Gartenträume

… der Lenz ist da!

Auch wenn es insgesamt gesehen immer noch viel zu kühl ist, es ist Frühling. Endlich. Der Garten tut sich insgesamt noch etwas schwer, die Pflanzen sind weitaus kleiner und später, als in den Vorjahren. Die Pfingstrosen sind immer noch geschlossen, als wenn sie versuchen würden, die karge Sonnenwärme so eng wie möglich in die feste Kugel einzuschließen und zu ummanteln.

DSCF4585

Dennoch war ich schon recht fleißig und habe  Erbsen,  Bohnen, Kohlrabi, Möhren, Rote Beete und mittlerweile auch Tomaten, Zucchini und Paprika in die Erde gebracht. Wie schon in einem anderen Beitrag angedeutet, in diesem Jahr in trautem Beisammensein mit den Saubohnen,  die gerade einmal mit dem Blühen beginnen. ABER … es scheint doch etwas dran zu sein, dass Saubohnen und schwarze Läuse mit dem Zeitpunkt der Saat zusammenhängen. In diesem Jahr nämlich sind die Pflanzen (bislang … toi toi toi) noch nicht völlig verlaust. Das ist mir noch nie gelungen. Zur Erinnerung, ich habe die Saat Anfang März rausgebracht, danach wurde es nochmal richtig kalt. Es hat dann ewig gedauert, bis die Samen endlich zu keimen begannen. Sie sind auch nicht sehr hoch geworden, blühen aber wunderschön und vor allem dicht! Ich bin gespannt, vielleicht wird es dieses Jahr einmal eine Saubohnenernte, die sich lohnt?

DSCF4710 DSCF4709

Damit die Tomaten nicht gar so an den Füßen frieren, habe ich sie dick mit dem ersten Rasenschnitt eingepackt. Und sie scheinen es mir zu danken, zumindest sind die verpackten schon deutlich größer, als die restlichen Pflanzen, die ich noch kreuz und quer im Garten verteilt habe (wie immer hatte ich zu viele und brachte es nicht übers Herz, sie zu „entsorgen“). Das gute Wachstum könnte natürlich auch am Narzissmus meiner Tomätchen liegen, denn schließlich dürfen sie jetzt schon das vierte Jahr in Folge auf dem  gleichen Beet wachsen. Sie lieben es offensichtlich wirklich sehr, diese selbstverliebten Popanzen 🙂

Heute war ein kühler, wenn auch sonniger Tag. Der Wind streichelte sachte durch die Bäume und ich wurde ständig von kleinen „Propellern“ beregnet, Ahornähnliche Samen eines großen Baums an meiner Gartengrenze. So sehr ich diesen Baum an sich liebe, auch die Propellergeräusche mag … fluche ich doch jedes Jahr über seine massenhaften Abwürfe. Denn jeder zweite Propeller nistet sich ein, bildet einen Sämling, der … wenn er nicht schon in Daumengröße gezogen wird, ganz bald Wurzeln entwickelt, die es zu einer wahren Quälerei machen, ihn zu entfernen. Außerdem ist der große Baumkerl daran schuld, dass ein Teil meines Gartens wohl auf ewig „Wüste Gobi“ bleiben wird, denn die Wurzeln des Baumes ziehen sich weit unter dem Gartenzaun hindurch und entziehen der Erde Kraft und Wasser. Ich überlege schon länger, hier schlicht nur noch mit Töpfen oder einem Hochbeet zu arbeiten. Zu frustrierend, das ganze Mühen, das ohne Erfolg bleibt.

Von meinen im Herbst gepflanzten zwei kleinen Bäumchen (Birne und Aprikose) hat leider nur die Birne Fortschritte gemacht. Die Aprikose scheint mir, hat sich schon in der Kinderstube mit der Monilia angesteckt eine fiese Krankheit, die auch meinem alten, so üppig tragenden Aprikosenbaum im letzten Jahr den Rest gegeben hat. Vermutlich war es einfach unsinnig, es hier wieder mit einer Aprikose zu versuchen. Aber ich war so traurig über den Verlust 😦

Auch der winzige Zwetschgenbaum ist jetzt … im dritten Jahr …wunderschön anzusehen. Dieses Jahr hatte er nur wenige Blüten, dafür ordentlich an Laub zugelegt. Muss wohl auch mal sein. Ich mag den kleinen Kerl. Auch wenn er wohl immer „Bückware“ bleiben wird, hat mir doch erst nach einem Jahr die Gärtnerin verraten, dass es ein „Pixie“ ist, also ein gewollter Zwergenwuchs! Hey, so klein sollte er nicht sein! Aber seine Früchte sind groß und schmackhaft.

