Gartenküche · Schätze Konservieren

Ofensugo … mal anders

Eigentlich habe ich nach einem schönen Rezept für Apfelmus gesucht. Und auch gefunden, samt einem sehr ansprechenden Blog, aus dem ich am liebsten gleich anfangen würde nachzukochen, nachzukochen, nachzukochen 🙂

Tolle Rezepte, tolle Texte und noch tollere Bilder. Vermutlich kennt ihr alle diesen Hammerblog grain de sel – salzkorn schon, ich kam heute aus dem Lesen und Stöbern  gar nicht hinaus. (Tipp an LandGlück: Schau dir dringend einmal die Pilzrezepte beim Salzkorn an!!)

Ich las also von diesem leckeren Apfelmus im Römertopf, arbeitete mich dann vor zur Tomatensoße im Ofen, erinnerte mich, dass auch LandGlück ähnliches berichtete (sorry, Heike, finde dein Sugo-Rezept nicht mehr) und beschloss, das eine mit dem anderen zu verbinden. Sugo ist immer eine sehr individuelle Sache. DAS Rezept kann es deshalb nicht geben. Man nimmt das, was man da hat und wodurch man sich gerade inspiriert fühlt. Bei mir heute eine schlichte Soße, ohne großen Schnickschnack.

Aha, dachte ich: Römertopf. Hat irgendwie ebenso eine Geschichte, wie Waschnuss. Nur eine Generation früher. Muss irgendwie mal der Hit gewesen sein, ich habe den meinen aus dem Haushalt meiner Mutter geerbt, kann mich aber nicht erinnern, dass es in meiner Kindheit jemals ein Gericht daraus gab. Ich gestehe, auch ich habe ihn nur ein- zweimal benutzt, dann landete er wieder in den Tiefen des Küchenschranks. Passte also doppelt.

Das Apfelmusrezept werde ich 100pro demnächst ausprobieren, aber heute schien es mir naheliegender, die 2kg nachgereifter Tomaten, die ich aus den Kartons ausgesammelt hatte, zu verarbeiten.

DSCF5574

Wie man sehen kann, habe ich auch einen Teil „sanftrote“ bzw. „kaum-noch-grüne“ dazu genommen, dachte, es könne einen ähnlich leckeren Effekt geben, wie beim Chutney. Allerdings habe ich auf die knüppelgrünen verzichtet, von wegen der bösen Gifte 😉

Dann habe ich zusammengesucht, was ich an Kräutern und Gewürzen reinhaben wollte, es passte schön, dass ich diese Woche die beiden Basilikumtöpfe reingenommen habe, diese habe ich hierfür komplett abgeerntet.

DSCF5575

In einem Glasschälchen habe ich das „Gold“ der Küche vorbereitet, eine Mischung aus Olivenöl, Balsamico, Agavensüße (oder Honig) und dort die gepressten Knoblauchzehen dazu gegeben.

DSCF5578 DSCF5576

Der Rest war simpel: Tomaten halbieren, in den Römertopf schichten, dazwischen die Zwiebelstücke, Peperoni, Chilis und Gewürze geben, pro Schicht immer eine kleine Prise Salz. Obenauf die abgeriebene Zitrone.

DSCF5580DSCF5581

Am Ende das „Gold“ drübergießen, Deckel drauf und bei 160° C in den Backofen (Ober- und Unterhitze).

Die erste Stunde habe ich den Deckel draufgelassen, dann mal nachgesehen. Es schmurgelte fein, war aber bis oben hin flüssig. Also kam der Deckel nun runter und weiter ging es, noch zwei Stunden.

Danach wurde die Pampe (Heike 🙂 ) durch ein Sieb gestrichen. Ich besitze zwar eine Lotte, „streiche“ aber lieber, das geht viel schneller und ist nicht so eine Sauerei.  An dieser Stelle habe ich das erste Mal gekostet. Und was soll ich sagen. Wow, wow, wow..

DSCF5586

Ich war mir nicht wirklich sicher, ob sich der doch sehr hohe Energieaufwand lohnen würde, im Vergleich zu meinem sonst im Topf gekochten Sugo. Aber: Wow.

