Gartenküche

Hommage an eine Frucht : Gefüllte Zucchinischiffchen mit Falafelbrät

Für die Jüngeren sind Zucchini vermutlich das, was für mich Bohnen, Erbsen oder Möhren sind. Ein Gemüse eben. Kaum zu glauben, dass sie für mich in der Kindheit völlig unbekannt waren und so im Allgemeinen erst ein Modegemüse der frühen 80er geworden war. Auch andere bestätigten mir das, die ich darum gefragt habe.

In der ersten WG in der ich lebte (eine mit Garten), haben wir dann enthusiastisch gleich — ich meine mindestens zehn — dieser Wunderpflanzen angebaut. Das Ergebnis kann man sich vorstellen … vor allem, weil wir echt fasziniert davon waren, wie groß die Dinger wurden. Und viele und mehr und noch mehr und noch viel viel mehr …

Und wenn wir ehrlich waren, geschmeckt haben uns die Teile eigentlich nicht.  Wir wussten auch nicht recht, was damit anfangen.

Die Keulen in Scheiben schneiden, panieren und braten. War eine Variante.

Die Keulen raspeln und als Puffer ausbacken, eine andere.

Der Versuch, die Dinger in Scheiben einzufrieren … eine Katastrophe. Eingeschlafene Füße dürften besser schmecken.

Ein weiteres Gericht der Zeit, und sehr beliebt bei den Müttern waren: gefüllte Paprika. Mit Hackfleisch gefüllte Paprika. Ich erinnere mich mit Schaudern (ich hasste dieses knatschige Paprikazeugs, auch gekochter Paprika verursachte mir Gänsehaut).

Was lag also näher, als die Zucchini der Länge nach aufzuschneiden und eben so mit Hackfleisch zu füllen (ich will nicht wissen, wie viele das Innere dann stillschweigend einfach entsorgt haben) 😉 Das war eine Variante, die alle mochten. War schließlich 90% Hackfleisch und 10% Zucchini …

Heute kenne ich sehr viele und abwechslungsreiche Rezepte, die mir helfen, die alljährlichen Schwemmen zu verarbeiten. Denn irgendwie ist diese magische Üppe auch verlockend.

Heute jedoch war wieder so ein Tag, an dem ich verzweifelt überlegt habe, was ich mit den reichlichen Früchten denn noch machen könnte. Monsieur hatte schon angedeutet, dass er keine weiteren Puffer mehr akzeptieren würde. Also, warum nicht mal wieder „back to the roots“? Allerdings nicht mit Hackfleisch, das esse ich schon arg lange nicht mehr, aber da geht doch sicher eine Alternative:

Zucchinischiffchen mit Falafelbrät

Zutaten:

3 mittlere Zucchini (der Länge nach aufschneiden und mit einem Teelöffel aushöhlen)

1 Fertig-Packung Falafel-Mehl (alternativ Kichererbsenmehl selbst würzen)

(Besonderheit bei mir: Ich habe mir heute Somalisch gemacht und das übrige Okara mit untergearbeitet, ist aber sicher nicht nötig)

1 Zwiebel, gewürfelt und in etwas Olivenöl angebraten

3 Knobizehen

3 Eßl. Tomatenmark, Salz, Pfeffer, roter Paprika (süß und scharf), Chiliflocken, Cayennepfeffer

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Zubereitung:

Den Falafelteig nach Packungsanleitung mit heißem Wasser ausquellen lassen. Die Zwiebel andünsten und dazugeben. Ein Teil der Zucchini-Innereien kleinschneiden und dazugeben (den erst habe ich zur Seite genommen, davon mache ich morgen mit anderen Früchten Ketchup.)

Den Brät kräftig abschmecken und die Zucchini damit füllen. Da ich zu viel Brät hatte, habe ich noch ein paar ausgehöhlte Tomaten gefüllt. Die Früchte in eine Auflaufform setzen und im Backofen (mit etwas Olivenöl) bei 200° eine Stunde schmoren.

Dazu passt Salat (wir hatten Tomatensalat).

Fazit:

War sehr gut. Auch Monsieur ist bereit, das öfter einmal wieder zu essen 🙂

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3 Kommentare zu „Hommage an eine Frucht : Gefüllte Zucchinischiffchen mit Falafelbrät

    1. Ich bin leider nicht so der Freund von kalten Suppen, aber sicher eine Bereicherung in der was-alles-mit-Zucchini-machen Rubrik 🙂 Hier ist es heute kühl und klamm. Ganz ungewohnt, sich wieder über Kleidung Gedanken machen zu müssen 🙂 Das wird schlimm für mich, wenn ich wieder arbeiten gehe und in SCHUHE muss ….

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