Schätze Konservieren

Linsenpaste „Hausmacher“ (vegan)

Rezepte für Brotaufstriche gibt es sicherlich tonnenweise. Persönlich esse ich eine (gekaufte) Champignonpaste ausgesprochen gerne (werde ich auch mal nachkochen). Mein Problem ist meist, dass die Rezepte en mini sich nicht lohnen, en gros habe ich das Problem, dass mir die Paste, bevor sie verdirbt, definitiv aus dem Hals raushängt.

Meine Einfriermöglichkeiten beschränken sich auf drei kleine Schubladen, also auch keine Lösung. Das Zeug einzuwecken habe ich mich bislang nicht recht getraut. Weiß auch nicht warum. Angst davor, die Familie zu vergiften? 😉 Aber einmal ist immer das erste Mal (nicht das Vergiften, das einmachen!!) und so habe ich gestern eine Linsenpaste hergestellt … in der Art „Hausmacher“ also „Lewwerwurschtartig“ … nein, nicht weil ich Leberwurst vermissen würde (sonst würde ich es ja essen) sondern, weil ich den deftigen Geschmack vom herben Rosmarin und Majoran ab und an gerne mag … dazu ein Essiggürkchen mnjam.

Das Rezept ist (wie eigentlich alle Aufstriche) recht simpel. Das ursprüngliche Rezept habe ich irgendwann einmal irgendwo im I-Net abgeschrieben, dann lange in der Schublade vergessen. Dies ist aber eine abgewandelte Form:

Zutaten:

200g Linsen (ich habe braune genommen, wegen der Farbe) über Nacht einweichen

2 große Zwiebeln

1 große Möhre

2 Knobizehen

200g Sonnenblumenkerne

100g Cashwekerne

3 Eßl. Mandelmus

Olivenöl

Abgeriebene Schale einer Lemone (oder Zitrone)

2 Eßl. Süße (z.B. Agavensirup oder auch Apfeldicksaft etc.)

Hefeflocken

2 Eßl. Rosmarin

3 Eßl. Majoran

Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:

Nachdem die Linsen eingeweicht sind, diese mit den gewürfelten Zwiebeln, Karotte und Knobi ca. 20 min. kochen (knapp bedeckt, so dass am Ende kaum noch Flüssigkeit übrig ist).

Die Kerne in einer trockenen Pfanne rösten, Rosmarin fein mörsern und Kerne und Rosmarin sehr fein mahlen (klappte mit meinem berühmten Schredder-Aufsatz für den Handmixer einwandfrei). Die etwas abgekühlte Linsenmasse mit dem Mixstab pürieren, dann alle Zutaten zusammenmischen, etwas Olivenöl dazugeben (Menge nach Gefühl, bis die Masse geschmeidig ist).  Kräftig abschmecken.

Et voila, das war es schon. Danach in saubere Gläschen einfüllen, und 90 min. bei 100° Grad einkochen. (Ich hoffe, die Einkochzeit stimmt, da bin ich wohl eher übervorsichtig)

IMG_0614

P.S. Bin noch nicht sicher, ob das meine Lieblingspaste wird. Zum „Hausmacher-Effekt“ nur so viel:

Ich: Du, könntest du bitte die Paste mal abschmecken, ich kann mich nicht mehr erinnern, wie Leberwurst schmeckt. Es geht um die Gewürze!

Er: (nimmt mit der Zunge eine homöopathische Menge vom Löffel, die schiere Panik ist ihm ins Gesicht gemeißelt): Hm … schmeckt nach Linsen.

Ich: Ist ja auch Linsenpaste. Ich meine die Würze.

Er: Noch Salz und Pfeffer.

Ich: Danke. Und? Wie findest du sie?

Er: Mhm. Linsen eben.

Ich wandere zur nächsten (sich vegan ernährenden) Zielperson, denn was kann ein Fleischesser schon vegane Pasten abschmecken.

Ich: Na? Was fehlt, was meinst du? Schmeckt?

Sie: (nimmt eine homöopathische Menge der Paste vom Löffel) : Mhm. Schmeckt nach Linsen ….

Okay. Ich habe ziemlich leckere Linsenpaste gekocht. Das „Hausmacher“ könnt ihr einfach vergessen. Bon Appetit.

P.P.S. Das daneben ist meine diesjährige Knobi-Ernte, die ich feurig eingelegt habe. Bin SEHR gespannt, wie das schmeckt 😀

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3 Kommentare zu „Linsenpaste „Hausmacher“ (vegan)

  1. Sehr lustig geschrieben :), und Linsen liebe ich SEHR, wahrscheinlich weil ich aus dem Schwabenland komme (Linsen und Spätzle). Bin kein Veganer, aber offen für alles, und dein Rezept wird vorgemerkt. Lieben Gruss PS: Fleischesser haben auch ausgeprägte Geschmacksnerven und können wohl Veganes/Vegetarisches abschmecken…

    1. Klar können Nicht-Veganer alles abschmecken, aber nur, wenn sich Ihnen nicht schon bei den Wörtern: Paste oder „Braaaatlinge“, die Haare sträuben 😀
      Aber natürlich habe ich mal wieder etwas übertrieben und muss den Gatten in Schutz nehmen. Er isst im Großen und Ganzen immer mit, was zubereitet wird, im Gegenteil, ich würde ihm ja „Extratellerchen“ machen (bin ja nicht dogmatisch), aber das mag er meist gar nicht. Aber bei Pasten hört es bei ihm eben auf #lach

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