Gartenküche

Oster-„Briorscherl“

Gibt es einen schöneren Teig als Hefeteig? Diese seidig-weiche Konsistenz, der feine Duft, die unendlichen Möglichkeiten. Und immer wenn ich denke, ich jabe alle Varianten durch, findet sich doch wieder was Neues. So die Variante: Hefeteig ohne „Gehen“. Konnte es eigentlich kaum glauben, aber es funktioniert. Gut sogar. Das Geheimnis ist wohl die Kombination aus warmer Milch, sehr langem Kneten und dem Wasserdampf beim Backen. Wie dem auch sei. Schnelles Gelingen ist gewiss. Ob als „Brioche“ in der Form oder wie hier, passend zum Osterfest, als „Briorscherl“ in Häschenform. 🙂

Frohe Ostern und guten Appetit
Zutaten:
500g Mehl
100g Zucker
60g Margarine
250ml warme Sojamilch
1 Würfel Hefe
1 Pr. Salz

 

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Einfacher Hefeteig, „ohne Gehen“

Milch mit Margarine im Töpfchen anwärmen. Hefe in eine Schüssel bröseln, Mhel und Zucker dazu geben. Fett-Milch unter Rühren dazugeben und mit den Knethaken sehr lange durchkneten, bis ein seidig-glatter Teig entstanden ist.
In den Backofen unten ein tiefes Blech schieben und mit einem Liter Wasser befüllen. Herd auf Umluft volle Hitze geben.
Aus dem Teig gleich große Batzen abstechen, jeweils eine Wurst rollen (kein Mehl zugeben). Aus der Wurst einen Knoten formen, den abstehenden Zipfel in zwei Öhrchen einschneiden. Mit Sojamilch bestreichen. (ein zweites Mal, wenn sie beginnen zu bräunen)

Die „Briorscherl“ bei 180-190° Umluft backen bis sie goldgelb sind (ca. 20 min)

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Gartenküche

Im Märzen der Bauer …

Schnelles Gartenessen.

Frühlingsanfang und noch eine Menge zu tun im Auenland. Kompost sieben, umsetzen, neu schichten, Beete auflockern, erste Saaten legen … wenig Zeit für die Küche.

Immerhin, die ersten Kräuter spitzeln schon: Schnittlauch, Knobluchkraut … bin ganz gierig auf das Grün und könnte es fast halten wie Madame Wuff, die neuerdings wie ein Schäfchen das frische Grün abweidet.

Aber auch für solche Tage gibt es schnelle und leckere  Rezepte, die sich gut vorbereiten lassen. Auch aus Resten: im Kühlschrank war noch ein übrig gebliebenes Bällchen Pizzateig, alternativ kann man sich Kugeln davon einfach einfrieren.

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Warmes Kräuterbrot und bunter Frühlingssalat

Teig:

500g Mehl, Salz, Olivenöl, Wasser, 1/2 Würfel Hefe

Den Hefewürfel mit einem Tl. Zucker, zwei Eßl. Mehl und etwas warmen Wasser verrühren  und einen Vorteig gehen lassen (ca. 20 min).

Mehl, Salz, ca. 2 Eßl. Olivenöl mit dem Vorteig und Wasser gut verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Gehen lassen. Nochmal durchkneten. Bällchen formen. Der Teig hält prima 2-3 Tage im Kühlschrank, kann man aber auch in Bällchen einfrieren, dann hat man immer ein schnelles Essen bereit.

Für das warme Kräuterbrot:

Ein kleines Blech mit Olivenöl einpinseln, Fladen flachdrücken oder ausrollen und auflegen. Etwas Olivenöl auf den Teig pinseln, pfeffern und salzen. Zwei Eßl. veganen Schmand verstreichen, eine fein geschnittene Schalotte verteilen, frische Kräuter on top.

Im Backofen Umluft 250° C ca. 15-20 min. backen, warm servieren.

Dazu einen gemischten Salat.

