Gartenküche

Feierabend-Faulenzerbrot

Ich liebe den Duft von frischgebackenem Brot. Was gibt es leckereres als eine Scheibe noch warmes Brot mit knuspriger Kruste und etwas  Schmalz. Yummi.

Vor einigen Jahren noch war ich regelrecht besessen vom Backen, habe mit selbst angesetztem Sauerteig experimentiert, meine Kulturen im Kühlschrank gehalten, getrocknet und eingefroren. Die Wochenenden waren bestimmt vom „Führen“ des Sauerteigs in verschiedenen Stufen, abends angesetzt, am nächsten Tag weiterverarbeitet. Kneten und falten … na, was halt so dazugehört.

Seit ein paar Jahren schaffe ich das nicht mehr. Mein eigener Sauerteig war dann irgendwann auch dahin und der Gang zur Bäckerei bequemer. Vor ein paar Wochen aber ging uns das Brot aus. Und da dachte ich …

Mehl war im Haus. Trockenhefe auch. Und auch ein Beutel Fertigsauerteig. Und siehe da, auch die „Faulenzervariante“ schmeckt. Und zwar so gut, dass es nun wieder standardmäßig gebacken wird. So einmal die Woche, damit kommen wir dann hin. Meist.

Und weil’s so gutwar, habe ich nach dem zweiten Mal alles aus- und abgemessen. Und weil Sabine es sich gewünscht hat, wird es nun gebloggt. Auch wenn es nur ein so fixes Feierabend-Faulenzerbrot ist 🙂

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Edit: 15.8.15

Monsieur wünschte sich ein Weißbrot, so, wie es oft beim Griechen gibt. Nach langem Rumexperimentieren, habe ich nun eine Variante (ähnlich dem obigen Faulenzer) entwickelt, so dass wir nun immer ein dunkles und ein helles Brot im Haus haben. Auf Hefe verzichte ich völlig, ich habe mir aus dem Roggensauer ein Hefesauer umgefüttert (einfach den Roggensauer nur noch mit Weizen oder Dinkelmehl weitergefüttert), so dass die beiden Brote in einem Arbeitsgang gehen. Abends füttern, blubbern lassen, Teig ansetzen, morgens abbacken.

Für das Weißbrot:

500g Weizenmehl (am besten das gamz helle 405er)

1,5 Tl. Salz

1 Eßl. Rapskernöl

1 Tl. Gerstenmalz

ca. 500ml sehr warmes Wasser

Weizensauerteig (ca. 100ml)

Alles zusammenrühren und schlagen, bis der Teig Blasen wirft (Konsistenz zäher Spätzleteig)

Über Nacht gehen lassen, backen wie dad Volkkornbrot)

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Edit: 11.2.15

Mittlerweile habe ich das Rezept etwas optimiert. Vor allem nutze ich nun (weil ich wieder regelmäßig backe), einen eigenen Sauerteig. Das ist viel günstiger und schmeckt auch klasse. Dazu habe ich mir einen flüssigen guten Sauerteig gekauft, diesen in einem großen Schraubglas mit 5 Eßl. Roggenmehl „zugefüttert“, lauwarmes Wasser dazu und stehen lassen, bis er blubberte. Zum Backen nehme ich nun davon immer die Hälfte weg, die andere wird wieder mit fünf Löffeln Mehl und Wasser aufgefüllt und kommt in den Kühlschrank. Vor dem Backen das gleiche Spiel. Stehenlassen, bis er blubbert, Hälfte abnehmen, auffüllen, wegstellen …

Die ersten beiden Male habe ich zum Backen noch Hefe dazugegeben, aber jetzt ist der Sauerteig so kräftig, dass es ohne geht.

Das heutige Rezept im Prinzip wie unten. Lediglich heute

1 kg Dinkel-Vollkornmehl

Sauerteig, 2 Tl. Salz, Gerstenmalz, Leinsamenschrot, Wasser

Den Teig habe ich gestern Abend angesetzt und über Nacht stehen lassen.

Und was soll ich sagen. Extrem tolle Krume. Toller Geschmack.

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Zutaten:

1 kg Mehl (hier: Dinkelmehl 1040er)

1 l lauwarmes Wasser [Edith meint: 800 ml kommen besser 😉 ]

1 Tasse Leinsamenschrot

2-3 Tl. Salz (ich habe einen alten Silberteelöffel, der ist etwas tiefer, bei mir zwei Tl.)

1 guter Eßl. Gerstenmalz

1 Pkch. Sauerteig (trocken oder flüssig), 2 Päckchen Trockenhefe

Alle Zutaten vermischen, mit dem Handrührgerät (oder Küchenmaschine) gut verkneten. Wasser zugeben und sehr lange (gut zehn Minuten) weiter kneten.

Dann den Teig an einem warmen Ort mindestens eine halbe Stunde gehen lassen. Ich stelle hierfür die Schüssel in den Backofen, bei minimaler Temperatur.

Wenn der Teig deutlich gegangen ist, zwei Brotformen (große Kastenformen) mit Öl auspinseln, den Teig mit einer Teigkarte in die Formen bugsieren. (Achtung, das ist kein Brotlaib-Knetteig, sondern weich und klebrig).

Backofen auf höchstmögliche Temperatur vorheizen, währenddessen den Teig in den Kastenformen  nochmals stehen und gehen lassen (ca. 20-30 min).

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Brot bei voller Hitze zehn Min. anbacken. Dann Die Laibe kräftig mit Wasser bepinseln, Temperatur auf 200°C runterdrehen und weitere 20min. (oder etwas länger, je nach Ofen) abbacken. Brot aus der Form klopfen und als Test unten auf den Boden klopfen. es muss sich trocken und „hohl“ anhören. Falls es noch zu feucht ist, einfach ohne Form noch eine Viertelstunde zurück in den Ofen geben.

Abkühlen lassen und … Bon Appetit.

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8 Kommentare zu „Feierabend-Faulenzerbrot

  1. Also ich knete meinen Sauerteig nicht, er ist dickflüssig und absolut problemlos. Wenn ich ihn nicht brauche, wartet er geduldig und ohne zu murren im Kühlschrank bis ich ihn wieder rufe. Früher habe ich Fertigsauerteig (Seittenbacher?) gekauft, aber das Brot schmeckt dann nicht sehr kräftig. Ich liebe Brot backen 🙂

    1. Ich liebe es auch 🙂 Eben wieder zwei Laibe aus dem Ofen geholt. Bekomme auch wieder Lust, meinen eigenen Sauerteig anzusetzen. Ist nicht nur gönstiger, schmeckt auch besser. Mal sehen …

  2. 1liter wasser kommt mir ja unheimlich viel vor auf 1 kg mehl … aber ich nehm Dich beim wort, demnächst mal …
    und was ich auch nicht raffe ist „vegan kitchen“ und dann schmalz ?
    aber auch das rätsel wird sich lösen, erst mal nacht 😉

    1. Bin auch schon mit einem Bein im Bette 🙂 Aber noch kurz: Wie gesagt, das ist KEIN Knetbrot. Von daher passt das mit dem Wasser. Wenn du allerdings helleres Mehl nimmst … dann sicher weniger! Und Schmalz gibt es in unendlich vielen vegetarischen Varianten 🙂 Ich glaube, ich habe in meinem gesamten halben Jahrhundert auf dem Buckel noch kein „tierisches“ Schmalz gegessen 😉

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