Gartenküche

Besuch von Mademoiselle: Rustikaler Brombeer-Pie

 

Besuch ist immer was Feines. Besonders fein ist es, wenn das so weit entfernte Kind, das so gar kein Kind und doch immer Kind ist, auf eine Stippvisite vorbeischaut. Leider geht das nicht immer live, aber … dank neuer Möglichkeiten, kann  Mademoiselle  immerhin virtuell mit mir in Verbindung bleiben …UND … tataaammm sogar als Gast-Bloggerin meinen kleinen Blog zieren.

Und so kann ich heute mit stolz geschwellter Mutterbrust präsentieren:

Mademoiselle’s Foraging Adventures on Foreign Shores

Rustikaler Brombeer-Pie

Wenn man, wie ich, als Kind von Madame mit einer Liebe zu Garten, Ernten und Selbstversorgertum aufwächst, dann trifft einen das Studentenleben sans Gemüsebeet durchaus hart. Von daher war die Freude in der WG vor einigen Jahren groß, als wir im Spätsommer feststellten, dass die hiesigen Anwohner anscheinend kein Interesse an den Tonnen wildwachsender Brombeeren im ländlichen England haben. So erlag der akademische Betrieb für einige Tage einem Totalstillstand und in einem großangelegten Subotnik haben wir gut vierzig Kilo Brombeeren „erjagt“. Darauf folgten wilde Marmelade-Experimente, und unzählige Crumbles, die uns Skorbutfrei über den Winter brachten. Seitdem ist viel Zeit vergangen, wir sind älter und weiser geworden, aber haben immer noch keinen Garten … Und somit war klar, kaum dass ich in das Dörfchen zurückgekehrt war – sobald die Brombeeren brommeln, gehen wir wieder auf die Pirsch. Gestern war es dann soweit, und die erste Ausbeute brachte mir ein halbes Kilo ein. Für Marmelade reicht das nicht – und außerdem steht die Subotnik-Großaktion ja noch auf dem Plan – und auf Crumble hatte ich keine Lust. Aber in der englischen Küche stehen Pies und Tarts aller Art immer hoch im Kurs, und zur Great British Bake Off –Saison sowieso. Also, google gefragt, und ein nettes Rezept von Yotam Ottolenghi im guardian gefunden. Dass es nicht vegan ist, ist wurscht, weil wandelbar, und dass es nach Blau- und Johannisbeeren verlangt, wird literaturwissenschaftlich überlesen.

 Zutaten für den Teig:

140g Mehl

1/2 Tl. Backpulver

1 Eßl. Zucker

1 Prise Salz

80g Margarine*

60g veganen Frischkäse*

1/2 Eßl. Apfelessig

Alle trockenen Zutaten vermischen, dann das Fett dazugeben und mit den Händen zu Streuseln verarbeiten. Den Frischkäse und Essig dazu, und den Teig rasch zu einer Masse verkneten, in einen Ball rollen und für mindestens 30 Minuten kalt stellen.

Zutaten für Belag:

300g Brombeeren

1-2 Tl. Stärke

50g Zucker (kann auch weniger sein)

1/2 Tl. Vanille (oder Zimt, oder Zitronenschale, oder geriebenen Ingwer)

Alles vermischen. Ofen auf 150° Umluft heizen.

Den kalten Teig auf einer bemehlten Oberfläche ca 0,5cm dick, kreisförmig ausrollen (Wenn ich klug gewesen wäre, hätte ich das gleich auf Backpapier gemacht, denn der pie braucht keine Form. Ich war aber nicht klug). Dann die Fruchtmischung in die Mitte geben, und den Rand (ästhetisch ansprechend) faltend einrollen.

Manchmal bepinsel ich solche Ränder gerne mit einer Stärke-Wasser-Mischung oder etwas Sojamilch, habe ich aber in der Gier vergessen.

Dann für ca. 30 Minuten backen, etwas abkühlen lassen und voilá!

*In England ist es schwer, ordentlich feste Margarine zu bekommen. Ich habe mir deshalb angewöhnt, ein Drittel bis zur Hälfte des Fetts mit Kokosfett zu ersetzen. Der Frischkäse, wie von Herrn Ottolenghi verlangt, gibt dem Teig eine sehr weiche Konsistenz, was in der Kombi mit weicher Margarine, wie bei mir, zu der Todsünde der pastry-Herstellung geführt hat: soggy bottom**. Mit fester Margarine oder Butter ist das vermutlich nicht der Fall. Sollte ich den pie noch mal mit veganem Frischkäse im Haus machen, würde ich die Margarine komplett mit Kokosfett ersetzen, aber da ich solche Ersatzprodukte nur selten kaufe, wird der Teig das nächste Mal vermutlich ohnehin ohne Frischkäse und nur mit Margarine/Kokosfett gemacht. Problem solved.

 

** War trotzdem lecker, und der Rand war super.

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Besuch von Mademoiselle: Rustikaler Brombeer-Pie

  1. Oh, das sieht sehr lecker aus. Wo ich Brombeeren selber pflücken könnte, weiß ich leider nicht, aber es gibt sie zur Zeit auf den Wochenmärkten (auch wenn sie da recht teuer sind). Da ich aber Beeren aller art liebe, gönne ich mir diesen Luxus gerne.

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