Unglaublich intensiv und würzig, ich habe keinen Krümel Würze nachjustiert. Natürlich ist es nicht leuchtend rot. Schließlich sind nciht nur grüne Tomaten mit drin, sondern auch eine Menge Basilikum und dunkler Balsamico. Aber, es ist, so wie es ist, perfekt. Für eine Pizzasoße müsste ich es noch eine Weile weiter einreduzieren, aber da ich es zusammen mit der Schärfe geschmacklich sehr intensiv fand, habe ich beschlossen, es genau so zu lassen, wie es ist.

Ein Töpfchen voll wurde gleich zur Seite gestellt, das gibt es heute Abend mit Nudeln. Ein weiteres Glas bekommt G., der sich eben einen Riesentopf Gulasch bereitet und dabei versucht, der Katze Herr zu werden, die völlig am Ausflippen ist (kein Wunder im fast völlig vegetarischen Haushalt #chch). Das dritte große Glas stelle ich in den Kühlschrank und verkoch es diese Woche. Lohnt nicht, einzumachen.

Fazit: Experiment gelungen. Wird wieder so gemacht. Dank an meine „Musen“ „Salzkörnchen“ und „LandGlück“.

Zutaten:

2kg Tomaten (alle Reifegrade, verschiedene Sorten: Cocktail und Marktomaten)

3 Zwiebeln, 8 Chilis/Peperoni, 4 Knobizehen, Pfefferkörner (ca. 15), Piment (ca. 5), Nelken (ca. 5), zwei Lorbeerblätter, abgeriebene Schale von Zitrone, Kräuter der Provence, Salz.

Olivenöl (ca. 5 Eßl., Balsamico (ca. 3 Eßl.), Agavensüße (ca. 2 Eßl.)

Werbeanzeigen
Schätze Konservieren

Linsenpaste „Hausmacher“ (vegan)

Rezepte für Brotaufstriche gibt es sicherlich tonnenweise. Persönlich esse ich eine (gekaufte) Champignonpaste ausgesprochen gerne (werde ich auch mal nachkochen). Mein Problem ist meist, dass die Rezepte en mini sich nicht lohnen, en gros habe ich das Problem, dass mir die Paste, bevor sie verdirbt, definitiv aus dem Hals raushängt.

Meine Einfriermöglichkeiten beschränken sich auf drei kleine Schubladen, also auch keine Lösung. Das Zeug einzuwecken habe ich mich bislang nicht recht getraut. Weiß auch nicht warum. Angst davor, die Familie zu vergiften? 😉 Aber einmal ist immer das erste Mal (nicht das Vergiften, das einmachen!!) und so habe ich gestern eine Linsenpaste hergestellt … in der Art „Hausmacher“ also „Lewwerwurschtartig“ … nein, nicht weil ich Leberwurst vermissen würde (sonst würde ich es ja essen) sondern, weil ich den deftigen Geschmack vom herben Rosmarin und Majoran ab und an gerne mag … dazu ein Essiggürkchen mnjam.

Das Rezept ist (wie eigentlich alle Aufstriche) recht simpel. Das ursprüngliche Rezept habe ich irgendwann einmal irgendwo im I-Net abgeschrieben, dann lange in der Schublade vergessen. Dies ist aber eine abgewandelte Form:

Zutaten:

200g Linsen (ich habe braune genommen, wegen der Farbe) über Nacht einweichen

2 große Zwiebeln

1 große Möhre

2 Knobizehen

200g Sonnenblumenkerne

100g Cashwekerne

3 Eßl. Mandelmus

Olivenöl

Abgeriebene Schale einer Lemone (oder Zitrone)

2 Eßl. Süße (z.B. Agavensirup oder auch Apfeldicksaft etc.)

Hefeflocken

2 Eßl. Rosmarin

3 Eßl. Majoran

Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

Nachdem die Linsen eingeweicht sind, diese mit den gewürfelten Zwiebeln, Karotte und Knobi ca. 20 min. kochen (knapp bedeckt, so dass am Ende kaum noch Flüssigkeit übrig ist).

