Gartenküche

Holler-Boller-Hollerblüte

In jeden Garten gehört ein Holunderstrauch. Das wussten schon die Altvorderen, er galt als Lebensbaum,  aushacken oder gar Verstümmeln des Buschs war mit Unglück oder gar Tod verbunden. In ihm wohnen die guten Hausgeister, eine wohltuende Vorstellung. Als ich das Auenland übernommen habe, war klar: Holunder  muss her. Die ersten Versuche misslangen, aus Platzgründen wollte ich ihn vor die Hecke pflanzen, dachte aber nicht an den guten Bauern, der den breiten Grünstreifen netterweise mitpflegt … und schwupps war er abgemäht.

Als das kleine Buschlein da noch stand (mit Schild), hörte ich (hinter der Hecke) einen Spaziergänger „ablesen“, was da wächst und dann (leicht spöttisch) zu seiner Frau sagen: Sowas kauft man doch nicht. Nun denn, ich kaufte doch noch mal einen, der nun im Garten neben meinem Komposter wächst, leider eher in die Breite als in die Höhe. Aber siehe da: aus der Ligusterhecke am anderen Ende des Gartens heraus verströmte beim Schneiden ein vertrauter Geruch, weshalb ich die letzten zwei Jahre den Trieb stehen ließ. Und ein schöner Holunder wächst nun auch aus der Hecke heraus. Und tatam, dieses Jahr die erste (kleine) Ernte. Alles will ich natürlich nicht abnehmen, außerdem, ein paar Fläschlein Beerensaft ist auch nicht zu verachten.

Aus den ca. 20 Dolden sollte Hollerblütensirup entstehen. Nach langem Rezeptewälzen habe ich mich für die „Tiroler-Variante“ entschieden. In Tirol habe ich das erfrischende Getränk ursprünglich kennengelernt. Der Unterschied zur „skandinavischen Variante“ schein darin zu liegen, dass man die Dolden nur 24 Std. im kalten Wasser ansetzt, während man den skandinavischen Ansatz fünf Tage stehen lässt. (Das ist bei mir auch schon zweimal schiefgegangen und geschimmelt). Aber es scheint hier auch tausende Rezepte zu geben. Hier alsomdas 1001te von mir.

Rezept Holunderblütensirup:

Ca. 20 Holunderdolden (in voller Blüte) vorsichtig ernten. Auf einem Tuch sachte abklopfen (wegen der Bewohner) und möglichst die grünen Stängel dicht an den Blüten abknipsen.

In 2l Wasser mit zwei Scheiben Zitrone einlegen, mit einem Tuch abdecken und 24Std. stehen lassen.

Blüten absieben, 1kg feinen weißen Zucker zugeben und ca. 10min. köcheln lassen. Abschaumen. Den Saft von drei-vier Zitronen dazugeben, nochmal aufkochen, heiß in Flaschen füllen.

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Ein Kommentar zu „Holler-Boller-Hollerblüte

  1. Also das lange Stehen lassen gab bei mir auch immer nur eine stinkende Brühe. Ich weiche ihn früh ein und seihe abend ab. Das langt bei mir, um dem super tollen Holler-Duft und Geschmack in das Zucker-Zitronenwasser zu bringen. Dann erhitzen und abfüllen. Hält ein oder zwei Jahre, je nach Verbrauch 😉 Liebe Grüße Achim

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