Gartenküche

Kräuterknödel und Schwammerlsoße

Was Pilze angeht, bin ich ein Feigling. Ich liebe es welche zu suchen … also früher, jetzt war ich schon lange nicht mehr im Wald. Das Problem ist nämlich, dass ich zu feige bin, die eigene Beute auch zu essen. Ausgenommen Champignons aus dem Laden … oder so. Ein Traum war immer, mal selbst Pilze zu züchten und vor einigen Wochen habe ich mir diesen Traum erfüllt. Austernpilze sollten es werden. Gesagt getan habe ich mir so ein Pilzzucht-Kit bestellt. Tolle Sache. Ein etwas Backsteingroßer Block aus Kaffeesatz, geimpft mit den Pilzsporen. Man muss nur täglich sprühen und schon bald fangen die Pilze an zu wachsen. Wie das so ist, gab es beim Bestellen dieses Sonderangebot: Kauf zwei, bekomm drei … oder so. Auf jeden Fall hatte ich drei Pakete zu Hause. Mit dem ersten hatte ich im Urlaub begonnen, da hatte ich schön Zeit für die tägliche Sprüherei. Und siehe da, sie wuchsen, die Pilze. Gleichzeitig mit diesen wuchs auch das Unbehagen von Monsieur, der der strikten Meinung ist, dass Pilze in den Wald, Austernpilze an den Baum und keinesfalls in ein Holzhaus gehören. Und als klar wurde, das die Austrigen Unmengen an Sporen um sich pulverten, wurden sie nach draußen verbannt. Und bei der Hitze, haben wir dann so einen Tag zu spät ernten wollen und … futsch waren sie, die schönen Pilze. Ich hatte vorerst die Lust verloren. Wollte mit den beiden anderen Pakete später starten … oder noch lieber, sie verschenken. Wollte aber keiner haben. Und vor einigen Tagen sah ich, dass den Dingern wohl die normale Luftfeuchtigkeit im Raum ausreichte: Die Pappschachteln waren ganz verbeult und die Pilze versuchten sich ihren  Weg zu bahnen. Okay, Ende der Geschichte. Die Pilzkulturen bereichern nun meinen Kompost.

Kein Wald, kein Sammeln, keine Pilze … ABER … dennoch ein tolles Abendessen (Dank Champs aus dem Bioladen):

Kräuterknödel mit Schwammerlsoße.

Für die Knödel:

Altes, trockenes Weißbrot oder Brötchen in kleine Bröckchen geschnitten

Mehl

Pflanzenmilch

Bindemittel (entweder Sojamehl in Wasser angerührt, oder bei mir: 1 Eßl. Chia-Samen in Wasser eingeweicht)

Kräuter feingehackt (beim mir: Majoran, Thymian, Selleriegrün, Petersilie)

Eine Zwiebel, kleingehackt

Salz, Pfeffer

Mit dem Mehl, dem Bindemittel, der Milch einen Pfannkuchenteig anrühren.

So viel Bröckchen reingeben, dass ein zäher Teig entsteht. Die Kräuter dazumischen.

Zwiebel in etwas Öl anbraten, dazugeben. Den Teig gut durchkneten, ziehen lassen.

[Anmerkung: Es ist schwer, hier Mengenangaben zu machen. Pro Person würde ich ca. 4 Eßl. Mehl nehmen. Dann soviel Milch etc. dass der Teig ein flüssiger Pfannkuchenteig wird. Bröckeln (von ca. 5 Brötchen?)]

Großen Topf mit Wasser und Salz aufsetzen.

In der Zwischenzeit die Pilzsoße zubereiten:

Champignons,

Getrocknete Steinpilze in Wasser eingeweicht (einige Stunden vorher)

Eine Zwiebel, eine Schalotte

3 Knobizehen

Portwein, braunes (veganes) Soßenpulver, Pflanzensahne

Zubereitung:

Die Steinpilze ausdrücken, kleinschneiden und im Öl anbraten. Nach und nach, die kleingeschnittenen Champignons dazugeben, alles anbräunen. Die Zwiebeln dazu und den Knoblauch. Mit Portwein ablöschen ,etwas durchziehen lassen. Ca. drei Tl. braunes Soßenpulver einstreuen und das Ganze mit dem Einweichwasser der Steinpilze ablöschen. Köcheln lassen. Kräftig würzen (Salz, Pfeffer, süßer Paprika). Kleindrehen.

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Petersilie hacken und zur Seite stellen.

Wenn Das Knödelwasser kocht, Knödel aus dem Teig formen und in das Wasser geben. Mit schrägem Deckel, leicht sprudelnd 20 min. köcheln. Die Knödel rausnehmen und sofort halbieren und kurz abdampfen lassen.

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Die Soße nochmals kurz hochheizen und die Pflanzensahne unterrühren.

Mit der Soße und mit frischer Petersilie als Topping servieren. (Oder ohne Petersilie, wie für Monsieur, der schon über die Kräuter in den Knödeln gemault hat. Geschmeckt haben sie dann aber ausgezeichnet 😉

Irgendwie klappte es mal wieder nicht, Knödel mit Soße wirklich ästhetisch fürs Foto aufzubereiten. 😀 Aber was solls … es war arg lecker.

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Food-Blog heute in der Anrichte von Monsieur
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Madames Variante
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3 Kommentare zu „Kräuterknödel und Schwammerlsoße

    1. Bin gespannt, ob sie dir schmecken 🙂 Aus dem kalten, übriggebliebenen Knödeln kann man übrigens ausgezeichnet „Gereizte“ machen. Knödel in Scheiben schneiden und mit Zwiebeln knusprig anbraten. Nach Bedarf ein Ei drüber und Salat dazu.

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