Gartenküche

Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig

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Die Zwetschgen sind reif. Und die Kartoffeln geerntet. (Die Geschichte zum Kartoffelturm gibt es später.)

Was liegt näher, als mal wieder Zwetschgenknödel zu kochen. Gibt es selten genug.

Die Mengenangaben sind  nur sehr vage, den Teig muss man mehr nach Gefühl machen, es hängt an der Feuchtigkeit der Kartoffeln, der Größe der Zwetschgen etc.

Bei mir waren es ca. 6 mittelgroße Kartoffeln, ca. 4-5 Eßl. Mehl, ergab 12 (ziemlich große, weil große Zwetschgen), Knödel. Vier davon habe ich ungekocht eingefroren.

Zutaten:

Kartoffeln (festkochende, abkochen und pellen, am besten am Tag vorher, bei mir heute vormittag)

Mehl, 1 Eßl. Sojamehl, ein Eßl. Rapskernöl

Zwetschgen

Salz, Pfeffer, Muskat

Margarine, Semmelbrösel, Zucker

So gehts:

Die gekochten Kartoffeln entweder warm durch eine Presse drücken oder abkühlen lassen und reiben. Gewürze dazu.

Das Sojamehl in einer Tasse mit dem Öl verrühren und zu den Kartoffeln geben. Soviel Mehl dazu geben dass der Teig schnell verarbeitet werden kann, ohne zu  sehr zu kleben.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen oder Kugeln formen und flachdrücken. Die Zwetschgen reinlegen und den Teig darum formen und die Knödel in der Hand rollen.

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(Viele nehmen den Stein raus und legen ein Stück Würfelzucker stattdessen rein. Ich lasse die Zwetschgen ganz, dann „bluten“ sie nicht aus und die saftige Füllung bleibt im Knödel. Die Süße kommt über die Brösel.)

Wasser salzen und in einem großen Topf zum Kochen bringen. Die Knödel reingeben und die Hitze so zurückdrehen, dass die Knödel nur sanft simmern.   Kochzeit variiert nach der größte der Knödel. Wichtig ist, dass sie schwimmen. (Ca. 8-15min.)

Während die Knödel kochen, in einer Pfanne Margarine schmelzen, Zucker dazugeben und Semmelbrösel mit anrösten. Die fertigen Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Topf heben, abtropfen lassen und in den süßen Bröseln wälzen.

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Bon Appetit

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Gartenküche

„Gereizte“ Knödel mit Sauerkraut

Und so geht „zünftig“ und vegan und vor allem schnell:

Die vom Vortag übrigen Kräuterknödel in Scheiben schneiden, in einer Pfanne mit „buttrigem“ Rapskernöl knusprig anbraten. Zwei Schalotten in Ringe schneiden und dazu geben, einen veganen „Landjäger“ in Würfel schneiden (alternativ etwas Räuchertofu) und dazugeben. Kräftig pfeffern und mit  süßem Paprika abschmecken.

Nebenher Sauerkraut wärmen.

Et voila: Lecker, schnell, deftig und vegan.

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Gartenküche

Kräuterknödel und Schwammerlsoße

Was Pilze angeht, bin ich ein Feigling. Ich liebe es welche zu suchen … also früher, jetzt war ich schon lange nicht mehr im Wald. Das Problem ist nämlich, dass ich zu feige bin, die eigene Beute auch zu essen. Ausgenommen Champignons aus dem Laden … oder so. Ein Traum war immer, mal selbst Pilze zu züchten und vor einigen Wochen habe ich mir diesen Traum erfüllt. Austernpilze sollten es werden. Gesagt getan habe ich mir so ein Pilzzucht-Kit bestellt. Tolle Sache. Ein etwas Backsteingroßer Block aus Kaffeesatz, geimpft mit den Pilzsporen. Man muss nur täglich sprühen und schon bald fangen die Pilze an zu wachsen. Wie das so ist, gab es beim Bestellen dieses Sonderangebot: Kauf zwei, bekomm drei … oder so. Auf jeden Fall hatte ich drei Pakete zu Hause. Mit dem ersten hatte ich im Urlaub begonnen, da hatte ich schön Zeit für die tägliche Sprüherei. Und siehe da, sie wuchsen, die Pilze. Gleichzeitig mit diesen wuchs auch das Unbehagen von Monsieur, der der strikten Meinung ist, dass Pilze in den Wald, Austernpilze an den Baum und keinesfalls in ein Holzhaus gehören. Und als klar wurde, das die Austrigen Unmengen an Sporen um sich pulverten, wurden sie nach draußen verbannt. Und bei der Hitze, haben wir dann so einen Tag zu spät ernten wollen und … futsch waren sie, die schönen Pilze. Ich hatte vorerst die Lust verloren. Wollte mit den beiden anderen Pakete später starten … oder noch lieber, sie verschenken. Wollte aber keiner haben. Und vor einigen Tagen sah ich, dass den Dingern wohl die normale Luftfeuchtigkeit im Raum ausreichte: Die Pappschachteln waren ganz verbeult und die Pilze versuchten sich ihren  Weg zu bahnen. Okay, Ende der Geschichte. Die Pilzkulturen bereichern nun meinen Kompost.