Wie man sehen kann, liegt der Zauber noch im Verborgenen, um so mehr freue ich mich über die erste Margeritenfracht … habe ich schon erwähnt, dass Margeriten zu meinen Lieblingsgartenblumen gehören? Wohl auch so ein Rest Kindheit 🙂

DSCF4704

Und dann hatte ich noch einen ganz besonderen Gast … pst, leise, nicht verscheuchen. Mit großen staunenden Leuchtaugen schaute er in die Welt, ein wenig zitternd angesichts der Weite und Kühle. Ich habe ihm Glück gewünscht und ein kleines Lebewohl zugewinkt, als er weiterzog.

Ist sie nicht wunder-wunderschön, die liebe Libelle?

DSCF4701

Advertisements

10 Kommentare zu „… der Lenz ist da!

  1. Von den lilablütigen Dicken Bohnen sind auch nur ca. 50% aufgegangen … die weißen scheinen etwas stabiler zu sein. Aber ich dachte dieses Jahr auch, das wird nichts. Es dauerte ewig, bis sie zu keimen begannen. Das letzte und vorletzte Jahr war die Ernte jedoch immer sehr bescheiden, wegen der ollen schwarzen Läuse 😦

  2. Also, ich bin ganz schön neidisch auf deine Dicken Bohnen! Im letzten Jahr hab ich sie im Februar gelegt, da kamen sie richtig gut! In diesem Jahr war es dann noch mal richtig eisig – ich glaube, das haben sie nicht so gut verkraftet. Nun wollen wir hoffen, dass Tomaten, Auberginen etc. mich nicht im Stich lassen….
    Liebe Grüße, Sabine

  3. Schönes Bild von der Libelle, zarte Elfe der Himmelswelt, ja und die Tomaten wuchsen bei mir auch immer jahrelang zufrieden im gleichen Beet. Was die „Wüste Gobi“ angeht, so bitte nicht verzweifeln, denn auch dort gedeihen bei guter Wahl einige Pflänzchen und erfreuen den klugen Gärtner mit fröhlichen Blüten und hübschem Laub. 🙂

    1. Vielen Dank, Annette. Naja, ich gebe sie nicht ganz auf, die Wüste Gobi. Dieses Jahr (so munkelt man) wurden auch schon die ersten Würmchen dort gesichtet 🙂 Zum Elend des Baumsaugers kam nämlich dazu, dass mein Gartenvorgänger vermutlich so 20 Jahre dort immer nur Kartoffeln und Zwiebeln gepflanzt hat … ich sage nur: toter Staub ist pures Leben dagegen.
      Dieses Jahr habe ich die Beete meiner Tochter überlassen, die sich mit Kräutern versuchen möchte. Ich bin gespannt 🙂

  4. Sie ist fleißig und sie weiß, was sie tut. Eigentlich ein unschlagbares Duo in Sachen Gartenarbeit 😀 Übrigens eine ich auch um jedes Bäumchen und jeden Baum, ich kann das gut nachvollziehen. Und weeste wat, Kratzi? Irgendwie find ich es auch schön, dass wir da im Garten nicht alles im Griff haben (können). Irgendwie wäre es doch auch langweilig ohne Schädlinge, schlechtes Wetter und kleine Fremdlinge, die versuchen Land zu fassen 🙂

    Schee gschrimm is und ich drücke dir trotzdem alle Daumen gegen die fiesen kleinen schwarzen Rabenaase 🙂

    1. Bin weder fleißig, weder schön, kann ungeleitet nach Läusen sehn. #chch. Nein, was ich am Garten so liebe, ist dieses ausprobieren, dieses Unerwartete, jedes Jahr auf’s Neue und immer wieder anders 🙂
      Aber diese verdammten (schwarzen) Läuse, die können mich echt am Abend besuchen, die haben mir letztes Jahr fast meine sämtlichen Lupinen geschrottet 😦 Dieses Jahr nur eine kleine Überlebendeninsel. Dafür Stockrosen ohne Ende, Margeriten und … keine Ahnung #hach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s