Die Kerne in einer trockenen Pfanne rösten, Rosmarin fein mörsern und Kerne und Rosmarin sehr fein mahlen (klappte mit meinem berühmten Schredder-Aufsatz für den Handmixer einwandfrei). Die etwas abgekühlte Linsenmasse mit dem Mixstab pürieren, dann alle Zutaten zusammenmischen, etwas Olivenöl dazugeben (Menge nach Gefühl, bis die Masse geschmeidig ist).  Kräftig abschmecken.

Et voila, das war es schon. Danach in saubere Gläschen einfüllen, und 90 min. bei 100° Grad einkochen. (Ich hoffe, die Einkochzeit stimmt, da bin ich wohl eher übervorsichtig)

IMG_0614

P.S. Bin noch nicht sicher, ob das meine Lieblingspaste wird. Zum „Hausmacher-Effekt“ nur so viel:

Ich: Du, könntest du bitte die Paste mal abschmecken, ich kann mich nicht mehr erinnern, wie Leberwurst schmeckt. Es geht um die Gewürze!

Er: (nimmt mit der Zunge eine homöopathische Menge vom Löffel, die schiere Panik ist ihm ins Gesicht gemeißelt): Hm … schmeckt nach Linsen.

Ich: Ist ja auch Linsenpaste. Ich meine die Würze.

Er: Noch Salz und Pfeffer.

Ich: Danke. Und? Wie findest du sie?

Er: Mhm. Linsen eben.

Ich wandere zur nächsten (sich vegan ernährenden) Zielperson, denn was kann ein Fleischesser schon vegane Pasten abschmecken.

Ich: Na? Was fehlt, was meinst du? Schmeckt?

Sie: (nimmt eine homöopathische Menge der Paste vom Löffel) : Mhm. Schmeckt nach Linsen ….

Okay. Ich habe ziemlich leckere Linsenpaste gekocht. Das „Hausmacher“ könnt ihr einfach vergessen. Bon Appetit.

P.P.S. Das daneben ist meine diesjährige Knobi-Ernte, die ich feurig eingelegt habe. Bin SEHR gespannt, wie das schmeckt 😀

Über den Gartenzaun gelugt · Schätze Konservieren

Vom Beinah-häckseln und Beinah-ernten

Es ist nicht zu fassen, drei Tage Höllenhitze, dann das Unwetter, und nun so saukalt wieder (Verzeihung, aber was anderes trifft es nicht) … so saukalt, dass man morgens auf dem Rad am liebsten Handschuhe überstreifen würde. Naja, ist doch wahr. Ich bin vor allem sauer, weil ich mir (aus gegebenem Anlass), am Samstag einen funkelnagelneuen Häcksler geschenkt habe. Samstag aber hatte ich keine Zeit … Sonntag darf man nicht häckseln (warum bloß?) und Montag? Da hat es geregnet wie oll und hört seitdem nicht wirklich auf. Ich bin schon ganz hibbelig. Ich muss dazu sagen, dass ich vor zwei Jahren schon einmal eine Anschaffung in diese Richtung getätigt habe … in Hinsicht auf die Nachbarschaftspflege fiel die Wahl auf einen „Leisehäcksler“ … pah, das war eher ein Leisetreter. Stundenlang stand man am Fress-Schlitz, schob Ästlein um Ästlein rein … noim noim noim … das Teil verschluckte sich andauernd und litt an Verstopfungen  und was unten raus kam, war allerhöchstens „Quetschgut“ zu nennen, nix Häckselgut. Mein Traum von klein geschredderter Biomasse war schnell ausgeträumt. Aber JETZT … #schmacht … ein MESSER-Häcksler … okay, mit 170 Dezibel mach ich mich vermutlich nicht sehr beliebt, aber sooo viel habe ich ja auch nicht zu häckseln. Also so normal viel halt.

Aber auf morgen setze ich meine ganz Hoffnung. Zeit, und vor allem: Wille … und wenn es regnet, dann häcksel ich eben im Gartenhaus. Basta. Auch meine Geduld hat einmal ein  Ende.

Sonst gibt es in diesem Jahr ja immer noch nicht brüllend viel zu berichten. Meine Balkonpflanzen modern so langsam in der Feuchtigkeit dahin, im Garten duckt sich irgendwie alles einigermaßen paralysiert weg. Ist ja auch nass. Und kalt. Immerhin meine Saubohnen sind in diesem Jahr wirklich üppig. Und tatsächlich ohne Läusebefall. Hatte ich ja noch nie.

