Gartenträume · Kompostereien

Kartoffelturm im Auenland

Tja, auch vor den Zwetschgenknödeln steht die Arbeit: Baum pflanzen, warten, ernten … oder so 🙂 Man kann die Zwetschgen natürlich auch kaufen, ebenso wie die Kartoffeln für den Teig. Das tue ich auch normalerweise, denn das Zwetschgenbäumchen ist noch mini (hat dieses Jahr immerhin schon 12 Früchte, die ich aber direkt von Baum genieße) und für Kartoffeln habe ich leider nicht genug Platz und eigentlich auch keine Möglichkeit, die Ernte danach ordentlich zu lagern.

Trotzdem juckt es jedes Jahr in den Fingern und die ein oder andere Kartoffel habe ich schon in die Beete gesetzt. Dieses Jahr hatte ich einen anderen Plan. Ein Kartoffelturm sollte es werden. Hierzu findet man einiges im Netz, aber irgendwie hatte ich keine Lust, auf dieses immer wieder Kümmern und Nachschieben von Erde. Als ich also eine Variante mit einem Drahtgitter sah und dort, wie die Triebe sich seitlich überall durchschoben, dachte ich mir: Das könnte auch anders gehen.

Gesagt getan. Im Baumarkt habe ich mir einen einfachen Steckkomposter aus Holz gekauft, dazu zwei Sack Erde und aus meinen eigenen Vorräten nahm ich einen Haufen halb-fertigen Kompost und verschiedene Kompostmaterialien (etwas Laub vom Vorjahr, Reisig, etc.)

Ich schichtete also immer abwechselnd: Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln, Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln … und die Kartoffeln so, dass sie in der Höhe einer Ritze lagen. Auch in die Mitte kamen jeweils noch Kartoffeln. Da ich noch einige Saatkartoffeln übrig hatte, buddelte ich diese rund um den Turm in den Boden ein. (Ich hatte einige rote Kartoffeln aus der Speisekammer, die schon austrieben und kaufte zwei Säckchen Saatkartoffeln)

Als Standort habe ich eine Stelle im Garten gewählt, die sonst nicht genutzt wird, direkt, an einem kleinen Wäldchen, eine völlig verunkrautete Ecke, in der ich höchstens mal Gartenabfälle zwischenlagere. in Süd-Nord-Ausrichtung, also im nördlichen Ende, aber durchaus mit Sonne.

Da ich in der Kiste keinen Frost mehr erwartet habe, setze ich alles am 19. März auf. Schon zwei Wochen später konnte man die ersten grünen Spitzen sehen.

Tja, das war es dann eigentlich schon. Den Frühling und Sommer über konnte ich beobachten, wie der Turm immer grüner wurde und schließlich fast zwei Meter in die Landschaft wanderte 🙂

An sehr heißen, trockenen Tagen, habe ich ab und an den Gartenschlauch reingelegt und Wasser reinlaufen lassen.

1000e Schnecken tummelten sich allabendlich auf dem Grün, so dass ich oft dachte:  schon als Schneckenfangturm hat sich das Projekt gelohnt 🙂

 

Meine Geduld wurde auf eine sehr harte Probe gesetzt, denn ich wusste, ich muss warten, bis das Kraut verdorrt ist … und es dorrte nicht und dorrte nicht. Anfang August habe ich dann das Wässern komplett eingestellt … warten, warten.

Aber gestern, also fünf Monate später (krass), habe ich beschlossen, dass der Turm geknackt wird 🙂

(Stimmt nicht ganz, vor zwei Wochen hatte ich die Kartoffeln, die ich am Ende rund um den Turm gesteckt hatte, ausgebuddelt. Das waren immerhin schon gut 5kg.)

Wir haben also Latte für Latte den Komposter abgebaut und die Erde zur Seite geschoben. Und da lagen sie dann schön, schichtweise, und ließen sich einsammeln: Kartoffeln, viele viele kleine bis sehr kleine, aber … oh Wunder, ganz unten außen, auch sehr große.

Ergebnis und Fazit 🙂

17kg Kartoffeln (wenig große, viele mittlere, eine Menge Mini) und ein schöner Berg feine Komposterde.

Weniger Ertrag als ich erhofft hatte, aber dafür dass ich  keine Arbeit hatte … prima.

Im nächsten Jahr werde ich wieder einen aufsetzen. Allerdings in den Schichten nur an den Rändern entlang und lediglich oben auch in der Mitte. Die Pflanzen kamen aus der Mitte nicht in die Höhe, da war also auch kein Ertrag. Ich überlege auch, ob ich aus dem Komposter zwei halb so hohe Türme setze mit jeweils zwei Etagen, ich denke, der Ertrag wäre dadurch sogar noch höher.

IMG_3108.jpg

 

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7 Kommentare zu „Kartoffelturm im Auenland

  1. Meine Oma hat immer feine Zwetschgenknödel gemacht, hmmm. Ich habe in diesem Jahr Kartoffeln zusätzlich zum Traktorreifen in zwei Mülltonnen angebaut. Die Ernte war allerdings bei letzteren bescheiden, wobei ich meine, es lag an der Sorte (eine Anden Wildkartoffel), aber es ist halt wie Ostereiersuchen und macht so Spass. Nun habe ich noch Blaue zu ernten 🙂

      1. gepflanzt und nur noch wenig angehäufelt, vielleicht war auch das der Grund, aber eher tippe ich auf Schnecken und ein schwieriges Frühjahr

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