Gartenküche

Gerührt statt geschüttelt – Brot ohne Kneten

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Ohne viele Worte mal wieder mein geliebtes Brotrezept, etwas optimiert. Klappt immer.
Heute mit Beispiel-Zeitplan:
Am Morgen, Sauerteig ansetzen
Hierfür entweder den aufgehobenen Sauerteigbatzen nehmen oder … schließlich ist immer das erste Mal: einen flüssigen Sauerteig im Bioladen kaufen.
Den Batzen (oder den gekauften Sauer) mit ca. 3-4 gehäuften Eßl. Mehl und warmen Wasser zu einem Brei anrühren, abdecken und an einem warmen Ort den Tag über stehen lassen.
Tipp: Wenn man z.B. immer nur Vollkornbrot backt, dann am besten immer mit Roggenmehl füttern. Ich backe jedoch in einem Rutsch immer ein Weißbrot und ein Vollkornbrot, so habe ich mir einen gekauften Roggensauerteig „umgefüttert“, also nur noch mit Weizen- oder Dinkelmehl „hell“ gefüttert. Mit diesem hellen Sauerteig mache ich sowohl das Weißbrot, als auch gute Roggenbrote.
Roggen-Dinkel Vollkornbrot:
Vorbereitung Teig (für eine große Brotkastenform) am Abend
In eine große Backschüssel kommen:
200g Roggenmehl
300g Dinkelvollkornmehl
100g helles Dinkelmehl (600er)
1,5 Tl. Salz (hier muss man etwas ausprobieren, wie man es mag. Zu fad schmeckt  das Brot nicht)
1 Tl. Gerstenmalz, alternativ geht auch ein Tl. Honig
Wahlweise/nach Geschmack:
2 Eßl. Sonnenblumenkerne
Geschroteter Leinsamen, Menge nach Geschmack (ca. 2 Handvoll)
Haferflocken (1 Handvoll)
Tipp: Die Zusammensetzung der Mehle kann man natürlich variieren: 6-Korn-Mehl, heller, dunkler,  andere Saaten hinein …
Vom  blubbernden und säuerlich duftenden Sauerteig kommen sofort ca. 4 Eßl. in ein Glas und werden mit Mehl zu einem trockenen Batzen verrührt. Das Glas kommt in den Kühlschrank, dort wartet der Batzen auf seinen nächsten Einsatz.
Nun weiter mit dem Brotteig:
Je nachdem, ob man nur eine Sorte Brot backt, entweder den Rest Sauerteig in eine Schüssel geben, oder auf zwei Schüsseln aufteilen.
Zum Sauerteig in die Schüssel kommen nun alle obigen Zutaten und werden mit einem Kochlöffel (mit Loch) und ca. o,5 l warmen Wasser kräftig verrührt (Wasser nach und nach zugeben), bis ein dicker Brei entstanden ist. Einmal durchschlagen.
Abdecken und über Nacht gehen lassen.
Am nächsten Morgen:
Brotform fetten.
Teig reingeben.
Backofen (mit Umluft) auf höchstmögliche Temperatur vorheizen.
Kastenform auf mittlerer Schiene einschieben,
1. Runde: 25 min. auf voller Hitze backen
Dann:
Ofen vorsichtig öffnen (Achtung sehr heißer Dampf) und das Brot nochmal mit etwas Wasser pinseln. Temperatur auf 200° C runterschalten und Unterhitze
2. Runde: 20 min. bei 200° Unterhitze
Dann:
Brot aus der Form nehmen, wieder in den Backofen schieben und ohne Form noch weitere 15-20 min. bei gleicher Hitze backen.
Abkühlen lassen. Fertig
2. Variante Weißbrot
Alles wie oben, lediglich andere Zutaten
600g Weizenmehl (405er)
1,5 Tl. Salz
1 Tl. Gerstenmalz (oder Honig)
1 Eßl. neutrales Pflanzenöl (geht auch ohne)
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Mediterraner Veggi-Muscheltopf

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GGS (Geht ganz schnell)

Zutaten:
4 EL Olivenöl
400 g Räuchertofu (sehr trockener)
3 Schalotten (halbe Ringe)
2 Knoblauchzehen
1 gehäufter EL Kräuter der Provence
1 TL edelsüßes Paprikapulver
1 – 1 ½ TL Chiliflocken
1 geh. TL Honig (oder alternative Süße)
60 g Tomatenmark
2 Dosen Tomatenstücke
Meersalz
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL Gemüsepulver
250 g Nudeln (Muscheln)
1 Dose weiße Bohnen (abgetropft)