Ich war kurz in Versuchung, sie zu ernten. Aber ein paar Tage können sie schon noch, oder? Mhm, freu mich schon auf die erste Ernte.

Schätze Konservieren

Es regnet — Tomatenernte –Chutney

[Nachtrag: Heute, 8. Sept., Toast mit Käse, etwas Chutney und Tomatenscheiben drauf gegessen. Hammerlecker :-)]

Nach einer extrem heißen Woche heute Regen und etwas Abkühlung. In den Morgenstunden merkt man an der Luft, dass der Herbst naht. Ich bereite mich auf eine große Tometenernte vor, denn ich hatte die ganze Woche keine Zeit, in den Garten zu fahren. Schon letztes Wochenende bin ich mit einem großen Eimer nach Hause gekommen, keine Chance mehr, alles frisch aufzuessen. Also eine Runde Chutney einkochen. Natürlich gibt es hier tausende von Varianten und Geschmacksrichtungen, ich mag ein Rezept besonders gerne, und esse das Chutney zum Beispiel zu Reis mit italienischem Gemüse dazu. Aber auch als Tunke zu Fleisch oder Grillgerichten soll es gut sein (meint der Gefährte), oder zu schlichtem Käsebrot 🙂

Nun hier.

Tomaten-Ingwer-Chutney

1kg Tomaten

400g Äpfel

1 großes Stück Ingwer

4 Knoblauchzehen

1 große (rote) Zwiebel

1 geh. Eßl. Salz

400g brauner Zucker

400 ml Apfelessig

ca. 10 Nelken

1 Tl. Cayennepfeffer

1 Eßl. Lemonensaft

(Bei Bedarf ein wenig Tomatenmark)

……….

Wenn es große Tomaten sind, werden sie entkernt und enthäutet, bei meinen kleinen Tomaten lasse ich sie, wie sie sind und viertele oder püriere sie nur. Äpfel und Zwiebel  fein würfeln, Knoblauch und Ingwer hacken. Alles in einen sehr breiten Topf geben und langsam einköcheln lassen. Ab und an umrühren. Die Kochzeit variiert, je nach Tomaten und Hitzezufuhr (Achtung: Nicht zu ungeduldig, sonst brennt alles an!!). Kann schon bis zu zwei Stunden dauern, bis das Chutney dicklich wird. Wenn es sehr „wässrig“ scheint, gebe ich auch gerne mal einen Spritzer Tomatenmark dazu. Muss aber nicht.

Wenn die Tomaten geschält und entkernt waren, zerfallen sie von selbst, bei den kleinen Cocktails püriere ich meist vorher, lasse den Saft durch ein Sieb laufen. Nun kann man entscheiden. Den Saft für Suppe oder als Saft behalten und nur das Mus verwenden oder … mache ich so, weil ich Saft nicht so mag … den Saft nach und nach mit einköcheln. Dann braucht man ihn natürlich auch eigentlich nicht absieben 😉

Dann wie Marmelade heiß in Gläser füllen und auf den Kopf stellen. Ich koche das Chutney noch 30 Minuten bei 80°C ein. Muss nicht, aber dann hält es noch länger. Bietet sich an bei großen Mengen.

Und so sieht das aus.

Schätze Konservieren

Liköre und ein Ende :-)

UPDATE: 11. Juli 2013

Ein Jahr später:

Der Kümmellikör ruht ziemlich unangetastet in der Kühltruhe, auch der Pfefferminzlikör harrt der Dinge, die da kommen mögen, ABER der Jochelbeerlikör, jetzt, so nach einem Jahr: den habe ich die Tage aufgemacht und verkostet. Eigentlich weil ich dachte: trinken mag den ja eh keiner wirklich, also eignet er  sich vielleicht zum Abschmecken des neuen Jochelbeergelees. Das tut er in der Tat … ABER … viel zu schade dazu. Eine unglaubliche Farbe, sehr säuerlich (also keine klebrige Likörsüße) … okay, ziemlich stark (ist halt Wodka).

Dieses Jahr werde ich keinen Likör mehr ansetzen. Lohnt wohl nur, wenn man ihn auch wirklich mag. Aber der Versuch war es wert.

