mit den Handflächen) oval flachdrücken, längs 1/3 einschlagen, dann die Restlänge darüberschlagen. Kurz ruhen lassen, damit der Teig wieder entspannt. Dann von der kurzen Seite her wieder flach drücken und aufrollen. Die Rollen mit der Naht nach unten in eine gefettete Kastenform setzen und eine weitere Stunde ruhen lassen.

IMG_1781

Den Backofen auf 175°C (Ober-Unterhitze) vorheizen. Das Zopfbrot ca. 35min. ausbacken, nach der Hälfte der Zeit auf Unterhitze umstellen und mit der Sojamilch bestreichen.

Wenn es ausgebacken ist, auskühlen lassen …und …YESSSS … der Aufwand lohnt sich definitiv. Sehr sehr lecker 😋 Ganz weich und fluffige Konsistenz.

IMG_1782