(mit feingehackten Kräutern garnieren)

Zubereitung:
Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Den Tofu zerkrümeln und kross anbraten. Etwas Tomatenmark dazugeben und mit anrösten.
Zwiebeln und Knoblauch zugeben und anschwitzen. Kräuter, Paprikapulver, Chiliflocken und Honig zugeben und gut verrühren. Das Tomatenmark dazu, dann die Tomatenstücke samt Saft zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles gut umrühren. 5 Minuten garen.
Knapp 1 l kochendes Wasser angießen, Gemüsebrühepulver einrühren und aufkochen. Die Nudeln zugeben und bei niedriger Hitze abgedeckt (je nach Garzeit der Nudeln) köcheln lassen, zwischendurch umrühren.
Die Bohnen dazugeben und einmal aufkochen. Abschmecken und abgedeckt 1 Minute ziehen lassen.
Den Muscheltopf auf tiefe Teller verteilen. Mit kleingehackten Kräutern garnieren.

Gartenküche

Linsen und Schbätzle :-) nach Monsieur und Madame

Heute herbschtelt es so richtig. Wenn auch eher neblig und feucht, denn golden, wie man es sich gerne wünscht. Und kommt dazu noch eine Schnupfennase und ein dicker Kopf, ja, dann wird es Zeit für Seelenkost. Zum Beispiel … Zeit für Linsen und noch mehr Zeit für Linsen mit Spätzle. Hach so lange schon nicht gegessen. Naja, war ja auch schon lang nicht Herbst 🙂

Also nicht lang rumfabulieren, ran an den Speck … oder besser Räuchertofu.

 

Zutaten:

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Linsentopf

1 P. Räuchertofu

2 große Zwiebeln

1 gr. Möhre

4-5 mittlere Kartoffeln

ca. 10 Essiggurken (ich hab Chili-Scharfe genommen)

1 Glas Tomatensugo

2 Dosen Linsen

Olivenöl, Süßer und scharfer Paprika, Sojasoße, Salz, Pfeffer,

Zubereitung:

Den Tofu klein würfeln und in Olivenöl knusprig anrösten. Während des Röstens, scharfen Paprika (aufpassen!), süßen Paprika und einen Schluck Sojasoße dazugeben. Weiterrösten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Evtl. etwas neues Öl dazu, die gehackten Zwiebeln rein und mit reduzierter Hitze weiter andünsten. Möhre, Kartoffeln und Essiggurken würfeln und unterrühren, mit dem Tomatensugo ablöschen. Dann noch die Linsen rein (man kann natürlich auch den Tag vorher getrocknete Linsen einweichen und in Gemüsebrühe vorkochen) und das Ganze bei milder Hitze köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Herd ausdrehen und die Linsen schön durchziehen lassen. Am besten schon am Vortag oder einige Stunden vor dem Essen zubereiten, dann schmeckt es um so besser.

Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und ordentlich süßem Paprika abschmecken, evtl. noch etwas Essig aus dem Gurkenglas dazu, wegen der Säure.

Variante: Die Spätzle schmecken in einer „orientalischen Variante“ mit ordentlich frisch gemörsertem Cumin abgeschmeckt auch sehr gut. Tipp einer syrischen Freundin. Dann aber die Essiggurken weglassen. Ich fand die schwäbisch-syrische Völkerfreundschaft mit syrischen Linsen und Schbätzle immer weltrekordverdächtig 🙂 Danke Wafa.

Spätzle:

Spätzleteig herstellen. Meine Faustregel ist: Pro Person drei Eßl. Mehl. In einer Tasse 2 Eßl. Sojamehl mit Öl anrühren, 1 Tl. Backin dazu, kräftig durchmischen und in den Teig geben. Mit Salz und Kurkuma (wegen der Farbe) würzen. Mit Sojamilch und Mineralwasser einen zähen Spätzleteig rühren und schlagen, bis er Blasen wirft. Ruhen lassen.