 

So, die Zeit ist um, die Liköre sind abgesiebt, abgefüllt und verkostet 🙂

Mein Fazit:

Kümmellikör: Schmeckt interessant (natürlich nur, wenn man Kümmel mag!) Tut im Magen gut. Ein Fläschchen habe ich in den Gefrierschrank gelegt, denn so richtig eisig kalt ist er besonders lecker.

Pfefferminzlikör: Naja, nicht so meins. Ich finde es hat was von alkoholisiertem, kaltem und zu süßem Pfefferminztee. Der Ansatz mit Wodka schmeckt mir besser als der mit Rum. Obwohl letzterer besser gerochen hat 😀

Mein Highlight und klarer Sieger: Der Jochelbeerlikör. Hammer. Sowohl Farbe als Geschmack. Leicht säuerlich sogar etwas für mich, die ich Liköre eigentlich gar nicht mag.

Insgesamt ist mir das alles aber zu süß und zu stark. Da trinke ich lieber einen schönen alten Whisky 😉

Aber sicher prima Geschenklis.

Gartenküche · Schätze Konservieren

Süße Leckereien – Sauerkirschen (Saft und Marmelade)

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass für mich nach den Erdbeeren erst mal Schluss ist mit Marmelade. Aber ich habe nicht an nette Gartennachbarn gedacht und so bekam ich gestern das Angebot, mir zwei Eimer Sauerkirschen zu pflücken. Konnte ich natürlich nicht nein sagen 😀

Da ich selbst keinen Kirschbaum habe, ist mein Haushalt  nicht mit Kirsch-Entstein-Hilfsmitteln ausgestattet, weshalb ich erst einmal ratlos war, was ich nun mit den sehr reifen und saftigen Kirschen machen soll. Aber wenn die Not am Größten ist … mein Gatte hatte gleich den passenden Rat zur Hand und hat mir den weltbesten Kirschenentsteiner gebaut. Dazu brauchte es lediglich: Eine Haarnadel (fand sich in den Tiefen der Küchenschublade) und eine Flasche Cabernet Sauvignon von 2003 … okay, ein anderer Wein hätte es auch getan, oder nicht ganz, denn unser Winzer hat mittlerweile auf Schraubverschlüsse umgestellt und wir brauchten doch den Korken.

Sieht simpel aus, ist es auch, aber definitiv tauglich. Den Korken richtig in der Faust, kann man den Kern wunderbar „rauslöffeln“. Ich habe gestern Abend dennoch eine gute Stunde gesessen, bis ich die beiden Eimer entkernt hatte. Und danach noch eine halbe Stunde, um sowohl die Küche, als auch mich zu reinigen 😉 Was für eine Sauerei! Insgesamt blieben  3,5kg Früchte und ein guter Liter Saft. Da ich davon ausging, dass in den Früchten noch weitaus genug Saft für die Marmelade ist, habe ich den Saft abgeschüttet,  mit 100g Zucker gesüßt und eingekocht. Mhm, ich mag Kirschsaft sehr gerne. Dazu habe ich den Saft einfach kurz aufgekocht, dabei abgeschäumt, über Nacht stehen lassen, nochmal den „Propfen“ entfernt und den jetzt klaren Saft in Flaschen gefüllt und 15min. bei 80°C eingeweckt.

Die 3,5 kg Früchte habe ich mit 1,5kg braunem Rohrzucker über Nacht ziehen lassen und heute früh dann in ein Sieb umgefüllt, um den Zuckersaft zu gewinnen. Diesen habe ich dann als Läuterzucker gekocht, also einreduziert und dabei immer abgeschäumt. Da Sauerkirschen extrem wenig Eigenpektin haben, habe ich noch einmal 500g Zucker mit einem Päckchen Pektin vermischt und unter die Früchte gemischt. Die Früchte kamen dann in den Läuterzucker und nun wurde gekocht und gekocht und gekocht. Dauerte echt verflixt lange, bis die Kirschen beschlossen nun zu gelieren. Nach ca. 10min. habe ich ein kleines Glas Lemonensaft dazugegeben, wegen der Säure, damit das fruchteigene Pektin besser aufgespalten wird.

