Gartenträume

Saudicke Saubohnen :-)

Der Wettergott ist eindeutig gegen mich. Heute schien nämlich die Sonne, allerdings genau in DER Zeit, in der ich noch arbeiten musste. Rechtzeitig zum Feierabend zogen schwarze Wolken auf und ich schaffte es gerade noch trockenen Fußes in das Gartenhaus. Naja, positiv denken, dachte ich und trank erstmal  gemütlich einen ordentlichen Kaffee. Tut ja auch gut nach dem Tagwerk am Schreibtisch. Der „Schnürlregen“ ließ dann tatsächlich nach, so dass ich mich an die Saubohnenernte machen konnte. Der helle Wahnsinn! Es hörte gar nicht auf, und oh Wunder, im dichten Saubohnengestrüpp kamen nach und nach auch meine Tomatenpflanzen wieder zum Vorschein.

Ihr erinnert euch. Der ursprüngliche Plan war: Im Februar die Saubohnen pflanzen, so dass Sie bald nachdem die Tomaten rausgepflanzt sind, also so spätestens Anfang Juni abgeerntet werden können. Aber wie sagte Brecht so schön: „Ja, mach nur einen Plan sei nur ein großes Licht und mach dann noch ’nen zweiten Plan gehn tun sie beide nicht …“

Immer wieder stand ich vor der Überlegung: Opfere ich die Saubohnen für die Tomaten? Aber ich habe es dann doch nicht übers Herz gebracht. Und jetzt, so bei Licht besehen, die Pflanzen sind etwas „zarter“ als die vom Nachbarn, aber nicht wesentlich kleiner. Ich bin also zuversichtlich, dass sie alles nachholen, was sie so im Schatten der Saubohnen vielleicht eingebüßt haben. Allerdings habe ich die Bohnen wirklich alle tief abgeschnitten und die kleinen Schoten dadurch „geopfert“. Ich hatte aber auch wirklich genug:

IMG_0433IMG_0449

Weiß noch gar nicht, wie ich die alle in meine winzige Tiefkühltruhe bekomme. Aber ich denke, eingeweckt kommen die nicht gut. Und wie ihr seht, ein Schälchen Erdbeeren hat mir das Schneckenpack auch noch übergelassen 🙂

Um auf den Plan zurückzukommen, ein kleiner Teil hat ja wenigstens doch funktioniert. Ich habe ja vorhin geschrieben, dass ich die Bohnenpflanzen nur abgeschnitten habe und nicht ausgerissen. Und das mit gutem Grund:

Letztens habe ich gelesen, dass es ein alter Indianertrick ist, neben jede Tomatenpflanze einen toten Fisch einzugraben. Nun bin ich zum einen Vegetarier und zum anderen … naja, ich weiß nicht, ob ich wirklich tote Fische im Garten möchte. Vorstellen kann ich mir es aber schon, dass da vielleicht gute Nährstoffe beim Gammeln entstehen. So ähnlich ist der Effekt mit den Saubohnen. Die machen nämlich, was manche Pflanzen prima können: Sie sammelt Stickstoff in kleinen Wurzelknöllchen und deshalb lasse ich die Wurzeln drin, so haben die Tomaten gleich lecker Futter (ganz vegan) 😉

Hier, eine kleine Wurzel (ist nur ein Handyfoto, aber ich denke, man kann sehen, was ich meine). Na, dan guten Appetit Tomatis …

IMG_0434

Nachdem dann endlich alle Regenschauer an mir vorübergezogen waren, das Tomatenbeet entunkrautet und aufgehäckelt war … kam zur Belohnung mein Highlight der Woche:

DER NEUE GARTENHÄCKSLER

Yeah. Ratzfatz ausgepackt, eine alte Schwedenhaus-blaue-Gewebestofftasche druntergeschnallt und gleich mal die Saubohnenpflanzenteile durchgejagt. Habe ich schon erwähnt? 170 Dezibel … Hach, klasse. Das Teil schafft was weg. Ich wär nicht Scratchy, wenn ich nicht übermütig geworden wäre. Das ging so gut. das war so ein tolles Ergebnis, dass ich die Schalen gleich hinterhergestopft habe. #seufz … eigentlich liegt es auf der Hand: Ein Häcksler ist KEIN perpetuum mobile … was oben reingeht, muss auch unten wieder raus. Hätte ich mir denken können, hätte ich merken können, HÄTTE ich reagieren können. Habe ich aber nicht, und es kam was kommen musste. Nix ging mehr.

Aus die Maus. Stille im Garten. Das Vogelpack jubilierte. Es half nichts, ich musste das Gerät auseinanderbauen. Memo an mich selbst: Dicke-Bohnen-Schalen durch den Häcksler gedreht, ergeben dickes Dickebohnenmus. Nass. Matsch und breiig. Elende Sauerei. Zum Glück war das funkelnagelneue Häckslerteil nicht hin sondern nur grün. Matschegrün. Nach einer Grundreinigung war ich grün, das Gerät nass, …Beweisfotos konnte ich leider nicht machen, ich war zu klebrig. Nunja, ich kürze ab. Nach einer Trockenphase ging es zum Glück wieder, so dass ich den Rest des gesammelten Zeugs auch noch schreddern konnte. Klasse, klasse klasse. Das wird toller Kompost ich bin mir sicher. So und jetzt duschen. Ist nötig 🙂

IMG_0447

IMG_0448

Advertisements

5 Kommentare zu „Saudicke Saubohnen :-)

  1. saumässig gute Ernte, bravo 🙂 …was den toten Fisch anbetrifft: ein paar Pferdeäpfel tun’s auch und dafür muss keiner sterben, lieben Gruss & schönes Wochenende

  2. Sauber gemacht! Ich hatte es auch so geplant: erst Dicke Bohnen und wenn die da sind, können die Tomaten loslegen – aber Pustekuchen! Die Dicken Bohnen kamen erst gar nicht.
    Jetzt hatte ich 5 – 6 Pflänzchen, die waren so verlaust, dass ich sie in der Biotonne entsorgt habe.

  3. Auja, ne, mach doch bitte wirklich mal. So ein Test. Tomate mit Fisch und Tomate ohne Fisch 🙂 Kann so ein grätiges olles Teil sein. Ist S. nicht zufällig Hobbyfischer? #chch

  4. Leichte bis mittlere Lachattacke, du Häcksel-Schmusie. 😀
    Deine Saubohnen sind der Hammer – und überhaupt: Ihr erntet alle schon und ich schau in den Regen. Ach ja, hat mich ja keiner gezwungen, nach Quasi-Dänemark zu ziehen. Da mochten schon die Wikinger nicht bleiben. Ich probier für dich den Indianertrick – der nächste Rollmops kommt unter die Erde. Werde berichten! #hugh

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s