Gartenküche

Käsige Zeiten — Käsekuchen vegan

Eigentlich mag ich keine guten Vorsätze. Schließlich sind die meisten doch nur zum Scheitern verurteilt, und was bleibt ist Frust. Allerdings nehme ich mir immer mal wieder ein Zuckerentzug vor, denn ich bin zugegebenermaßen ein Zucker-Junkie. Schon immer gewesen. Zwar war ich dennoch als Kind dürr wie ein Zaunpfahl und als Erwachsene das, was man sehr schlank nennt, aber jetzt, so mit den Jährchen muss ich mich doch ein wenig zügeln. Soll ja auch nicht gesund sein, nö?

Also verordne ich mir ab und an eine zuckerfreie Zeit. Was heißt: ich kaufe keine fertigen Süßigkeiten, dafür gibt es für das Wochenende immer ein Leckerei. Mal eine Schoki, aber auch oft den klassischen Sonntagskuchen. Etwas, auf was ich mich freuen kann. Süßes als etwas Besonderes. Während der Woche behelfe ich mir mit Obst (Tonnen von Obst) … vermutlich nicht minder kalorisch 😉 aber Junkie ist eben Junkie und braucht Ersatzstoffe. Dazu gibt es täglich eine kleine Portion Nüsse und etwas Trockenfrüchte. Klar, auch fett- und zuckerhaltig, aber ich bevorzuge den sanften Entzug. Meist legt sich die Gier dann nach ein paar Wochen, dann reguliert sich das auch mit dem Ersatzfutter.

Lange Vorrede: Für dieses Wochenende habe ich mir mal etwas Besonderes vorgenommen. Käsekuchen. Und natürlich vegan. Jaaaa, ich weiß, KÄSE … widerspricht sich dem veganen … aber wer ein Wort hat für diese Art von Kuchen, so dass jeder weiß, in welche Richtung er schmeckt, her damit :-D.

Die Mengenangaben beziehen sich auf eine etwas kleinere Backform (24 cm), die ich mir heute erstanden habe, denn zu zweit ist mir das sonst immer zu viel des Guten.

IMG_0754

 

Käsekuchen (vegan)

Teig:

200g Mehl

80g Zucker (ich habe 100g genommen, war mir etwas zu süß)

2 Tl. Backpulver

150g Margarine

1 selbstgebauter Ei-Ersatz (1 Eßl. Sojamehl mit 2 Eßl. neutralem Öl verquirlen)

1 Pr. Vanillepulver

Aus den Zutaten einen Mürbeteig kneten.

Achtung: Am Anfang denkt man, das wird nur Pulver, Krümel oder sonstwas … aber nach einer Weile wird das schon, Geduld.

Backform fetten. 2/3 des Teiges als Boden in die Form drücken. Mit der Faust glatt drücken. Aus dem letzten Drittel Würschtel rollen und als Wand andrücken. Kühl stellen.

Creme-Masse:

Der „Quark“-Anteil soll so insgesamt aus ca. 500-600g Masse bestehen. Am Mischungsverhältnis kann man „spielen“.

Ich habe genommen:

200g Naturtofu

200g veganen Schmand (musste weg)

150g sehr festen, selbst hergestellten Sojajoghurt aus meinen Sojaghurt-Experimenten (den Joghurt hatte ich einen Tag in einem feinen Sieb abtropfen lassen)

Geschmacklich könnte ich mir aber alternativ auch schlicht vorstellen:

200g Tofu

400g Seidentofu

oder auch nur 500-600g Seidentofu, sicher sehr fein. (Ich glaube, Seidentofu kann man sich auch ganz einfach selbst machen)

Dazu:

100g Zucker (oder auch weniger, war süß, aber in Kombination mit den säuerlichen Himbeeren doch wieder ok. Ausprobieren)

Saft einer Zitrone (ich hatte nut zwei olle Limonen im Haus, vielleicht zu wenig sauer dadurch)

120g geschmolzene Margarine

1 Päckchen Vanillepuddingpulver

Den Tofu in einer Schüssel zerkrümeln, restliche Zutaten dazugeben und mit einem Stabmixer zu einer glatten Creme mixen.

Dann den Boden (also auf den Teig) der Springform tiefgefrorene Himbeeren geben (ca. 100g), die Masse aufschütten und im Ofen bei ca. 160° (Umluft) oder etwas heißer ohne Umluft backen.

Backzeit: ca. 50 min mit Umluft, danach noch mit Unterhitze so lange nachbacken, bis die Stäbchenprobe zeigt, dass er nicht mehr so flüssig ist. Wird beim Auskühlen aber auch fester.

 

IMG_0755

Fazit:

Sehr lockerer cremiger Kuchen. Geschmacklich ausgezeichnet. Das Säuerliche der Himbeeren war lecker, mich störten aber die Kernchen ein wenig. Das nächste Mal versuche ich die Masse etwas säuerlicher „quarkiger“ hinzubekommen, und werde nur einige Rum-Rosinen dazugeben. Wer den Kuchen eher „trocken-fest“ mag, könnte auch noch etwas (vielleicht 25g) Stärke dazugeben.

Aber egal: Gelungen und lecker. Schmeckt auch dem nicht-veganen Monsieur.