Immer wieder Gelierprobe, bis ich ENDLICH das Gefühl hatte, es bildet sich ein Häutchen. Naja, ich bin nicht so sehr der Marmeladenesser, ich mag das Fruchtmus mehr, um mir selbst meine Joghurts und Quarks anrühren zu können. Und dazu muss es ja nicht schnittfest sein. Und meiner Erfahrung nach dickt es auch noch ein wenig nach.

Also in die Gläser gefüllt und fertig. Ach … schmecken tut es ausgezeichnet. Unglaublich intensiv und die Farbe ist der Hammer. Immerhin sechzehn Gläser. Mnjami.

Aber wenn ich mir den (wirklich nicht sehr großen!) Kirschbaum der Nachbarin, der immer noch prall vollhängt, obwohl sowohl sie, als auch ich schon gepflückt haben … dann bin ich mir sicher: KEIN Kirschbaum im Garten. Nein. Nein.

Nachtrag:

Heute Abend ein Glas geöffnet. Die Marmelade ist nicht wirklich fest geworden, auf dem Brot dürfte es ein Balanceakt werden 😉

Habe zum Geschmackstest Quark und Joghurt vermischt und die Kirschkonfitüre eingerührt. Und was will ich sagen. PRIMA. Kommt zehnmal besser als gekaufter Kirschjoghurt- oder quark. Viel intensiver im Geschmack und sehr viel mehr „echte“ Kirschen zwischen den Zähnen. Also für mich optimal. Eben keine Konfitüre sondern Kirschmus … oder so 😀

 

Gartenküche · Schätze Konservieren

Gurkenzeit auf Balkonien

In einem anderen Beitrag hab eich ja schon des öfteren geklagt, dass in diesem Jahr meine Gurken nicht so recht wollen. Wo ich doch das erste Mal Einlegegürkchen angebaut habe (weil die Salatgurkensamen nicht angehen wollten 😦 )

Aus Jux habe ich zwei der Pflänzchen in einen Eimer gepackt und auf dem Balkon gelassen, ebenso, wie einen Bonsai-Hokkaido, der einfach nicht recht wachsen wollte. Tja und was will man sagen, meine Haupternte an Einlegegurken wird es wohl in diesem Jahr von Balkonien geben 😀

Ihr glaubt das nicht?

Bitteschön: die erste Ernte und wie man am Blütenstand absehen kann, noch kein Ende in Sicht.

Was ich damit mache, weiß ich noch nicht. Lese mich gerade durch Rezepte: Gurken nach russischer Art und so.

Vorerst probiere ich ein Einlegerezept, für das ich die Gürkchen 24 Stunden in Salz legen muss. Da habe ich Zeit bis morgen, mir die anderen Zutaten aus dem Garten zu holen. (Dill, Zwiebelchen, Knoblauch, Merrettichblätter, Johannisbeerblätter) … Na, man wird sehen. Wenn etwas davon schmeckt, gibt es natürlich ein nachgeschobenes Rezept. Versprochen.

Nachtrag: Die in Salz eingelegten Gürkchen haben am nächsten Tag ziemlich „eigenartig“ ausgesehen. Nicht mehr knackig sondern eher „latschig“, als wenn ein LKW über sie drüber gefahren wäre. Nunja. Laut Rezept kommen sie nun in ein Glas, zusammen mit Knoblauch, Zwiebeln, zwei Nelken, Estragon und Dill. Das Ganze mit Essig auffüllen und ca. vier Wochen ruhen lassen. Mhm. Ich bin sehr skeptisch. Zum einen scheint mir das VIEL zu sauer, zum Anderen: Trotz sauberem Glas kann ich mir nicht vorstellen, dass das gut geht. Bei den russischen Einlegegurken nimmt man ja auch nicht umsonst, kaltes und vorher abgekochtes Wasser.

Aber mit fünf Gürklein ist der Verlust ja nicht so groß, falls es schief geht 😉

[Nachtrag: 22.7. ] . Diese „Gurken-Pickle“ haben tatsächlich nicht geschmeckt. Viel zu salzig. Konnte man nur zum Kochen verwenden.

Ein zweites kleines Glas habe ich dann als russische Gurken eingelegt. Sehr lecker im Würzansatz, aber auch hier noch zu salzig. Jetzt habe ich nochmal eine Menge Rezepte verglichen und das mit dem geringsten Salzanteil als Basis genommen.

