Gartenküche

Veganes Gulasch nach Szegediner Art

Tja, was soll ich sagen: Dieses Jahr ist noch nichts mit Garten. Zwar wachsen meine kleinen Pflanzen schon am Fensterbrett ran, aber alles noch weit davon entfernt, es Frühling zu nennen. Nun gut, ich will nicht jammern, auch wenn ich mir Ostern eigentlich anders vorgestellt hatte. Aber bitte, wenn es eben nichts zum Gärtnern gibt, dann wenigstens was gutes zu essen. Einige vegetarische Rezepte gibt es hier ja schon auf der Seite, aber da ich zur zeit „veganen Besuch“ habe, war das für mich auch nochmal eine neue Herausforderung. Und bei der Kälte hatten wir beide Lust auf was richtig schön Deftiges. Geht das vegan? Jou, geht. Und wie. Und ziemlich simple auch.

Eh voila, aufgeschrieben zum Nachkochen 🙂

Veganes Gulasch nach Szegediner Art mit Böhmischen Semmelknödeln (Vegan adaptiert nach Omas Rezept)

Es braucht:

Für das Gulasch:

1 Räuchertofu, 2 große Zwiebeln, 3 Schalotten, 2 Knoblauchzehen. Gewürze: Salz, Pfeffer, Paprika (süß und scharf), Kümmel, Rotwein, Tomaten im Glas, Olivenöl, Sauerkraut

Zubereitung:

Den Tofu in Würfel schneiden. Aus ca. 4 Eßl. Olivenöl, Salz, Pfeffer, Paprika und ausgepresstem Knobi eine kräftige Marinade anrühren, die Tofuwürfel einlegen, verrühren und schön lange ziehen lassen (ca. eine halbe Stunde mindestens)

Derweil die Zwiebel in halbe Ringe schneiden.

Den eingelegten Tofu in Olivenöl knusprig anbraten, die Zwiebeln dazugeben, weiter andünsten. Das Ganze mit ca. einem Viertel Rotwein ablöschen, die Tomatenstücke dazugeben und alles etwas eine halbe Stunde köcheln lassen. Dann das Sauerkraut dazugeben (ein Glas), Kümmel nach Geschmack und eine weitere viertel Stunde köcheln. Dann die Herdplatte ausschalten, das Gericht gut durchziehen lassen. (Jeder weiß, Gerichte mit Sauerkraut schmecken am nächsten Tag besonders gut 😉 Also gut auch schon einen Tag vorher zum Vorbereiten). Wenn die Knödel (oder auch andere Beilagen, Kartoffeln zum Beispiel) fertig sind, einfach wieder aufwärmen und fertig abschmecken. Je nach Bedarf, Geschmack kann man noch einen Klecks vegane Reis-, Soja- oder andere Sahne dazugeben. Mir hat es nicht gefehlt.

Semmelknödel nach böhmischer Art

Es sind zwar Semmelknödel, diese hier werden allerdings anders gemacht, als die klassischen aus Bayern. Zuerst werden alte Brötchen in kleine Würfel geschnitten (ich hebe mir in Papiertüten dafür immer die übrig gebliebenen Sonntagsbrötchen auf). Dann einen Pfannkuchenteig herstellen. Hier die vegane Art. Für Nicht-Veganer einfach einen „klassischen“ Pfannkuchenteig mit Milch und Eiern.

Menge (etwas schwierig anzugeben, da es ein „Oma-Rezept“ ist, macht man das so aus dem Handgelenk:

Pro Person ca. vier gehäufte Eßl. Mehl in eine Schüssel geben. Salz dazu. Als Eiersatz einen Eßl. feines Sojamehl mit etwas Wasser glattrühren, dazugeben. Mit Hafer-, Dinkel- oder Sojamilch recht flüssigen Teig anrühren, einen Schluck Sprudelwasser dazugeben. Nun die Brötchenbrocken einrühren, etwas durchziehen lassen und Knödel formen. In leicht sprudelndem Wasser 20 min. köcheln. Nach den 20 Min. Kochzeit die Knödel einzeln herausnehmen und sofort mit einem Nähfaden „durchschneiden“ (also Faden um den Knödel legen, über Kreuz nehmen und ziehen). Die halbierten Knödel kurz abdampfen lassen und mit dem Gulasch servieren.