Die Spätzle in kochendes Wasser pressen, schaben … whatever, wallend aufkochen, abgießen/abschrecken  und zu den Linsen reichen.

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Bon Appetit.

 

 

 

 

Gartenträume

Summer in the Shire 2016

Der Sommer, der dieses Jahr nicht so richtig in die Puschen kommen wollte, steht nun in mitten seiner ganzen üppigen Pracht. Der sanfte warme Wind ist voller Düfte: Lavendel, Salbei, Majoran … Minze und Basilikum. Süßer Obstduft von Brombeeren und ersten Falläpfeln. Am blauen Himmel (am Morgen mit abnehmendem Erntemond) rufen die Raubvögel ihre Klagegesänge.

Auch wenn der reifende Holunder und die rot werdenden Hagebutten das Ende des Sommers ahnen lassen … noch ist es nicht so weit und noch nehmen wir die ganz Fülle des Jahres in uns auf. Mensch wie Tier.

Kraft und Sonne tanken.

Das Gartenjahr war aus meiner Sicht (trotz einiger Einbußen) erfolgreich. Ich hatte mir für dieses Jahr vorgenommen zu versuchen, so anzubauen, dass wir möglichst viel frisch verbrauchen können, um nicht so viel einmachen zu müssen. und tatsächlich ist es in diesem Jahr etwas entspannter. Kann aber auch daran liegen, dass der Pfirsichbaum dieses Jahr (nach zwei übermäßigen Jahren) Pause macht, so dass die Früchte in einer überschaubaren (und frisch verzehrbaren) Menge heranreifen. Letztes Jahr dagegen musste ich schauen, wie ich ca. 30kg Pfirsich verarbeitet bekomme.

Ok, dafür sind die Brombeeren dieses Jahr exorbitant … ich habe endlos viel Saft und Sirup eingemacht, Gelee und jetzt mit den Resten gibt es noch Chutney und Brombeereessig/Balsam.

Auch die Bohnen waren/sind in diesem Jahr ein Gedicht. Sie lieben dieses feuchtwarme Wetter.

Über die Paprika brauchen wir nicht weiter reden. Viel zu kühl war denen im Frühjahr. Ich hatte sie zu früh auf den Balkon zum Abhärten, wusste nicht, dass die Planzen auf Kühle mit Wachstumstop reagieren. So sind es kleine Wadenbeißer geblieben und die drei Früchte stützen ihre Nasen auf dem Boden ab. Aber macht ja nichts.

Die Tomaten freuen mich. Vor zwei Wochen sah es aus, als würde die Braunfäule  wieder einmal alles kurz vor der Ernte vernichten, aber da ich immer weniger  ausgeize und die Pflanzen fast alle mehrtriebig wuchern lasse, hatten sie genug (gesunde) Grünmasse, so dass ich nur konsequent braune Blätter und faule Früchte entfernt habe und jetzt sieht alles schon nicht mehr so schlimm aus. Wie man oben auf dem Bild sehen kann, hat sich meine „Haustomate“ (Scratchy), wieder einmal tapfer geschlagen und zeigt der Braunfäule eine lange Nase.

Was allerdings noch ansteht, ist das große Beet mit Roten und Gelben Beeten. Die sind dieses Jahr enorm gut gewachsen und ich müsste langsam mit der Ernte beginnen. Aber nicht jetzt in den angesagten drei (über)heißen Tagen.

Der Winterlauch steht prächtig und immerhin zwei meiner Kohlpflanzen sehen aus, als ob es was zu ernten gäbe. Brokkoli und Blumenkohl waren dieses Jahr leider ein Totalausfall (Schnecken, weiße Fliegen, Raupen)

Aber jetzt kommt erst einmal für einige Tage der Hochsommer zurück mit angesagten Temperaturen über 30°

Da halte ich es mit dem Hund: Lass mir morgens die Sonne auf den Pelz brennen und verschlafe den Rest des Tages im Schatten.