Rezept: Russische Einlegegurken

Gurken (gut bürsten, 2-3 Stunden in kaltes Wasser legen, danach die Enden abschneiden und ein paar Mal einstechen)

Meerettichblätter, Estragon, Dill, Dillsamen, Johannisbeer-Blätter (alternativ auch Kirschbaumblätter), Basilikum

Knoblauchzehen, geviertelte Zwiebel

abgekochtes Salzwasser (auf 1 Liter, ein Eßl. Salz)

Die Gurken abwechselnd mit den Kräutern und den anderen Zutaten in ein großes Glas (oder Steinguttopf) schichten, mit dem abgekochten Wasser, in dem das Salz aufgelöst wird, übergießen. Mit einem Tuch zudecken und 3-4 Tage stehen lassen. Dann schmecken sie schon sehr lecker. Nach noch einer Woche (ca.) beginnt die Milchsäuregärung. Dann wird die Flüssigkeit trübe. Ist aber ok so. Der Geschmack verändert sich dadurch natürlich.

Inwieweit man diesen Zustand dann weiter konservieren (sprich einkochen) kann und wie das schmeckt, das habe ich noch nicht versucht. (Soll aber gehen) In diesem Jahr sind es so wenige Gürkchen, dass ich sie lieber gleich wegessen mag.

Ach – und was ich dann in einigen Wochen mit dem Balkon-Hokkaiden mache (die derzeit eine niedliche Murmelgröße haben) DAS überlege ich bis dahin in Ruhe 😉

Gartenküche · Schätze Konservieren

Kümmellikör

Wie angekündigt, heute der Ansatz für den Kümmellikör. Dieses Mal habe ich einen Doppelkorn gewählt. Allerdings eine kleine Flasche (ca. 0,5l) , erst mal versuchen, wie das dann schmeckt.

In die Flasche habe ich einen Rest braunen Kandiszucker und etwas braunen Rohrzucker getan (ca. 2 cm hoch), dazu eine Hand voll Kümmel und einen Teelöffel Anissamen. Das Ganze wird nun regelmäßig geschüttelt und ich lasse den Ansatz drei Wochen ziehen. Danach siebe ich ab und lass den Likör ruhen. Soll eisgekühlt sehr gut munden 🙂

 

 

Gartenküche · Schätze Konservieren

Eins zwei drei, kleine Rexerei … rex rex

Heute war der große Tag. Der Einmachtopf wurde eingeweiht. In Ermangelung an größeren Mengen Einkochgut erst einmal ganz bescheidene und sicher schrecklich energiefressende Testportionen. Ich hatte noch einen Rest Zuckererbsen und da ich in dem Büchlein von 1917 ein Rezept für solche gefunden habe, dachte ich: okay, ist einen Versuch wert. Allzuviel verspreche ich mir nicht davon, hier hat sich sicher mein gemüseknackiger Geschmack etwas gewandelt in den letzten hundert Jahren. Das merke ich schon an den Vorlieben der mütterlichen Generation, die  Gemüse nun einmal gerne totgekocht zubereiten. Jeder wie er mag.

Doch versuchen wollte ich es. Und wenn schon denn schon. In der Anleitung stand: Zuckerlösung drübergeben. Eigentlich hätte ich da lieber zu klarem Wasser, oder wenn schon etwas Salzwasser gegriffen. Aber bitte. Zuckererbsen in Zuckerlösung. Rein in die Gläser und 50min bei 98°. Und hier sind sie also. Die aller-aller-allerersten Gläser aus dem neuen Gerät. Irgendwie sieht es lecker aus. Bin sehr gespannt. Geschmacksprobe folgt.

Hier noch das Original-Rezept von 1917 (Rex-Kochbuch zur Haushalt-Conservierung von Obst, Gemüse, Kompott …, Bad Homburg, 1917)

Zuckererbsen:

Nachdem die Fäden von den Hülsen abgezogen, werden die Hülsen sauber gewaschen, alsdann ohne vorgebrüht zu werden in Rex-Gläser gelegt, mit einer Zuckerlösung von 150 Gramm Zucker auf 1 Liter Wasser übergossen und 50 Minuten bei 100 Grad sterilisiert.