Kein Wald, kein Sammeln, keine Pilze … ABER … dennoch ein tolles Abendessen (Dank Champs aus dem Bioladen):

Kräuterknödel mit Schwammerlsoße.

Für die Knödel:

Altes, trockenes Weißbrot oder Brötchen in kleine Bröckchen geschnitten

Mehl

Pflanzenmilch

Bindemittel (entweder Sojamehl in Wasser angerührt, oder bei mir: 1 Eßl. Chia-Samen in Wasser eingeweicht)

Kräuter feingehackt (beim mir: Majoran, Thymian, Selleriegrün, Petersilie)

Eine Zwiebel, kleingehackt

Salz, Pfeffer

Mit dem Mehl, dem Bindemittel, der Milch einen Pfannkuchenteig anrühren.

So viel Bröckchen reingeben, dass ein zäher Teig entsteht. Die Kräuter dazumischen.

Zwiebel in etwas Öl anbraten, dazugeben. Den Teig gut durchkneten, ziehen lassen.

[Anmerkung: Es ist schwer, hier Mengenangaben zu machen. Pro Person würde ich ca. 4 Eßl. Mehl nehmen. Dann soviel Milch etc. dass der Teig ein flüssiger Pfannkuchenteig wird. Bröckeln (von ca. 5 Brötchen?)]

Großen Topf mit Wasser und Salz aufsetzen.

In der Zwischenzeit die Pilzsoße zubereiten:

Champignons,

Getrocknete Steinpilze in Wasser eingeweicht (einige Stunden vorher)

Eine Zwiebel, eine Schalotte

3 Knobizehen

Portwein, braunes (veganes) Soßenpulver, Pflanzensahne

Zubereitung:

Die Steinpilze ausdrücken, kleinschneiden und im Öl anbraten. Nach und nach, die kleingeschnittenen Champignons dazugeben, alles anbräunen. Die Zwiebeln dazu und den Knoblauch. Mit Portwein ablöschen ,etwas durchziehen lassen. Ca. drei Tl. braunes Soßenpulver einstreuen und das Ganze mit dem Einweichwasser der Steinpilze ablöschen. Köcheln lassen. Kräftig würzen (Salz, Pfeffer, süßer Paprika). Kleindrehen.

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Petersilie hacken und zur Seite stellen.

Wenn Das Knödelwasser kocht, Knödel aus dem Teig formen und in das Wasser geben. Mit schrägem Deckel, leicht sprudelnd 20 min. köcheln. Die Knödel rausnehmen und sofort halbieren und kurz abdampfen lassen.

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Die Soße nochmals kurz hochheizen und die Pflanzensahne unterrühren.

Mit der Soße und mit frischer Petersilie als Topping servieren. (Oder ohne Petersilie, wie für Monsieur, der schon über die Kräuter in den Knödeln gemault hat. Geschmeckt haben sie dann aber ausgezeichnet 😉

Irgendwie klappte es mal wieder nicht, Knödel mit Soße wirklich ästhetisch fürs Foto aufzubereiten. 😀 Aber was solls … es war arg lecker.