Gartenküche

Zucchini-Kartoffel Maultaschen

Ich kann es gar nicht oft genug erwähnen, dass einer meiner Lieblingsblogs der vom Salzkörnchen ist. Immer wieder gerne koche ich Rezepte nach. Zudem sind die meisten sehr einfach an meine vegane Küche anzupassen (wenn sie nicht sowieso vegan sind). So auch dieses Maultaschen-Rezept, das ich mir auch sehr gut in der vegetarischen Ur-Variante vorstellen kann.

Eines vorweg. Es hat „HAMMER“gut geschmeckt, ich liege jetzt noch dickbauchig im Sessel 🙂 Auch der Monsieur sieht ziemlich glücklich aus 😀

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Zutaten (ergab ca. 30 Stück, da die Zucchini so groß war, , gleich mehr zum Einfrieren gemacht, etwas Füllung ist übrig geblieben, aber no problem, da findet sich was.)
Nudelteig:
300g Mehl
2 EL Öl
Salz
etwas kaltes Wasser
Füllung:
1 Blech Ofen-Zucchini (aus einer Riesen-gelben-Keule)
2 Knoblauchzehen in Olivenöl auspressen
Chiliflocken, Oregano
einige Margarineflöckchen, etwas Pflanzenrahm
2 EL Semmelbrösel, Worcestersoße, Hefeflocken
Salz, Pfeffer, Muskat
ca. 6 kleine Pellkartoffeln geschält und gerieben
3 EL Margarine, 3 Schalotten (in Ringe geschnitten) als Topping
Zubereitung:
Für den Nudelteig das Mehl, mit Salz, Öl und Wasser zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten und ruhen lassen. (Ich nehme Handführer mit Knethaken und am Ende die leicht bemehlten Hände. Der Teig soll sich glatt und seidig anfühlen).
Die Zucchini in feine Scheiben hobeln und auf ein Backblech legen. Salzen, pfeffern, Muskat drüber reiben, und nach gewünschter Schärfe die Chiliflocken und das Oregano. Knoblauch auspressen und mit Olivenöl anrühren. Das Knoblauch-Öl über den Zucchini verteilen bzw. träufeln. Einige Margarineflöckchen verteilen. Einige Flecken mit Pflanzensahne setzen, für den „käsigen“ Geschmack etwas Hefeflocken streuen. Zum Schluss noch einige Spritzer Worcestersoße.
Für ca. 30-40min in den Ofen bei ca. 200° Umluft geben, bis oben alles leicht angebräunt ist. Dann abkühlen lassen, in eine Schüssel füllen und kräftig durchrühren. 2 Eßl. Semmelbrösel dazu und zum Abbinden die geriebenen kalten Kartoffeln (am besten vom Vortag).  Zum Schluss nochmal kräftig  abschmecken.
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Den Nudelteig  dünn ausrollen. Häufchen mit der Zucchinifüllung setzen. Den Teig längs über die Füllung klappen und entweder ausradeln oder ausstechen (ich habe so ein Ravioli-Model).
In einem großen Topf leicht gesalzenes Wasser zum Simmern bringen und die Maultaschen darin 8-10 Minuten ziehen lassen.
Margarine schmelzen und die geschnitten Schalotten reingeben und ziehen lassen. Salzen und als Topping über die Maultaschen geben.

 

Gartenträume · Kompostereien

Kartoffelturm im Auenland

Tja, auch vor den Zwetschgenknödeln steht die Arbeit: Baum pflanzen, warten, ernten … oder so 🙂 Man kann die Zwetschgen natürlich auch kaufen, ebenso wie die Kartoffeln für den Teig. Das tue ich auch normalerweise, denn das Zwetschgenbäumchen ist noch mini (hat dieses Jahr immerhin schon 12 Früchte, die ich aber direkt von Baum genieße) und für Kartoffeln habe ich leider nicht genug Platz und eigentlich auch keine Möglichkeit, die Ernte danach ordentlich zu lagern.

Trotzdem juckt es jedes Jahr in den Fingern und die ein oder andere Kartoffel habe ich schon in die Beete gesetzt. Dieses Jahr hatte ich einen anderen Plan. Ein Kartoffelturm sollte es werden. Hierzu findet man einiges im Netz, aber irgendwie hatte ich keine Lust, auf dieses immer wieder Kümmern und Nachschieben von Erde. Als ich also eine Variante mit einem Drahtgitter sah und dort, wie die Triebe sich seitlich überall durchschoben, dachte ich mir: Das könnte auch anders gehen.