Naja, ich habe ca. die Hälfte des angegebenen Zuckers genommen, da mir das sonst etwas zu süß schien.

EIn großer Einwecktopf und zwei kleine Gläschen mit Zuckererbsen. Ich höre schon das Gelächter der werten Anwesenden. Ja, dachte ich mir auch. Also ein zweites Projekt in ANgriff genommen. In Ermangelung von Gemüse endlich der Kuchen im Glas 😀 Auf den spekuliere ich schon sooo lange.

Ich habe mir den Marmorkuchen ausgewählt. Im Prinzip ein einfacher Rührteig. Die Weckgläser wurden mit flüssiger Butter ausgepinselt, dann mit Semmelbröseln abgebröselt. Vom schwarz-weiß-Teig jeweils das Glas halb voll befüllt, Gummiringe und Deckel drauf, Metallklammer und ab in den Topf.

Zuerst langsam auf 80° hochheizen, dann auf 90° erhöhen und 1,5 Stunden einkochen. Ich habe mal reingelugt, der Teig geht 😀

Jetzt heißt es warten. Im Gegensatz zu den Erbsen, die man nach Ende der Zeit gleich rausnehmen muss, damit sie nicht zu weich werden, bleiben die Gläser hier so lange im Topf, bis alles abgekühlt ist, damit der Kuchen nicht zusammenfällt. Ich bin ja sooo gespannt.

Und jaaaaaa 😀

Darf ich vorstellen? Marmorkuchen … im … Glas

Nachtrag und Bericht:

Gestern am 10. Juli war es soweit. Ein Kuchenglas kam mit in den Garten und  wurde zum Nachmittagstee geöffnet. Pffft machte der Gummi und der Kuchen rutschte brav, ohne zu kleben aus dem Glas. In runde Scheiben geschnitten sah er ziemlich lecker aus … und schmeckte auch lecker.

Etwas anders als aus dem „Rohr“, ziemlich saftig, aber wunderbar durchgebacken und definitiv eine Alternative zu gekauftem Kuchen. Ich denke, so ein, zwei Gläser im Gartenhaus, dann bin ich gut gerüstet für evtl. Kuchenhunger oder Besuch 😉

Das Schöne fand ich: Da ich 3/4l-Gläser gewählt habe, ist der Kuchen gerade geeignet, von zwei Personen aufgegessen zu werden.

Und so sah das aus :

Gartenküche · Schätze Konservieren

Pfefferminzlikör: Klappe die Zweite

Am 14. Juni habe ich den Pfefferminzlikör angesetzt. Heute war es soweit, der Ansatz wird abgesiebt, danach muss der Likör nochmal drei Wochen (mindestens) ruhen. Ich war sehr gespannt, denn durch das dunkle Glas konnte ich ja nicht sehen, was das Gebräu so macht.

Ich habe zwei Ansätze ausprobiert: den einen mit Rum,  zwei Nelken und braunem Zucker, den anderen mit Wodka, etwas Lemonensaft und ebenfalls braunem Zucker. Vom Geruch her hatte ich immer das Gefühl, dass der Rumansatz etwas exotischer riecht, während der Wodka-Ansatz etwas „medizinisches“ hat.

Zuerst also der Rum-Ansatz:

Wie man sehen kann, ist die Farbe sehr dunkel (sieht aus wie Pfefferminztee) und es schmeckt … mhm: Okay. Ein wenig bin ich enttäuscht, der Rum dominiert etwas im Geschmack. Himmel und stark ist das Zeug.

So, nun der Wodka-Ansatz:

Sehr viel heller, vom Geschmack (trotz des „medizinischen“ Geruchs eindeutig pfefferminziger. Ebenso stark #hicks … aber ich meine, das schmeckt mir besser.

Beide Liköre wieder zurück in die dunklen Flaschen und: ruhet und reifet wohl 😉

Fazit: Meins ist es nicht. Da müssen dann die „Beschenkten“ durch. Die noch stehende Flasche mit dem Jochelbeer-Ansatz scheint mir weitaus interessanter. Die riecht unglaublich spannend 😉 Da muss ich mich aber noch zwei Wochen  gedulden.