 

 

 

Advertisements

6 Kommentare zu „Käsige Zeiten — Käsekuchen vegan

  1. Liebe Scratchy, warum hältst du keine Hühner (z.B. in deinem Schrebergarten)? Ich bin kein Freund von Tofu und Soja nehme ich „nur“ als Sojasosse bei Wokgerichten. Soja ist nämlich nicht so unbelastet wie viele meinen, da für den Anbau im grossen Stil Regenwälder dran glauben müssen. So mache ich meinen Käsekuchen weiterhin nach dem Rezept meiner Grossmutter ;), Dinosaurier der ich bin. Liebe Grüsse und Bon appetit!

    1. Liebe Annette, interessanter Gedanke 🙂 Aber zum einen darf man das nicht und zum anderen würde ich keine (Nutz-)Tiere in der Stadt halten wollen. (Ich bräuchte ja auch eine Kuh dazu 😉 ) Ich hatte früher übrigens Hühner … zehn an der Zahl plus einen Angebergockel. Und denen ging es sicherlich prima bei mir (ich hatte sie für eine Mark das Stück aus einer Legebatterie abgekauft, splitterfasernackig waren die armen Viecher). Wenn ich also entsprechend wohnen würde, warum nicht. Ob mir die Eier noch schmecken würden, kann ich derzeit gar nicht sagen. Ich mag Soja sehr gerne (natürlich nicht nur), es ist eine so vielseitige Pflanze. Aber für mein Soja muss sicher kein Regenwald dran glauben, Soja wird nämlich mittlerweile in großem Stil auch regional angebaut … und dementsprechend kaufe ich (zumeist) die weiter verarbeiteten Produkte aus diesem Angebot. (Wenn ich mehr Fläche hätte, würde ich gerne selbst welchen anbauen). Viele verwechseln den angebauten Soja für die Bioprodukte mit dem Massenanbau, der für Tierfutter benötigt wird. DAS ist in der Tat in mehrerer Hinsicht ressourcenschädigend und leider mit großer Sicherheit auch Gensoja. Muss ja nach der Verfütterung als solcher nicht mehr deklariert werden. Von daher müsste man sich vermutlich eher ein Schwein halten, wenn man gerne Fleisch isst 🙂 Aber natürlich ist der Käsekuchen deiner Großmutter mit Sicherheit großartig! Ich mag eben (derzeit) keine Milch und Milchprodukte und Kuchen esse ich trotzdem gerne. Dir einen schönen Sonntag 🙂

      1. Liebe Scratchy, das mit dem Tierfutter ist natürlich klar, und all die Tiere bzw. das Fleisch werden benötigt, um die Welt zu füttern, wobei wir zum Grundproblem des armen, geschundenen Planeten kommen: die Überbevölkerung. Ich habe keine Illusionen, dass ich diesbezüglich was ändern kann, seufz. Schade finde ich nur, wenn man den natürlichen Bezug zu Fleisch und Milchprodukten verliert, kann es aber in Anbetracht der katastrophalen Tierhaltung voll nachvollziehen. Wir haben zum Glück gute Quellen in der Gegend. Bislang hatten wir auch unser eigenes Fleisch, aber da wir uns „im Wandel“ befinden, ist das zur Zeit nicht möglich. Könntest du Hühner in deinem Schrebergarten halten? Naja, auf dem Land gibt es bei dir sicher auch gute Bauern…und vielleicht hast du irgendwann ja wieder Lust darauf. Auf Käse könnten wir wirklich nicht verzichten, die sind in Frankreich einfach zu lecker. Welche Konsequenzen es wohl hätte, wenn keiner mehr Fleisch und Milchprodukte essen würde? Die Behandlung von Obst und Gemüse ist ebenfalls in der Grauzone und weitaus nicht so kontrolliert wie es sein sollte – naja, wurschteln wir mal weiter vor uns hin mit den Hühnern und dem Gemüsegarten… Hat es eigentlich mit deinen Hochbeeten geklappt? Gute Woche wünsche ich dir 🙂

      2. Ja, ist nicht einfach das alles. Man könnte auch sagen, wenn mehr Menschen weniger Fleisch äßen, bräuchte es nicht so viel Tierfutter. Was ein Tier bekommt, reicht für viele Menschen mehr. Natürlich hängt alles mit allem zusammen. Für mich persönlich allerdings ist es gar nicht das, dass ich eine Welt ohne Tierhaltung erstrebenswert finde. Das wäre mir zu schwarz/weiß gedacht. Nur das, was wir derzeit haben, das möchte ich nicht. Und alle auf diesem Niveau satt zu bekommen, geht eben nur wenn aus Tierhaltung Tierindustrie wird. Ich kann nur für mich selbst entscheiden. Und würde nie auf die Idee kommen, jemandem vorzuschreiben, was er essen sollte 😉
        Und nein … ich dürfte keine Tiere im Schrebergarten halten. Kleingärtnergesetz #hust
        Hochbeete habe ich noch keine … auch ich bin im Wandel … vielleicht 😎
        Dir eine wunderbare Woche, auf dass uns die Sonne ab und an besuchen mag.

  2. Er schmeckt mir in beiden Varianten, Seidentofu solo oder zusammen mit Naturtofu. Und für Schokojunkies empfiehlt sich dann doch die vegane Variante des Russischen Zupfkuchens.
    Liebe Grüße von Elvira

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s