Und: Guten Appetit 🙂

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4 Kommentare zu „Veganes Gulasch nach Szegediner Art

  1. Der Käseverzicht fällt auch mir sehr schwer. Dafür war ich überrascht, wie lecker der Sojajoghurt schmeckt, so mit echten Früchten. Mein Mann isst nicht vegan, da läuft mir schon manches Mal das Wasser im Mund zusammen, wenn er sich eine dicke Scheibe Käse auf sein Brot legt. Am letzten Wochenende habe ich „Käse“kuchen gebacken und war doch skeptisch, ob der schmecken würde. Er war so lecker, dass ich ihn morgen wieder backen werde. Die heutige vegane Küche ist ja doch sehr vielseitig. Ich habe mir drei Kochbücher gekauft, alle drei von noch ziemlich jungen Menschen geschrieben, die sich aus völlig unterschiedlichen Gründen für diese Ernährungsweise entschieden haben. Und dann habe ich in Neukölln ein veganes Café entdeckt, mit Torten, wie sie in jeder guten Konditorei stehen könnten – schön fürs Auge und sehr, sehr lecker. Lange suchen musste ich nach einem Ersatz für die Milch im Kaffee. Fast alle Sojamilcharten flockten aus oder schmeckten vor. Aber schließlich habe ich auch hier eine Lösung für mich gefunden. Eine Milch, die nicht ausflockt für zu Hause und ein Soja-Kaffeeweißer in Portionstütchen für unterwegs.

    1. Weißt du, das ist der Punkt für mich: Der „Verzicht“ auf Fleisch war nie ein „Verzicht“ für mich und ich esse z.B. auch sehr gerne die Sojajoghurts … auch die Kuchen und sonstigen veganen Leckereien, die meine Tochter macht sind (meist) sehr fein, aber in meinen Kaffee möchte ich Milch und Käse auf mein Brot … vielleicht ändert sich das irgendwann, mag sein, aber wenn ich dann lese, dass ich als Veganer irgendwann B12-Ersatz in Tablettenform zu mir nehmen müsste, um gesund zu bleiben … dann esse ich doch lieber einen feinen Camenbert, als irgend ein Pharma-Unternehmen zu unterstützen 🙂 Wobei ich schon sehr genau hinsehe, woher meine letzten „tierischen“ Produkte stammen, die ich zu mir nehme.

  2. Das sieht sehr lecker aus und schmeckt mit Sicherheit noch besser. Beim Verarbeiten von Tofu ist es wichtig, wie Du es ja auch gemacht hast, diesen immer als erstes gut anzubraten. Ich lebe seit einiger Zeit vegan und muss sagen, dass es unglaublich leckere Rezepte gibt.
    Ich wünsche Dir ein schönes Osterwochenende!
    Liebe Grüße von Elvira

    1. Hallo Elvira, ja, das ist wohl wahr, ich entdecke wirklich sehr leckere Alternativen 🙂 gestern habe ich mit meiner Tochter vegane „Königsberger Klopse“ ausprobiert, geschmacklich wunderbar, an der Konsistenz arbeiten wir noch 😉 Was das Kochen betrifft, bin ich also voll dabei, womit ich mich schwertue, ist ein Verzicht auf Käse, Butter, Milchprodukte und (gute) Eier. Und auf „Surrogate“ habe ich nur bedingt Appetit … aber wie gesagt: im alltäglichen Kochen ist das Vegane eine große Bereicherung auch für mich als Vegetarierin).

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