Gesagt getan. Im Baumarkt habe ich mir einen einfachen Steckkomposter aus Holz gekauft, dazu zwei Sack Erde und aus meinen eigenen Vorräten nahm ich einen Haufen halb-fertigen Kompost und verschiedene Kompostmaterialien (etwas Laub vom Vorjahr, Reisig, etc.)

Ich schichtete also immer abwechselnd: Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln, Grobes, Kompost, Erde, Kartoffeln … und die Kartoffeln so, dass sie in der Höhe einer Ritze lagen. Auch in die Mitte kamen jeweils noch Kartoffeln. Da ich noch einige Saatkartoffeln übrig hatte, buddelte ich diese rund um den Turm in den Boden ein. (Ich hatte einige rote Kartoffeln aus der Speisekammer, die schon austrieben und kaufte zwei Säckchen Saatkartoffeln)

Als Standort habe ich eine Stelle im Garten gewählt, die sonst nicht genutzt wird, direkt, an einem kleinen Wäldchen, eine völlig verunkrautete Ecke, in der ich höchstens mal Gartenabfälle zwischenlagere. in Süd-Nord-Ausrichtung, also im nördlichen Ende, aber durchaus mit Sonne.

Da ich in der Kiste keinen Frost mehr erwartet habe, setze ich alles am 19. März auf. Schon zwei Wochen später konnte man die ersten grünen Spitzen sehen.

Tja, das war es dann eigentlich schon. Den Frühling und Sommer über konnte ich beobachten, wie der Turm immer grüner wurde und schließlich fast zwei Meter in die Landschaft wanderte 🙂

An sehr heißen, trockenen Tagen, habe ich ab und an den Gartenschlauch reingelegt und Wasser reinlaufen lassen.

1000e Schnecken tummelten sich allabendlich auf dem Grün, so dass ich oft dachte:  schon als Schneckenfangturm hat sich das Projekt gelohnt 🙂

 

Meine Geduld wurde auf eine sehr harte Probe gesetzt, denn ich wusste, ich muss warten, bis das Kraut verdorrt ist … und es dorrte nicht und dorrte nicht. Anfang August habe ich dann das Wässern komplett eingestellt … warten, warten.

Aber gestern, also fünf Monate später (krass), habe ich beschlossen, dass der Turm geknackt wird 🙂

(Stimmt nicht ganz, vor zwei Wochen hatte ich die Kartoffeln, die ich am Ende rund um den Turm gesteckt hatte, ausgebuddelt. Das waren immerhin schon gut 5kg.)

Wir haben also Latte für Latte den Komposter abgebaut und die Erde zur Seite geschoben. Und da lagen sie dann schön, schichtweise, und ließen sich einsammeln: Kartoffeln, viele viele kleine bis sehr kleine, aber … oh Wunder, ganz unten außen, auch sehr große.

Ergebnis und Fazit 🙂

17kg Kartoffeln (wenig große, viele mittlere, eine Menge Mini) und ein schöner Berg feine Komposterde.

Weniger Ertrag als ich erhofft hatte, aber dafür dass ich  keine Arbeit hatte … prima.

Im nächsten Jahr werde ich wieder einen aufsetzen. Allerdings in den Schichten nur an den Rändern entlang und lediglich oben auch in der Mitte. Die Pflanzen kamen aus der Mitte nicht in die Höhe, da war also auch kein Ertrag. Ich überlege auch, ob ich aus dem Komposter zwei halb so hohe Türme setze mit jeweils zwei Etagen, ich denke, der Ertrag wäre dadurch sogar noch höher.

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Gartenküche

Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig

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Die Zwetschgen sind reif. Und die Kartoffeln geerntet. (Die Geschichte zum Kartoffelturm gibt es später.)

Was liegt näher, als mal wieder Zwetschgenknödel zu kochen. Gibt es selten genug.

Die Mengenangaben sind  nur sehr vage, den Teig muss man mehr nach Gefühl machen, es hängt an der Feuchtigkeit der Kartoffeln, der Größe der Zwetschgen etc.