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Food-Blog heute in der Anrichte von Monsieur
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Madames Variante
Gartenküche

Veganes Gulasch nach Szegediner Art

Tja, was soll ich sagen: Dieses Jahr ist noch nichts mit Garten. Zwar wachsen meine kleinen Pflanzen schon am Fensterbrett ran, aber alles noch weit davon entfernt, es Frühling zu nennen. Nun gut, ich will nicht jammern, auch wenn ich mir Ostern eigentlich anders vorgestellt hatte. Aber bitte, wenn es eben nichts zum Gärtnern gibt, dann wenigstens was gutes zu essen. Einige vegetarische Rezepte gibt es hier ja schon auf der Seite, aber da ich zur zeit „veganen Besuch“ habe, war das für mich auch nochmal eine neue Herausforderung. Und bei der Kälte hatten wir beide Lust auf was richtig schön Deftiges. Geht das vegan? Jou, geht. Und wie. Und ziemlich simple auch.

Eh voila, aufgeschrieben zum Nachkochen 🙂

Veganes Gulasch nach Szegediner Art mit Böhmischen Semmelknödeln (Vegan adaptiert nach Omas Rezept)

Es braucht:

Für das Gulasch:

1 Räuchertofu, 2 große Zwiebeln, 3 Schalotten, 2 Knoblauchzehen. Gewürze: Salz, Pfeffer, Paprika (süß und scharf), Kümmel, Rotwein, Tomaten im Glas, Olivenöl, Sauerkraut

Zubereitung:

Den Tofu in Würfel schneiden. Aus ca. 4 Eßl. Olivenöl, Salz, Pfeffer, Paprika und ausgepresstem Knobi eine kräftige Marinade anrühren, die Tofuwürfel einlegen, verrühren und schön lange ziehen lassen (ca. eine halbe Stunde mindestens)

Derweil die Zwiebel in halbe Ringe schneiden.

Den eingelegten Tofu in Olivenöl knusprig anbraten, die Zwiebeln dazugeben, weiter andünsten. Das Ganze mit ca. einem Viertel Rotwein ablöschen, die Tomatenstücke dazugeben und alles etwas eine halbe Stunde köcheln lassen. Dann das Sauerkraut dazugeben (ein Glas), Kümmel nach Geschmack und eine weitere viertel Stunde köcheln. Dann die Herdplatte ausschalten, das Gericht gut durchziehen lassen. (Jeder weiß, Gerichte mit Sauerkraut schmecken am nächsten Tag besonders gut 😉 Also gut auch schon einen Tag vorher zum Vorbereiten). Wenn die Knödel (oder auch andere Beilagen, Kartoffeln zum Beispiel) fertig sind, einfach wieder aufwärmen und fertig abschmecken. Je nach Bedarf, Geschmack kann man noch einen Klecks vegane Reis-, Soja- oder andere Sahne dazugeben. Mir hat es nicht gefehlt.

Semmelknödel nach böhmischer Art

Es sind zwar Semmelknödel, diese hier werden allerdings anders gemacht, als die klassischen aus Bayern. Zuerst werden alte Brötchen in kleine Würfel geschnitten (ich hebe mir in Papiertüten dafür immer die übrig gebliebenen Sonntagsbrötchen auf). Dann einen Pfannkuchenteig herstellen. Hier die vegane Art. Für Nicht-Veganer einfach einen „klassischen“ Pfannkuchenteig mit Milch und Eiern.

Menge (etwas schwierig anzugeben, da es ein „Oma-Rezept“ ist, macht man das so aus dem Handgelenk:

Pro Person ca. vier gehäufte Eßl. Mehl in eine Schüssel geben. Salz dazu. Als Eiersatz einen Eßl. feines Sojamehl mit etwas Wasser glattrühren, dazugeben. Mit Hafer-, Dinkel- oder Sojamilch recht flüssigen Teig anrühren, einen Schluck Sprudelwasser dazugeben. Nun die Brötchenbrocken einrühren, etwas durchziehen lassen und Knödel formen. In leicht sprudelndem Wasser 20 min. köcheln. Nach den 20 Min. Kochzeit die Knödel einzeln herausnehmen und sofort mit einem Nähfaden „durchschneiden“ (also Faden um den Knödel legen, über Kreuz nehmen und ziehen). Die halbierten Knödel kurz abdampfen lassen und mit dem Gulasch servieren.

Und: Guten Appetit 🙂

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