Bei mir waren es ca. 6 mittelgroße Kartoffeln, ca. 4-5 Eßl. Mehl, ergab 12 (ziemlich große, weil große Zwetschgen), Knödel. Vier davon habe ich ungekocht eingefroren.

Zutaten:

Kartoffeln (festkochende, abkochen und pellen, am besten am Tag vorher, bei mir heute vormittag)

Mehl, 1 Eßl. Sojamehl, ein Eßl. Rapskernöl

Zwetschgen

Salz, Pfeffer, Muskat

Margarine, Semmelbrösel, Zucker

So gehts:

Die gekochten Kartoffeln entweder warm durch eine Presse drücken oder abkühlen lassen und reiben. Gewürze dazu.

Das Sojamehl in einer Tasse mit dem Öl verrühren und zu den Kartoffeln geben. Soviel Mehl dazu geben dass der Teig schnell verarbeitet werden kann, ohne zu  sehr zu kleben.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen oder Kugeln formen und flachdrücken. Die Zwetschgen reinlegen und den Teig darum formen und die Knödel in der Hand rollen.

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(Viele nehmen den Stein raus und legen ein Stück Würfelzucker stattdessen rein. Ich lasse die Zwetschgen ganz, dann „bluten“ sie nicht aus und die saftige Füllung bleibt im Knödel. Die Süße kommt über die Brösel.)

Wasser salzen und in einem großen Topf zum Kochen bringen. Die Knödel reingeben und die Hitze so zurückdrehen, dass die Knödel nur sanft simmern.   Kochzeit variiert nach der größte der Knödel. Wichtig ist, dass sie schwimmen. (Ca. 8-15min.)

Während die Knödel kochen, in einer Pfanne Margarine schmelzen, Zucker dazugeben und Semmelbrösel mit anrösten. Die fertigen Knödel mit einem Schaumlöffel aus dem Topf heben, abtropfen lassen und in den süßen Bröseln wälzen.

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Bon Appetit

Gartenküche

Schmorgurken – pikant

Erstaunlicherweise gab es in diesem Jahr Gurken. Erstaunlicherweise deshalb, da ich im letzten Jahr sicher 10 Pflanzen versucht hatte, die allesamt in Schneckenmägen verschwunden waren. In meiner Not kaufte ich dann eine „veredelte“ Gurke vom Markt und bewachte sie mit einer Schrotflinte … immerhin erntete ich dann so drei Salatgurken.

Dieses Jahr versuchte ich wieder einige Setzlinge zu ziehen. Zwei pflanzte ich einfach zwischen die Tomaten, zwei andere an den Rand meines Gemüsebeetes. Frei nach dem kölnschen Motto: Es kütt wie es kütt … und siehe da … sie kamen, die Gurken. Vor allem die zwischen den Tomaten. Und so gab es schon eine Menge Gurkensalat, Tzatziki, Gurke für die Pausendose, Gurke zum Brot …

Zwei wurden so groß, dass ich mal was anderes ausprobieren wollte: „Schmorgurken“. Noch nie gegessen. Ein wirkliches Rezept scheint es hier auch nicht zu geben, bzw. 1000e Rezepte und Varianten. Also hier das 1001te. Heute kreiert  und für gut befunden:

Zutaten und Zubereitung:

1 Päckchen Räuchertofu kleinwürfeln

2 Schalotten, 1 Zwiebel in feine Streifen schneiden

1 Knobizehe in feine Scheiben

Räuchertofu und Zwiebeln und Knobi in Olivenöl schön knusprig anbraten.

2 große Gurken schälen, entkernen und in Stücke schneiden.

(bei mir noch ein Stück Restzucchini dazu)

Alles anschmoren.

Würzen mit:

Kurkuma, Chiliflocken, Salz, Pfeffer, Worcestersoße,  Rauchpaprika, 1 Eßl. Balsamico, 1 Spritzer Sojasauce.

Auf kleiner Hitze weichschmoren.

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Dazu gab es bei uns heute Grillgut diverser Art 😉 und ein frisches Baguette und natürlich ein kühles Bier. Hach.